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Mobvoi TicWatch Pro 5 Test: Wear OS-Smartwatch mit langer Laufzeit

Bereits im Jahr 2021 veröffentlichte Hersteller Mobvoi mit der TicWatch Pro 3 Ultra GPS (unser Test) eine hervorragende Smartwatch mit WearOS-Betriebssystem. Bei den Kundinnen und Kunden hat der Hersteller jedoch einiges wiedergutzumachen, denn das versprochene Wear OS 3-Update steht immer noch aus. Stattdessen bringt man nun (zunächst) eine neue Smartwatch an den Start, die direkt das aktuelle Google OS nutzt. Was diese auf dem Kasten hat, klärt unser Mobvoi TicWatch Pro 5 Test.

Technische Daten

Produktname TicWatch Pro 5
Betriebssystemkompatibilität Android
Konnektivität Bluetooth 5.2, GPS, NFC, WiFi 802.11 b/g/n,
Features Beschleunigungsmesser, Gyrosensor, HD-PPG-Herzfrequenzsensor, SpO2-Sensor,Hauttemperatursensor, Off-Body-Sensor mit niedriger Latenz,
Body-Sensor mit niedriger Latenz, Barometer, Kompass
Display AMOLED (1,43 Zoll, 466 x 466 Pixel, 326 PPI) + ULP LCD mit farbiger Hintergrundbeleuchtung
Prozessor Snapdragon W5+ Gen1
Speicher 2 GB RAM Arbeitsspeicher, 32 GB Systemspeicher
Akkulaufzeit bis zu 80 Stunden
Abmessungen (H x B x T) 50,1 mm x 48 mm x 12,2 mm
Gewicht 44,3 g
Preis € 275,95 *

Mobvoi TicWatch Pro 5 Test: Design und Verarbeitung

  • Hochwertige Verarbeitungsqualität
  • Schickes Design
  • Drehbare Krone

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Mobvoi TicWatch Pro 5 im Test kaum von ihrem direkten Vorgänger. Auch diesmal haben wir es wieder mit einer edlen, runden Smartwatch zu tun, die mit einem schicken und schlichten Design punktet.

Bei genauerer Betrachtung gibt es dann aber schon einige Unterschiede. Diese finden wir vor allem auf der rechten Seite des rund 48 mm großen Gehäuses (Abmessungen: 50,1 mm x 48,0 mm x 12,2 mm). Denn hier findet sich mittig, mit einem roten Ring versehen, eine dreh- und drückbare Krone, die wir in ähnlicher Form bereits von der Apple Watch kennen. Über ihr sitzt ein angenehm griffiger, geriffelter Knopf, der neben dem Touchscreen ebenfalls für die Bedienung zuständig ist.

Das Gehäuse der Smartwatch ist aus Edelstahl und Aluminium gefertigt und soll entsprechend robust ausfallen. Der Hersteller wirbt mit Luft- und Raumfahrt-, sowie Chirurgiequalität und einer Zertifizierung nach MIL-STD-810H Militärstandard, sodass wir es hier mit einem wirklich robusten Wearable zu tun bekommen.

Das spürt man dann tatsächlich auch, denn mit 44,3 Gramm ist die TicWatch wahrlich kein Leichtgewicht und auch die Größe dürfte nicht jedem schmecken. An der Verarbeitungsqualität gibt es jedoch absolut nichts auszusetzen, diese liegt auf extrem hohem Niveau. Positiv: Das Glas besteht aus Corning Gorilla Anti-Fingerabdruck-Deckglas und ist tatsächlich vergleichsweise gut gegen Fingerabdrücke geschützt.

Neben den obligatorischen Lautsprechern stechen an der Unterseite der Smartwatch vor allem die Sensoren, sowie der magnetische Ladeanschluss ins Auge, die man ebenfalls vom Vorgänger übernommen hat. Das 24-mm-Arband lässt sich schnell und einfach austauschen.

