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Vissles LP85 im Test – Optische Switches im Kompaktformat

Auf die V84 folgt die LP85: Das US-Unternehmen Vissles will über Kickstarter eine neue Bluetooth-Tastatur auf den Markt bringen, die optische Switches auf einem besonders kompakten Format unterbringen soll. Mit auf dem Datenblatt stehen zudem typische Features wie ein N-Key-Rollover und eine RGB-Beleuchtung. Im Fokus stehen dabei zwar Mac-Nutzer, doch die Vissles LP85 soll auch in einer Windows-Variante erscheinen. Ebendiese haben wir uns im Vorfeld angesehen, um zu klären, ob die Tastatur für ihren Kickstarter-Preis von 86 Euro empfehlenswert ist.

Technische Details

Abmessungen 307 x 117 x 15 mm
Gewicht 547 g
Anbindung USB-C, Bluetooth 5.0
Weitere Anschlüsse Keine
Handballenauflage Keine
Rollover N-Key
Beleuchtung RGB
Switches Optisch, Akustisches Feedback
Akku 2.000 mAh
Varianten Windows-Layout, MAC-Layout, Schwarz, Weiß
Preis MSRP: 121 €, Kickstarter: 86 €

Lieferumfang

Bei der Verpackung der LP85 setzt Vissles auf einen schwarzen Pappkarton mit farbiger Umverpackung. Dieser beherbergt wiederum die Tastatur und das Zubehör. Bei letzterem handelt es sich dabei um ein bisschen Papierkram, einige Sticker und das 1,6 m lange, ungesleevte USB-C-Anschlusskabel. Einen Bluetooth-Dongle legt Vissles hingegen nicht bei, das verbundene Gerät muss also über ein entsprechendes Modul verfügen.

Design & Verarbeitung

Vissles bewirbt die LP85 als „beste Alternative zu Apples Magic Keyboard“, und passend dazu orientiert sich das Modell in einigen Punkten an dem Vorbild. Zum Einsatz kommt dabei dabei ein 75%-Layout mit 85 Tasten, wobei im Vergleich zu einem Standard-Layout der Nummernblock ganz und mittlere Block zumindest teilweise wegfallen. Die entsprechenden Tasten werden direkt rechts neben dem (Haupt-)Tastenblocks untergebracht.

Durch die Anordnung der LP85 wirkt die Tastatur sehr aufgeräumt, denn die beim normalen Layout auftretenden Abstände zwischen den einzelnen Tastenblöcken entfallen. Unterstützt wird dieser Eindruck außerdem auch durch das Design der Tastatur. Das gesamte sichtbare Aluminiumgehäuse ist aus einem Stück gefertigt, nur an der Unterseite ist ein Spalt zwischen Gehäuse und Bodenplatte zu erkennen. Die einzigen Unterbrechungen der glatten Gehäusewände gibt es an der vom Nutzer abgewandten Seite: Dort sind eine Signal-LED, ein USB-C-Anschluss sowie ein Umschalter für den Betriebsmodus untergebracht. Abseits davon ist die Vissles LP85 komplett unverziert, wodurch die Tastatur sehr schlicht und in unseren Augen auch elegant wirkt.

Ob das Design der Tastatur dem eigenen Geschmack entspricht ist dabei eine individuelle Frage, aber dem Vorbild wird die LP85 in unseren Augen mehr als gerecht. Leider hat Vissles aber nicht nur den grundlegenden Aufbau, sondern auch den Wegfall der Höhenverstellung übernommen. Dadurch wird die Ergonomie einer wichtigen Einstellungsmöglichkeit beraubt. Zudem hätten wir uns aus optischen Gründen noch eine Zusatzfunktion für die F5- und die F6-Taste gewünscht, damit das Layout vollständig einheitlich wirkt. Das ist aber meckern auf höchstem Niveau, den unterm Strich sieht die LP85, unserer Einschätzung nach, sehr gut aus.

Mit Hinblick auf die Verarbeitungsqualität konnte uns die Vissles LP85 ebenso überzeugen. Das für die Tastenkappen verwendete Material ist sehr angenehm, die Tastatur ist optisch überall einwandfrei und zudem sehr verwindungssteif. Hier lässt sich in unseren Augen nichts bemängeln.

Praxis, Ergonomie und Beleuchtung

Bei Optik, Haptik und Verarbeitungsqualität konnte uns die LP85 überzeugen – aber wie sieht es in der Praxis aus? Wie tippt es sich auf der Tastatur, und wie lässt sie sich konfigurieren?

