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Roberts BluTune 300 im Test: Modernste Radio-Technik aus UK?

In Zeiten von JBL, Sonos & Co. trifft man klassische Radios in Haushalten immer seltener an. Da verwundert es auch kaum, dass es nur noch wenige Hifi-Unternehmen gibt, die auch heute noch „Weltempfänger“ in den Handel bringen. Doch einige bringen den Mut auf. Seit einigen Jahren ist bereits die Berliner Soundschmiede Teufel überaus erfolgreich mit seinem Radio 3sixty, das mittlerweile bereits seine zweite Generation am Start hat. Bei Roberts ist es allerdings nicht der Mut, der zur Roberts BluTune 300 Radio-Herstellung antreibt.

Roberts BluTune 300 Verpackung

Das britische Traditionsunternehmen steht vielmehr seit dem Jahr 1932 für Premium-Radios und ist nichts geringeres als der Hoflieferant der Krone. Umso größer ist der Druck, der auf den Schultern des Hifi-Experten mit jedem neuen Release lastet. Das BluTune 300 ist das neueste Audio-System, das die Briten an den Start bringen. Da wir mittlerweile das Jahr 2021 schreiben, kann dieses natürlich nicht nur Radiowellen empfangen, sondern noch vieles mehr. Wir werfen in unserem ausführlichen Test einmal einen Blick auf das edle Stück Hifi-Technik.

Technische Details des Roberts BluTune 300

Gerätetyp Audiosystem mit Radio-Funktion
mögliche Quellen CD, WMA, MP3, Bluetooth, AUX-Anschluss
Bluetooth-Standard Bluetooth 5.0 mit Codecs AAC und SBC
Radio DAB+ und FM
Equalizer Ja, mit sechs Presets und regulierbaren Höhen, Mitten und Tiefen
Anzeige Farb-Display
Steuerung Bedieneinheit am Gerät und beiliegende Fernbedienung
Preis € 499,00*

Roberts BluTune 300 Lieferumfang

Roberts BluTune 300 Lieferumfang

In der hübsch anzusehenden Box findet man das nötigste. Neben dem Roberts BluTune 300 selbst befinden sich hier das Netzkabel, eine Fernbedienung samt Batterien (2xAAA) sowie der übliche Papierkram.

Design und Verarbeitung

Wer sich schon einmal etwas näher mit den Produkten von Roberts beschäftigt hat, wird wissen, dass wir uns hier ganz klar im Premium-Segment befinden. Umso gespannter war ich auch als ich das Radio das erste Mal aus der Verpackung nehmen konnte. Der Ersteindruck war schon einmal äußerst positiv. So setzt Roberts erneut auf eine Mischung aus modernen Formen und klassischem Retro-Design. Mit ausgezogener Antenne und ausgeschaltetem Display mutet das BluTune 300 wie ein altertümlicher, aber stylischer Weltempfänger an.

Zu diesem hübschen zurückhaltenden Design trägt auch die Materialwahl bei. Das hochwertige Holz in aschgrauer Farbe fügt sich in Kombination zum Aluminium-Finish an der Front-Unterseite in so ziemlich jedes Wohnambiente ein. Wem das dunkle Aschgrau nicht gefällt, der kann auch zur zweiten Farbalternative greifen. Roberts bietet sein BluTune 300 nämlich auch in edlem Kirschholz an. Auch das technische Chi-Chi lässt sich nur auf den zweiten Blick erahnen. So befindet sich an der Front lediglich ein 3,5-mm-Klinkenanschluss sowie ein CD-Schlitz.

Roberts BluTune 300 Rückseite
An der Rückseite befindet sich neben einem Aux-In auch ein USB-Port.

