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Trouver Power 12 im Test: Was kann der günstige Akku-Staubsauger?!

Als stolzer Besitzer eines Dyson V10 habe ich schon immer skeptisch zu den Alternativen aus Fernost hinüber geschielt. Spannend finde ich es schon, dass Xiaomi & Co. nahezu identisch aussehende Akkusauger zu einem Bruchteil des Preises der britischen Edelmarke an den Start bringen. Also wollte ich selber einmal Hand anlegen und habe mir einen echten Underdog zum Test herangezogen – den Trouver Power 12. Kann er zu einem Drittel des Preises meines Dysons punkten? Wir schauen es uns an!

So saugt man heute

Bevor wir ans Eingemachte gehen, möchte ich erstmal Aufklärungsarbeit für all diejenigen leisten, die noch keinen Akkusauger ihr Eigen nennen. Warum sollte man vom klassischen, hinterher rollenden und kabelgebundenen Staubsauger von Siemens & Co. Abstand nehmen? Nun, bevor ich meinen Dyson hatte, war auch ich skeptisch. Doch ich wurde schneller überzeugt als mir lieb war. Der Komfort, den man genießt, wenn man jederzeit kabellos auf den Akkusauger zugreifen kann, ist wirklich super.

Das Vorgängermodell kam in einer sehr auffälligen Farbkombi daher. Ansonsten ähneln sich Ausstattung, Design und Saugleistung aber sehr stark. (Bild: TROUVER)

Und in dieser Disziplin können wirklich alle Vertreter der kabellosen Saugkunst punkten. Die perfekte Kombination ist meines Erachtens übrigens die Zusammenarbeit zwischen Saugroboter und Akkusauger. Zumindest hat sich bei meinem Dyson gezeigt, dass eine zu staubige Wohnung auch zu lange zum Reinigen benötigt. Da macht der Akku auf höchster Stufe auch beim Briten sehr früh schlapp. Gemeinsam mit einem Roboter hat man hingegen eine konstante Sauberkeit und muss nur hartnäckige Stellen absaugen. Doch genug von der Theorie. Werfen wir mal einen Blick auf den Trouver!

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Der Lieferumfang

Als aller erstes wollen wir mal einen Blick auf den Lieferumfang des Trouver Power 12 werfen. Selbstverständlich findet sich in der ansehnlichen und hochwertigen Verpackung der Trouver Power 12 selbst. Obendrein kann man hier aber auch ein wenig Zubehör ausfindig machen. So bist du für jeden Untergrund gerüstet. In der Theorie zumindest.

Der Lieferumfang anderer Vertreter fällt sicherlich üppiger aus. Personen mit Hartböden dürfte das Zubehör aber vollkommen ausreichen.

Folgendes Zubehör befindet sich in der Verpackung:

  • Weiche Bürstenrolle
  • Elektrische Mini-Bürse
  • 2-in-1-Spaltdüse
  • Netzteil
  • Wandbefestigung
  • Verlängerungsstab

Die weiche Bürstenrolle ist laut Trouver selbst für den Einsatz auf Hartböden wie Parkett, Laminat, Fliese, etc. geeignet. Da stellt sich die Frage, wie man Teppiche reinigen soll? Mithilfe der Mini-Bürste soll die Reinigung von Teppichen und Polstermöbeln problemlos möglich sein. Ob diese trotz ihrer auf den ersten Blick etwas schmalen Maße ausreicht, werden wir beim späteren Praxistest feststellen.

Der erste Eindruck

Beim Design geht der Trouver Power 12 einen anderen Weg als es noch der Vorgänger getan hat. Während Version Nummer 11 auf eine Kombination aus Weiß und Rot gesetzt hat, spendiert Trouver dem Sauger nun ein edles Grau. Damit ist er unauffällig genug, um in jeder Wohnung Platz finden zu können. Nimmt man den Akkusauger in die Hand, fällt auf, dass es sich natürlich um Plastik handelt. Doch ist das ein Problem? Keineswegs! Der Trouver Power 12 ist hervorragend verarbeitet. Hier knarzt es an keiner Stelle.

Die Verarbeitung ist erste Klasse. Hier zu sehen: Saugeinheit mit aufmontierter Mini-Bürste.

Als ich den Staubsauger das erste mal in die Hand genommen habe und den Power-Button mit dem Zeigefinger durchgedrückt hatte, gab der Trouver ein befriedigendes Klicken von sich. Generell zeichnet er sich durch ein wirklich gutes Handling und einen komfortablen Griff aus. Hier kann man problemlos längere Zeit saugen ohne einen schweren Arm zu bekommen. Sollte es dich dennoch einmal nerven, den „Auslöser“ permanent gedrückt zu halten, kannst du einfach den Button mit dem Schloss-Symbol auf dem Display klicken. Dann wird der Schalter kurzerhand arretiert.

Die drei Aufsätze eignen sich für verschiedene Einsatzbereiche. Besitzer großer Teppichflächen wäre eine zusätzliche Teppichbürste aber sicher recht.

