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„Skylar & Plux: Adventure on Clover Island“ im Test – Lasst das Kätzchen schnurren

Nachdem erst kürzlich eine Handvoll actionreicher 3D-Plattformer den Gamesmarkt eroberten, sollte man eigentlich denken, dass der Hunger entsprechender Genrefans vorerst gestillt ist. Doch mit Skylar & Plux: Adventure on Clover Island wurde nun das nächste Hüpfspiel veröffentlicht, welches schon jetzt klare Parallelen zu bekannten Klassikern erkennen lässt. Ob das dynamische Heldengespann überzeugen kann und mit Erfolg in die tierischen Fußstapfen der Vorfahren tritt, erfahrt ihr in unserem Test.

Story: Künstliche Intelligenz trifft tierische Instinkte

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Die Katze Skylar ist in einer wahren Zwickmühle. In den Klauen der künstlichen Intelligenz CRT muss sie einige unschöne Experimente ertragen.

Als sie schließlich mit einem bionischen Arm versehen wird, kann sie das übermächtige Werkzeug für ihre Zwecke nutzen und nach Clover Island fliehen. Dort trifft sie auf ihren künftigen Gefährten Plux, einer redseligen Eule, die sich der mutigen Katze mit Rat und Tat anschließt. Doch auch der Supercomputer CRT hat bereits die Insel erreicht und deren Bewohner in alle drei Klimazonen verschleppt und eingesperrt. Zudem hat CRT sich drei Sicherungen aus einem mystischen Artefakt unter den Nagel gerissen, um den Planeten endgültig in Schutt und Asche zu legen. Skylar und Plux zögern nicht lange und setzen alles daran, die wertvollen Sicherungen wiederzubeschaffen und die Insel wieder mit der nötigen Energie zu versorgen. Hand in Hand begeben sie sich in die Tiefen der Insel, um CRT das Handwerk zu legen und die Bewohner von Clover Island zu befreien.

Gameplay: Mit der Superfaust durch die Wildnis

Bereits nach kurzer Spielzeit wird deutlich, dass die Entwickler den Fokus auf die entspannte Erkundung einer offenen Welt legen und sich dabei ganz auf die Kerndisziplin eines Plattformers konzentrieren. Dabei erzeugt das Game, ähnlich wie andere Genregrössen, eine unvergleichlich unbeschwerte Stimmung die samt bissig humoristischer Comic-Zwischensequenzen vor allem die jüngere Spielergemeinde begeistern wird.

Die Königsdisziplin liegt vor allem in der Ausführung akrobatischer Moves, dessen Grundmechaniken euch anfangs in einem anschaulichen Tutorial nähergebracht werden. Mit simplen Frontal- und Drehattacken räumt ihr Gegner aus dem Weg oder manövriert euch mit einem galanten Doppelsprung über schwindelerregende Schluchten. Nach und nach schaltet ihr ein ganzes Arsenal nützlicher Fähigkeiten frei, die vor allem euren biomischen Superarm immer wieder zum Einsatz fordern. So füllt ihr die Energieleiste auf ein Maximum, um mit einem aufladbaren Powersprung durch die Lüfte zu sausen oder bewegt mit Hilfe eines Elektrolassos metallische Gegenstände mit einem einzigen Schlag. Mit dem Magnethandschuh zieht ihr auch entfernte Gegenstände magisch an und räumt auch schwere Hindernisse aus dem Weg. Besonders interessant ist an dieser Stelle die Möglichkeit der Zeitmanipulation, dank der ihr das Tempo gefährlich schneller Plattformen drosselt oder auch mal die Zeit zurückdreht.

Gameplay II: Trotz abwechslungsreicher Level sehr gradlinig

In jeder Ecke der offenen Welt findet ihr wertvolle Kristalle, mit denen ihr gefangene Einwohner aus den Käfigen befreit. Wart ihr fleißig genug, winkt euch ein zusätzliches Herz für eure Lebensleiste als Belohnung. Damit auch schwer passierbare Passagen nicht in einer Sackgasse münden, gilt es, nach allerhand nützlichen Gegenstände Ausschau zu halten, die euch eure Reise erheblich erleichtern. So schwebt ihr mit einem Jetpack für einige Sekunden durch die Luft, überquert auch weite Vorsprünge oder attackiert aus luftiger Höhe eure Gegner.

