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USA: Sammelklage gegen PayPal eingereicht

In den USA wurde vor einem Gericht in Nordkalifornien eine Sammelklage gegen PayPal eingereicht. Grund der Klage ist die Praxis des Unternehmens, Konten auch ohne Begründung einzufrieren und Gelder ohne Vorwarnung oder Begründung einzuziehen. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Beschwerden gegeben.

Lena Evans: 26.000 Dollar eingezogen

Den Stein ins Rollen gebracht hatte die Pokerspielerin Lena Evans. Ihr PayPal-Account war im vergangenen Jahr gesperrt worden. Das Unternehmen hatte sie über die Sperrung des Accounts sowie darüber, dass das Guthaben in Höhe von 26.000 US-Dollar eingezogen werden würde, informiert. Eine Begründung hatte PayPal zunächst nicht geliefert. Auf Nachfrage teilte das Unternehmen lediglich mit, es handele sich um eine „notwendige Maßnahme der Geschäftsführung“. In den Nutzungsbedingungen von PayPal ist zwar aufgeführt, dass der Dienst nicht zur Auszahlung von Glücksspielerlösen verwendet werden darf; fraglich ist jedoch nicht nur, ob das ein Recht zur Einbehaltung des Guthabens begründet, sondern auch, ob es sich in Evans‘ Fall überhaupt um Glücksspielerlöse handelt. So setzt sich die Pokerspielerin etwa auch für die Förderung von Frauen im Profi-Poker ein – und gibt an, es habe sich beim fraglichen Guthaben um Spenden um die in dieser Hinsicht tätige gemeinnützige Organisation Poker League of Nations gehandelt.

Zahlreiche weitere Fälle

Neben Evans‘ Fall sind zahlreiche weitere bekannt, in denen PayPal ohne Vorwarnung oder angemessene Begründung Vermögen einzog. Prominent ist etwa der Fall Shbadan Akylbekovs, der über das Internet Hyaluronstifte verkauft, die der Faltenbildung im Gesicht vorbeugen sollen. Vom Konto seiner Frau, das er für sein Geschäft nutzt, sind seinen Angaben zufolge ohne Ankündigung oder Begründung 172.000 US-Dollar abgebucht worden. Erst auf Nachfrage teilte PayPal ihm mit, es handele sich um Schadensersatz für den Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen. Später gab das Unternehmen hingegen an, es handele sich dabei um Gelder, die für die Entschädigung von Kundinnen und Kunden, die sich beschwert hatten, genutzt würden. Auch hier ist – in beiden Fällen – mindestens unklar, inwieweit PayPal das Recht hat, selbstständig tätig zu werden und das Geld einzuziehen.

Auch die PayPal-Nutzerin Roni Shemtov äußerte sich öffentlich zu ihrem Fall: Von ihrem Konto wurden mehr als 42.000 US-Dollar abgebucht. Auf mehrfache Nachfrage erhielt sie drei unterschiedliche Begründungen für den Einzug des Geldes.

Pokerspieler Christopher Bryan gegen PayPal

Hoffnung dürfte den Betroffenen indes der Fall des Pokerspielers Christopher Bryan alias Chris Moneymaker machen: Letztes Jahr wurde der PayPal-Account des ehemaligen Poker-Weltmeisters gesperrt und die darauf befindlichen 12.000 US-Dollar eingezogen. Bryan setzte sich daraufhin zur Wehr und drohte PayPal mit einer Klage – woraufhin er das Geld zurückerhielt. Nun unterstützt der Pokerprofi seine Kollegin Evans bei der Sammelklage.

Wie die Klage ausgeht, ist völlig offen. Kernpunkt ist der aus Sicht der Klagenden unrechtmäßige unangekündigte Einzug der Gelder ohne jede Möglichkeit der Intervention. Sie fordern nun nicht nur die Rückzahlung des eingezogenen Guthabens, sondern zusätzlich den dreifachen Betrag als Schadenersatz.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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