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Corona-Warn-App wird 2023 eingestellt

Die Corona-Warn-App wurde im Jahr 2020 zur Kontaktnachverfolgung im Rahmen der Covid-Pandemie entwickelt. Die damalige Regelung sah eine einjährige Laufzeit mit zweimaliger Verlängerungsoption vor. Die zweite Verlängerungsoption wird nun aller Wahrscheinlichkeit nach in Anspruch genommen – danach soll die App jedoch eingestellt werden.

150 Millionen Euro für Kontaktnachverfolgung

Die von der Telekom und von SAP entwickelte und betriebene App hat den Bund bisher rund 150 Millionen Euro gekostet. Bis Januar lagen die Kosten laut Auskunft der Bundesregierung bei rund 130 Millionen Euro. Verwaltet wird sie vom Robert-Koch-Institut. Der Nutzen der App lag vor allem in den frühen Phasen der Pandemie, in der noch keine Impfstoffe und Medikamente zur Verfügung standen bzw. noch keine hohe Durchimpfungsrate erreicht war, in der umfassenden Kontaktnachverfolgung: Über die App konnten alle Nutzenden sehen, wann sie wie viele Risikokontakte gehabt hatten. Infektionsketten konnten so schnell unterbrochen werden. Im Laufe der Zeit waren dabei immer mehr Funktionen hinzugekommen, so etwa die Integration eines Impfnachweises in die App.

In der derzeitigen Endphase der Pandemie hat die Warn-App jedoch merklich an Bedeutung verloren: Kontakte werden nicht mehr konsequent nachverfolgt und Infektionen mit der harmloseren Omikronvariante in einer Bevölkerung, die über weitgehende Grundimmunität verfügt, nicht mehr mit aller Kraft verhindert. Die Warn-App hat damit weitgehend ausgedient.

Ganz eingestellt werden soll sie nun jedoch noch nicht, da sie vor allem im Herbst und Winter durchaus noch einmal zum Einsatz kommen könnte: Gesundheitsminister Karl Lauterbach erwartet eine neue Welle mit hohen Infektionszahlen und schließt die Wiedereinführung strengerer Pandemiemaßnahmen nicht aus. Beschlossen ist die Verlängerung der App zwar noch nicht; alles deutet jedoch darauf hin, dass der Bund die letzte Verlängerungsoption nutzen und die App damit bis Mai 2023 weiterführen möchte.

Keine dauerhafte Weiternutzung

Vorschlägen, die App dauerhaft zu verwenden und etwa zu einer allgemeinen Warn-App oder einem Gesundheitstool mit integrierter Patientenakte auszubauen, hat das Gesundheitsministerium nun hingegen eine klare Absage erteilt: Nach der Pandemie und nach Ausschöpfung der vertraglich vereinbarten Maximallaufzeit soll die App eingestellt werden.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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