PC-Komponenten

DeepCool CG560 – Midi-Tower mit gutem Airflow und vier Lüftern im Test

Hinter dem Namen DeepCool verbirgt sich ein chinesischer Hersteller von PC-Komponenten. Gegründet wurde DeepCool 1996 in Peking. Zum Produktportfolio des Herstellers gehören unter anderem Gehäuse sowie CPU-Kühler und Kompaktwasserkühlungen. Im September 2021 hatte DeepCool mit dem CG540 und CG560 zwei weitere Midi-Tower in das Produktportfolio mit aufgenommen. In diesem Review stellen wir euch das CG560 etwas näher vor.

Auszeichnen soll sich dieser Midi-Tower vor allem durch einen geräumigen Innenraum und die dadurch erreichte hohe Hardware-Kompatibilität. Weiterhin sollen die Meshfrontblende in Fadenkreuz-Optik und die insgesamt vier vorinstallierten Lüfter (davon drei mit ARGB) einen guten Airflow bei gleichzeitig schicker Optik gewährleisten. Ob das € 79,90* teure DeepCool CG560 zu überzeugen weiß, erfahrt ihr in diesem Review.

Technische Details

Modell: DeepCool CG560
Gehäuse Typ: ATX
Abmessungen: 230 mm (B) x 470 mm (H) x 452 mm (T)
Gewicht: 7 Kg
Material: Stahl, Kunststoff, Tempered Glass
Farbe: Schwarz
Front-Anschlüsse 2x USB 3.0 Typ-A, 1x HD-Audio, 1x Power, 1x LED
Laufwerkschächte: 1x 3,5″
1x 3,5″/2,5″ (intern)
2x 2,5″ (intern)
Erweiterungsslots: 7x horizontal
Formfaktoren: ITX, µATX, ATX, E-ATX
Belüftung: Vorderseite: 3x 120 / 2x 140  mm
Rückseite: 1x 120 / 140 mm
Deckel: 2x 120 / 2x 140 mm
Radiatoren: Vorderseite: 1x max. 360 / 280 mm
Rückseite: 1x 140 mm
Deckel: 1x max. 280/ 240 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe: 175 mm
Max. Grafikkartenlänge: 380 mm
Max. Netzteillänge: 160 mm (mit HDD-Käfig)
Platz für Kabelmanagement 21 mm
Preis: € 79,90*
Besonderheiten: Tempered Glass, 3 vorinstallierte RGB-Lüfter, vorinstallierte RGB-Steuerplatine

Lieferumfang

Bei der Verpackung lässt sich DeepCool auf keine Spielchen ein und bleibt sich selbst treu. So wurde der überwiegend braune Karton mit einigen türkisen Farbelementen bedruckt und zudem mit einem Aufkleber versehen. Der farbige Aufkleber zeigt ein Bild des Gehäuses und die wichtigsten technischen Daten zum Tower. Im Karton hat DeepCool den Tower in zwei normale Styropor-Blöcke und zusätzliche Schaumstoffmatten gehüllt. Diese Vorkehrungen dürften mögliche Beschädigungen beim Transport gut verhindern. Sämtliches Montagezubehör hat DeepCool in einem Beutel innerhalb des Gehäuses platziert. Dieser beinhaltet alle notwendigen Schrauben, einige Kabelbinder, eine Montageanleitung sowie einen ARGB-Adapter für die Ansteuerung der RGB-Platine über das Mainboard.

Außeneindruck

DeepCool gestaltet das CG560 optisch überwiegend unauffällig. Etwas anders ist das jedoch bei der Front. Das Frontpanel besteht vollständig aus schwarzen Kunststoff und wurde mit einem Mesh-Gitter in Fadenkreuz-Optik versehen. Dessen Materialqualität lässt dabei leider etwas zu wünschen übrig. Die Materialstärke ist sehr gering und die Frontblende lässt sich leicht verbiegen. Zusätzlich verfügt das Panel beidseitig über große Luftschlitze. Um den Innenraum vor Staub zu schützen, wurde am Korpus eine magnetische Staubfiltermatte aus Mesh angebracht. Dahinter hat DeepCool insgesamt drei ARGB-Lüfter mit einer Rahmenbreite von 120 Millimetern platziert.