Auf der Oberseite des Geräts befindet sich die Bedieneinheit. Hier kannst du die wichtigsten Eingaben wie On/Off, Play/Pause, Lautstärke und Co. tätigen. Einen kleinen Wermutstropfen stellt meiner Meinung nach die Fernbedienung dar. Schließlich wirkt diese im Vergleich zum hochwertigen Radio eher etwas billig. Hierfür sorgt nicht nur der Plastik-Körper, sondern auch die darauf befindlichen Knöpfe. Diese kommen mit einem sehr schwammigen Druckpunkt daher, der sich nicht gut anfüllt und ruhig knackiger hätte sein können.

Ein zurückhaltendes Design bringt nur dann Vorteile, wenn die Maße eines Gerätes nicht zu ausladend sind. Und auch hier hat Roberts sehr gute Arbeit geleistet. So misst das BluTune 300 sehr kompakte 360 mm x 135 mm x 260 mm. Das Gewicht von 4,2 kg ist zwar alles andere als leicht, da es sich hierbei aber ohnehin um keinen mobilen Lautsprecher handelt, dürfte dies die allerwenigsten stören. Durch die vergleichsweise geringe Größe sind die Einsatzbereiche des Radios vielfältig. So lässt es sich nicht nur als Radio für Küche oder Nachttisch nutzen. Auch im Wohnzimmer ist es hübsch anzusehen. Ob die klangliche Leistung für den Standort Wohnzimmer jedoch auch ausreichend ist, wollen wir später klären.

Roberts BluTune 300 Vorderseite
Das Farbdisplay ist schön scharf und übertreibt nicht mit zu bunten Farben.

Schaltet man das Display an, spürt man zwar wieder, dass man sich in der modernen Gegenwart befindet, doch der positive Eindruck wird aufrecht erhalten. Die Schrift ist wunderbar scharf und gut leserlich. Zum Glück verzichtet Roberts hier auch auf ein knallbuntes Menü, sondern hält alles hauptsächlich in den Farben Weiß und Blau. Alles in allem handelt es sich beim BluTune 300 um ein richtig edles Stück Technik, das sich in jedes Wohnambiente wunderbar einfügt. Die hochwertige Holzoptik sowie die Design-Kombination aus Retro und modernem Industrie-Look machen es zum echten Hingucker.

Die Ausstattung

Es wäre ein großer Fehler, das Roberts BluTune 300 lediglich als Radio zu bezeichnen. Schließlich hat die britische Edelschmiede hier soviel mehr geschaffen. Lasst uns dennoch bei der klassischen Funktion anfangen – dem Radio. Hier kannst du wahlweise auf DAB+ oder FM zugreifen. Wie bei allen anderen Radios mit DAB+ wird auch hier schnell ein gewaltiger Qualitätsunterschied zwischen den beiden Empfangsmethoden deutlich. Sollte es dir möglich sein, solltest du immer DAB+ bevorzugen. Auf dem Radio selbst lassen sich dann deine 20 liebsten Radiosender abspeichern. Das dürfte wohl den allermeisten mehr als ausreichen.

Auf dem Display kannst du erkennen, welche Musikquelle gerade ausgewählt ist.

Du weißt nicht wohin mit deinen ganzen CDs? So geht es mir auch. Deshalb habe ich mich regelrecht gefreut, dass ich mit dem BluTune 300 endlich mal wieder ein Gerät in den eigenen vier Wänden hatte, mit dem ich meine alte CD-Sammlung abspielen kann. Der CD-Slot ist erfreulich unauffällig an der Vorderseite versteckt und verfügt über einen automatischen Einzug. Ich gehe stark davon aus, dass viele Käufer des BluTune 300 ein ähnliches Gefühl wie ich verspüren werden und sich über die Neuentdeckung der eigenen CD-Sammlung freuen werden.

DAB+ ermöglicht die Findung vieler verschiedener Radiosender – Empfang des hochwertigen Signals vorausgesetzt.

