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Arctic Liquid Freezer II 240 – Leistungsstarke AiO-Wasserkühlung setzt auf das Wesentliche

Der Hersteller Arctic ist schon lange ein sehr bekannter Hersteller von CPU-Kühlern, GPU-Kühlern und Gehäuselüftern. Besonders die CPU-Kühler der Freezer-Serie und GPU-Kühler der Accelero-Serie haben diese Marke weltweit bekannt gemacht. Vor etwa vier Jahren ist zu dem bereits recht breit gefächerten Portfolio ein weiteres Produkt dazugekommen. Dabei handelte es sich um eine All-in-One-Wasserkühlung mit dem Namen Liquid Freezer. Neben der doppel- bzw. vierfachbestückung mit Lüftern, hat die Liquid Freezer vor allem durch einen niedrigen Preis auf sich aufmerksam gemacht und viele Preis-Leistungsawards eingeheimst.

Im Oktober 2019 hat Arctic nun den Nachfolger vorgestellt. Diese AiO hört auf den simplen Namen Arctic Liquid Freezer II und kommt in den Radiatorgrößen 120 mm, 240 mm, 280 mm und 360 mm. Wie auch der Vorgänger, soll diese Kompaktwasserkühlung durch eine gute Leistung und einen attraktiven Preis überzeugen. Wie sich die € 84,89 * teure Arctic Liquid Freezer II 240 bei uns im Testparkour geschlagen hat, lest ihr in diesem Review.

Technische Details

Kühler-Spezifikationen

Maße (mit Lüfter) 277 x 120 x 63 mm (B x H x T)
Gewicht (mit Lüfter) 1,19kg
Material Kupfer (Kühlerboden), Aluminium (Lamellen)
unterstützte Kühlleistung
300W TDP
Kompatibilität AMD AM4
Kompatibilität Intel 115x, 2011, 2011-3 (Square-ILM), 2066 (Square-ILM)
Preis € 84,89 *
Besonderheiten
Pumpe mit VRM-Kühlung

Lüfter-Spezifikationen

Lüfter-Bezeichung Arctic P12 PWM
Abmessungen 120 mm x 120 mm x 25 mm
Gewicht 144 g
Geschwindigkeit 200 – 1800 rpm
Lautstärke 0,3 Sone [Max.]
Fördervolumen 95,7 m³/h
Luftdruck
2,2 mm H2O
Besonderheiten Fluid Dynamic Lager

Pumpen-Spezifikationen

Abmessungen 98 mm x 78 mm x 53 mm
VRM Lüfter 40 mm, 1000 – 3000 RPM (PWM gesteuert)
Pumpe 800 – 2000 RPM (PWM gesteuert)
Bodenplatte
Kupfer
Schlauchlänge 450 mm
Schlauch Durchmesser
Außen: 12,4 mm Innen: 6,0 mm
Besonderheiten VRM-Lüfter
€ 88,89
€ 93,99
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Verpackung & Lieferumfang

Die Liquid Freezer II 240 kommt in einem erstaunlich kompakten Karton aus Pappe. Dieser ist farbig bedruckt und enthält alle technischen Informationen und eine Auflistung der Key-Features dieser Kompaktwasserkühlung. Alle Angaben sind in englischer Sprache verfasst.

Packt man den Inhalt des Kartons aus, dann findet man die AiO inkl. vormontierter Lüfter, einen Beutel mit sämtlichem Montagezubehör (Schrauben, Backplate, Abstandshalter, Bügel, Wärmeleitpaste), eine Garantie-Broschüre und eine QR-Code für die Montage-Anleitung. Um Radiator, Pumpe und die Lüfter vor jeglichen Beschädigungen zu schützen, sind alle Komponenten von Folie und Pappe umhüllt.

Design & Verarbeitung

Optisch ist die Arctic Liquid Freezer II 240 schlicht gehalten und der Hersteller verzichtet zugunsten eines günstigeren Preises auf sämtliche RGB-Effekte oder digitale Displays. Der aus Aluminium gefertigte Radiator ist komplett schwarz lackiert und 38 Millimeter dick. Da diese Dicke bei der Konkurrenz häufig etwas niedriger geringer ausfällt, könnte die Liquid Freezer II bessere Temperaturen erreichen. Allerdings erhöht die zusätzliche Dicke auch die Wahrscheinlichkeit, dass es in manchen Gehäusen zu Kompatibilitätsproblemen kommen könnte.