Die Deckelpartie wurde für den Einbau von Lüftern oder Radiatoren optimiert. Dominiert von einer großen Lüfteröffnung inklusive Staubfilter hat der Hersteller hier außerdem das I/O-Panel untergebracht. Dieses verfügt über zwei USB-3.0-Anschlüsse, einen HD-Audio-Comboport und zwei Taster für Power und die Steuerung der ARGB-Beleuchtung.

Da DeepCool bei CG560 ARGB-Lüfter verbaut, darf natürlich ein Seitenteil aus Tempered Glass nicht fehlen. Dieses ist auf der linken Gehäuse zu finden und wurde leicht getönt. Ab Werk befinden sich zwei Schutzfolien auf der Scheibe. Für eine leichtere Montage wurde diese zudem auf einen Stahlrahmen geklebt, der an Heck mit zwei Rändelschrauben befestigt wird. Das rechte Seitenteil besteht aus Stahl und kann eine Materialstärke von 0,55 Millimetern vorweisen. Bei der Größe des Panels ist das bereits grenzwertig. Dafür verfügt es aber über Rändelschrauben und eine Ausziehhilfe.

Die Rückseite des CG560 verbirgt nichts außergewöhnliches. Das Netzteil wird am Boden platziert und darüber finden sich sieben Erweiterungsslots mit wiederverwendbaren Blenden. Die Verschraubung der Erweiterungskarten erfolgt, erstaunlicherweise, im Innenraum und nicht außerhalb. Über den Erweiterungsslots sind ein vierter Gehäuselüfter im 140er-Format und der Ausschnitt für die I/O-Blende des Mainboards zu finden.

An der Unterseite lässt sich eine weitere kleine Einsparmaßnahme entdecken. Denn obwohl sich hier eine Vorbereitung für die Montage eines Staubfilters mit Rahmen vorhanden ist, verbaut der Hersteller leider nur eine einfach Matte aus Mesh. Einen sicheren Stand erhält der Tower durch vier Standfüße aus Kunststoff, die zusätzlich mit einer Schicht Gummi beklebt wurden. Ein weiteres auffälliges Merkmal sind zwei Schrauben in der Nähe des HDD-Käfigs, die auf eine Modularität hindeuten.

Inneneindruck

Im Innenraum kommt ein Layout zum Einsatz, dass mittlerweile jedem bekannt sein dürfte. So unterteilt sich das Innere in zwei Kammern. Die obere Kammer ist sehr groß und zeichnet sich durch ein planes Mainboard-Tray aus. Zur Optimierung der Verkabelung hat DeepCool das Tray mit zwei großen und drei kleinen Kabelmanagement-Öffnungen ausgestattet. Die zwei großen Löcher verfügen zusätzlich über Gummierungen. Durch die offene Gestaltung des Innenraums können die vorinstallierten Frontlüfter problemlos Frischluft in den Innenraum befördern.

Wie so oft, kommt auch beim CG560 eine Netzteilabdeckung zum Einsatz. Diese verdeckt das Netzteil, dessen Kabel und den HDD-Käfig. Zur Erleichterung der Verkabelung verfügt die Abdeckung außerdem noch über zwei Kabelmanagement-Öffnungen und, im vorderen Bereich, über einen großen Ausschnitt der die Kompatibilität zu Radiatoren erhöhen soll.

Unterhalb der Netzteilabdeckung verstecken sich offensichtlich das Netzteil und ein modularer HDD-Käfig. Der Montageplatz des Netzteils verfügt zur Minimierung von Vibrationen über dünne Gummistreifen. Ansonsten gibt es auf der Rückseite des Mainboard-Trays vor allem Platz für Kabel. Um die Anschlüsse des Netzteils noch besser verlegen zu können, hat der Hersteller an zahlreichen Stellen Halteösen für Kabelbinder in die Rückwand stanzen lassen.

