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Tesvor S4 – Günstiger Staubsaugerroboter mit Lidar im Test

Mit dem S4 hat das chinesische Unternehmen Tesvor Anfang August einen neuen Staubsaugerroboter vorgestellt, der in Deutschland für aktuell € 161,13 * [Testzeitpunkt: 247 €, UVP: 239 €] bei Amazon angeboten wird. Für diesen Preis soll der S4 Böden besonders leise saugen und dank eines Lidar zuverlässig navigieren können.

Wie sich der Tesvor S4 dabei in der Praxis schlägt, und ob wir den Saugroboter weiterempfehlen würden, klärt der folgende Testbericht.

Technische Details (Herstellerangaben)

Typ Staubsauger/Wisch-Roboter
Navigationsmodus Lidar SLAM
Saugkraft 2200 Pa
Aktionsradius 16 mm Stufen können überwunden werden
Steuerung / Kartierung Bis zu fünf Raumkarten
Virtuelle Sperrzonen
Bereichsreinigung
Zeitplan-Reinigung
Staubvolumen 0,6 l
Filterung HEPA
Lautstärke 50 dB(A)
Ausstattung Absaugstation (angekündigt), App-Steuerung, Wischfuntion
Akku & Laufzeit 25 Wh, 2.500 mAh, 100 Minuten Laufzeit, 5h Ladezeit
Gewicht (Roboter) 4,8 kg
Abmessungen (Roboter) 33 x 33 x 10,1 cm
Farbe Schwarz
Preis € 161,13 *

Lieferumfang

Der Tesvor S4 wird in einem stabilen Pappkarton geliefert. In dessen Inneren sind neben dem Roboter selbst noch eine Ladestation sowie das dazugehörige Netzteil (19 V, 0,6 A) untergebracht. Dazu gibt es außerdem vier Wischarme – zwei davon als Ersatz – sowie einen HEPA-Ersatzfilter, eine Fernbedienung, eine Anleitung und ein Reinigungswerkzeug.

Design & Verarbeitung

Der S4 setzt auf die für Saugroboter typische, zylindrische Form mit einem Durchmesser von rund 33 cm. Aus dieser ragt noch ein weiterer Turm hervor, in dem sich das drehende Lidar befindet. Insgesamt kommt der S4 somit auf eine Höhe von knapp über 10 cm. Beispielsweise unter ein Sofa mit entsprechend niedrigerer Unterkante kann er somit nicht fahren.

Abseits des Turms gibt es an der Oberseite des Staubsauger-Roboters kaum weitere Besonderheiten. Dort befinden sich lediglich noch zwei Tasten sowie eine WLAN-Anzeige. Ein weiteres Bedienelemente befindet sich zudem seitlich am Roboter: Dort sind der Stromschalter und eine Ladebuchse zu finden.

Spannender wird es an der Unterseite des S4. Dort sind die zwei Kontakte für die Ladestation, drei Laufräder, die Reinigungswalze, die Halterungen für die beiden Reinigungsbesen und der Staubbehälter untergebracht. Letzterer wird dabei nicht an der Unterseite entnommen, sondern seitlich: Hierfür muss lediglich ein Taster gedrückt und der Staubtank herausgezogen werden.

Anschließend kann man diesen aufklappen und den Inhalt in einen Mülleimer entleeren. Alternativ kann man zudem anstelle des Staubbehälters auch einen Wassertank installieren und den S4 somit als Wischroboter einsetzen. Der entsprechende Wassertank muss dafür aber zusätzlich gekauft werden.

Die Verarbeitungsqualität des S4 ist gut: Das Gehäuse ist stabil und verwindungssteif, optische Auffälligkeiten gibt es zudem keine. Mit Hinblick auf die verwendeten Materialien setzen dabei sowohl der S4 als auch die Ladestation weitgehend auf überwiegend mattschwarzen schwarzen Kunststoff. Die glänzende Oberseite des Roboters kommt aber nicht durch Kunststoff, sondern durch eine große Glasplatte zustande. Diese dürfte wohl auch einer der Gründe für das verhältnismäßig hohe Gewicht des S4 sein.

Einrichtung & Software

Der Einrichtungsaufwand des S4 hängt maßgeblich davon ab, zu welchem Zweck der Roboter verwendet werden soll. Ist einfach nur eine schnelle, spontane Reinigung ohne weitere Einstellungen geplant, so ist die Einrichtung denkbar einfach: Der Staubsaugerroboter kann einfach eingeschaltet werden, anschließend fährt er selbstständig los und reinigt den Raum.

