PC-Komponenten

Lian Li PC-O11DX Dynamic Midi-Tower mit Zwei-Kammer-Design im Test

In Zusammenarbeit mit Profi-Übertakter Roman "der8auer" Hartung!

In diesem Testbericht schauen wir uns das Lian Li PC-O11 Dynamic mal etwas genauer an. Es ist in Kooperation mit dem deutschen Overclocking-Experten Roman „der8auer“ Hartung entstanden und ist grundlegend vom normalen PC-O11 von Lian Li zu unterscheiden. Aufgrund des Einflusses von Roman Hartung hat Lian Li entscheidende Änderungen am Gehäuse vorgenommen und es den Vorstellungen des Profis angepasst. Herausgekommen ist ein genialer Midi-Tower mit Zwei-Kammer-Design, das besonders gut für PC-Enthusiasten und Freunde von Custom-Wasserkühlungen geeignet ist.

Besonders hervorzuheben ist auch der attraktive Preispunkt des Gehäuses, der hier bei € 156,57 * liegt und somit 100 € günstiger als das „Standard“ PC-O11. Was die Dynamic Variante wirklich zu bieten hat, welche Unterschiede es zum normalen Gehäuse gibt und wie sich der Midi-Tower beim System-Bau schlägt, zeigen wir euch in diesem Test.

Verpackung & Lieferumfang

Lian Li verpackt den PC-O11 Dynamic in einem braunen Karton, der ein normales Bild des Gehäuses auf der Vorderseite und eine Darstellung der groben Einzelteile auf der Rückseite zeigt. Natürlich ist auch hier das „der8auer“-Logo präsent und lässt direkt auf den Einfluss des berühmten deutschen Overclockers schließen. Im Inneren des Kartons wird das Gehäuse von dickem Schaumstoff gehalten und von einer Plastiktüte vor Kratzern und Fingerabdrücken geschützt.

Der Lieferumfang enthält die notwendigsten Materialien und umfasst neben der Anleitung einen Beutel mit schwarzen Schrauben, drei Klettkabelbinder und einen Gummiblock. Wofür letzterer verwendet werden soll oder kann, konnten wir uns leider nicht erklären und auch die Anleitung hat keine Hinweise darauf gegeben.

Design

Kommen wir zum Design des Lian Li PC-O11 Dynamic. Die linke Seite sowie die Front bestehen aus Echtglas, währenddessen der Rest hauptsächlich aus Stahl gefertigt wurde. Lediglich die Zierleiste an der Front, die auch das I/O-Panel enthält, wurde aus Aluminium gefertigt. Im Gesamteindruck wirkt das Gehäuse sehr robust und stabil, bringt durch die gewählten Materialien allerdings auch knapp über 10 kg auf die Waage.

Die Glasscheiben verfügen über schwarze Rahmen und werden durch unsichtbare Montagehaken auf der Rückseite lediglich in das Gehäuse eingehängt. Sehr gelungene Lösung wie wir finden, da keine Werkzeuge benötigt werden und der cleane Eindruck nicht durch hässliche Schrauben verunstaltet wird. Das I/O-Panel des Lian Li PC-O11 Dynamic ist mit einem USB 3.1 Typ-C Port, zwei USB 3.0 Ports und den üblichen Audioanschlüssen ausgestattet.

Da das Gehäuse im Zwei-Kammer-Design daherkommt, sieht es auf der Rückseite zunächst anders aus, als man es erwartet. Der Schacht für das Netzteil liegt quasi neben den Slots für die Erweiterungskarten des Mainboards. Direkt darüber befindet sich ein weiterer Schacht, der entweder für zwei 3,5-Zoll-Laufwerke oder alternativ für ein weiteres Netzteil genutzt werden kann. Ein zweites Netzteil könnte vor allem für Übertakter oder sehr aufwendige Custom-Wasserkühlungen interessant sein.

Der Deckel des Lian Li PC-O11 Dynamic lässt sich sehr einfach demontieren indem zwei Schrauben werkzeuglos entfernt werden. Darunter kommt ein magnetischer Staubfilter zum Vorschein, der über den Montageslots liegt, die entweder drei 120-mm-Lüfter, zwei 140-mm-Lüfter oder Radiatoren bis zu 360 mm aufnehmen können. An der Unterseite des Gehäuses befindet sich ein sehr ähnlicher Ausschnitt samt Staubfilter, der natürlich für die gleiche Anzahl von Lüftern oder Radiatoren gedacht ist.

