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TikTok: Ab sofort bis zu zehn Minuten lange Videos möglich

TikTok erhöht die maximale Videolänge auf seiner Plattform auf zehn Minuten. Motiviert sein dürfte dieser Schritt vor allem durch dadurch erweiterte Werbemöglichkeiten.

Testphase abgeschlossen

Als die chinesische App TikTok, die vor allem unter Kindern und Jugendlichen sehr beliebt ist, im Jahr 2016 an den Start ging, durften Videos maximal fünfzehn Sekunden lang sein. Vor allem durch diese enorme Kürze der Beiträge unterschied die App sich von der Konkurrenz: Nutzerinnen und Nutzer mussten ihre Beiträge auf das Wesentlichste komprimieren, was zu neuen Formen des Storytellings und allgemein zu einer Veränderung der medialen Ausdruckskultur im Netz führte. Im Laufe der Zeit erhöhte das chinesische Unternehmen die maximal erlaubte Videolänge jedoch immer weiter – zunächst auf eine, dann auf drei Minuten. In einer Testphase waren zuletzt fünfminütige Videos möglich.

Mit der Ankündigung, ab sofort bis zu zehn Minuten lange Videos zuzulassen, geht das Unternehmen die beschlossene Route damit konsequent weiter. Das bedeutet jedoch auch eine Annäherung an Konkurrenten wie YouTube und die immer weitergehende Aufgabe des Alleinstellungsmerkmals der App.

Mehr Werbemöglichkeiten

Attraktiv dürfte die Erweiterung der Videolänge für TikTok jedoch sein. Je länger ein Video ist, desto mehr Möglichkeiten, es zu monetarisieren, bestehen für das Unternehmen. Das Portal onlinemarketing.de stellte etwa fest, dass in den längeren Videos nun auch Mid-Roll-Ads und ähnliche Werbelösungen zum Einsatz kommen könnten, was eine weitere Einnahmequelle für TikTok bedeuten würde.

Darüber hinaus dürfte die Erweiterung der Videolänge – sofern sie durch die Nutzerinnen und Nutzer gut angenommen wird – die Verweildauer auf der Plattform erhöhen. Das wiederum bedeutet, dass der Werbeanteil rein quantitativ steigen dürfte: Je länger sich jemand bei TikTok aufhält, desto mehr unterschiedliche Werbeanzeigen können ihr oder ihm gezeigt werden.

Andere Ausdrucksmöglichkeiten

Abseits dieser rein wirtschaftlichen Überlegungen dürfte die Erweiterung der Videolänge dazu führen, dass die Erzählformen auf der Plattform sich verändern. Haben Nutzerinnen und Nutzer nun deutlich mehr Zeit für ihre Erzählungen, so erscheint die maximale Komprimierung, die bisher weniger Stilmittel als technische Notwendigkeit war, nicht mehr nötig und könnte durch konventionellere Formen des Erzählens ersetzt werden. Aus medienwissenschaftlich-erzähltheoretischer Perspektive ist die Beobachtung der Auswirkungen der Veränderungen des Mediums auf die Erzählformen, Stilmittel und Ziele der Darstellung daher spannend.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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