Sämtliche Rätseleinlagen fallen sehr generisch und simpel aus und bestehen meist in dem Erklimmen von Plattformen oder in dem Verschieben von Gegenständen. Die Gefechte mit den fiesen Endbossen sind stimmungsvoll inszeniert und der krönende Abschluss jeder Welt. Dennoch sei an dieser Stelle erwähnt, dass euch zu keiner Zeit wirkliche Gegnerbrocken präsentiert werden und die Taktiken der Feinde schnell durchschaut sind.

Optisch punktet das Game mit weitläufigen und abwechslungsreichen Themenwelten, die für jeden Geschmack das richtige Setting bieten. So erklimmt ihr verschneite Berggipfel, flaniert über tropische Strände, erkundet trockene Wüstengebiete oder werdet in die Weiten des Weltraums katapultiert. Insgesamt fällt das Game sehr gradlinig aus und bietet neben der Hauptquest nur wenig spektakuläre Besonderheiten. Mit rund zweieinhalb Stunden ist die Spielzeit zudem sehr begrenzt und hat man das Game einmal absolviert, findet man nur wenig Motivation, das Abenteuer mit dem mit Kätzchen noch einmal anzutreten.

Balance: Katzen haben sieben Leben – oder doch 100?

Auch der Schwierigkeitsgrad macht deutlich, dass das Game ganz klar auf die junge Zielgruppe zugeschnitten ist und den Ottonormalzocker stellenweise deutlich unterfordern wird. So werden die Sprungpassagen zwar zunehmend anspruchsvoller, das angezogene Niveau wird jedoch postwendend durch immer neue Spezialfähigkeiten ausgemerzt. Und solltet ihr doch einmal scheitern, könnt ihr einfach an einem der fair gesetzten Rücksetzpunkte wieder neu starten.

Steuerung: Präzise und galant

In Sachen Steuerung lässt das Game so manch großes Vorbild mit Bravour hinter sich und lässt keinerlei Kritik zu. So führt das Game euch gleich zu Beginn in die grundlegenden Mechaniken ein und lässt das Kätzchen auch im Laufe des Spiels flott und punktgenau durch die bunten Level lenken. Auch die Kamera zeigt sich absolut störungsfrei und wird euch auch in brenzligen Passagen niemals zum Verhängnis.

Grafik und Sound: Solide, aber mit Luft nach oben

Trotz einer liebevoll inszenierten Spielwelt fehlt es dem Titel insgesamt leider an dem nötigen Feinschliff. So fallen die Charaktermodelle durch die teils schwammigen Texturen nicht wirklich stilsicher aus und paaren sich mit unschönen Clippingfehlern. Dennoch weiß der putzige Look des Spiels zu gefallen und sorgt zusammen mit den flüssigen Animationen für ordentlich Stimmung.

Zu der optischen Komponente präsentiert sich ein wunderbar leichter Soundtrack, der die abwechslungsreichen Szenarien gekonnt untermalt und wie auf das Spielgeschehen zugeschnitten scheint. Leider bietet das Spiel lediglich eine englische Sprachausgabe und geizt sowohl mit deutschen Sprechern als auch Texten. Dieser Verzicht ist nicht nur für den typischen Zocker ein Wermutstropfen, sondern stellt vor allem die jüngsten Spieler vor ungewollte Herausforderungen.

Fazit: Ein charmantes Adventure für die jüngeren Zocker

Skylar and Plux: Adventure on Clover Island entpuppt sich als ein spaßig charmantes Jump ’n Run Game mit seichter Story, das trotz geringem Umfang ordentliche Unterhaltung garantiert. Wenn auch das Game mit einer angenehm präzisen Steuerung punktet, werden Freunde knackiger Rätselpassagen mit dem Game nicht auf ihre Kosten kommen. Jüngere Spieler und Kinder werden dankbar über den humanen Schwierigkeitsgrad sein und sich an den kunterbunten Charakteren erfreuen. Für die ältere Spielergemeinde werden trotz kleiner technischer Mängel Kindheitserinnerungen wieder wach.

Pro
Contra
Story
70%
+ charmantes Dschungelflair – wenig spektakuläre Nebenmissionen
Gameplay
75%
+ galante Sprungbewegungen
+ abwechslungsreiche Story
+ interessante Spezialfähigkeiten
– wenig anspruchsvolle Rätsel
– geringer Widerspielwert
Balance
70%
+ fair gesetzte Speicherpunkte – teils sehr geringer Schwierigkeitsgrad
Steuerung
90%
+ präzise und flüssige Steuerung
Grafik & Sound
70%
+ flüssige Animationen
+ fröhlicher Sound
– schwammige Texturen und kantige Charaktermodelle
– keine deutsche Vertonung

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