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MSI MAG CoreLiquid 240R – die erste Kompaktwasserkühlung von MSI im Test

MSI ist bereits durch vielerlei Produkte auf dem Computermarkt etabliert, nun versuchen sie sich an einem weiteren Produkt – einer Kompaktwasserkühlung, oder auch All-In-One (AiO) Wasserkühlung. In Kombination mit einem Gehäuse mit einem Tempered Glass-Seitenteil und RGB ist so auch der CPU-Kühler auf dem Weg zum Showobjekt. Für euch haben wir die 240-mm-Version getestet – die MSI MAG CoreLiquid 240R. Wie diese abschneidet, erfahrt ihr im folgenden Test.

Spezifikationen

Sockelkompatibilität AMD: AM4, FM2(+), M1, AM3+, AM2(+), TR4, sTRX4, SP3
Intel: LGA 115x, 1200, 1366, 2011(-3), 2066
Pumpe Im Radiator montiert, max. 4200 U/Min
Schläuche 400 mm, nylonummantelt
Radiator 274 x 120 x 27 mm (L x B x H)
Aluminium
Lüfter 2x 120 mm, 4-Pin PWM, 500 – 2.000 U/min, 3-Pin ARGB (5V)
Wasserblock RGB-Beleuchtung, Kupfer Bodenplatte
Preis € 60,00 *

Lieferumfang und Verarbeitung

Neben der eigentlichen Wasserkühlung befindet sich ebenfalls eine Anleitung, das Montagematerial für die verschiedenen Sockel, Wärmeleitpaste und einige Adapterkabel für die Lüfter im Karton. Um die Lüfter mit einen einzelnen PWM-Anschluss versorgen zu können, wird ein Y-Kabel beigelegt. Für den Fall, dass auch dies nicht möglich ist, gibt es einen Adapter auf MOLEX. Als Letztes gibt es noch ein weiteres Anschlusskabel, um die Geschwindigkeit der Lüfter zu reduzieren.

Die Lamellen des Radiators sind gut gefertigt und optisch lassen sich keine Mängel feststellen. Der Wasserblock ist für eine Kompaktwasserkühlung überraschend leicht – dies ist dem Fakt geschuldet, dass die Pumpe unüblicherweise im Radiator verbaut ist. Durch diesen Wechsel wird etwas Lamellenplatz abgegeben, da die Pumpe direkt im Radiator sitzt – nicht etwa daneben. Das PWM-Kabel für die Pumpeneinheit wird ordentlich herausgeführt und besitzt eine angemessene Länge. Laut MSI dient diese Änderung dazu, dass die Lebensdauer der Pumpe erhöht wird, indem man diese von der Wärmequelle entfernt.

Auf dem Wasserblock befindet sich der MSI-typische Drache, welcher sich beleuchten lässt. Dies wird über einen 3-Pin-ARGB-Stecker realisiert – dieser ist in der Standardausführung verbaut und lässt sich so z. B. mit der MSI-eigenen Software Mystic Light steuern. Der Kopf des Blocks lässt sich rotieren, sodass man in jeder Montagemöglichkeit das Logo in der richtigen Ausrichtung sehen kann.

Die Lüfter bestehen aus einem schwarzen Rahmen und neun milchigen Rotorblättern. Diese werden ebenfalls mit LEDs beleuchtet, sodass dieser bei drehenden Lüftern komplett leuchtet. Auch hier setzt MSI auf den typischen 3-Pin-Stecker und löblicherweise ist hier an jedem Kabel ein Stecker und eine Buchse zu finden – so kann man die Lüfter in Reihe schalten und es wird nur ein einzelner ARGB-Header auf dem Mainboard benötigt, ganz ohne Y-Kabel oder Controller.

Die PWM-Kabel sind schlicht schwarz und es wurde auf ein Sleeve verzichtet. Dennoch fühlt sich das Gesamtprodukt hochwertig an und hinterlässt einen sehr guten ersten Eindruck.

Montage

Nach der ersten Begutachtung geht es direkt zur Montage. Wir haben in diesem Fall die Montage auf einem Ryzen 5 3600 getestet – also auf AMDs aktuellem Sockel AM4. Für diesen benötigt man zwangsläufig die originalen Halteschienen für den AMD-Standardkühler.

Die Montage verläuft simpel. Zuerst schiebt man die passende Schiene in den Wasserblock, anschließend hakt man diesen mit den beigelegten Klemmen in die Halteschienen ein und verschraubt das Ganze anschließend – das war es. Die Montage ist sehr einfach gehalten und kommt ohne viel Material aus – schön! Die Lüfter lassen sich je nach Montagevariante im Gehäuse natürlich vorher mit den beigelegten Radiatorschrauben montieren.

Die Montage auf den aktuellen Mainstream-Sockeln von Intel benötigt die beiliegende Backplate. Der Aufwand scheint hier etwas höher zu sein – dennoch ist dieser in einem vertretbaren Rahmen und im Schaubild gut dargestellt.

Ein Kritikpunkt bleibt jedoch – die Löcher zur Befestigung des Radiators im Gehäuse bzw. zur Befestigung der Lüfter scheinen etwas zu klein gebohrt zu sein – hier ist ehrlicherweise ein ordentlicher Kraftaufwand notwendig, um die Schrauben überhaupt in die dafür vorgesehen Löcher zu verschrauben. Nach dem erstmaligen Einbau ist dies jedoch kein Problem mehr – wir hoffen trotzdem, dass dies nur bei unserem Testexemplar der Fall ist.

Die RGB-Beleuchtung des Wasserblocks und die der Lüfter ist gleichmäßig und kräftig. Wie gewohnt, bietet Mystic Light einige Modi, um z. B. Regenbogenverläufe oder auch statische Farben darzustellen. Besonders die Beleuchtung der Lüfter überzeugt. Schade, dass man diese aktuell nicht einzeln erwerben kann, um das Gehäuse komplett mit einheitlichen Lüfter zu versehen.

