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Tile: Daten werden künftig möglicherweise verkauft

Tile wird von Life360 übernommen – und diese Firma verdient ihr Geld vorwiegend damit, Daten an Unternehmen und Behörden zu verkaufen. Für Nutzerinnen und Nutzer von Tile bedeutet das herbe Einschnitte in den Schutz ihrer persönlichen Daten.

Was macht Tile?

Tile stellt Tracker her, die an wichtigen Gegenständen befestigt werden können. Den Nutzerinnen und Nutzern wird es damit ermöglicht, jederzeit zu wissen, wo sich ihr Schlüssel, ihr Portmonee oder andere Gegenstände, die sie mit den Trackern versehen haben, befinden. Das ist vor allem für Menschen, die dazu neigen, Gegenstände zu verlegen, sehr nützlich. Auch im Falle eines tatsächlichen Verlusts profitieren Nutzerinnen und Nutzer von den Tile-Trackern.

Die Kehrseite der Technik besteht darin, dass sehr viele personenbezogene Daten anfallen: Mit den Tile-Trackern lassen sich problemlos personenbezogene Bewegungsprofile erstellen, werden Schlüssel, Portmonee und Co doch in den allermeisten Fällen mitgenommen.

Was ist das Problem?

Genau das ist das große Problem, das sich für alle Nutzerinnen und Nutzer ergibt, wenn Life360 Tile übernimmt: Das neue Unternehmen schert sich wenig um den Schutz dieser personenbezogenen Daten und macht keinen Hehl daraus, einen Großteil seines Umsatzes mit dem Verkauf ebendieser zu generieren. Das wiederum ist problematisch, da sowohl Unternehmen als auch staatlichen Einrichtungen so die Möglichkeit zu Überwachung und Zugriff auf die Betroffenen ermöglicht wird. Von vergleichsweise harmloser perfektionierter Werbung über aggressivere Versuche der Verhaltensbeeinflussung bis hin zu staatlichen Interventionen werden damit viele hochgradig fragwürdige Eingriffe in das Privatleben deutlich erleichtert.

Abgenommen werden die Daten vor allem von großen Datenbrokern, die sie weiterverkaufen. Eingekauft wird dort auch etwa vom US-Innenministerium, das auf diesem Wege die hohen Hürden eigener Datenerhebung umgehen und sich so niedrigschwellig Zugriff auf Bewegungsdaten unzähliger Menschen verschaffen kann.

Welche Alternativen gibt es?

Größter Konkurrent von Tile ist Apple mit seinen Airtags, die genau die gleiche Funktion bieten wie die Tile-Tracker. Der große Vorteil besteht darin, dass Apple weitaus größeren Wert auf den Datenschutz legt als Life360. Sind Apples Dienste teurer, so liegt das nicht nur daran, dass der Markenname mitbezahlt wird, sondern auch daran, dass Apple auf das lukrative Geschäft mit den Daten weitgehend verzichtet.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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