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NZXT Kraken X73 – Kann die Wasserkühlung mit dem Infinity-Mirror noch besser werden?

NZXT ist auf dem Markt der CPU-Wasserkühlungen kein unbekannter Name. Zusammen mit z. B. Corsair, Alphacool und ASUS stellen sie den High-End Bereich. Die X-Serie wurde nun in dritter Generation veröffentlicht. Der bekannte und beliebte Infinity-Mirror ist geblieben und auch sonst hat sich optisch wenig getan – das ist auch gut so. Trotzdem verspricht NZXT mit dem Produkt Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger, unter anderem durch eine bessere Pumpe und einen noch größeren Infinty-Mirror, der nun auch drehbar ist, um eine Montage in jeder Ausrichtung zu ermöglichen. Nachfolgend haben wir die Wasserkühlung für euch getestet.

Spezifikationen

Sockelkompatibilität Intel: LGA 1200, 1151, 1150, 1155, 1156, 1366, 2011, 2011-3, 2066
AMD: Socket AM4, sTRX4, TR4 (ohne Threadripper Bracket)
Wasserblock 80 x 80 x 55 mm (L x B x H)
Kupferblock mit Kunststoffgehäuse
Pumpe 7. Generation der Asetek-Pumpenreihe
800 – 2,800 RPM
Schläuche 400 mm, nylonummantelt
Radiator 394 x 121 x 27 mm (L x B x H)
Aluminium
Lüfter Aer P120, 3x
120 x 120 x 26 mm (L x B x H)
500-2,000 RPM
21-36 dBA
Öldrucklager
4-pin PWM
Garantie 6 Jahre
Preis € 164,90*

Lieferumfang und Verarbeitung

Nach dem Öffnen des Pakets fällt der Blick direkt auf die Wasserkühlung. Neben dieser befinden sich außerdem Montagematerial, drei einzeln verpackte Lüfter, eine Einbauanleitung und Anschlusskabel für die Pumpe im Karton.

Bei der Verarbeitung macht sich der Preis bemerkbar. Der Radiator ist durchweg einwandfrei lackiert, die Lüfter sind verwindungssteif und man erhält direkt das Gefühl, ein hochwertiges Produkt erhalten zu haben. Der Pumpenkopf mit dem berüchtigten Infinity-Mirror ist verspiegelt und durch eine Schutzfolie vor Kratzern geschützt. Es lassen sich keine verbogenen Kühlrippen oder sonstige Qualitätsmängel finden.

Die Schläuche sind sehr robust und lassen sich nicht leicht biegen. Dies soll für eine erhöhte Sicherheit sorgen – diese knicken in nahezu keinem Szenario und schließen so ein Auslaufen aus. Trotz des Infinity-Mirrors sind die Lüfter schlicht gehalten. RGB-Beleuchtung sucht man hier vergebens – dafür hat man sich vollständig auf die Performance konzentriert.

Die Schläuche sind über drehbare Fittings am Wasserblock angeschlossen. Kombiniert mit dem drehbaren Pumpenkopf kann man den Kühler so in beliebiger Position fixieren und erhält so vollständige Freiheit.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch – Der Wasserblock wird nur per USB- und Pumpheader am Mainboard und per SATA-Stromanschluss am Netzteil angeschlossen. Auf die Lüftersteuerung direkt über die Software wurde verzichtet und ein PWM-Splitter ist ebenso nicht vorhanden. Wer keinen Splitter über hat, sollte sich einen dazu kaufen. Alternativ kann man zwei der Lüfter ebenfalls als Gehäuselüfter anschließen. Warum hier jedoch auf ein günstiges Bestandteil verzichtet wird – gerade bei einem Premiumprodukt – ist unverständlich. Auch ein Lüfterprofil anhand der Wassertemperatur ist somit ohne weiteren NZXT-Controller nicht möglich. Schade!

