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AverMedia Live Streamer MIC 330 Test: Dynamisches XLR Mikrofon für Content Creator

Passend zum Live Streamer AX 310 Audio-Mixer und Deck bringt AverMedia auch ein neues Mikrofon an den Start: Das komplett aus Metall gefertigte Live Streamer MIC 330 setzt auf den ungewöhnlichen XLR-Anschluss und richtet sich an Content Creator. Ob das Mic klanglich überzeugen kann, klärt unser Test.

Technische Daten

Modell: AverMedia Live Streamer MIC 330
Mikrofontyp:  Dynamisch
Sampling-Rate: 24bit; 96kHz
Frequenz: 50 Hz – 18.000 Hz
Charakteristik: Kardioid (Nierencharakteristik)
Anschlüsse: XLR (3-polig)
Empfindlichkeit: -52 dB ± 3 dB bei 1KHz (1V/Pa)
Größe (Durchmesser x Länge): 55 mm x 167 mm
Gewicht: 530,6 g (ohne Kabel)
Farbe: Schwarz
Lieferumfang: Live Streamer MIC 330; XLR-Kabel; Austauschbarer Farb-Ring; Adapter 5/8” zu 3/8” Gewinde; Kurzanleitung
Preis: € 99,90*

Lieferumfang

Im schwarz-roten Karton des AverMedia Live Streamer MIC 330 befindet sich das Mikrofon selbst in einer dicken Schaumstoff-Hülle eingebettet. Darüber positioniert der Hersteller das XLR Kabel zum Anschluss an einen Verstärker oder das hauseigene Streaming-Deck. Es kommt auf eine Länge von rund drei Metern und wirkt hochwertig verarbeitet.

Ansonsten finden lediglich ein austauschbarer Farb-Ring und ein Adapter zum Wechsel zwischen 5/8” und 3/8” Gewinde neben der Schnellstart-Anleitung in der Verpackung Platz. Schade: einen Ständer oder eine etwaige Halterung wird leider nicht geboten und muss – sofern nicht vorhanden – zwangsläufig dazugekauft werden, da das MIC 330 sonst nicht in Position gehalten werden kann.

Design und Verarbeitung

Nichts zu bemängeln gibt es hinsichtlich der Verarbeitungsqualität. So ist das AverMedia Live Streamer MIC 330 vollständig aus matt-schwarzem Metall gefertigt und wirkt wie aus einem Guss. Entsprechend schwer fällt das Mikrofon dann auch aus: rund 530 Gramm stehen zu Buche.

Dabei ist das Mikrofon röhrenförmig aufgebaut und kommt auf Abmessungen von 167 mm in der Länge und 56 mm im Durchmesser. An der Front befindet sich ein fest verbautes Metallgitter, das das darunterliegende Mikrofon schützt und gleichzeitig einen integrierten Poppfilter aufweist.

Um das Gitter herum befindet sich ein auffälliger, roter Ring, der auf Wunsch allerdings auch durch das silberne Pendant im Lieferumfang ersetzt werden kann. Auffällig zudem, dass das MIC 330 lediglich über einen einzigen Knopf verfügt. Der Button zum Stummschalten fällt recht groß aus und ist unglücklich an der Unterseite des Mikrofons platziert. Gerade beim (zwingend nötigen) Einsatz einer Halterung ist dieser nur schwer zu erreichen und dabei so schwergängig, dass das Mikrofon zum Betätigen in die Hand genommen werden muss. Zudem löst die Stummschaltung in der Praxis ein kurzes Störgeräusch aus.

Auf der Rückseite des MIC 330 befindet sich der dreipolige XLR-Anschluss – die einzige Möglichkeit, das Mikrofon zum Laufen zu bekommen. Auf eine USB-Konnektivität verzichtet AverMedia hier konsequent. Ohne einen entsprechenden Verstärker oder besagtes Live Streamer AX 310 Deck verweigert das Mikrofon also seinen Dienst. Eine RGB-Beleuchtung, zusätzliche Funktionen oder andere Gimmicks sucht man vergebens.

Praxistest und Audio-Qualität

Für unseren Test haben wir das MIC 330 an besagtem Deck angeschlossen, woraufhin das Mikrofon sofort einsatzbereit und in den Soundeinstellungen von Windows 10 voreingestellt wurde. Einen Hinweis über die erfolgreiche Verbindung gibt es leider nicht, weder akustisch noch in irgendeiner anderen Form.

Das dynamische Live Streamer MIC 330 besitzt laut Hersteller einen Frequenzgang von 50 Hz bis 18 kHz und bildet den Klang damit nicht ganz so weitläufig ab, wie beispielsweise das vor Kurzem von uns getestete Trust GXT 255+ ONYX. Beiden gemein ist die Nierencharakteristik, die Hintergrundgeräusche effektiv herausfiltern soll – was in der Praxis auch wirklich gut funktioniert.