Kommen wir zum Innenraum des Lian Li PC-O11 Dynamic. Um zu diesem zu gelangen, muss zunächst der Deckel entfernt werden, der lediglich mit zwei Rändelschrauben befestigt ist. Anschließend können das Seitenpanel auf der Rückseite sowie die Scheiben an der Front und der linken Seite nach oben hin herausgehoben werden. Schon hat man Zugang zu allen Seiten des Gehäuses. Aufgrund des Zwei-Kammer-Aufbaus ist die Hauptkammer ohne System recht leer, denn hier sollen auch nur die optisch eindrucksvollen Hauptkomponenten wie Mainboard, Grafikkarte, Kühlung und bei Bedarf zwei SSDs zu sehen sein.

Dreht man das Gehäuse um, erhält man Einblick auf den Netzteilschacht und weitere Möglichkeiten, um Datenträger zu verbauen. Die in der Mitte befindliche Abdeckung hat direkt mehrere Funktionen. Einerseits lassen sich dahinter sehr gut alle möglichen Kabel verstauen und andererseits kann es einen weiteren 3,5″- oder 2,5″-Datenträger aufnehmen. Diese Abdeckung ist unten etwas schmaler geschnitten, damit das Hauptnetzteil ausreichend Platz hat und entsprechend dimensioniert sein kann. Hier merkt man, dass Lian Li bzw. der8auer sich durchaus Gedanken gemacht haben und jeden Zentimeter optimal nutzen wollten.

Eine Besonderheit des Lian Li PC-O11 Dynamic ist die versetzte Montageposition für Kühler an der Seite des Gehäuses. Dadurch soll der Platz erneut optimal genutzt werden. Durch den Versatz passen nämlich insgesamt drei 360-mm-Radiatoren in das Gehäuse. Normalerweise behindern sich solche oftmals an den Ecken, was hier jedoch nicht der Fall sein soll. Außerdem können weiterhin große bzw. lange Grafikkarten verbaut werden, da diese nicht von Radiatoren etc. in der Front gestört werden.

In der Hauptkammer sind die acht Steckplätze für Mainboard-Erweiterungskarten durch wiederverwendbare Abdeckungen geschützt. Direkt darüber befindet sich das einzige offensichtliche Lian Li Branding innerhalb des Gehäuses, was in Form einer silbernen Aluminiumplakette daherkommt. Da Roman „der8auer“ Hartung beim Design-Prozess ja ordentlich mitgeholfen hat, wird sein Markenzeichen an dieser Stelle natürlich ebenfalls präsentiert. Noch ein Stück höher können bei vielen Gehäusen weitere Lüfter verbaut werden. Hier ist das jedoch nicht der Fall, denn Lian Li lässt auch hier Platz für eventuelle Ausgleichsbehälter einer Wasserkühlung. Alternativ lassen sich evtl. doch 80- oder 90-mm-Lüfter verbauen. Dies konnten wir jedoch leider nicht testen, da uns ein solcher Lüfter aktuell nicht zur Verfügung steht.

Verarbeitung

Mit dem PC-O11 Dynamic hat Lian Li und Roman „der8auer“ Hartung einen wahrlich sehr interessanten Midi-Tower geschaffen, der durch seinen Preis, das Design und natürlich die Qualität überzeugt. Doch wieso ist das so? Bei einem Preis von unter 130€ findet man nur sehr wenige vergleichbare Gehäuse. Zustande kommt der Preis durch die hauptsächlich verwendeten Materialien, die bis auf wenige Zierleisten hier hauptsächlich aus Stahl bestehen, anstelle von Aluminium, wie es bei Lian Li sonst oftmals der Fall ist.

Trotz der geringeren Fertigungskosten konnten wir hinsichtlich der Verarbeitung keine negativen Punkte am Gehäuse finden. Es ist durchweg sehr hochwertig gefertigt und macht einen stabilen Eindruck. Vor allem die durchdachte Montage der beiden Hartglasfenster an der Front und der Seite sowie des Seitenpanels auf der Rückseite haben uns überzeugt. Allesamt lassen sich quasi einhängen und somit vollständig ohne Schrauben montieren, was nicht nur die Montage erleichtert, sondern auch sehr gut aussieht. Die Echtglas-Scheiben verfügen außerdem über gummierte Auflagen, wodurch Vibrationen vermieden werden können.