Leistungstest

Wichtiger als die Beleuchtung ist jedoch die eigentliche Leistung der Kühlung. Um zu überprüfen, ob die Wasserkühlung auch mit der Konkurrenz mithalten kann, haben wir diese testweise auf einem Ryzen 5 3600 verbaut, der auf einem MSI B550 Tomahawk sitzt. Das Ganze wird mit 16 GB RAM und einer GIGABYTE RX 5600 XT GAMING OC in einem MetallicGear NEO Qube verbaut.

Das Testszenario ist eine hohe CPU-Last durch Prime95 mit den „In-Place FFTs“ – durch diese ist die Last auch konstant und gibt uns vergleichbare Werte aus. Vorab sei zu sagen, dass die 3000er-Serie von Ryzen in dem Szenario trotz Wasserkühlung recht heiß wird. Dies ist der 7-nm-Technologie und den daraus resultierenden Hotspots auf dem Heatspreader geschuldet. Im normalen Gamingbetrieb ist die CPU natürlich deutlich kühler – auch bei niedrigeren Drehzahlen. An diesem Testszenario kann man jedoch sehen, wie potent die Kühler sind. Um die Testumgebung vergleichbar zu halten, läuft die CPU mit einem manuellen OC auf 4,1 GHz @1,3V.

Um einen sinnvollen Vergleich zu schaffen, tritt die MAG CoreLiquid 240R gegen die Alseye H240 und die NZXT Kraken X73 an – zugegeben, die Kraken X73 hat natürlich mit einem 360mm Radiator einen Vorteil, aber daran sieht man gut, wo die MAG CoreLiquid 240R leistungstechnisch liegt.

Produkt Temperatur bei 50% PWM Temperatur bei 100% PWM
MSI MAG CoreLiquid 240R 68,7 °C 61,7 °C
ALSEYE H240 72,1 °C 65,9 °C
NZXT Kraken X73 65,1 °C 57,1 °C

Wie zu erwarten, lässt die NZXT X73 die Konkurrenten hinter sich, jedoch weiß auch die MAG CoreLiquid 240R zu überzeugen. Trotz gleicher Radiatorengröße setzt diese sich deutlich gegenüber der H240 ab und zeigt bei hohen Drehzahlen, wie stark sich die maximal 2000 U/Min bemerkbar machen – sowohl leistungstechnisch, aber auch in Betracht der Lautstärke. Bei einer alltäglichen Last und mit moderaten Drehzahlen ist die MAG CoreLiquid 240R kaum wahrnehmbar – hier gibt es von unserer Seite aus keine Kritik.

Fazit

Die MAG CoreLiquid 240R ist seitens MSI ein gelungener Einstieg in den AiO-Markt. Klar, das Rad wird hier nicht neu erfunden, aber die Verarbeitung ist solide, die Leistung überzeugt und die Beleuchtung ist angenehm.

Der Lieferumfang ist durch Zubehör, wie z. B. das 4-Pin auf MOLEX-Kabel überdurchschnittlich – realistisch ist hier jedoch nur selten ein wahrer Nutzen zu finden. Selbiges gilt für das „Speed-Reduction“-Kabel – Möchte man eine tiefere Geschwindigkeit, so passt man in der Regel die Lüfterkurve im BIOS an. Aber auch hier gibt es seltene Fälle, in denen ggf. OEM-Mainboards auf eine solche Steuerung verzichten. In dem speziellen Szenario könnte man die MAG CoreLiquid 240R natürlich auf eine leisere Lautstärke bringen.

Die Pumpe in die Radiatoreinheit zu integrieren ist nicht komplett neu – jedoch aktuell eher selten. Auch hier bleibt zu hinterfragen, ob realistisch ein Vorteil entsteht. MSI bewirbt zwar eine bessere Haltbarkeit, gewährt jedoch keine längere Garantie als andere Marken. Da aber ebenfalls kein Nachteil entsteht, bewerten wir dies neutral.

Insgesamt ist die MAG CoreLiquid 240R attraktiv – performance-technisch, aber auch optisch. Wir vergeben den Gold-Award, da das Gesamtbild stimmig ist und überzeugt. Zum Preis von etwa 110 € (aktuell: € 60,00 *) liegt sie im oberen Mittelfeld und ordnet sich somit zu den gehobeneren Varianten ein. Die MAG CoreLiquid 240R muss sich also nicht hinter den bekannten Größen auf dem Markt verstecken – wir sind gespannt, wie die nächsten Generationen der Wasserkühlungen von MSI aussehen werden.

MSI MAG CoreLiquid 240R

Design
Verarbeitung
Montage
Kühlung
Lautstärke
Preis-Leistungs-Verhältnis

93/100

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Tom Hackmann

Bereits in jungen Jahren ist Gaming zur Leidenschaft geworden. Durch diesen Einstieg ist mein Interesse an PC-Hardware entstanden - so habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und verfasse nicht nur Testberichte, sondern arbeite auch Vollzeit in der IT.

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Tom

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Spezifikationen

Sockelkompatibilität
AMD: AM4, FM2(+), M1, AM3+, AM2(+), TR4, sTRX4, SP3
Intel: LGA 115x, 1200, 1366, 2011(-3), 2066

Pumpe
Im Radiator montiert, max. 4200 U/Min

Schläuche
400 mm, nylonummantelt

Radiator
274 x 120 x 27 mm (L x B x H)
Aluminium

Lüfter
2x 120 mm, 4-Pin PWM, 500 – 2.000 U/min, 3-Pin ARGB (5V)

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