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Gaming-Verbot in China: Dunkle Zeiten für Videospielfans

Chinesische Staatsbürger, die gerne das eine oder andere PC- oder Konsolen-Spiel genießen, schauen derzeit in die Röhre. Das Reich der Mitte hat nämlich seit Juli letzten Jahres keinen einzigen Release eines neuen Spieles zugelassen. Nun mussten auch tausende nationale Spieleentwickler reagieren und ihren Betrieb kurzerhand einstellen.

14.000 Unternehmen vor dem Ruin

Das Verbot seitens der Regierung scheint aber nicht ausschließlich westlichen Firmen zu schaden. Auch chinesische Gaming-Unternehmen mussten ihre Pforten schließen. Dabei handelt es sich nicht um wenige Einzelfälle, sondern insgesamt 14.000 kleine und mittelgroße Unternehmen wie die South China Morning Post nun berichtet. Grund ist eine wirtschaftliche Schieflage, die seit nunmehr einem halben Jahr andauert. Seitdem wurde in China nämlich kein einziges Videospiel mehr für den Vertrieb zugelassen. Das ist untypisch, da seitens der chinesischen Politik in der Regel monatlich bis zu 100 Spiele für den freien Handel freigegeben werden. Doch dies ist kein Novum im Reich der Mitte. So kam es bereits im Jahr 2018 zu einer neunmonatigen „Zulassungspause“. Damit ist die Spielebranche in China zu einem unsicheren Wirtschaftszweig geworden. So verwundert es auch kaum, dass in den Jahren 2020 und 2021 zusammengenommen insgesamt 32.000 Spieleentwickler dicht machen mussten.

Weitreichendes Verbot von Online-Games

An der langanhaltenden Durststrecke wird abermals deutlich, dass die Regierung Chinas gegen die Konzerne für Unterhaltungselektronik vorgehen möchte. Dies ist längst nicht mehr nur für westliche, sondern auch inländische Unternehmen der Fall. Insbesondere Online-Games sind dem Staat seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge. Schließlich sind diese die monetär am erfolgsversprechendsten Titel für Tech-Firmen. Dabei umschifft die Regierung gekonnt das rote Tuch eines pauschalen Verbots. Stattdessen regelt der chinesische Staat kurzerhand die Dauer, die eine jede Person täglich in Onlinewelten verbringen darf.

Seit zwei Jahren gilt das Gesetz, dass man an normalen Werktagen lediglich 90 Minuten täglich Online-Games spielen darf. Eine Ausnahme gilt lediglich an Feiertagen. Hier darf man doppelt so lang spielen. Was für unsere westlichen Gewohnheiten bereits nach einem harschen Eingriff in die Freiheitsrechte klingen mag, hat China im Herbst letzten Jahres noch weiter verschärft. So hat die Regierung für alle nicht volljährigen Menschen ein nahezu generelles Verbot von Online-Games verhängt. Ihnen ist es nur noch gestattet an Wochenenden oder Feiertagen zu zocken – allerdings nur für 60 Minuten.

Gefährdet China die globale Spielebranche?

Führt man sich einmal vor Augen, dass das Reich der Mitte stets als der weltweit größte und wichtigste Markt für Videospiele galt, wird die Tragweite der Verbote deutlich. Besonders hart trifft es aber natürlich die chinesischen Unternehmen selbst. Hier können lediglich Großkonzerne wie bspw. Tencent weiter am Markt bestehen. Umstrukturierungen in Form von großen Entlassungswellen waren aber dennoch die Folge. Tencent, welches weltweit mit dem Spiel League of Legends (LoL) Erfolge feiert, kann dies sicherlich durch den westlichen Markt ausgleichen. Welche Zukunft allerdings den anderen noch verbleibenden Spieleunternehmen bevorsteht, ist derzeit noch ungewiss.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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