PC-Komponenten

Scythe Ninja 5 – Ein mächtiger CPU-Kühler mit zwei Lüftern im Test

Der 2002 in Japan gegründete Hersteller Scythe ist ein weltweit bekannter und anerkannter Hersteller von CPU-Kühlern, Lüftern und weiterem PC-Zubehör. Besonders mit dem CPU-Kühler „Mugen 2“ und der Lüfterserie „Slip Stream“ hat das Unternehmen große Erfolge gefeiert. In diesem Test wollen wir uns aber einem anderen CPU-Kühler aus dem Hause Scythe widmen. Dieser hört auf den Namen Ninja 5 und wurde im Frühjahr 2018 vorgestellt. Hierbei handelt es sich um einen sehr großen und wuchtigen CPU-Kühler, der ab Werk mit zwei Lüftern und einer schwarz eloxierter Top-Plate daherkommt. Des Weiteren wirbt der Hersteller mit einer hochwertigen Verarbeitung und einer einfachen Montage.

Ob der Ninja 5 wirklich den Angaben des Herstellers entspricht und wie er im Allgemeinen abschneidet, werden wir für euch in diesem Review herausfinden.

Technische Details

Kühler-Spezifikationen

Maße (mit Lüfter) 138 x 155 x 180 mm (B x H x T)
Gewicht (mit Lüfter) 1190 g
Material vernickeltes Kupfer (Bodenplatte, Heatpipes), Aluminium (Lamellen)
Heatpipes 6x Ø 6 mm
Kühlleistung keine Angabe
Kompatibilität AMD AM2, AM2+, AM3, AM3+, AM4, FM1, FM2, FM2+
Kompatibilität Intel 775, 115x, 1366, 2011, 2011-v3 (Square ILM), 2066
Preis € 49,99*

Lüfter-Spezifikationen

Lüfter-Bezeichung Scythe Kaze Flex 120
Abmessungen 120 mm x 120 mm x 27 mm
Gewicht 136 g
Geschwindigkeit 300 ~ 800 RPM ±10 %
Lautstärke 14,5 dB(A)
Fördervolumen 73,1 m³/h
Statischer Druck 0,49 mmH²O

Verpackung & Lieferumfang

Der Scythe Ninja 5 kommt in einem sehr großen Karton aus Pappe. Dieser ist bunt bedruckt und enthält jede Menge Informationen und Bilder über den Kühler und die mitgelieferten Lüfter. Diese Informationen sind in englischer und japanischer Sprache verfasst.

Öffnet man die obere Lasche, findet man eine weitere Schachtel die das komplette Zubehör beinhaltet. Vorhanden sind eine kurze und bebilderte Einbau-Anleitung, vier Lüfterklammern, eine Backplate aus Metall, ein PWM-Adapter für die Lüfter, ein praktischer Schraubendreher, Wärmeleitpaste und alle benötigten Schrauben bzw. Teile die zur Montage des Kühlers benötigt werden.

Unter der Schachtel befindet sich dann der Kühlkörper und die zwei Kaze Flex Lüfter. Der Kühlkörper ist zur Sicherheit mit einem weichem Schaumstoff umhüllt, um Beschädigungen zu vermeiden.

Insgesamt schlägt sich der Ninja 5 in diesem Bereich schon mal ganz gut. Der Lieferumfang ist üppig und die Verpackung ist durchdacht und sollte den Ninja 5 gut vor möglichen Beschädigungen schützen.

Design & Verarbeitung

In Bezug auf das Design hat Scythe keine großen Experimente gewagt. Der Kühlkörper ist fast quadratisch aufgebaut und besteht aus 40 Aluminium-Lamellen, sechs 6-Millimeter Heatpipes und einer glatten Bodenplatte aus Kupfer. Um die Optik etwas aufzuwerten, sind alle Heatpipes und die Bodenplatte vernickelt worden. Außerdem wurde die oberste Aluminium-Lamelle schwarz eloxiert und mit einem Muster in Form eines Wurfsterns versehen. Ob eine solche Musterung ansprechend ist oder nicht, dass muss jeder für sich selber entscheiden. Ich persönlich hätte auch mit einer schlichten schwarzen Oberseite leben können. Zuletzt hat der Hersteller auf beiden Seiten die untersten sechs Lamellen verkürzt um auch die Kompatibilität zu RAM mit hohen Heatspreadern gewährleisten zu können.

