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WeChat: Das chinesische Facebook sperrt den Premier von Australien

Solltest du an Weltpolitik interessiert sein, dürfte dir sicherlich nicht entgangen sein, dass in Australien bald die Wahl eines neuen Parlaments nebst Premierminister ansteht. Der entsprechende Wahlkampf scheint nun so langsam in die heiße Phase zu gehen und mutmaßlich nicht nur aus Australien mitbestimmt zu werden. So wirft die Partei des amtierenden Premiers China vor, aktiv an der politischen Meinungsbildung teilzunehmen. Dies soll das Reich der Mitte durch eine einfache Blockierung des Premierministers beim Dienst „WeChat“ erzielen.

Australiens mächtigster Mann verliert Account bei „WeChat“

Sollte es sich bei dem blockierten Account von Australiens Premier Scott Morrison um einen reinen Zufall handeln, wäre dies schon wirklich sehr abwegig. Schließlich hätte es dann rein zufällig den mächtigsten Mann von Down Under erwischt. Für die Partei des Premierministers scheint die Lage hingegen eindeutig zu sein. Sie sieht die chinesische Regierung als Strippenzieher hinter dem Account-Verlust. Nähere Details zu der Causa liefert uns die Nachrichtenagentur Reuters. Diese besagt, dass der WeChat-Account des Premiers bereits im Sommer 2021 gekauft worden sein. Dahinter soll laut der Journalisten ein chinesisches Unternehmen stecken. Dieses bekräftigt, dass man zum Zeitpunkt des Kaufs nicht von der Identität des Account-Eigners gewusst hätte.

Auffälliges Timing

Manch einer mit rosaroter Brille mag vielleicht an einen Zufall denken, wenn man sich den Kauf der kleinen Firma in China einmal vor Augen führt. Doch auffällig ist nicht nur die betroffene Person, sondern auch der Zeitpunkt des Kaufs. Schließlich soll im Mai 2022 Australiens neues Parlament mit evtl. neuem Premierminister gewählt werden. Für den entsprechenden Wahlkampf war die Plattform WeChat von elementarer Bedeutung. Dies liegt an der großen chinesischen Community, die in Australien lebt. Dass WeChat als Schlüssel zum Erfolg hätte herhalten können, scheint der Regierungspartei allerdings erst jetzt bewusst zu werden. Schließlich war Scott Morrison nun wirklich nicht dafür bekannt, dieses soziale Netzwerk made in China als bedeutsames Sprachrohr zu nutzen. Vielmehr hat sein Konkurrent und Herausforderer Anthony Albanese aus der Oppositionspartei deutlich gemacht, wie mächtig WeChat als Wahlkampfwaffe sein kann. Selbstverständlich ist Morrison nun über seinen Account-Verlust verärgert.

Social Media Management in China

Wie konnte es denn überhaupt zu einem Account-Verkauf an eine chinesische Firma kommen? Grund hierfür ist sicherlich unter anderem, dass der Premierminister Morrison die Betreuung seines WeChat-Auftritts nach China auslagerte. Angesichts der Tatsache, dass das soziale Netzwerk ohnehin fast ausschließlich von der chinesischen Community genutzt wird, kann man dies durchaus nachvollziehen. Allerdings handelte es sich bei diesem Schachzug bereits um einen blauäugigen Fehler. Schließlich ist Morrison laut Expertenmeinung damit ein gigantisches Risiko der chinesischen Einflussnahme eingegangen. Wir sind gespannt, ob der Account-Verlust zum Nachteil im Wahlkampf wird und sich herausstellt, dass wirklich die Regierung Chinas dahintersteckt.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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