Wer es klassisch mag, kann das Audio-System auch per 3,5-mm-Klinkenanschluss bespielen. Hier lässt sich dann beispielsweise ein Plattenspieler anschließen. Per USB-Anschluss ist außerdem das Abspielen von MP3 und WMA problemlos möglich. Eine weitere mögliche Musikquelle ist Bluetooth. Roberts setzt auf Bluetooth 5.0 und sorgt dank der Codecs AAC und SBC für eine drahtlose Musikübertragung auf hohem Niveau.

Richtig praktisch: Ein Symbol auf der Oberseite signalisiert, dass sich dort die Qi-Ladefläche befindet.

Wer sein Smartphone drahtlos mit dem BluTune 300 verbindet, wird außerdem von einem überaus spannenden Feature profitieren. Auf der Oberseite des Radios befindet sich nämlich eine Qi-Ladefläche mit deren Hilfe du den Akku deines Smartphones ganz einfach aufladen kannst. Dies ist nicht nur praktisch, wenn sich die Batteriepower deines Smartphones aufgrund der Bluetooth-Übertragung langsam dem Ende nähert. Obendrein macht dieses Feature das BluTune 300 zum perfekten Nachttisch-Radio.

Unkomplizierte Bedienung

Die Steuerung des edlen Radios geht wunderbar simpel von der Hand. Wer schon einmal ein Audio-Gerät bedient hat, muss nicht erst in die Anleitung schauen, um zu wissen, welcher Knopf welche Bedeutung hat. Einzelne Bedienungsschritte lassen sich im Zusammenwirken der Bedieneinheit und des gut erkennbaren Displays vollführen.

Alternativ lässt sich das schicke Radio auch mit beiliegender Fernbedienung steuern. Leider macht diese nicht so einen hochwertigen Eindruck wie das Radio.

So kannst du beispielsweise die passende Quelle auswählen und anschließend ein wenig im Equalizer herumspielen oder aber das nächste Lied überspringen. Alternativ zur Bedieneinheit am Radio selbst kannst du auch die beiliegende Fernbedienung nutzen. Diese bietet alle Knöpfe, welche du auch am Radio selbst finden kannst. Wer das BluTune 300 im Wohnzimmer nutzen möchte, wird sich über diese Alternative sicherlich freuen.

Die Klangqualität

Kommen wir zur wichtigsten Disziplin eines jeden Audio-Systems. Der Klangqualität. Bevor ich auf die Stärken und Schwächen des BluTune 300 eingehe, müssen wir zunächst einmal die technischen Gegebenheiten feststellen. Roberts verbaut in seinem edlen Radio beste Voraussetzungen für einen tollen Sound. Das beginnt bereits bei der Wahl der Materialien. So verspricht der Hersteller, dass das verbaute Holz als effektiver Klangkörper mit tollen Schwungeigenschaften dienen soll.

Neben dem Material mutet auch die Klangtechnik selbst kompromisslos an. Roberts verbaut zwei Stereo-Lautsprecher an der Vorderseite und zwei Bass-Radiatoren auf der Rückseite des BluTune 300. Diese sorgen dafür, dass man einen wirklich tollen Stereo-Sound geboten bekommt. Roberts baut hier mitunter eine breite Klangbühne auf, die man vor allem beim direkten Davorsitzen richtig toll genießen kann.

Im Equalizer kann man den Klang den eigenen Wünschen entsprechend anpassen.

In meinem Klangtest konnte ich genreübergreifend kaum Mängel feststellen. So lieferte das BluTune 300 bei Klassik (Igor Levit), Indie (Ben Howard), EDM (College & Electric Youth) und Rock (Tool) eine tolle Arbeit ab. Vor allem die Qualität der wummernden Bässe und klaren Höhen hat mich wirklich beeindruckt. Einzig beim Rock muss man mitunter mit ein wenig flachen Mitten rechnen, die Gitarrenparts ab und zu dumpf wirken lassen.

Allerdings kann man mehr von einem Audiosystem in dieser kompakten Größe auch nicht erwarten. Im integrierten Equalizer kannst du den Sound nach Lust und Laune an deinen Geschmack anpassen. So lassen sich hier Höhen, Mitten und Tiefen anpassen. Wer nicht soviel klangliches Fingerspitzengefühl aufweist, kann auch die vorgefertigten Equalizer-Modi von Roberts auswählen.