Mobvoi TicWatch Pro 5

Display und Bedienung

  • Exzellentes AMOLED-Display
  • Stromsparendes ULP-Display
  • Tadellose Bedienung

Beim Display setzt die Mobvoi TicWatch Pro 5 auf gleich zwei Panele. Ein 1,43 Zoll großes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 466 x 466 Pixeln und 326 ppi wird, wie schon bei der Pro 3 Ultra, durch ein stromsparendes ULP-Display (Ultra Low Power) ergänzt.

Das zeigt als Always-on-Display Informationen wie Datum, Uhrzeit, Akkustand und mehr in Schwarz-Weiß an, bekommt allerdings durch Anheben oder Drehen des Handgelenkes eine blaue Hintergrundbeleuchtung spendiert, was die Ablesbarkeit im Freien und unter direkter Sonneneinstrahlung erleichtert.

Die Farbe der Hintergrundbeleuchtung lässt sich anpassen, während sich durch ein Drehen der Krone andere Tiles anzeigen lassen. Ein klarer Fortschritt gegenüber dem Vorgänger.

Das normale AMOLED-Display punktet mit satten Farben und überzeugenden Kontrasten und wirkt dank der erhöhten Auflösung nochmal schärfer als noch beim Vorgänger. Dir stehen dabei verschiedene Ziffernblätter beziehungsweise Watchfaces zur Wahl, deren Widgets sich recht frei anpassen lassen. Weitere kostenlose oder kostenpflichtige Designs können über eine zusätzliche App heruntergeladen werden.

Alles in allem ein wirklich schönes, farbstarkes und helles Display. Auch die Bedienung der Smartwatch überzeugt auf ganzer Linie. Der Touchscreen reagiert schnell und flüssig, während die drehbare Krone tatsächlich eine Erleichterung markiert und beispielsweise bei der Navigation durch Menüs seine Vorteile ausspielen kann.

Performance und Sensoren der TicWatch Pro 5

  • Flüssige, rasante Performance ohne Hänger
  • Aktuelles Wear OS 3.5

Unter der Haube der TicWatch Pro 5 werkelt der aktuelle Snapdragon W5+ Gen1 von Qualcomm, dem 2 GB Arbeits- und 32 GB Systemspeicher zur Seite stehen. Als Betriebssystem kommt eine puristische Version von Wear OS 3.5 von Google zum Einsatz, die Mobvoi lediglich durch eine ganze Reihe eigener Apps aufpeppt, hinsichtlich des Designs aber nicht verändert.

Ein Modell mit eingebautem Modem bietet Mobvoi (bislang jedenfalls) noch nicht an. Anrufe lassen sich aber dank integrierter Lautsprecher und Mikrofone direkt über die Smartwatch tätigen. Vorausgesetzt, du hast dein Handy mit dabei.

Die Kombination sorgt in der Praxis für eine tadellose und rasante Performance. Kam es mit dem Vorgänger ab und zu noch zu Hängern oder ruckeligen Animationen, gehören diese nun endgültig der Vergangenheit an.

Selbst mit aktivem Sport-Tracking im Hintergrund, gleichzeitiger Musiksteuerung und dem Scrollen durch andere Apps rennt das Wearable flüssig. Tatsächlich liegt die reine Systemleistung auf Augenhöhe mit meiner Apple Watch Series 8, was bereits Bände spricht.

Sensoren, NFC und mehr

  • alle wichtigen Sensoren an Bord
  • Bluetooth 5.2 und NFC
  • Google Pay

Auf Augenhöhe sind zudem die verbauten Sensoren, zumindest in ihrer Summe. Schrittzähler, Herzschlag, Blutsauerstoffsättigung und Schlaf-Tracking ist alles mit von der Partie. Läufe oder Übungen an der frischen Luft lassen sich zudem dank GPS, Beidou, Glonass, Galileo und QZSS aufzeichnen. Einen Kompass und ein Barometer gibt es zudem als besondere Schmankerl obendrauf.

Allerdings genehmigt sich die Smartwatch beim Suchen des GPS-Signals etwas mehr Zeit als beispielsweise die Pendants von Apple oder Garmin im Falle der Fenix 7 Sapphire Solar (unser Test).

