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Google schaltet Live-Verkehrsmeldungen aus der Ukraine ab

Über Googles Maps-Dienst können Verkehrsströme live nachvollzogen werden. Im Ukraine-Krieg bedeutete das bisher, dass auch Truppenbewegungen über den Dienst registriert wurden und leicht verfolgt werden konnten. Google hat sich nun dafür entschieden, den Dienst zu deaktivieren.

Entscheidung in Abstimmung mit ukrainischen Behörden

Der Google-Konzern Alphabet teilte mit, die Entscheidung zur Deaktivierung der Live-Dienste in Abstimmung mit ukrainischen Behörden getroffen zu haben. Motiviert sei die vorläufige Abschaltung dadurch, die Bevölkerung der Ukraine schützen zu wollen.

Zuvor hatten etwa die Washington Post und der Wissenschaftler Jeffrey Lewis darüber berichtet, dass sowohl Truppen- als auch Fluchtbewegungen über Google Maps nachvollzogen werden können. Lewis gab etwa an, dass ein von Maps um 3:15 Uhr gemeldeter Stau auf einer Straße vom russischen Belgorod zur ukrainischen Grenze indirekt auf Truppenbewegungen schließen lasse: Er ging davon aus, dass Zivilistinnen und Zivilisten dort massenhaft in Straßensperren steckten, was wiederum Präsenz durch Militärfahrzeuge, die die Straßen vorrangig passieren dürfen, bedeute. In der Washington Post machte Lewis ferner darauf aufmerksam, dass Google Maps Funktionen der früheren Kriegsberichterstattung überflüssig gemacht habe: Fluchtbewegungen aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew konnten mittels der Verkehrsdaten gut nachvollzogen werden.

Neben den Live-Verkehrsdaten wurde auch die Anzeige von Menschenansammlungen in der Ukraine abgeschaltet, da auch diese Daten, wenn sie öffentlich für alle zugänglich sind, die Sicherheit der Menschen im Land gefährden könnten. Erstellt werden sowohl die Versammlungs- als auch die Verkehrsanzeigen über GPS-Daten, die Google über Android-Smartphones sammelt. Wer ein solches mit sich trägt, übermittelt automatisch seine Bewegungsdaten an Google. Größere Ansammlungen der Smartphones können so ebenso analysiert werden wie das massenweise Stehenbleiben entlang von Verkehrsrouten.

Nutzung von Maps sprungartig angestiegen

Die anderen Funktionen des Maps-Dienstes bleiben in der Ukraine jedoch weiterhin nutzbar – und werden rege genutzt. Google wies darauf hin, dass die Nutzung von Maps im Land mit dem Beginn des russischen Einmarschs sprunghaft angestiegen sei. Der Kartendienst wird offensichtlich zur Planung von Fluchtrouten verwendet. Mit dem Anstieg der Nutzung von Maps einher ging ein deutlicher Abfall der Nutzung des Docs-Dienstes, der vor allem im beruflichen Kontext beliebt ist.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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