PC-Komponenten

Enermax StarryFort SF30: Ein schickes RGB-Gehäuse im Test

Enermax ist schon seit Jahren ein etablierter Hersteller für Kühler, Netzteile, Gehäuse und weitere Komponenten für den PC. Mit dem StarryFort SF30 steigt Enermax in den Markt der bunten und steuerbaren RGB-Gehäuse ein, und all das für ungefähr 75 Euro. Doch wie sich das Gehäuse in der Praxis schlägt und ob es gegen das große Angebot anderer Hersteller herausstechen kann, soll unser ausführlicher Test klären.

Technische Details

Das Enermax StarryFort SF30 ist seit Anfang 2019 erhältlich. Das Gehäuse wird nur in der Farbe Schwarz angeboten.

Universalhalterung für 3,5”/2,5” Laufwerke 2
Halterung für 2,5” Laufwerke 3
Expansion-Slots 7
Mainboard-Kompatibilität ATX, mATX, ITX
Netzteil Formfaktor ATX
Frontanschlüsse 2 x USB-A 3.0, Audio I/O
Lüfterpositionen 6
Lüfter Front 3 x 120 mm / 2 x 140 mm,
(3 x 120 mm enthalten)
Lüfter Oberseite 2 x 120 oder 2 x 140 mm
Lüfter Heck 1 x 120 mm
(1 x 120 mm enthalten)
Lüfter Boden
Staubfilter Lüfter für PSU, Deckel
Radiator Front – 120/240/360 mm
– 140/280 mm
Radiator Oberseite – 120/240 mm
– 140/280 mm
Radiator Heck 120 mm
Max. Länge PSU 240 mm
Max. Länge GPU 375 mm
Max. Höhe CPU Kühler 157 mm
Raum für Kabelmanagement Ja
Seitenteil links Tempered Glass
Seitenteil rechts Stahl
Abmessungen Gehäuse (LxBxH) 415 x 205 x 480 mm
Gewicht Netto 6,55 kg
Preis Produkt

Verpackung und Lieferumfang

Da das Gehäuse einige Glaselemente besitzt, müssen diese für die Lieferung ausreichend geschützt werden. Das StarryFort trifft in Styropor gut verpackt bei uns ein. Die Glaselemente wurden zusätzlich mit einer Folie beklebt, um vor Kratzern geschützt zu sein.

Verpackung
Verpackung

Im Gehäuse versteckt sich das Zubehör des Gehäuses. Enthalten sind folgende Teile:

  • Diverse Schrauben für Hardware und Befestigungen
  • Kabelbinder mit Enermax-Logo
Zubehör
Zubehör

Das Zubehör ist überschaubar aber ausreichend bestückt worden.

Außeneindruck

Das Gehäuse besteht hauptsächlich aus Stahl, Glas und etwas Plastik. Die Verarbeitung des StarryFort ist auf einem gutem Niveau. Große Spaltmaßen, Fehler in Materialien oder scharfe Kanten sind bei unserem Gehäuse nicht zu entdecken. Besonders gefallen die leicht abgerundeten Kanten, speziell an der Front.

Optisch auffällig sind die Glaselemente des Gehäuse. Neben dem linken Seitenelement aus Glas, werden auch die vorderen drei bereits mitgelieferten Lüfter durch eine Glasscheibe verdeckt. Ein Staubfilter für die vorderen Lüfter ist jedoch nicht zu entdecken.

Die obere Abdeckung ist magnetisch angebracht und lässt sich händisch einfach entfernen. Die Abdeckung wirkt stabil und scheint nicht besonders anfällig für Gebrauchsspuren zu sein.

Das Frontpanel besitzt zwei USB-3.0-Anschlüsse und zwei 3,5-mm-Klinkenanschlüsse. Zudem gibt es einen An-/Aus- und einen Resetschalter zu entdecken, wovon letzterer aber auch zur Steuerung der RGB-Beleuchtung genutzt werden kann. Ein Anschluss für USB-Typ-C fehlt, obwohl links eine nicht genutzte Aussparung vorhanden wäre.

Auffällig beim rechten Seitenteil: dieses ist ohne Schrauben befestigt. Im Test gab es keinerlei Probleme beim Halt.