AverMedia Live Streamer MIC 330

Töne, die nicht direkt von vorne in das Mikrofon eindringen, werden dabei allerdings ebenfalls vermindert. Es eignet sich also nur für die Nutzung von einer Person, Gruppenaufnahmen sind jedenfalls kaum möglich. Aufgrund des XLR-Anschlusses verfügt das Mikrofon nicht über einen integrierten Soundspeicher, die Audio-Qualität hängt also vor allem vom genutzten Verstärker ab.

Im Falle des AverMedia Live Streamer AX 310 werden Signale ausschließlich in 24 Bit bei einer Abtastrate von wahlweise 48 oder 96 kHz verarbeitet, sonderlich variantenreich fallen die Einstellungsmöglichkeiten ebenfalls nicht aus. Hinsichtlich der Akustik verspricht der Hersteller Aufnahmen in hervorragender Qualität und spricht sogar von einem Klang auf Radio-Niveau.

Doch wie so oft liegen Werbeversprechen und Realität weit voneinander entfernt. Tatsächlich kann die Audio-Qualität des Live Streamer MIC 330 als durchweg gut bezeichnet werden. Die eigene Stimme wird voluminös und detailliert wiedergegeben, wobei besonders die neutrale Abmischung gefällt. Der integrierte Poppfilter ist hingegen kaum zu gebrauchen. Gerade bei Plosivlauten und scharfen S-Tönen schwächelt das Mikrofon deutlich, das bekommen andere, günstigere Mikrofone selbst ohne Poppschutz deutlich besser hin.

AverMedia Live Streamer MIC 330 App
Die Einstellungsmöglichkeiten in der Begleit-App sind stark begrenzt.

Ein weiteres Problem: Die optimale Entfernung zum Mund liegt laut Herstellerangabe bei rund 10 Zentimeter, was ohnehin schon sehr wenig ist. Und selbst, wenn man das MIC 330 fast schon aufzuessen droht (Distanz von ca. 5 cm), erreicht die maximale Lautstärke bestenfalls ein mittelmäßiges Niveau. Der maximale Gain von 30 dB lässt sich zwar softwareseitig noch einmal um 10 dB erhöhen, doch selbst das ist viel zu wenig. In der Folge rückt man das Mikrofon noch näher an den Mund, was die Probleme mit den Plosivlauten weiter verstärkt.

Letztlich nutzt auch die beste Audio-Qualität nur wenig, wenn der Komfort aufgrund der technischen Gegebenheiten darunter leidet. Genau das ist beim AverMedia Live Streamer MIC 330 leider der Fall. Im folgenden Video könnt ihr euch selbst ein Bild vom Klang oder der Lautstärke des Mikrofons machen.

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Fazit

Von den vollmundigen Versprechen des AverMedia Live Streamer MIC 330 gehen in der Praxis leider nur die wenigsten auf. Auf der Haben-Seite verbucht das Mikrofon eine exzellente Verarbeitungsqualität, ein schickes Design und einen wirklich guten Klang. Ob dieser nun wirklich auf Radio-Niveau rangiert, darf allerdings bezweifelt werden.

Demgegenüber stehen allerdings verschiedene Kritikpunkte. Einerseits bleibt der integrierte Poppschutz nahezu wirkungslos und zeigt sich mit Plosiv- und S-Lauten maßlos überfordert. Zudem fällt die Lautstärke viel zu gering aus, um das Mikrofon in einem komfortablen Abstand vor dem Mund zu positionieren. Auch bei der Wahl des XLR-Anschlusses zeigen sich Vor- aber eben auch entsprechende Nachteile, denn ohne einen Verstärker kann man mit dem Mikrofon schlicht und ergreifend nichts anfangen. Auch der Umstand, dass sich kein Standfuß im Lieferumfang befindet, wiegt letztlich schwer – so ist man, ohne noch einmal Geld in die Hand zu nehmen, gezwungen, das über 500 Gramm schwere Mikrofon für eine Aufnahme in der Hand zu halten.

Letztlich ist da dann noch der Fakt, dass es andere und sogar deutlich bessere Mikrofone, wie beispielsweise ein Blue Microphones Yeti fast für denselben Preis gibt. Gründe, die für den Kauf des AverMedia-Pendants sprechen würden, können wir leider nicht finden.

AverMedia Live Streamer MIC 330 Silver Award

AverMedia Live Streamer MIC 330

Verarbeitung
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

80/100

Hervorragend verarbeitetes Mikrofon mit gutem Klang. Poppschutz und Funktionalität sind hingegen nur Durchschnitt.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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