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Family Link umgehen – so geht’s

Google hat mit der App Family Link eine Möglichkeit geschaffen, die Handynutzung des eigenen Kindes zu überwachen. Erziehungsberechtigte haben über Family Link die Möglichkeit, die Bildschirmzeit des Kindes zu begrenzen, den Zugang zu bestimmten Apps zu sperren oder das Handy per GPS zu orten. Darüber hinaus ist es in einem gewissen Rahmen möglich, die Aktivitäten des Kindes mit dem Handy nachzuvollziehen. Klingt nach einer massiven Einschränkung der Privatsphäre? Das ist es auch! Daher ist es verständlich, dass viele Betroffene Family Link umgehen möchten und nach entsprechenden Möglichkeiten suchen. Wir haben im vorliegenden Artikel alle Optionen zusammengestellt.

Family Link zur Überwachung der eigenen Kinder

Die App Family Link dient, wie eingangs bereits erwähnt, der Kontrolle der Handynutzung des eigenen Kindes. So können Erziehungsberechtigte detaillierte Zugangs- und Nutzungsregeln festlegen. Bestimmte Apps können gesperrt werden, die Gesamtbildschirmzeit sowie die Nutzungszeit einzelner Apps lässt sich regulieren und Kinder können keine Apps ohne Zustimmung der Erziehungsberechtigten installieren. Diesen ist es über Family Link ferner möglich, das eigene Kind jederzeit per GPS zu orten. Auch Informationen zur Handynutzung können in einem gewissen Rahmen abgerufen werden. Family Link ist damit ein Überwachungsinstrument für den häuslichen Gebrauch – und entsprechend hochproblematisch.

Hinzu kommt der Umstand, dass Google im Rahmen der Family-Link-Nutzung Datenprofile aller Nutzenden erstellt, die in der Folge ausgewertet werden. Konkret bedeutet das, dass nicht nur die Erziehungsberechtigten, sondern auch der US-Konzern einen detaillierten Einblick in die Handynutzung des Kindes erhält. Das liegt daran, dass für die Nutzung von Family Link Google-Accounts nötig sind – auch das Kind benötigt einen. Über einen aktiven Google-Account wiederum ist beständiges Tracking der Online-Aktivitäten sichergestellt.

Neben den Google-Accounts müssen sowohl auf dem Handy der Erziehungsberechtigten als auch auf dem Handy des Kindes die Family-Link-App installiert und aktiv sein. So werden die auf dem Eltern-Handy erstellten Nutzungsregeln auf das des Kindes übertragen.

Family Link umgehen: Vier nützliche Tipps

Wer Family Link umgehen möchte, steht zunächst vor einem großen Problem. Das Programm ist so designt worden, dass es sich nur von den Erziehungsberechtigten steuern lässt. Stehst du auf der anderen Seite, hast du keine Verfügungsgewalt über die vielen Regeln und Einstellungen. Das jedoch bedeutet nicht zwangsläufig, dass du den Nutzungsbeschränkungen hilflos ausgeliefert bist. Mit ein wenig Mühe lassen sich zumindest einzelne Einschränkungen umgehen. Wichtig zu wissen ist dabei jedoch, dass manche Tricks nur bei bestimmten Geräten funktionieren. Das ist darauf zurückzuführen, dass Android auf den unterschiedlichsten Handys in leicht abgewandelten Ausführungen läuft, was wiederum Auswirkungen auf bestimmte Funktionen haben kann.

Darüber hinaus solltest du beachten, dass Google beständig daran arbeitet, etwaige Sicherheitslücken zu schließen. Es ist daher gut möglich, dass Tricks, die heute noch funktionieren, in wenigen Monaten bereits nicht mehr zum Ziel führen werden.

Interaktion & Geschicklichkeit: Bedienhilfe aktivieren (bei Samsung)

Bei Samsung existiert eine relativ einfache Möglichkeit, die Family-Link-Beschränkungen zumindest teilweise zu umgehen. Hierzu musst du die Einstellungen deines Handys öffnen und dort den Menüpunkt Eingabehilfe.

Schritt 1: Wähle „Eingabehilfe“.

Daraufhin wählst du Interaktion & Geschicklichkeit aus.

