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Deutsche Bank: Millionenstrafe aufgrund von Messenger-Nutzung

Der Deutschen Bank droht in den USA eine Strafe von rund 200 Millionen US-Dollar. Grund dafür ist die Nutzung von Messengern wie WhatsApp durch Mitarbeitende. Damit verstößt die Deutsche Bank gegen Vorschriften zur Archivierung interner schriftlicher Kommunikation.

Archivierung vorgeschrieben

Die zuständige Aufsichtsbehörde hat allen Unternehmen aus dem Bankensektor in den USA die Archivierung ihrer internen schriftlichen Kommunikation vorgeschrieben. Damit sollen Verstöße gegen geltendes Recht verhindert bzw. nachvollziehbar gemacht werden. Die Aufsichtsbehörde hat mit den Vorschriften auf den Libor-Skandal reagiert, bei dem mehrere Banken Referenzzinssätze manipuliert hatten. Die Absprachen erfolgten dabei über Messenger.

Im Zusammenhang mit der Pandemie hat die Nutzung von Messenger-Apps wie WhatsApp innerhalb der Deutschen Bank wie anderer Banken deutlich zugenommen. Problematisch ist das, da versendete und empfangene Nachrichten in vielen Messengern gelöscht werden können – womit die Archivierungsvorschriften nicht eingehalten werden können.

Deutsche Bank hat Rücklagen gebildet

Alleine im zweiten Quartal des laufenden Jahres hat die Deutsche Bank Rücklagen in Höhe von rund 165 Millionen Euro für Prozesskosten oder Strafzahlungen aufgebaut. Eigenen Angaben zufolge dienen die Gelder auch der Vorbereitung auf „behördliche[] Untersuchungen durch die amerikanische SEC und die CFTC hinsichtlich der Nutzung nicht genehmigter Geräte durch die Mitarbeiter und die Aufzeichnungsanforderungen des Unternehmens“.

Die Börsenaufsicht ermittelt bereits seit dem letzten Jahr im Zusammenhang mit der Nutzung von Messengern wie WhatsApp. Insgesamt sind Strafzahlungen in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar gegen unterschiedlichste große Banken geplant. Neben der Deutschen Bank sind etwa auch die Bank of America, Morgan Stanley, Goldman Sachs oder die Citigroup betroffen.

Intern hat die Deutsche Bank einem Bericht von Bloomberg zufolge bereits zu Beginn des Jahres darauf hingewiesen, dass das Löschen von WhatsApp-Nachrichten untersagt sei. Ferner ist die Nutzung von WhatsApp auf Firmenhandys der Deutschen Bank bereits seit 2017 untersagt. Ferner hat die Deutsche Bank eine Software entwickelt, die alle über Messenger-Dienste verschickten Nachrichten aufzeichnen und archivieren soll.

Ermittlungen auch in Deutschland

Auch die deutsche Aufsichtsbehörde Bafin ermittelt derzeit aufgrund der Nutzung privater E-Mail-Postfächer sowie von Messenger-Diensten gegen die Deutsche Bank bzw. das Tochterunternehmen DWS, das zuletzt ankündigte, in den Glasfaserausbau in Deutschland zu investieren. Ein prinzipielles Verbot aufgrund der fehlenden Archivierungsmöglichkeit besteht in Deutschland zwar nicht; dennoch sieht die Bafin Anhaltspunkte dafür, dass Transparenzregelungen verletzt worden sein könnten. Sie äußerte sich jedoch nicht zu Anlass oder Ziel der Untersuchung.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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