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Netflix möchte neue Abomodelle schneller einführen

Netflix möchte offenbar schwere Geschütze auffahren, um den negativen Quartalszahlen entgegenzuwirken. Wie nun bekannt geworden ist, plant der Streamingdienst neue Abomodelle zu integrieren. Beispielsweise ist die Rede von einem Tarif mit Werbung. Dass Netflix derartige Ideen hat, ist nicht neu. Allerdings überrascht der Branchen-Primus damit, dass sie wohl zeitnah in die Tat umgesetzt werden sollen.

Bericht der New York Times

Offenbar scheint es in der Chefetage von Netflix heiß her zu gehen. Darauf lässt sich zumindest dann schließen, wenn man mal einen Blick auf die jüngsten Enthüllungen der New York Times wirft. Die namhafte Zeitung möchte mit Berufung auf interne Nachrichten des Unternehmens herausgefunden haben, dass man an einer schnellen Umsetzung gewinnbringender neuer Abomodelle arbeitet. Dahinter dürfte wohl unter anderem die Tatsache stehen, dass der Streamingdienst im letzten Quartal erstmals Nutzer verloren hat. Nach vielen Jahren des stetigen Wachsens und dem gigantischen Corona-Hoch eine herbe Enttäuschung. Die Idee der beiden neuen Tarifoptionen ist keine neue. So habe Netflix bereits seit geraumer Zeit darüber gegrübelt, welche Abomodelle noch ins Portfolio aufgenommen werden sollen.

Hierbei wollte der Streaminganbieter insbesondere das Problem des sogenannten „Account-Sharings“ angehen. Dieses beschreibt die unberechtigte Nutzung eines bestehenden Netflix-Accounts durch einen Dritten. Um das Problem einzudämmen, wollte das Unternehmen die Möglichkeit einräumen, Unterkonten einrichten zu können. Gegen einen vergleichsweise geringen Obolus könnten dann weitere Nutzer auf das Profil zugreifen. Das mag vielleicht für mehr Geld in den Kassen des Streamingdienstes sorgen, für mehr Nutzerzahlen in der Quartalsabrechnung sorgt aber auch das nicht. Dementsprechend äußerte das Unternehmen kurz darauf die Idee, obendrein einen Tarif zu etablieren, der durch Werbung finanziert wird. Hiermit möchte man Personen locken, denen die monatliche Grundgebühr zu hoch ist.

Netflix drückt aufs Gaspedal

Soweit so gut. Wirklich neue Infos sind das nicht, die die New York Times da ans Tageslicht gebracht hat. Allerdings gibt es ein Detail, mit dem nun wirklich keiner gerechnet hätte. So sollen die Pläne viel schneller umgesetzt werden, als man ursprünglich angenommen hat. Auch Netflix sinnierte vielmehr über die neuen Möglichkeiten als sie explizit in die zeitnahe Umsetzung zu integrieren. Anhand der Insiderinformationen der New York Times lässt sich nun erkennen, dass die neuen Modelle noch dieses Jahr starten sollen. Explizit ist dabei die Rede von „den letzten drei Monaten des laufenden Jahres“. Das würde bedeuten, dass wir bereits im Oktober mit neuen Abomöglichkeiten rechnen könnten bzw. müssten.

Wie genau das Abo mit Werbung in der Praxis aussehen wird, wissen wir bislang noch nicht. Schließlich hat Netflix sich zu der Causa noch nicht öffentlich geäußert. Allerdings dürfte sich das Unternehmen dabei wohl an der Konkurrenz orientieren. Mithin sind beispielsweise Werbeeinblendungen in der Benutzeroberfläche denkbar. Obendrein werden wir wohl mit Werbung während des Streamings von Filmen oder Serien rechnen müssen. Auch, wenn die Kosten sicherlich deutlich unter dem Basistarif liegen werden, dürfte das bei vielen die Lust auf Videostreaming mindern.

Kampfansage an „Aboschleicher“

Hand aufs Herz: Hast du ein eigenes Netflix-Konto, das auch wirklich nur du nutzt und niemand anders? Oder bist du gar ein Mitnutzer eines Netflix-Accounts eines Freundes? Was in den Richtlinien von Netflix eigentlich als verboten gilt, sobald man sich nicht in einem Haushalt befindet, ist in der Realität weit verbreitet. Das war dem Streamingdienst schon immer ein Dorn im Auge. Da verwundert es auch nicht, dass Netflix nun Tatsachen schaffen möchte und sogenannte „Account-Sharing-Gebühren“ einführt. Hier lassen sich gegen Gebühren Unteraccounts anlegen. Dass diese zusätzlichen Accounts mit eigenen Empfehlungen und Login-Daten nicht kostenfrei sein werden, steht fest. Allerdings ist es fraglich, wie hoch die Kosten sein werden, die Netflix hier aufrufen wird. Unbekannt ist aber nicht nur, auf welche Kosten sich die Nutzer eines Unteraccounts einstellen müssen. Viel wichtiger ist die Frage, welche Mittel und Wege Netflix nutzen möchte, um dem gängigen Account-Sharing Einhalt gebieten zu können. Wir sind gespannt, ob der Plan des Streaminganbieters aufgehen wird.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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