Schritt 2: Wähle „Interaktion und Geschicklichkeit“.

Anschließend aktivierst du die Funktion Assistentenmenü.

Schritt 3: Aktiviere die Funktion „Assistentenmenü“.

Dadurch erscheint auf deinem Display ein neues Steuersymbol, das auch bei gesperrtem Bildschirm angezeigt wird. Gedacht ist es für Menschen, die das Handy nur mit einer Hand bedienen können. Es hilft dir jedoch auch, Family Link zu umgehen. Greift die Family-Link-Sperre, kannst du über das Assistentenmenü (ergo: das neue Steuersymbol) deine zuletzt genutzten Apps weiterhin öffnen und verwenden.

Ultrastromsparmodus (bei Huawei)

Bei Huawei-Geräten ist es noch einfacher, Family Link teilweise zu umgehen. Schalte das Gerät kurz vor dem Erreichen deines Zeitlimits ab und starte es neu. Nun öffnest du die Einstellungen und suchst dort den Menüpunkt Akku.

Schritt 1: Wähle in den Einstellungen den Menüpunkt „Akku“.

Dort kannst du die Option Ultra-Stromsparen aktivieren. Ist diese Option aktiviert, funktioniert Family Link meist nicht mehr zuverlässig und du kannst dein Handy länger nutzen als von deinen Eltern vorgesehen.

Schritt 2: Aktiviere die Option „Ultra-Stromsparen“.

Sicherer Ordner (bei Samsung)

Samsunghandys erlauben ferner das Erstellen sicherer Ordner. Hierbei handelt es sich um passwortgeschützte Ordner, in denen Apps hinterlegt werden können, die damit besonders gut vor fremden Zugriffen geschützt sind. Der Clou an der Sache: Auch Family Link kann nicht auf diesen Ordner zugreifen. Entsprechende Beschränkungen greifen damit für dort hinterlegte Apps nicht.

Um einen sicheren Ordner zu erstellen, musst du die Einstellungen öffnen. Dort wählst du den Punkt Sicherheit und Datenschutz bzw. Biometrische Daten und Sicherheit.

Schritt 1: Wähle den Menüpunkt „Biometrische Daten und Sicherheit“ in den Einstellungen an.

Danach wählst du den Menüpunkt Sicherer Ordner aus.

Schritt 2: Wähle den Menüpunkt „Sicherer Ordner“.

Anschließend folgst du den Bildschirmanweisungen und richtest deinen sicheren Ordner inklusive Passwort bzw. Schutzmuster ein.

Nun kannst du deinen sicheren Ordner jederzeit öffnen und Apps sowie weitere Inhalte hinzufügen. Möchtest du eine App hinzufügen, tippst du im sicheren Ordner auf das +-Symbol. Daraufhin kannst du diejenige App auswählen, die du hinzufügen möchtest. Möchtest du Bilder, Videos oder Dokumente zu deinem Ordner hinzufügen, wählst du hingegen das Drei-Punkte-Symbol aus. Anschließend kannst du die Dokumente auswählen, die du hinzufügen möchtest.

Möchtest du Family Link über den sicheren Ordner umgehen, solltest du beachten, dass du auch diesen nicht mehr aufrufen kannst, sobald deine Handysperre greift. Sorge also dafür, dass du ihn bereits vorher öffnest und aus ihm heraus deine Apps ansteuerst.

Uhrzeit verändern

Bei einigen Geräten genügt es, die Uhrzeit zu verändern, um Family Link zu umgehen. Die Uhrzeit kannst du in deinen Handyeinstellungen verändert. Hier kannst du etwa eine andere Zeitzone auswählen, woraufhin die angezeigte Uhrzeit sich verändert.

Fazit: Family Link umgehen

Family Link zu umgehen, ist nicht einfach. Google hat die App so designt, dass nur die Erziehungsberechtigungen Einschränkungen auflösen können. Für dich bedeutet das, dass du nach Lücken suchen musst, um dir Selbstbestimmung im Umgang mit deinem Handy zu ermöglichen. Einige Tricks sind bekannt und helfen dir dabei. Zu viel solltest du jedoch nicht erwarten: Die Einschränkungen lassen sich nur selten vollständig umgehen. Einige kleinere Gewinne sind jedoch möglich.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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