Alles in allem ist glänzt sowohl der Sauger selbst als auch das Zubehör mit einer tollen Qualität. Trouver setzt hier keineswegs „nur“ auf Plastik. So kommt beispielsweise das Saugrohr im schicken Alulook daher. Das sieht nicht nur schick aus, sondern fühlt sich auch sehr gut an. Die Verbindung zwischen Saugeinheit und Zubehör wird mithilfe eines Plastikmechanismus hergestellt. Einfach hereinschieben und nach hörbarem Klick rastet das Zubehörteil ein. Um den Aufsatz wieder abzunehmen, drückt man einfach den Plastikknopf und zieht ihn heraus.

Schickes Display!

Ein echter Hingucker ist meines Erachtens das Display, auf dem großformatig der gegenwärtige Akkuzustand prangert. Spätestens hier zweifelt man ernsthaft, dass es sich um einen derart günstigen Akkusauger handelt. Gute Arbeit Trouver! Es sieht übrigens nicht nur schick aus, sondern ist auch überaus praktisch. Bei meinem Dyson V10 habe ich lediglich drei LED-Quadrate, die mir Angaben zum Akkustand machen. Das ist mit persönlich viel zu ungenau und bei der günstigen Konkurrenz von Trouver weit besser gelöst. Auf dem Display kannst du auch eine weitere spannende Info ablesen. Hier befinden sich drei Striche, die je nach Dicke signalisieren, mit welcher Saugstärke der Staubsauger gerade arbeitet.

Wo wir übrigens gerade beim Thema Akku sind. Der Trouver Power 12 bietet ein wirklich spannendes Feature, das alles andere als Standard ist. An der Saugeinheit befindet sich ein praktischer Knopf, mit dessen Hilfe du den Akku ganz einfach deinstallieren kannst. Hierfür ziehst du ihn bei gedrücktem Knopf ganz einfach ab. Das bedeutet, dass dich ein defekter oder geschwächter Akku keineswegs dazu zwingt, ein neues Gerät kaufen zu müssen. Ein neuer Akku genügt in diesem Fall. Sehr lobenswert und ein gutes Vorbild für die Konkurrenz! Auch, wenn mal größere Flächen gesaugt werden müssen oder der Staub etwas hartnäckiger ist als sonst, ist dies sehr praktisch. Schließlich kannst du das Problem eines leeren Akkus ganz einfach mit einem Akkutausch lösen und weitermachen.

Der Praxistest

Nun wollen wir zum wichtigsten Thema kommen. Der Saugleistung. Kann der günstige Trouver mit einem Dyson mithalten? Die Voraussetzungen scheinen mit Blick auf die technischen Daten auf jeden Fall zu stimmen. Schließlich klingen 125.000 Umdrehungen pro Minute durchaus vielversprechend. Die erste Disziplin waren Hartböden. In meiner Wohnung konnte ich den Trouver Power 12 mit Parkett und Fliesen konfrontieren. Hierbei kam die weiche Bürstenrolle zum Einsatz. Eines fiel mir gleich auf. Der Akkusauger ist unglaublich schnell und wendig! Es macht richtig Spaß, mit ihm von Raum zu Raum zu flitzen. Grund hierfür sind die geschmeidigen Rollen, die sich an der Unterseite des Aufsatzes mit Walze befinden.

Ein Wechsel zum Teppich stand an. Mit meinem Kurzflorteppich, der 2m x 1m misst, hatte der Aufsatz kein wirkliches Problem. Dennoch war die Geschwindigkeit und Wendigkeit stark eingeschränkt. Auf meinem Langflorteppich musste sich der Trouver dann geschlagen geben – zumindest mit der weichen Bürstenrolle. Zwar ging die Saugleistung noch vollkommen klar, doch die vorherige Geschwindigkeit war passé. Also musste ein Wechsel her.

Für langflorige Teppiche greift man am besten zur Mini-Bürste. Wäre sie nur nicht so klein…

Obwohl die Mini-Bürste eigentlich für Polstermöbel vorgesehen ist, habe ich sie kurzerhand für meinen Langflor-Teppich genutzt. Ich war erstaunt, was der Sauger auf größter Stufe alles herausgekitzelt hat. Allerdings war meinerseits weit mehr Zutun nötig als bei der Reinigung der Hartböden oder des Kurzflorteppichs. Da die Mini-Bürste ihrem Namen alle Ehre macht, dauerte es außerdem ein wenig, bis mein Langflor-Teppich mit 1,5m Durchmesser abgesaugt war.

Nach einer knappen Viertelstunde Saugen auf Maximalstufe 3 ist der Akku leer.

Auf meiner Couch konnte der Sauger wieder vollends punkten. Da eine Reinigung von Polstermöbeln ohnehin nicht zu meinem allwöchentlichen Wohnungsputz gehört, sondern eher quartalsweise stattfinden, nehme ich hier auch gerne ein wenig mehr Arbeitszeit in Kauf. Das Endergebnis konnte sich hier wirklich sehen lassen. Perfekt für Allergiker!