Die Unterseite des Gehäuse zeigt eine dünne Abdeckung für das Netzteil, welche entfernt werden kann. Die Standfüße sind leicht gummiert und halten das Gehäuse rutschfest an Ort und Stelle. Es besteht zudem die Möglichkeit, den HDD-Käfig durch Lösen der Schrauben zu verschieben oder zu entfernen.

Die Rückseite des StarryFort zeigt die PCI-Slots. Diese müssen jedoch abgebrochen werden und sind dann dauerhaft entfernt. Eine Slotblende kann jedoch normal entfernt oder wieder montiert werden. Der bereits vormontierte 120-mm-Lüfter kann in der Höhe verschoben werden.

Insgesamt hinterlässt das Gehäuse einen guten Eindruck. Optisch ist das Gehäuse durch die Glaselemente an der Seite und der Front schick anzusehen. Die Qualität des Materials und der Verarbeitung zeigt keine Schwächen. Das Fehlen eines Staubfilters an der Front und die teilweise nicht wieder montierbaren PCI-Slots trüben das Gesamtbild jedoch etwas.

Inneneindruck

Der Innenraum des Enermax StarryFort SF30 wirkt auf dem ersten Blick recht clean. Das liegt unter anderem an der Trennung des Raums für das Mainboard und das Netzteil. Dennoch könnte die gesamte Höhe genutzt werden, um einen 360-mm-Radiator zu montieren. Für die Kabelführung sind verschiedene Möglichkeiten vorhanden, davon gummiert ist aber keine. Der vordere Teil der Trennung besitzt eine befestigten LED-Streifen zur Beleuchtung.

Bei Montage eines ATX-Mainboard schließt dieses bündig zur Trennwand des PSU-Raums ab. Die Abstandshalter sind bereits vorab montiert. Zur oberen Abdeckung besteht jedoch ausreichend Platz, um beispielsweise eine AiO-Wasserkühlung für die CPU zu montieren.

Im Gegensatz dazu wirkt der hintere Part des Gehäuses aufgrund der Vielzahl an Kabeln nicht sonderlich aufgeräumt. Herzstück des hinteren Innenlebens ist ein Element zur RGB-Steuerung. Hier besteht die Möglichkeit bis zu 6 Lüfter über einen 4-Pin-RGB-Anschluss zu steuern. Auch ein LED-Streifen und ein Mainboard-Sync-Kabel (kompatibel mit Asus, Asrock, MSI und Gigabyte) kann angeschlossen werden. Die Steuerung erfolgt über den Reset-Schalter des Gehäuses. Doch dazu später mehr.

Die mitgelieferten Lüfter werden mit einem Molex-Anschluss mit Strom versorgt. Dadurch sind diese leider nicht regulierbar und laufen dauerhaft mit der maximalen Drehzahl. Schade, denn die im Einzelhandel erhältlichen fast baugleichen Enermax SquA RGB-Lüfter* sind über den PWM-Anschluss steuerbar.

Im unteren Bereich können im verschieb- und entfernbaren Festplattenkäfig zwei 3,5-Zoll-HDDs montiert werden. Eine richtige Entkopplung findet jedoch nicht statt. Rechts neben dem LED-Controller ist noch Platz für ein 2,5-Zoll-Laufwerk. Des Weiteren sind einige Möglichkeiten gegeben, Kabel per Kabelbinder zu befestigen.

Abschließend hinterlässt der Innenraum einen guten Eindruck. Durch die sinnvoll umgesetzte Raumtrennung ist das Potenzial vorhanden, die Verkabelung des Gehäuses von außen optisch aufgeräumt vorzunehmen, und trotzdem bei Bedarf einen 360-mm-Radiator zu befestigen. Negativ fallen nur die nicht regulierbaren Lüfter auf.