Am Radiator hat Arctic mit zwei silbernen Verschlüssen zwei gesleevte Wasserschläuche befestigt. Die Schläuche sind 450 Millimeter lang und dezent in grau und weiß gestaltet. Am anderen Ende der Schläuche befindet sich natürlich der Pumpenblock. Die darin verbaute Pumpe dreht mit maximal 2000 Umdrehungen pro Minute und verfügt über eine Bodenplatte aus Kupfer. Der Pumpendeckel besteht aus Kunststoff und verfügt nicht über ein digitales Display oder RGB-Beleuchtung. Dafür findet sich hier aber ein Lüfter zur Kühlung der Spannungswandler auf dem Mainboard. Der Lüfter hat einen Durchmesser von 40 Millimetern und dreht mit maximal 3000 Umdrehungen pro Minute.

Die zwei mitgelieferten Lüfter der Arctic P120 PWM Serie sind komplett schwarz gehalten und sind für einen hohen Luftdruck optimiert. Beide Lüfter verfügen über einen 4-Pin-PWM-Anschluss und drehen mit maximal 1800 Umdrehungen pro Minute. Um Kabelsalat zu vermeiden, sind beide direkt mit dem PWM-Anschluss der Pumpe verbunden und müssen nicht separat angeschlossen werden. Die Kabel verschwinden direkt zwischen Sleeve und dem Wasserschlauch. Das erspart das Kabelmanagement beim Einbau der AiO in ein Gehäuse und alle beweglichen Teile der AiO (3x Lüfter, 1x Pumpe) können über einen einzigen PWM-Anschluss angesteuert werden.

Montage

Für das Review kommt ein Testsystem auf einem Benchtable zum Einsatz. Dadurch können wir Störfaktoren wie zum Beispiel einen Hitzestau im Gehäuse ausschließen. Das Testsystem besteht aus den folgenden Komponenten.

Wie bereits erwähnt, befindet sich im Lieferumfang keine Montageanleitung. Diese kann lediglich über den Aufruf eines QR-Codes geöffnet werden. Dieser verlinkt direkt auf die Homepage des Herstellers und ist in insgesamt acht Sprachen verfügbar. Neben einer übersichtlichen Einteilung der Montageschritte ist sogar auch immer ein komplettes Montage-Video hinterlegt.

Die Montage der AiO-Wasserkühlung benötigte bei unserem Testsystem mit AM4-Sockel nur wenig Teile und war schnell erledigt. Zuerst muss der Radiator inklusive der Lüfter mit dem Gehäuse verbunden werden. Dieser Schritt fällt, aufgrund der Verwendung eines Benchtables, in diesem Fall weg. Anschließend muss die Pumpe für die Montage vorbereitet werden. Dazu wird diese von der Unterseite mit zwei Haltebügeln versehen. Danach müssen die oberen Kunststoff-Bügel des AMD-Rententionmoduls entfernt werden. Die Backplate des Retentionmoduls verbleibt hinter dem Mainboard.

Als Wärmeleitpaste kommt, aufgrund der einfachen Handhabung, das Carbonaut Wärmeleitpad von Thermal Grizzly zum Einsatz. Nachdem das Pad auf den Heatspreader gelegt wurde, wird die Pumpe auf den Sockel gestellt und mit vier Schrauben direkt mit der Backplate des Mainboards verbunden.

Die Montage des Kühlers war schnell erledigt und die animierten Instruktionen auf der Homepage waren klar und eindeutig. Das Montage-System ist zwar einfach gestaltet, wirkt aber solide und erfüllt seinen Zweck. Eine Anpassung des Anpressdruck über federgelagerte Muttern gibt es jedoch nicht. Dafür ist die Backplate für Intel-Sockel aus solidem Metall gefertigt und wirkt stabil.

Lautstärke und Kühlleistung

Wie bereits im vorherigen Kapitel aufgezeigt, verwenden wir als Testhardware ein AM4-System auf Basis des Ryzen 7 2700X und dem MSI B350 PC Mate. Der Ryzen läuft auf 3,8 GHz bei 1,3 Volt.

Um den Prozessor aufzuheizen, wurde der Prozessor 15 Minuten mit Prime95 belastet. Die Temperatur der CPU wurde anschließend mit dem CPUID Hardwaremonitor ausgelesen. Dieser Test wurde in zwei verschiedenen Szenarien durchgeführt. Anschließend wurden die Werte mit denen des AMD Boxed Kühlers (Wraith Prism RGB) und des vor Kurzem getestetem Arctic Freezer 34 eSports DUO verglichen. Während der Temperaturmessungen hatte der Raum eine Temperatur von 18°C.