Montage

Nach dem Auspacken geht es direkt zum Einbau – kurz gesagt: dieser geht schnell und einfach.

Bei der Radiatormontage hat man alle Freiheiten. Sowohl für eine Push- (Lüfter „drücken“ Luft durch den Radiator), als auch eine Pull-Konfiguration (Lüfter „ziehen“ Luft durch den Radiator) liegen passende Schrauben bei. Im Test haben wir die Lüfter vorab am Radiator fixiert und diesen anschließend im Deckel des Gehäuses verschraubt.

Beim AMD-Sockel AM4 werden die passenden Schrauben mit der vorhandenen AMD-Backplate verschraubt und die passende Halterung lässt sich durch drehen simpel an dem Wasserblock fixieren. Anschließend befestigt man diesen noch per Rändelschrauben an der Halterung und verbindet die Kabel – schon ist die Kraken X73 einsatzbereit.

NZXT CAM-Software

Nach der Installation der Hardware folgt die Installation der Software. Über die NZXT CAM-Software lässt sich die Wasserkühlung konfigurieren. Sowohl für die Pumpe, als auch für die RGB-Beleuchtung gibt es vordefinierte Konfigurationen, es lässt sich jedoch auch komplett frei einstellen. Als kleine Anmerkung vorab – das Silentprofil ist noch immer sehr performant und dreht recht hoch. Wenn man nicht akut ins Temperaturlimit läuft, kann man diese ohne Probleme noch heruntersetzen.

Sowohl der Ring des Infinity-Mirrors, als auch das NZXT-Logo lassen sich einzeln beleuchten. Darüber hinaus lassen sich sogar einzelne LEDs des Rings beleuchten und somit komplett individualisieren. Die NZXT CAM-Software bietet neben der Steuerung der Wasserkühlung auch noch weitere Gimmicks, unter anderem ein Monitoring (CPU- und Wassertemperatur), ein Tool zum Übertakten der Grafikkarte und eine Auflistung der Systemkomponenten.

Generell ist die Software sehr übersichtlich und man findet sich schnell zurecht. Die Möglichkeiten sind gut bemessen – es gibt nicht übermäßig viele Stellschrauben, jedoch vermisst man auch nichts.

Leistung: Kühlung

Die Beleuchtung ist schön und macht Spaß, doch man sollte auch die Leistung nicht außer Acht lassen. Bei einem Premiumpreis und einem 360-mm-Radiator sollte man auch erwarten dürfen, dass die Kühlleistung sehr gut ist. Kurzfassung: Die Kühlleistung ist sehr gut, dabei bleibt die Wasserkühlung nach der Feinjustierung auch sehr leise.

Das Testystem besteht aus einem Ryzen 5 3600, der auf einem MSI X570-A Pro thront. Das Ganze wird mit 16 GB RAM und einer GIGABYTE RX 5600 XT GAMING OC in einem Fractal Design Define 7 verbaut. Für eine gute Gehäusebelüftung wurde durch einige Wing Boost 3 ARGB gesorgt. Zur besseren Vergleichbarkeit wurde überall identische Wärmeleitpaste genutzt – in diesem Fall die Arctic MX-4.

Das Testszenario ist eine hohe CPU-Last durch Prime95 mit den „In-Place FFTs“ – durch diese ist die Last auch konstant und gibt uns vergleichbare Werte aus. Vorab sei zu sagen, dass die 3000er-Serie von Ryzen in dem Szenario trotz Wasserkühlung recht heiß wird. Dies ist der 7-nm-Technologie und den daraus resultierenden Hotspots auf dem Heatspreader geschuldet. Im normalen Gamingbetrieb ist die CPU natürlich deutlich kühler – auch bei niedrigen Drehzahlen. An diesem Testszenario kann man jedoch sehen, wie potent die Kühler sind.