Ausstattung

Hinsichtlich der Ausstattung belässt es das Lian Li PC-O11 Dynamic doch eher bei grundlegenden Features. Lüfter finden man im Gehäuse vergebenes. Dies finden wir jedoch nicht weiter schlimm, da viele Standard-Gehäuselüfter oftmals sowieso nicht die besten sind was Lautstärke und Leistung angeht. Ansonsten bietet das Gehäuse natürlich einen sehr guten Hardware-Support. Es können bis zu 420 mm lange Grafikkarten, CPU-Kühler bis 155 mm Höhe und Netzteile bis 255 mm Länge verbaut werden.

Technische Daten

Maße (B x H x T) 272 x 446 x 445 mm
Material Stahl (Innenraum)
Aluminium (Vorderseite)
gehärtetes Glas (Vorderseite, Seitenteil)
Gewicht ca. 10,1 kg
Formfaktor E-ATX, ATX, Micro-ATX
Lüfter-Slots 3x 120 mm (Boden)
3x 120 mm / 2x 140 mm (Deckel)
3x 120 mm (Seitenteil, Vorderseite)
Radiator-Slots 1x max. 360 mm / 280 mm (Deckel)
1x max. 360 mm (Boden, Verzicht auf SDDs)
1x max. 360 mm (Seitenteil, neben dem Mainboard)
Filter Boden, Deckel, Seitenteil
Laufwerksschächte 2x 3,5-Zoll-Laufwerke (intern)
4x 2,5-Zoll-Laufwerke (intern)
Netzteil 2x ATX (optional)
I/O-Panel 1x USB 3.1 Typ-C (interne Anbindung)
2x USB 3.0 Typ-A (interne Anbindung)
1x je Audio In/Out
An-/Ausschalter
Platzangebot Maximale Grafikkartenlänge: 420 mm
Maximale CPU-Kühler-Höhe: 155 mm
Maximale Netzteillänge: 255 mm
Preis € 156,57 *

Dafür glänzt das Lian Li PC-O11 Dynamic mit sehr gutem Wakü-Support. Bis zu drei 360-mm-Radiatoren lassen sich gleichzeitig im Gehäuse montieren. Einer im Deckel, einer auf dem Boden und einer seitlich am Mainboard-Tray. Zusätzlich verfügt das Gehäuse außerdem über ausreichend Platz für Ausgleichsbehälter und aufwendige Custom-Wasserkühlungen. Für ausreichend Datenträger findet sich ebenfalls genug Platz und wer es ganz verrückt will, kann sogar ein zweites Netzteil verbauen.

Gaming-PC im Lian Li PC-O11 Dynamic

Wir haben natürlich direkt mal ein System mit diesem eindrucksvollen Gehäuse zusammengebaut und als Hauptplatine ein MSI Z370 Gaming Pro Carbon im ATX-Format verwendet. Das Herzstück des System ist passenderweise eine geköpfte der8auer i7-8700K Advanced Edition CPU samt Übertaktung auf 5,0 GHz. Unterstützt wird die CPU dabei von insgesamt 16 GB Team Group T-Force Dark DDR4-Arbeitsspeicher mit 3.000 MHz und einer ASUS GeForce GTX 1080 Strix Grafikkarte. Für die benötigte Stromversorgung wurde ein modulares BitFenix Whisper M mit 650 Watt verbaut.

Für die genannten Komponenten benötigen wir natürlich auch eine passende Kühlung. Aus diesem Grund kommt eine Komplett-Wasserkühlung für unseren Prozessor zum Einsatz. In diesem Fall haben wir uns für die Raijintek Orcus RGB mit 360-mm-Radiator entschieden, die einen ordentlichen Job macht und zudem auch noch schick aussieht. Zusätzlich haben wir drei Lian Li BR Lite Lüfter im Deckel verbaut, um warme Luft nach außen zu tragen. Natürlich hilft auch gutes Kabelmanagement für ein optimales Kühlergebnis, weshalb wir uns in diesem Falle für ein Phanteks Verlängerungskabel-Set entschieden haben, das vor allem auch optisch einiges hermacht.