Vissles bewirbt die LP85 mit dem Einsatz von opto-mechanischen Switches aus eigener Entwicklung, die als Vissles X-optical Switches bezeichnet werden. Diese sollen einen Gesamthub von 2,5 mm bei einer Betätigungskraft von 50 g und eine Auslösung nach 1,2mm bieten. In der Praxis fanden wir das Tippgefühl der Vissles X-optical-Switches dabei sehr gelungen: Auf den flachen Tastern tippt es sich wie auf einer typischen mechanischen Tastatur, wobei der Auslösepunkt gut zu spüren ist. Auch das akustische Feedback der Tastatur hat uns gefallen. Das laute Klicken der Tasten prädestiniert die Tastatur aber eher für den Einsatz im Privaten als im Büro oder in der Öffentlichkeit.

Etwas weniger als die Switches hat uns hingegen die Ergonomie der LP85 zugesagt, was sich mit dem grundlegenden Aufbau der Tastatur begründen lässt. Während normale Tastaturen auf unterschiedlich geschwungene Tastenkappen setzen, die zudem meist leicht ansteigend angeordnet sind, ist die LP85 nahezu vollständig flach. Dadurch finden wir das Tippen auf der Tastatur etwas anstrengender als auf anderen Produkten, doch natürlich lassen sich auch mit diesem Gerät lange Texte tippen. Auf der Habenseite steht dafür außerdem der deutlich leichtere Transport: Am höchsten Punkt kommt die LP85 auf 14 mm, so hoch sind bei vielen anderen Geräten schon allein die Tastenkappen. Dadurch kann man die Tastatur sehr leicht verstauen und transportieren. Zumindest die besagte Höhenverstellung hätte Vissles der LP85 in unseren Augen aber trotzdem noch spendieren können.

Gut umgesetzt finden wir wiederum die Konfigurationsmöglichkeiten der LP85. Die wichtigsten Multimediafunktionen und auch einige Optionen zur Konfiguration werden durch eine Doppelbelegung mit der FN-Taste realisiert. Nutzer haben somit viel Auswahl bei der Beleuchtungs-Konfiguration, ohne auf eine Software angewiesen zu sein. Eine Makro-Funktion ist an dem Gerät hingegen nicht vorgesehen, doch ist diese ja meistens ohnehin nur in Kombination mit eventuell vorhandenen Zusatztasten nützlich.

Insgesamt stehen dem Gerät 19 unterschiedliche Effekte zur Verfügung, die alle in den Haupt- und Nebenfarben sowie in weiß und in einem RGB-Modus abgespielt werden können. Zudem lässt sich dabei die Abspielgeschwindigkeit in vier Stufen, die Helligkeit in drei Stufen und auch die Ausbreitungsrichtung direkt am Gerät einstellen. Bei maximaler Helligkeit und mit Regenbogen-Effekt hielt das Gerät in unserem Test dabei rund 30 Stunden durch. Ohne Beleuchtung ist die Akkulaufzeit natürlich voraussichtlich deutlich länger.

Fazit

Mit der LP85 will Vissles eine flache und kompakte Tastatur mit optisch-mechanischen Switches anbieten, und genau so lässt sich das Gerät auch am besten beschreiben. Das uns zugesendete Vorserienmodell der LP85 kombiniert ein sinnvoll reduziertes Tastaturlayout, das mit einem Bluetooth-Modus, guten Switches und einer schicken RGB-Beleuchtung kombiniert wird.

Die Umsetzung hat uns dabei gut gefallen: Insbesondere bei Optik und Verarbeitungsqualität konnte uns die LP85 auf voller Linie überzeugen. Auch andere Punkte, wie die Einstellungsmöglichkeiten am Gerät oder die Akkulaufzeit, passen. Hier lässt sich kaum etwas bemängeln.

Nachteilig finden wir an Vissles‘ Neuling lediglich die Ergonomie, wobei der Tastatur hier die eigene Konzeption in die Quere kommt. Die flache Gehäuseform ist zwar platzsparend und optisch ansprechend, doch ist langes Tippen dadurch etwas anstrengender als üblich. Eine wirkliche Lösung für dieses Problem gibt es aber nicht, auch wenn zumindest eine Höhenverstellung noch eine nette Zusatzoption gewesen wäre.

Wer sich die Vissles LP85 zulegen will, der kann bis zum 2. Dezember an der Kickstarter-Kampagne des Unternehmens teilnehmen und die Tastatur für umgerechnet 86 Euro kaufen. Die Auslieferung ist dabei für Ende Januar geplant. Wer hingegen später zugreift, der muss für das Modell mit 121 Euro deutlich mehr bezahlen. Ob dieser Preis gerechtfertigt ist, muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden. Für das was sie sein soll hat uns die Vissles LP85 aber gut gefallen.

Vissles LP85

Verarbeitung
Ausstattung
Ergonomie
Preis-Leistungs-Verhältnis

80/100

Eine kompakte, flache Tastatur mit gelungenen Switches.

Valentin

Durchgeknallter Vollzeitnerd

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