Um eine Vergleichbarkeit mit Luftkühlern zu gewährleisten, haben wir den Test der Wasserkühlung länger ausfallen lassen – denn das Wasser im Kreislauf braucht eine Weile, um die maximale Temperatur zu erreichen. Nach den Durchgängen haben wir gewartet, bis die Wassertemperatur wieder den Ausgangszustand erreicht hat.

Durch den Vergleich wird deutlich, dass die Kraken X73 ordentlich kühlt. Wir erreichen nahezu identische Temperaturen zu dem Fuma 2 und Grandis 3 – und das bei 50% Belastung. Bei Intel-CPUs, welche die Wärme gleichmäßiger über den Heatspreader abführen, dürfte die Kraken X73 sich hier bereits absetzen.

Leistung: Lautstärke

Bezüglich der Lautstärke: Das Upgrade auf die 7. Generation der Asetek-Pumpen zahlt sich aus, denn bei moderaten Drehzahlen im Bereich von 40-50 % RPM ist diese bereits nicht mehr aus dem Gehäuse zu hören – trotz einer Leistung die nah am Maximum ist. Die Lüfter sind bereits bei niedrigen Drehzahlen solide. Begibt man sich jedoch in Bereiche, die nah am Maximum der Drehzahl sind, hat man hier einen sehr hohen Geräuschpegel. Man erhält hier eine sehr ordentliche Kühlleistung mit wenig Lautstärke – auch Übertakter haben hier ihren Spaß.

Fazit

Die NZXT Kraken X73 weiß trotz des Preises zu überzeugen. Natürlich muss einem die Optik zusagen – aber ist dies der Fall erhält man eine optische Aufwertung für sein Gehäuse und darüber hinaus eine sehr potente Kühllösung. Die Verarbeitung wird dem Preis gerecht und die 6 Jahre Garantie erachten wir als sehr lobenswert. Trotz kleiner Abzüge aufgrund der Lüftersteuerung, die im Vergleich zur Kraken X63 entfallen ist, hat sich die Kraken X73 ihren Gold-Award verdient. Wer das Geld für eine Kühlung ausgeben kann und einen stilvollen Computer möchte, ist hier auf jeden Fall beim richtigen Produkt gelandet.

Nachtrag: Laut NZXT ist inzwischen ein Splitterkabel im Lieferumfang enthalten.

NZXT Kraken X73

Design
Verarbeitung
Montage
Kühlung
Lautstärke
Preis-Leistungs-Verhältnis

92/100

Super Wasserkühlung, gut verarbeitet, wundervolles Design - einzige Kritik: Fehlendes PWM-Splitterkabel und der Preis

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Tom Hackmann

Bereits in jungen Jahren ist Gaming zur Leidenschaft geworden. Durch diesen Einstieg ist mein Interesse an PC-Hardware entstanden - so habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und verfasse nicht nur Testberichte, sondern arbeite auch Vollzeit in der IT.

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Tom

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NZXT ist auf dem Markt der CPU-Wasserkühlungen kein unbekannter Name. Zusammen mit z. B. Corsair, Alphacool und ASUS stellen sie den High-End Bereich. Die X-Serie wurde nun in dritter Generation veröffentlicht. Der bekannte und beliebte Infinity-Mirror ist geblieben und auch sonst hat sich optisch wenig getan – das ist auch gut so. Trotzdem verspricht NZXT mit dem Produkt Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger, unter anderem durch eine bessere Pumpe und einen noch größeren Infinty-Mirror, der nun auch drehbar ist, um eine Montage in jeder Ausrichtung zu ermöglichen. Nachfolgend haben wir die Wasserkühlung für euch getestet.
Spezifikationen

Sockelkompatibilität
Intel: LGA 1200, 1151, 1150, 1155, 1156, 1366, 2011, 2011-3, 2066
AMD: Socket AM4, sTRX4, TR4 (ohne Threadripper Bracket)

Wasserblock
80 x 80 x 55 mm (L x B x H)
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800 – 2,800 RPM

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