Doch einen Dämpfer muss man beim Sound hinnehmen. Die hohe Sound-Qualität kannst du nämlich nur dann genießen, wenn du dich wirklich vor dem Radio selbst befindest. Hier lohnt sich ein Vergleich zum Teufel 3sixty. Das Radio von Teufel sorgt durch seine Dynamore-Technik nämlich dafür, dass der gesamte Raum um das Gerät herum mit Musik beschallt wird. Folglich solltest du den Standort des BluTune 300 wohl bedacht wählen.

Keine Wifi-Features

Roberts hat sein edles Radio mit einem praktischen Bluetooth-Feature ausgestattet, um drahtlose Musikwiedergabe zu ermöglichen. Dies mag zwar modern sein, doch mit Blick auf die Konkurrenz fehlt uns ein weiteres wichtiges Wireless-Feature. Schließlich bieten Geräte in der Preisklasse des BluTune 300 mittlerweile standardmäßig Netzwerkfeatures. Insbesondere der Zugriff auf die Streamingdienste wird mithilfe von Funktionen wie Spotify-Connect, AirPlay und weitere Möglichkeiten stark erleichtert. Doch obendrein wäre Internetradio für all diejenigen möglich, die DAB+ leider nicht empfangen können. Wem das wichtig ist, der sollte sich nach einem anderen Gerät umsehen.

Fazit zum Roberts BluTune 300 Test

Denkt man heutzutage an Radios, hat man automatisch das angestaubte Bild altbackener Audio-Geräte mit schlechter Klangqualität und miserablem Empfang im Kopf. Roberts trägt mit seinem BluTune 300 dazu bei, dass dieser schlechte Ruf ad absurdum geführt wird. Schließlich liefert das britische Traditionsunternehmen hier nicht nur ein richtig tolles Radio mit Unterstützung von DAB+ ab. Obendrein kannst du auch viele andere Quellen anschließen und auch CDs abspielen. Dank Bluetooth-Support ist auch eine kabellose Musikwiedergabe möglich. Besonders cool finden wir die verbaute Qi-Ladefläche, die das edle Radio gleichzeitig zur Tankstelle für den Smartphone-Akku macht.

Alternativ gibt es das BluTune 300 auch in der Farbe Naturholz. (Bild: Roberts)

Auch der Klang hat einiges auf dem Kasten. Insbesondere die Höhen und Tiefen sind über jeden Zweifel erhaben. Abzüge in der B-Note gibt es dennoch. So wirken die Mitten mitunter etwas dumpf. Etwas räumlicher hätte der Sound ruhig auch sein können. Den vollen Audio-Genuss gibts nämlich nur, wenn du unmittelbar vor den beiden Stereo-Speakern sitzt. Wie bei allen Audio-Produkten gilt auch hier die Devise. Unbedingt ausprobieren, bevor man ein Urteil fällt! Schließlich ist und bleibt Klangqualität immer eine subjektive Angelegenheit.

Worüber wir uns aber wirklich sehr gefreut hätten, ist eine Integration von mittlerweile gängigen WiFi-Features. Ich persönlich kann mir ein Leben ohne AirPlay und Spotify Connect nämlich nicht mehr vorstellen. Wen diese kleinen Kritikpunkte nicht stören, der findet hier vielleicht sein neues Küchen-, Schlafzimmer- oder Wohnzimmer-Radio.

ROBERTS BluTune 300

Verarbeitung
Soundqualität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

85/100

Roberts macht klar, dass Radios auch im Jahr 2021 noch eine Daseinsberechtigung haben. So bietet das BluTune 300 trotz kompakter Maße einen sehr guten Sound. Bei der nächsten Generation des edlen Audio-Systems würden wir uns allerdings Wifi-Features wünschen.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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