Standardmäßig fährt der Roboter nach dem Einschalten zunächst geradeaus, bis er eine Wand trifft. Anschließend wird diese Wand vollständig abgefahren und zuletzt der Innenraum in Streifen gereinigt. Durch die Fernbedienung kann alternativ auch ein anderes Reinigungsmuster ausgewählt werden, bei dem der eine S4 Spiralbahn nachfährt. Feedback über den aktuellen Status erhält man dabei durch die Sprachausagabe, die aber nicht immer ganz stimmig und in unseren Augen zudem nicht notwendig ist: Die LED-Anzeige hätte uns auch ausgereicht.

Den S4 an die gewünschte Position zu tragen und manuell einzuschalten ist zwar gelegentlich nützlich, doch natürlich nicht der Haupt-Einsatzzweck eines Staubsaugerroboters. Stattdessen dürfte das Gerät bei den meisten Nutzern für regelmäßige Reinigungen eingesetzt werden, sodass es selbstständig bestimmte Räume reinigt und man sich nur noch um das Ausleeren kümmern muss.

Damit der S4 das übernehmen kann, ist die Installation einer zusätzlichen Steuerungsapp notwendig. Diese wird sowohl für Android als auch für iOS angeboten und kann herstellerübergreifend für alle Tesvor-Geräte verwendet werden.

Die Installation der Tesvor-App dauert nicht lang. Für den Betrieb ist allerdings zwingend eine Registrierung mit einer E-Mail-Adresse notwendig, mit der ein entsprechender Account angelegt wird. In der App selbst wird man von einem modernen UI erwartet, das allerdings mit einer mäßigen Übersetzung versehen wurde. Dadurch ist die Bedienung etwas gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem noch gut möglich.

Sobald ein Staubsaugerroboter hinzugefügt wurde, kann er zunächst zum Reinigen und gleichzeitigen Aufzeichnen einer Raumkarte losgeschickt werden. Diese wird in der App angezeigt und auch gleich in Räume unterteilt – das funktioniert gut.

Anschließend kann man die Räume noch weiter konfigurieren und beispielsweise bestimmte Bereiche aussperren. Zudem gibt es kleinere Features wie etwa einen manuellen Steuermodus, ein akustisches Signal zum Auffinden des Geräts und einen Automatikmodus. Durch diesen kann man anhand der Umweltbedingungen oder der Zeit automatisch eine Funktion wie beispielsweise eine Bereichsreinigung starten und somit das Staubsaugen automatisieren.

Die Bedienung der Tesvor-App ist, abseits der mäßigen Übersetzung, gut umgesetzt: Das UI reagiert schnell und ist leicht zu verstehen. Zudem hat uns auch der Funktionsumfang der App gefallen: Hier dürften kaum Wünsche offen bleiben. Kritisieren wollen wir hier lediglich die etwas instabile WLAN-Verbindung zum Gerät, die uns im Test manchmal aus dem Menü warf. Nach der erstmaligen Einstellung sollte man dieses aber wohl ohnehin nicht mehr allzu oft offen haben, und die zeitgesteuerte Reinigung funktioniert nach der Ersteinrichtung auch ohne die App.

Leistung & Praxis

Eine leichte Einrichtung und ein vielfältiger Funktionsumfang sind für einen Staubsaugerroboter natürlich wünschenswert, doch am Ende entscheidet auch die Praxis darüber, ob das Gerät empfehlenswert ist. Sprich: Wie gut reinigt der Roboter, und kommt er ohne Hilfe zurecht?

Tesvor bewirbt den S4 mit seiner geringen Lautstärke. Als leise würden wir den Roboter zwar trotzdem nicht bezeichnen, doch für einen Staubsauger schlägt er sich gut: Wenn er nachts auf einem anderen Stockwerk reinigt ist er selbst dann nicht zu hören, wenn man sich direkt über/unter ihm befindet.

Die Bodenreinigung realisiert der S4 durch das Zusammenspiel mehrerer Komponenten. Die beiden Wischbesen an der Vorderseite sollen den Schmutz hin zur Mitte transportieren, wo dieser von der Walze, durch die zugleich Luft angesaugt wird, in den Staubtank befördert wird. Die eigentliche Aufsaugfläche ist somit also recht klein, doch durch die Wischbesen sollen auch Kanten und Ecken erreicht werden.