Die Installationsmöglichkeiten für herkömmliche Datenträger halten sich bei diesem Midi-Tower in Grenzen. So können im modularen HDD-Käfig im unteren Bereich entweder zwei 3,5″- oder eine 3,5″- und eine 2,5″-HDD eingebaut werden. Für die Bestückung des Käfigs muss dieser aber zuerst ausgebaut werden. Zusätzlich lassen sich an der Rückseite des Mainboard-Trays zwei weitere SSDs platzieren. Hier erfolgt die Verschraubung über die Vorderseite des Mainboard-Trays. Eine Entkopplung der Datenträger gibt es beim CG560 nicht.

Die äußere und innere Verarbeitungsqualität sind überwiegend auf einem guten bis sehr gutem Niveau. So sind durchweg keine scharfen Kanten oder Lackierungsfehler erkennbar. Gleiches gilt für die Materialqualität. Lediglich die Materialstärke des rechten Seitenteils und das doch sehr billig wirkende Frontpanel aus dünnem Kunststoff trüben das Gesamtergebnis etwas.

Systembau im DeepCool CG560

Nun kommen wir zum Systemeinbau. Als Hardware verwenden wir einen  AMD Ryzen 5 1400 auf einem MSI B350 PC Mate mit 16GB Crucial Ballistix Sport LT grau DDR4-2666. Der Ryzen wird von einem LC-Power Cosmo Cool LC-CC-120-RGB gekühlt und ist auf 3,8 GHz (1,25 V) übertaktet. Für die Bildausgabe ist eine GTX 1060 6GB von Gigabyte AORUS zuständig. Die Stromversorgung erledigt das vollmodulare LC-Power LC550 V2.31 Platinum mit einem Effizienzgrad von 80 Plus Platinum.

Aufgrund des durchdachten Layout und die großzügigen Platzverhältnisse war der Einbau aller Komponenten sehr einfach und schnell erledigt. Das plane Mainboard-Tray erlaubt besonders breite Hauptplatinen und verfügt über gut positionierte Kabelmanagement-Öffnungen, die teilweise sogar gummiert wurden. Zusammen mit dem sehr guten Raumangebot auf der Rückseite des Mainboard-Trays kann ein sehr ordentliches System geschaffen werden. Beachten sollte man jedoch, dass eine E-ATX-Platine die großen Kabeldurchführungen vollständig verdecken dürfte.

Die Abmessungen und das Layout des Midi-Towers ermöglichen problemlos den Einbau großer Komponenten. CPU-Kühler dürfen bis zu 175 Millimeter hoch und Grafikkarten bis zu 380 Millimeter lang sein. Kann man zudem nicht auf den HDD-Käfig verzichten, sollte das Netzteil eine Länge von 160 Millimetern nicht überschreiten. Andernfalls gibt es für die PSU keine Begrenzung. Auch für eine Wasserkühlung sollte das CG560 genug Platz bieten. Laut Hersteller hat es Raum für einen 360er Radiator in der Front und einen 280er Radiator im Deckel.

Ab Werk verbaut Deepcool im CG560 vier Lüfter. Die drei Lüfter in der Front bestehen aus einem schwarzen Rahmen mit sieben milchig-weißen Lüfterblättern. Die Stromversorgung erfolgt jeweils über einen 3-Pin-Stecker, die über eine Y-Weiche zu einem einzelnem Stecker verbunden wurden. Die Ansteuerung der LEDs erfolgt über eine Steuerplatine auf der Rückseite. Die Maximaldrehzahl der Lüfter liegt bei circa 1200 Umdrehungen pro Minute. Der Hecklüfter kann eine Rahmenbreite von 140 Millimetern vorweisen und dreht mit maximal 900 Umdrehungen pro Minute. Anders als die Frontlüfter ist dieser aber vollständig schwarz gehalten. Auffällige Lagergeräusche sind während des Betriebs nicht zu vernehmen.

Zuletzt kommen wir noch zu den Temperaturen, die im DeepCool CG560 erreicht wurden. Während des Belastungstests wurden bei einer Raumtemperatur von 20 °C 15 Minuten lang Prime95 und FurMark ausgeführt. Außerdem wurde der Test mit zwei verschiedenen Lüftergeschwindigkeiten und ohne Seitenteil durchgeführt.