Die mitgelieferten Kaze Flex Lüfter aus dem eigenen Hause besitzen einen schwarzen Rahmen und gräuliche Lüfterblätter. Zudem verfügt der Rahmen an allen acht Ecken über ebenfalls graue Gummi-Elemente, die Schwingungs-Übetragungen auf den Kühler verhindern sollen. Außerdem wurden beide Ventilatoren mit einem hochwertigen Kabel-Sleeve ausgestattet.

Wie auf den Bildern ganz gut zu erkennen ist, wirkt der Ninja 5 mit beiden installierten Lüftern sehr massiv und bringt mit einem Gesamtgewicht von fast 1,2 kg ein ordentliches Gewicht auf die Waage. Trotzdem ist es mit einer Höhe von 155 cm noch verhältnismäßig kompakt unterwegs und dürfte in viele aktuelle Gehäuse passen.

Betrachtet man den Aspekt der Verarbeitung, so gibt es beim Ninja 5 nichts zu bemängeln. Der Kühlkörper weißt keine verbogenen Finnen auf, es gibt keine scharfen Kanten und auch die Eloxierung des Deckels ist sauber.

Montage

Für unser Review kommt ein Testsystem auf einem Benchtable zum Einsatz. Dadurch können wir Faktoren wie einen Hitzestau im Gehäuse auschließen. Das Testsystem besteht aus den folgenden Komponenten.

Der Scythe Ninja 5 setzt auf ein Montage-System mit dem „eindeutigen“ Namen H.P.M.S. III (Hyper-Precision-Mounting-System). Dahinter verbirgt sich ein Montage-Lösung mit einer massiven Backplate aus Metall und einer Bügel-Konstruktion auf der Vorderseite. Aber beginnen wir am Anfang.

Für unser AM4-System müssen zuerst die vorinstallierten Kunststoff-Bügel der AMD-Backplate entfernt werden. Die AMD-Backplate muss zur weiteren Montage aber hinter dem Mainboard bleiben. Auf die herausstehenden Nasen der Backplate werden nun die vier Abstandshalter aus Kunststoff gelegt. Darüber werden anschließend die zwei silbernen Montagebügel aus Metall platziert und mit den vier mitgelieferten langen Schrauben befestigt.

Bevor der Kühler montiert werden kann, darf natürlich das Auftragen der Wärmeleitpaste nicht fehlen. Ist das erledigt, kann der Ninja 5 auf die CPU gesetzt und mit dem großen Montagebügel gleichmäßig auf beiden Seiten verschraubt werden. Hier ist der mitgelieferte Schraubendreher durch den sehr langen Schaft von Vorteil. Dadurch lassen sich die zwei gefederten Schrauben des Querbügels sehr einfach eindrehen.

Unter eine kurzen Zuhilfenahme der beigelegten Anleitung war die Montage des Kühler innerhalb von 5 Minuten erledigt. Das Montage-System ist durchdacht und wirkt absolut stabil. Hier hat Scythe sehr gute Arbeit geleistet.

Etwas kniffeliger wird es bei der RAM-Kompatibilität. Der Kühler verfügt zwar über entsprechend verkürzte Lamellen im unteren Bereich, diese bringen aber nur dann etwas, wenn die Lüfter ein ganzes Stück weiter nach oben versetzt werden. Das führt dann zu einer deutlich weniger ansprechenderen Optik und erhöht natürlich auch die Höhe des Kühlers.