Hartnäckige und schwer zugängliche Stellen erwischst du am besten mit der 2-in-1 Spaltdüse.

Der Dritte Aufsatz im Bunde ist der sogenannte Fugenaufsatz. Dieser eignet sich sehr gut für die Reinigung der Fußbodenleisten. Auch das gelegentliche Entfernen von Spinnennetzen ist damit bestens möglich. Natürlich musst du alle drei Aufsätze nicht zwangsläufig auf das Verlängerungsrohr aufstecken. Du kannst sie auch direkt an der Saugeinheit aufstecken. Damit bekommst du dann auch den perfekten Staubsauger für den Auto. Super!

Die Ergebnisse

Beim Handling gibt es überhaupt nichts zu meckern. Doch wie schauen die Ergebnisse aus? Hier muss man ganz klar zwischen den Saugstufen unterscheiden. Schließlich kommt es nicht von ungefähr, dass der Trouver Power 12 auf Stufe 1 eine knappe Stunde Durchhaltevermögen zeigt, während auf maximaler Stufe 3 nach knapp zehn Minuten Schluss ist. Doch nicht nur bei der Akkulaufzeit lassen sich entscheidende Unterschiede zwischen den Stufen feststellen. Auch die Lautstärkeunterschiede sind wirklich beachtlich. Als ich den Sauger das erste Mal einschaltete war ich von der niedrigen Lautstärke überrascht. Das laute schrille Fiepen auf Stufe 3 hält man hingegen nicht allzu lange aus. Hier muss ich einen ersten entscheidenden Nachteil zum Dyson feststellen. Dieser hat eine weit angenehmere Lautstärke – auch auf höchster Stufe.

Neben der weit angenehmeren Lautstärke ist wohl auch die Teppichbürste ein entscheidender Vorteil des Dyson V10. Dafür muss man aber auch weit mehr Geld auf den Tresen legen.

Um die Maximalstufe kommt man beim Trouver Power 12 allerdings nicht umhin. Dafür können sich die Ergebnisse aber auch sehen lassen. Ich war wirklich erstaunt, welche Schmutzpartikel der Sauger aus meinen Polstermöbeln herausholen konnte. Tolle Arbeit! Die Stufen 1 und 2 lassen sich hingegen bestens für Hartböden nutzen. Hier muss der Schmutz schon wirklich hartnäckig sein, dass der Sauger es nicht auch mit niedriger oder mittlerer Stufe aufsaugen kann. Wer also ohnehin keinen Teppich in den eigenen vier Wänden besitzt, wird bereits mit den ohren- und nachbarfreundlichen Stufen 1 und 2 glücklich werden.

Die Akkulaufzeit

Dreame verbaut in seinem Trouver Power 12 einen 2.500 mAh großen Akku. Im Praxistest hat sich gezeigt, dass dieser auf der niedrigsten Stufe eine knappe Stunde durchgehalten hat. Hier kann der Hersteller sein Versprechen halten. Bei Wahl der maximalen Stufe musst du eine empfindliche Einbuße beim Durchhaltevermögen des Akkus hinnehmen.

Der Akku war nach knapp drei Stunden von 0% auf 100% geladen. Praktisch: Den Ladezustand kann man jederzeit auf dem Display ablesen.

Da das Display den Akkustand permanent anzeigt, kannst du förmlich dabei zusehen wie dieser auf der Turbo-Stufe dahinschmilzt. Dementsprechend war auch nach einer knappen Viertelstunde Schluss. Wer also viel Teppichboden in den eigenen vier Wänden und obendrein eine relativ große Wohnung hat, sollte ernsthaft über den Kauf eines Ersatzakkus nachdenken. Mit meinem Dyson V10 kann die Akkuleistung aber auf jeden Fall mithalten.

Fazit

Mit dem Trouver Power 12 bekommst du einen anständigen Akkustaubsauger, der mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis glänzen kann. Gründe zum Meckern liefert das Haushaltsgerät aus Fernost kaum. Das beginnt bereits mit der guten Verarbeitung. Doch auch die Displaytechnik kann überzeugen und zeigt sich als Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisklasse. Natürlich steht und fällt alles mit der Saugleistung. Und auch die kann sich sehen lassen. Vor allem auf Hartböden liefert das Stück Technik eine sehr gute Performance ab. Besitzer von einem oder mehreren Teppichen sollten hingegen mehr Zeit beim Reinigen einplanen. Alternativ sollte man ernsthaft darüber nachdenken, zu einem Konkurrenzprodukt mit Teppichbürste zu greifen.

Trouver Power 12

Design und Verarbeitung
Ausstattung
Leistung und Akku
Preis-Leistungs-Verhältnis

86/100

Wow! Der Trouver Power 12 stellt unter Beweis, dass man nicht viel Geld ausgeben muss, um einen sehr guten Akkusauger zu bekommen. Bei der nächsten Version darf aber gerne eine Teppichbürste mit dabei sein.

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Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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