Über die etwas gewöhnungsbedürftige App „TicÜbung“ lassen sich zudem verschiedene Trainings aufzeichnen. Hier informiert die Uhr über Runden, Dauer des Trainings, Kalorienvebrauch und vieles mehr. Die automatische Erkennung klappt dabei leider nicht immer tadellos.

Mobvoi TicWatch Pro 5

Zudem habe ich festgestellt, dass nicht alle Sensoren vollständig akkurat aufzeichnen. Der Schrittzähler beispielsweise zählt mehr Schritte als ich tatsächlich gegangen bin und auch das Schlaftracking offenbart gewisse Abweichungen im Vergleich zu Apple Watch und Co – wenn auch nur minimal.

Etwas ärgerlich bleibt zudem der Fakt, dass die vollständige Auswertung und Analyse der Daten ein kostenloses Mobvoi-Konto voraussetzen. Die Mobvoi Health-App dient als Dreh- und Angelpunkt für alles, was mit der Smartwatch zu tun hat. Inklusive Einrichtung und Analyse. Diese hat zudem mit einigen Übersetzungsfehlern zu kämpfen, wo der Hersteller unbedingt noch nachbessern sollte.

Mobvoi TicWatch Pro 5
Im Nachgang gibt’s Statistiken auf der Uhr. In der App aber nur nach Registrierung.

Positiv hervorzuheben ist hingegen, dass die TicWatch Pro 5 zudem über ein NFC-Modul verfügt und somit mobile Zahlungen per Google Pay erlaubt. Das klappt ebenfalls einwandfrei.

Die Akkulaufzeit fällt überzeugend aus

  • Bis zu 80 Stunden Akkulaufzeit
  • schnelle Ladezeit
  • leider kein Wireless-Charging

Ein klares Kaufargument für die TicWatch Pro 5 stellt zudem die Akkulaufzeit dar, gerade wenn man eine Apple Watch gewohnt ist. Satte 628 mAh fasst der Akku, der ohne zusätzliche Einstellungen bis zu 80 Stunden lang durchhält. Mit dauerhaft aktivierter Blutsauerstoff- und Pulsmessung landen wir immer noch bei knapp 50 Stunden.

Mobvoi TicWatch Pro 5
Geladen wird weiterhin nur mit Kabel, dafür aber durchaus schnell.

Auch das Aufladen geht angenehm schnell vonstatten. 60 Prozent Akkuleistung lassen sich in 30 Minuten volltanken, ein voller Ladevorgang nimmt rund eine Stunde Zeit in Anspruch. Etwas schade hingegen ist, dass eine kabellose Lademöglichkeit nicht geboten wird. Der magnetische Anschluss ist also immer Pflicht.

TicWatch Pro 5 Test: Fazit

Die TicWatch Pro 5 von Mobvoi präsentiert sich im Test als hervorragende Wear OS-Smartwatch, die sich kaum nennenswerte Patzer erlaubt. Neben der hochwertigen und robusten Verarbeitung und dem schlichten, edlen Design punktet das Wearable vor allem mit einem überzeugenden Dual-Display und einer langen Akkulaufzeit.

Gegenüber dem bereits überzeugenden Vorgänger hat der Hersteller zudem die wichtigsten Kritikpunkte ausgemerzt. Das Always-on-Display ist nun auch in der Sonne besser ablesbar, zum Einsatz kommt das neueste Google-Betriebssystem und die Performance der Uhr leistet sich keinerlei Patzer mehr.

Lediglich der Account-Zwang und die Apps mit Übersetzungsfehlern stoßen sauer auf. Ansonsten gibt es so gut wie nichts zu beanstanden. Wer also auf der Suche nach einer hervorragenden Smartwatch im Android-Segment ist, wird mit der TicWatch Pro 5 sehr gut bedient.

TicWatch Pro 5 Test: Gold Award

Mobvoi TicWatch Pro 5

Verarbeitung
Hardware
Leistung
Funktionen
Akku
Preis-Leistungs-Verhältnis

93/100

Die Mobvoi TicWatch Pro 5 markiert die aktuell beste Smartwatch mit Wear OS. Design, Verarbeitung, Performance und Akku sind tadellos, das Tracking könnte jedoch etwas genauer sein.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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