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Toshiba: Börsenrückzug bereitet Probleme

Der japanische Konzern Toshiba will sich von der Börse zurückziehen. Zurück geht dieser Wunsch auf mächtige Aktionäre, die die Bewertung des Konzerns deutlich steigern möchten. Der Börsenrückzug bringt jedoch einige Probleme mit sich. Als Alternative ist nun die Aufspaltung in mehrere börsennotierte Unternehmen im Gespräch.

Finanzierung bereitet Probleme

Um den Börsenrückzug stemmen zu können, ist Toshiba auf Investoren angewiesen, die in das Unternehmen einsteigen bzw. es übernehmen. Interessiert sein soll ein Konsortium rund um Japan Industrial Partners Inc., das von Toshiba als Übernahmeinvestor wohl favorisiert wird. Darüber hinaus scheint der Investmentfonds Japan Investment Corp. Interessiert zu sein. Da jedoch keine konkreten Pläne vorliegen, scheuen Banken sich, das nötige Geld zu leihen. Bedingt sein dürfte die allseitige Zurückhaltung auch durch die Rezession. Nicht nur im Euroraum, sondern auch in Japan ist eine stark Abwertung der jeweiligen Währung bei nachlassendem Wirtschaftswachstum zu beobachten.

Vor diesem Hintergrund wird Toshiba das ursprüngliche Ziel, den Rückzug von der Börse und den Investoreneinstieg bis zum 7. November des laufenden Jahres abzuschließen, aller Wahrscheinlichkeit nach nicht einhalten können. Zuletzt deutete Toshiba selbst an, der Prozess werde einige Monate in Anspruch nehmen. Als Alternative zur Übernahme ist die Aufspaltung in mehrere börsennotierte Unternehmen im Gespräch. Auch hiervon versprechen die Aktionäre sich eine Wertsteigerung.

Bewertung bei 16,2 Milliarden Euro

Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt derzeit bei rund 16,2 Milliarden Euro bzw. 15,8 Milliarden US-Dollar. Potentielle Investoren sollen das Unternehmen im Juni 2022 laut der Nachrichtenagentur Reuters mit 22 Milliarden US-Dollar bewertet haben. Der Rückzug von der Börse bei Übernahme durch einen Investor könnte den bestehenden Aktionären folglich viel Geld einbringen.

Wirtschaftlich steht das Unternehmen gut dar. So wurden im zweiten Quartal des laufenden Jahres knapp fünf Milliarden US-Dollar umgesetzt. Der Gewinn lag bei rund 174 Millionen US-Dollar. Zum Konzern zählen dabei zahlreiche Unternehmen, die in unterschiedlichen Sparten tätig sind. Produkte von Toshiba kommen nicht nur in Unterhaltungselektronik, sondern etwa auch in Zügen oder Windrädern zum Einsatz. Toshiba zählt ferner zu den letzten verbliebenen Festplattenherstellern. NAND-Speicher werden hingegen nicht mehr gefertigt; diese Sparte wurde in das Unternehmen Kioxia ausgelagert, an dem Toshiba nur noch 40 Prozent hält.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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