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Betrug: Nikola-Chef Trevor Milton drohen 20 Jahre Gefängnis

Dass Lügen kurze Beine haben, macht das Unternehmen Nikola derzeit so deutlich wie kaum ein anderes. So hat ein US-Gericht den einst gehypten Hersteller großformatiger E-LKWs in einem Verfahren schuldig gesprochen. Die unzähligen Betrügereien des Firmengründers Trevor Milton bringen selbigen nun womöglich hinter Gittern. Bis zu 20 Jahre Haft seien möglich.

Tiefer Fall der E-Trucks aus den USA

Die Negativschlagzeilen für US-Start-Ups im Bereich der Elektromobilität ebben nicht ab. Nachdem Rivian im August verkündete Verluste in Milliardenhöhe gemacht zu haben, war die Laune bei Enthusiasten im Bereich der E-Trucks bereits deutlich getrübt. Dies war vor allem verwunderlich, da der US-Hersteller großformatiger Pickups mit Elektromotor ein halbes Jahr zuvor einen furiosen Börsenstart hinlegte. Man sagte dem jungen Unternehmen gar nach, das neue Tesla werden zu können.

Truck von Nikola auf der IAA Transportation Motor Show 2022 in Hannover.

Während Rivian seinen tiefen Fall aber aufgrund der globalen Lieferketten-Probleme hinnehmen musste, steckt bei Nikola ein ganz anderer Grund dahinter. Was Trevor Milton seiner Kundschaft, aber auch den Investoren angetan hat, ist an Dreistigkeit wohl kaum zu überbieten. So scharrte der 40 Jahre alte Unternehmer interessierte Anleger vor allem durch ein Lügenkonstrukt um sich. Dies sollte den Gründer des einst von Branchenspezialisten in höchsten Tönen gelobten Start Up einen Platz in der Liste der 100 reichsten Menschen der Welt einbringen.

Diverse Falschbehauptungen von Milton

Ein Blick auf die Liste der Betrügereien des Trevor Milton ist lang. So soll der Firmeninhaber allen voran mit geschönten Präsentationen auf Investorenjagd gegangen sein. Die Fahrzeuge von Nikola sollten den Bereich der mithilfe von E-Motor, Erdgas oder Wasserstoff betriebenen Fahrzeuge revolutionieren. Dieses Ziel wollte man angeblich nicht nur durch die Konzeption leistungsstarker und ausdauernder Fahrzeugmodelle erreichen. Obendrein hatte Trevor Milton angegebenen, ein umfangreiches Netz an Wasserstofftankstellen errichten zu wollen. Von den angeblich 364 Tankstellen, die wertvollen Wasserstoff wohl weit günstiger bieten sollten als herkömmliche Anbieter erblickte allerdings keine das Licht der Welt.

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In der Theorie klang das gemeinsam mit Akkus aus eigener Herstellung und etwa 800 eigenen Werkstätten aber wunderbar. Die präsentierten Videos ließen gewillten Anlegern dann die Kinnladen herunterklappen und gleichsam auch das Portemonnaie öffnen. Damit kam es wie es kommen musste – der Börsengang kam. Mit diesem zeigte sich Trevor Milton dann selbstlos und wies sich selbst ein symbolisches Gehalt von nur einem Dollar zu. Die Realität sah aber anders aus. So soll er sich Aktionoptionen gesichert haben und war aus diesem Grund natürlich sehr an einem guten Börsenkurs interessiert. Der Plan ging auf. So war Nikola zwischenzeitlich 34 Milliarden US-Dollar wert – mehr als die US-Marke schlechthin – Ford. Angesichts der Tatsache, dass das Start up kein einziges Fahrzeug  verkauft hat, ist das durchaus beachtlich.

Bis zu 20 Jahre Haft möglich

Das errichtete Lügenkonstrukt, das mit der Zeit beispielsweise auch mit angeblich 14.000 verbindlichen Bestellungen und einer Reichweite von 700 Meilen aufrecht erhalten wurde, ist nun in sich zusammengebrochen. Da verwundert es nicht, dass das Gericht den Jungunternehmer des Wertpapierbetrugs für schuldig befunden hat. Nun drohen Milton aufgrund seiner medialen Falschaussagen und Betrügereien bis zu 20 Jahre Haft. Laut eines Berichts im Nachrichtenportal Bloomberg soll das tatsächliche Strafmaß erst am 27. Januar 2023 verkündet werden. Milton selbst ist sich bis heute keiner Schuld bewusst. Nach wie vor behauptet er, dass er nichts Falsches getan habe. Wir sind gespannt, ob es dem schillernden Unternehmer irgendwie gelingen wird, seinen Kopf doch noch aus der Schlinge der Justiz zu ziehen. Neu wäre das nicht. Schließlich konnte er sich letztes Jahr auch von einer Strafe der US-Börsenaufsicht durch Zahlung eines dreistelligen Millionenbetrages freikaufen.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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