In der Praxis funktioniert diese Lösung recht gut: Der S4 konnte in unserem Test großflächige Staubschichten gut aufsammeln und dabei auch die Kanten säubern. Größere Verschmutzungen wie beispielsweise große Salzkörner können dem Roboter aber bereits zu viel werden, sodass sie manchmal am Boden verbleiben. Zudem kann es bei besonders staubigem Boden dazu kommen, dass einige, wenige Flusen zurückbleiben. Wenn der Roboter einen Raum täglich oder zumindest alle paar Tage reinigt sollte das aber kein Problem sein.

Mit Hinblick auf die Navigation schlägt sich der S4 gut. Der Roboter fand sich bei uns zuverlässig zurecht und er fuhr die Räume zielstrebig ab. Auch die Stufenerkennung, die ein Herunterfallen verhindert, und das Auffahren auf Erhöhungen funktionierten gut. Bei uns schaffte es der S4 beispielsweise zuverlässig, Türschwellen mit einem Höhenversatz von 15 mm zu bewältigen. Eine Türschwelle mit 19 mm war hingegen, wie laut Spezifikation zu erwarten war, nicht mehr möglich: Dann löste der Frontschalter des Roboters aus, der zur Kollisionserkennung dient. Ein Problem können zudem leichte Hindernisse und Teppiche sein, die der Roboter unter Umständen vor sich herschieben kann. Alle Objekte, die direkt am Boden sind, sollten daher über eine gewisse Standfestigkeit verfügen.

Fazit

Mit dem S4 hat Tesvor für € 161,13 * [Testzeitpunkt: 247 €, UVP: 239 €] einen verhältnismäßig günstigen Staubsaugerroboter auf den Markt gebracht, der auf dem Papier mit zahlreichen Features aufwarten will. In der Praxis gelingt das auch weitgehend.

Die Einrichtung des S4 geht leicht von der Hand und auch die Konfiguration per App ist, abseits der Übersetzung, gut umgesetzt. Auf die zwingend notwendige Registrierung hätten wir aber gerne verzichtet, und zudem kam es bei uns zu gelegentlichen Verbindungsabbrüchen. Das stört glücklicherweise nur bei der Einrichtung selbst, im Betrieb hat das keine Auswirkung.

Gut gefallen hat uns die Wegfindung des S4: Der Roboter fand sich in unserem Test zuverlässig zurecht und navigierte problemfrei durch unsere Räume – auch Engstellen wie beispielsweise Stuhlbeine waren kein Problem. Der selbstständigen Reinigung ist der Roboter somit gut gewachsen. Auch die Saugkraft ist, zumindest für leichte Verschmutzungen, ausreichend. Bei starkem Staubaufkommen können zwar gelegentlich Flusen zurückbleiben, bei einer regelmäßigen Reinigung durch den Roboter sollte das aber kein Problem sein.

Auch bei grobkörnigen Verschmutzungen, insbesondere in Teppichen, tut sich der S4 schwer – hier sollte man eher zu einem stärkeren Modell greifen. Auf der Habensseite steht dafür ein moderater Geräuschpegel, durch den die Reinigung weniger störend ist.

Abschließend lässt sich kurz zusammenfassen: Fürs Geld bietet der S4 viele Features und eine brauchbare Umsetzung, mit der man Räume mit glatten Böden staubfrei halten kann. Wer mehr Komfort oder eine bessere Reinigung will, der muss dafür aber wohl noch etwas mehr Geld in die Hand nehmen.

Tesvor S4

Verarbeitung
Lieferumfang
Bedienung
Saugkraft
Lautstärke
Preis-Leistungs-Verhältnis

82/100

Günstiger Staubsaugerroboter mit viel Positivem, aber auch leichten Defiziten.

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Valentin

Durchgeknallter Vollzeitnerd

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G
Greenein

Neues Mitglied

5 Beiträge 1 Likes

Sehr guter Testbericht, danke

Antworten 1 Like

darkgizi

Mitglied

71 Beiträge 0 Likes

Mensch, da bekommt gleich Lust ihn zu kaufen!

Antworten Like

A
Anula

Neues Mitglied

7 Beiträge 0 Likes

Den Sauger würde ich sehr gerne gewinnen und mal testen ob die halten was die vesprechen.

Antworten Like

SandraTWD

Mitglied

90 Beiträge 6 Likes
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