Systemaufbau im Enermax StarryFort SF30

In das Enermax StarryFort SF30 wird folgende Hardware eingebaut:

CPU AMD Ryzen 1600
CPU-Kühler Enermax Aquafusion 240mm (ELC-Aqf240-Sqa)*
Mainboard ASRock Fatal1ty AB350 Gaming K4
RAM Corsair 16GB DDR4-3000
Grafikkarte Palit GeForce GTX 1080 GameRock Premium 8GB
Netzteil be quiet! Straight Power 10 Netzteil 500W CM 
Datenträger Zwei 2,5-Zoll-SSDs

Das ausreichende Platzangebot oberhalb und seitlich vom Mainboard erlaubt ein einfaches Anschließen von Kabeln. Auch längere Grafikkarte lassen sich im Gehäuse problemlos montieren. Bei Montage eines klassischen CPU-Kühlers ist jedoch Vorsicht geboten: mit einer maximalen Höhe von 157 mm passen einige Lüfter wie ein Thermalright Macho nicht in das Gehäuse.

Die Raumtrennung zwischen dem Netzteil- und Mainboardbereich und die gut platzierten Kabeldurchführungen erlauben ein gutes Kabelmanagement im sichtbaren Bereich. Des Weiteren lassen sich hinter dem Mainboard bis zu drei Laufwerke unsichtbar montieren. Das Schließen der rechten Seite ist auch bei großer Kabelmenge bei guter Verlegung ohne Probleme möglich. Auch der Platz für das Netzteil ist ausreichend dimensioniert und kann Notfalls durch das Entfernen des Festplattenkäfigs erweitert werden.

Beim weiteren Einbau der Hardware in das Gehäuse sind keinerlei Probleme aufgetreten.

Beleuchtung, Kühlleistung und Lautstärke

Nach dem Einbau der Hardware und dem ersten Einschalten kommt der Wow-Effekt: Die Beleuchtung funktioniert auf Anhieb und sieht sehr schick aus. Speziell in Verbindung mit der Enermax AquaFusion AiO-Wasserkühlung* wirkt das Gehäuse optisch gelungen. Mit dem Reset-Schalter kann die Beleuchtung eingestellt werden. Neben einigen Farbwechsel-Effekten, können auch Farben dauerhaft eingestellt oder die Beleuchtung gar komplett deaktiviert werden.

Beim Einbau wurde bereits festgestellt, dass die mitgelieferten Lüfter nicht regulierbar sind, obwohl die im Einzelhandel fast baugleich erhältlichen Lüfter steuerbar sind. Die Kühlleistung ist daher dauerhaft auf einem gutem Level. Das hat aber natürlich den Nebeneffekt, dass die Lautstärke dauerhaft auf dem selben Niveau ist.

Im Test konnte die Lautstärke trotz allem überraschen. Ja die Lüfter sind dauerhaft hörbar und nicht steuerbar, jedoch ist die Geräuschkulisse nicht störend und es sind keine Nebengeräusche zu hören. Wirklich Silent ist das Gehäuse nicht, aber von einem Unruhestifter kann definitiv auch keine Rede sein.

Fazit zum Enermax StarryFort SF30 Test

Optisch ist das Gehäuse gelungen und sieht durch die RGB-Beleuchtung sehr schick aus, insbesondere wenn auch die Enermax AquaFusion Komplettwasserkühlung* montiert ist. Die Beleuchtung ist personalisierbar und bei Bedarf auch abschaltbar. Das Gehäuse ist durch die nicht steuerbaren Lüfter zwar nicht Silent, aber wirklich laut ist es auch nicht.

Die Verarbeitung ist gut und zeigt kaum Schwächen. Durch das Fehlen des Staubfilters und eines USB-Typ-C-Anschlusses an der Front, lässt sich neben der Tatsache, dass nur ein PCI-Slot wieder verwendbar ist, der günstige Preis des Gehäuses erklären.

Zusammengefasst bekommt der Käufer mit dem Enermax StarryFort SF30 ein preiswertesm aber gut verarbeitetes Gehäuse mit RGB-Beleuchtung und ein paar Schwächen im Detail. Am Ende muss abgewogen werden, ob die Schwächen tatsächlich für den persönlichen Anwendungszweck relevant sind. Falls nicht, dann ist das StarryFort SF30 eine gute Wahl.

Enermax StarryFort SF30

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Lautstärke
Preis-Leistungs-Verhältnis

Ein preiswertes, aber gut verarbeitetes Gehäuse mit schicker RGB-Beleuchtung und ein paar Schwächen.

Dominik Schmid

Berufstätig in der Automobil & Finanzbranche, mit großem Interesse an allerlei technischen Themen!

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