RAM-Kompatibilität

Kühlleistung

Wie bereits im vorherigen Kapitel aufgezeigt, verwenden wir als Testhardware ein AM4-System auf Basis des Ryzen 5 1400 und dem MSI B350 PC Mate. Der Ryzen läuft übertaktet bei einer Spannung von 1,25 V mit einer Taktfrequenz von 3,8 Ghz.

Um den Prozessor aufzuheizen, wurde der Prozessor 15 Minuten mit Prime95 belastet. Die Temperatur der CPU wurde anschließend mit dem CPUID Hardwaremonitor ausgelesen. Dieser Test wurde in zwei verschiedenen Szenarien durchgeführt und anschließend mit den Werten des AMD Boxed Kühler (Wraith Spire) verglichen. Während der Tenperaturmessungen hatte der Raum eine Temperatur von 18°C.

Kühlung Temperatur
AMD Wraith Spire-Kühler (50% Lüftergeschwindigkeit) 83°C
AMD Wraith Spire-Kühler (100% Lüftergeschwindigkeit) 73°C
Scythe Ninja 5 (50% Lüftergeschwindigkeit) 62°C
Scythe Ninja 5 (100% Lüftergeschwindigkeit) 59°C

Wie man in der Tabelle gut erkennen kann, liegt der Temperaturunterschied bei einer Lüftergeschwindigkeit von 50% bei 21°C. Nimmt man in dieser Wertung noch mit hinein, dass der Ninja 5 zudem deutlich leiser agiert als der Boxed-Kühler, liefert der Scythe-Kühler ein Top-Ergebnis. Selbst bei 100%-Lüftergeschwindigkeit und trotz des offenen Aufbaus sind die Lüfter kaum hörbar. Außerdem fällt positiv auf, dass die Lüfter keine Nebengeräusche erzeugen.

Fazit zum Scythe Ninja 5 Test

Der Scythe Ninja 5 ist in unseren Augen ein schlichter, aber performanter CPU-Kühler. Durch das Prinzip eines massiven Kühlkörpers und zwei langsam drehenden Lüftern im Push-Pull-Betrieb, kann bei einer geringen Lautstärke trotzdem eine gute Kühlung erfolgen. Außerdem hat der Hersteller diesen CPU-Kühler mit einem vorbildlichen Montage-System ausgestattet und top verarbeitet.

Allerdings kostet der Ninja 5 auch € 49,99*. Damit ist er etwas teurer als der Scythe Mugen 5 und der sehr beliebte Thermalright Macho Rev. B. Diese beiden Kühler bieten ebenfalls eine gute bis sehr gute Kühleistung und wirken etwas weniger klobig. Zudem können beide Kandidaten aufgrund der asymetrischen Bauform mit hoher Wahrscheinlichkeit besser mit großen RAM-Heatspreadern umgehen. Dafür verfügen beide CPU-Kühler aber nur über einen Lüfter welcher eine‎ deutlich höhere Maximaldrehzahl aufweißt.

Im Endeffekt macht Scythe mit dem Ninja 5 viel richtig, kann mit diesem Produkt aber nicht wirklich aus der Menge an anderen guten CPU-Kühlern herausstechen. Trotzdem ist er ein empfehlenswerter CPU-Kühler.

Scythe Ninja 5

Design
Verarbeitung
Montage
Lautstärke
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

Ein performanter, aber etwas klobiger CPU-Kühler, der eine geringe Lautstärke aufweist und über ein sehr gutes Montage-System verfügt.

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Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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Simon

Administrator

5,498 Beiträge 4,194 Likes

Ich muss mir auch mal so einen Kühler zulegen, meine 240er AiO ist ein wenig zu schwach und beim Umbauen nervt der Radiator immer.

Antworten Like

jonas

Öfters hier

232 Beiträge 26 Likes

Was hast du denn für eine AiO und CPU?

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Simon

Administrator

5,498 Beiträge 4,194 Likes

be quiet! Silent Loop 240 mm...und einen 8700k, der eigentlich von Caseking pretested auf 5,2 GHz ist...aber das schafft die Kühlung nicht. :D

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