Wie bereits auf den Bildern zu erkennen ist, haben wir die Grafikkarte vertikal verbaut. Dazu war das Lian Li PC-O11 Riserkabel notwendig, wodurch die hinteren Slotblenden einfach ausgetauscht und die Grafikkarte hochkant auf dem Boden des Gehäuses montiert werden kann. Die Optik ist definitiv genial und endlich sieht man auch mal das Kühlerdesign der Grafikkarte. Dennoch schade, dass die Montageplätze für SSDs oder Lüfter auf dem Boden somit komplett wegfallen.

Das Zwei-Kammer-Design des Gehäuses kommt uns beim Einbau jedenfalls sehr gelegen, denn es bietet ausreichend Platz um alle Komponenten leicht montieren zu können. Netzteil und Datenträger finden in der „versteckten“ Kammer ihren Platz. Von dort aus werden die notwendigen Kabel durch gummierte Durchführungen nach vorne geleitet. Besonders praktisch sind die seitlichen, leicht schrägen Durchführungen neben dem Mainboard, wodurch die Kabel sehr leicht verlegt werden können. Die drei im Lieferumfang enthaltenen Klettkabelbinder sind ebenfalls sehr nützlich, da wir den Kabelsalat hinter dem Mainboardtray so ein wenig bändigen konnten.

Fazit zum Lian Li PC-O11 Dynamic

Das Fazit zum Lian Li PC-O11 Dynamic fällt jedenfalls mehr als positiv aus, denn das Gehäuse konnte uns definitiv überzeugen. Es richtet sich vor allem an Enthusiasten und solche Nutzer, die eine aufwendige Custom-Wasserkühlung mit bis zu drei 360-mm-Radiatoren verbauen und bestmöglich präsentieren möchten. Dank der Glasfront und dem Glasseitenteil ist dies auch bestens möglich. Die Verarbeitung wirkt durch die Bank weg sehr hochwertig und auch die unsichtbare Montage der Hartglasscheiben ist eine sehr gute Lösung.

Vor allem der Innenraum ist nochmal hervorzuheben, denn hier zeigt sich, dass die Dynamic Variante doch ein gutes Stück durchdachter ist, als das normale PC-O11. Der massive Platz für Radiatoren, die Abdeckung / Datenträgerhalterung in der zweiten Kammer und der modulare HDD-Käfig der durch ein weiteren Netzteil ausgetauscht werden kann lassen die Enthusiasten-Herzen höher schlagen.

All dies erhält man für nicht einmal 130€. Dafür muss man zwar ein paar Kompromisse hinsichtlich der verwendeten Materialien hinnehmen, jedoch tut das der Verarbeitung und generellen Qualität absolut keinen Abbruch. Wir können das Lian Li PC-O11 Dynamic* also uneingeschränkt empfehlen und werden es wohl selbst noch eine ganze Weile im Einsatz behalten. Wem die schwarze Version nicht zu 100% zusagt, der kann sich alternativ auch an einer weißen Version erfreuen.

Lian Li PC-O11 Dynamic

Verarbeitung
Design
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

Exzellent

Hochwertiges Enthusiasten-Gehäuse mit hervorragender Verarbeitung, genialer Optik und ausgezeichnetem P/L-Verhältnis.

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Roman

Gebürtiger Berliner mit großem Interesse an Technik & Gadgets, der auch gerne mal 1-2 Runden zockt. :)

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Crashmo

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In diesem Testbericht schauen wir uns das Lian Li PC-O11 Dynamic mal etwas genauer an. Es ist in Kooperation mit dem deutschen Overclocking-Experten Roman „der8auer“ Hartung entstanden und ist grundlegend vom normalen PC-O11 von Lian Li zu unterscheiden. Aufgrund des Einflusses von Roman Hartung hat Lian Li entscheidende Änderungen am Gehäuse vorgenommen und es den Vorstellungen des Profis angepasst. Herausgekommen ist ein genialer Midi-Tower mit Zwei-Kammer-Design, das besonders gut für PC-Enthusiasten und Freunde von Custom-Wasserkühlungen geeignet ist.

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