Kühler Betriebsszenario RPM Temperatur
AMD Wraith Prism RGB 50% PWM 1600 rpm 92 °C (Lüfter dreht auf 100% auf)
AMD Wraith Prism RGB 100% PWM 3000 rpm 75 °C
Arctic Freezer 34 eSports DUO 50% PWM 1250 rpm 69 °C
Arctic Freezer 34 eSports DUO 100% PWM 2100 rpm 63 °C
Arctic Liquid Freezer II 240 50% PWM 1000 rpm 64 °C
Arctic Liquid Freezer II 240 100% PWM 1800 rpm 60 °C

Wie zu erwarten war, schneidet der Freezer 34 eSports DUO im Vergleich zum Boxed-Kühler deutlich besser ab. Ebenfalls ist nicht verwunderlich, dass die Liquid Freezer II 240 nochmal bessere Temperaturen erreicht. Hinzu kommt hier noch, dass die All-in-One-Wasserkühlung selbst bei 100% keine besonders hohe Lautstärke erreicht. Auch der kleine VRM-Lüfter agiert unerwartet leise. Lediglich die Pumpe gibt ein dezentes Surren von sich. Dieses ist aber nur zu hören, wenn man sein Ohr nah an die Pumpe hält.

Mit der gezeigten Leistung eignet sich diese Kompaktwasserkühlung auch für leistungsstärkere CPUs wie zum Beispiel einen Ryzen 9 3950X oder i9-9900K. Aufgrund des VRM-Kühlers kann mit dieser AiO zudem vermieden werden, das die Spannunswandler überhitzen. Je nach Mainboard und Montagepostion des Radiators, kann dies nämlich durchaus ein Problem bei vielen Kompaktwasserkühlungen sein.

Fazit zur Arctic Liquid Freezer II 240

Mit der der Arctic Liquid Freezer II 240 hat es der Hersteller aus der Schweiz mal wieder geschafft. Durch den Verzicht auf RGB, den Einsatz eines Lüfters zur VRM-Kühlung und einen dickeren Radiator, macht diese Kompaktwasserkühlung auch bei Übertaktung eine gute Figur. Die Kühlleistung ist insgesamt gut und alle Komponenten sind als leise zu bezeichnen. Auch die Verarbeitung der Kompaktwasserkühlung ist gut.

Was differenziert gesehen werden muss, ist der Anschluss bzw. die Steuerung aller Komponenten über einen einzelnen 4-Pin-Anschluss. Auf der einen Seite erspart das ein aufwendiges Kabelmanagement und erleichtert den Anschluss. Auf der anderen Seite würden sich manche Käufer aber wohl wünschen, die Lüfter unabhängig von der Pumpe steuern zu können. Außerdem musste Arctic aufgrund des Preises leider Abstriche beim Montagesystem und dem Lieferumfang machen. Beides ist zweckmäßig, aber nichts besonderes.

Bezieht man abschließend Leistung und den Preis mit ein, so ist die Arctic Freezer II 240 eine empfehlenswerte AiO-Wasserkühlung für alle, die ausschließlich Wert auf die Kühlleistung legen und auf RGB-Beleuchtung verzichten können.

Arctic Liquid Freezer II 240

Design
Verarbeitung
Montage
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

90/100

Günstige Kompaktwasserkühlung mit Fokus auf das Wesentliche: Leistung und geringe Lautstärke.

€ 88,89
€ 93,99
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Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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t
tommy7110

Mitglied

169 Beiträge 13 Likes

Ohne Schnick Schnack, dafür ein Lüfter zur Kühlung der Spannungswandler, was nicht wirklich viel zu bieten haben. Und RGB kann man ja anderweilig noch installieren.

Antworten Like

r
roysommer1406

Mitglied

128 Beiträge 1 Likes

Ich finde die aio auch gut. Mal ein neuer Ansatz. Die spannungswandlerkühlung ist ja oftmals vor allem in Gehäusen mit geringerem airflow und verbauten aio ein Problem. Damit lässt sich das in den Griff bekommen.

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M
MIKZ

Neues Mitglied

1 Beiträge 0 Likes

Hat jemand die Aio? Ich lese oft das die ausgelesenen RPM (wenn alles über den einen PWM stecker angeschlossen wird) von der Pumpe sind?
Meine RPM scheinen aber die von den Lüftern zu sein da bei 100% ca. 1800rpm erreicht werden. Die lüfter separat ins mainboard zu stecken und die Pumpe ebenfalls sorgt dafür das überhaupt keine RPM ausgelesen werden.
Ist meine Pumpe defekt?

Habe die 360er version Rev.2

Antworten Like

jonas

Öfters hier

279 Beiträge 29 Likes

Was für Temperaturen erreicht die AiO denn unter Last. Wenn die Pumpe defekt wäre, dann dürfte die CPU sehr schnell warm werden.

Alternativ könntest du auch mal den Arctic Support kontaktieren. Habe ich bis jetzt gute Erfahrungen mit gemacht.

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