Szenario
Temperatur
CPU: 50% PWM (1125 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 140 mm (600 rpm) , 3x 120 mm auf 50% (700 rpm)
CPU: 69 °C
GPU: 65 °C
CPU: 50% PWM (1125 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 140 mm (900 rpm) , 3x 120 mm auf 100% (1200 rpm)
CPU: 64 °C
GPU: 64 °C
CPU: 50% PWM (1125 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
1x 140 mm (900 rpm) , 3x 120 mm auf 100% (1200 rpm)
ohne Seitenteil
CPU: 64 °C
GPU: 62 °C

Wie zu erwarten war, hat das CG560 durch die Gestaltung des Frontpanels und die vier vorinstallierten Lüfter keine Probleme unser Testsystem gut zu kühlen. Selbst in diesem Worst-Case-Szenario werden Temperaturwerte erreicht, die von kritischen Zahlen weit entfernt sind. Bei voller Umdrehungszahl sind die Lüfter jedoch deutlich aus dem Gehäuse herauszuhören.

Beleuchtungsoptionen im DeepCool CG560

Die Beleuchtungseffekte hat DeepCool im CG560 über die drei RGB-Lüfter in der Front realisiert. Diese sind digital adressierbar und werden über eine kleine Steuerplatine auf der Rückseite des Mainboard-Trays gesteuert. Diese Steuerplatine hat zahlreiche integrierte Modi und Farben fest eingespeichert. Das Wechseln der Farben erfolgt dann über den Knopf im I/O-Panel. Verfügt das eingebaute Mainboard über einen 5V-ARGB-Header mit 3-Pins, lässt sich die Platine alternativ auch direkt mit dem Mainboard verbinden und über die üblichen Softwarelösungen adressieren. Die Verbindung zwischen der Platine und den ARGB-Lüftern erfolgt jedoch über proprietäre Anschlüsse. Möchte man also weitere Lüfter anschließen, dann geht das nur mit Lüftern aus dem DeepCool-Portfolio. Abschließend noch ein paar Impressionen der aktiven Beleuchtung.

Fazit zum DeepCool CG560 Test

Da wir das DeepCool CG560 nun genauer unter die Lupe genommen haben, wird es Zeit für ein Fazit. Gut gefallen haben uns die sehr guten Platzverhältnisse und die damit verbundene hohe Hardwarekompatibilität. Eine überwiegend gute Verarbeitungsqualität und das grundsolide Layout des CG560 gehören zu den weiteren positiven Aspekten. Abgerundet wird dieses bereits gute Gesamtpaket durch die vier vorinstallierten Gehäuselüfter mit ARGB-Funktionalitäten und das Seitenteil aus Tempered Glass. Als Resultat der vielen Lüfter kann sich zudem auch das Kühlungspotentials des CG560 sehen lassen.

Aber auch negative Aspekte haben wir beim CG560 gefunden. So wirkt das Frontpanel durch die Verwendung von dünnen Kunststoff sehr billig. Auch die Materialstärke des rechten Seitenteils könnte für die anvisierte Preisklasse durchaus besser sein. Hinzu kommen dann noch die umständliche Datenträgermontage und die proprietären Anschlüsse der vorinstallierte RGB-Lüfter bzw. der Steuerplatine.

Insgesamt hat das DeepCool CG560 bei uns aber einen guten Eindruck hinterlassen. Kann man als Käufer bei den negativen Aspekten ein Auge zudrücken oder sind diese nicht relevant, dann stellt dieser Midi-Tower für € 79,90* ein interessantes Gehäuse dar, in dem man sein System gut präsentieren, beleuchten und kühlen kann. Konkurrenz gibt es aber dennoch zuhauf.

DeepCool CG560

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

86/100

Das DeepCool CG560 ist ein optisch ansprechender Midi-Tower mit einem guten Raumangebot, vier vorinstallierten Lüftern und einem sehr guten Airflow. Leider ist die Materialqualität stellenweise etwas fragwürdig gewählt.

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Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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