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Geekom A8 Test: Ein Upgrade, das keines ist

Gerade einmal drei Monate ist es her, dass Geekom mit dem A7 in unserem Test den Mini-PC-Thron eroberte. Nun schickt man mit dem Geekom A8 bereits den Nachfolger an den Start, der auf den modernen AMD Ryzen 9 8945HS der Hawk Point-Serie setzt, ansonsten aber nahezu baugleich mit dem Vorgängermodell ist. In unserem Geekom A8 Test sehen wir, dass die neue CPU keine Leistungsvorteile liefert, weshalb der günstigere Vorgänger vielleicht die bessere Wahl sein könnte.

Technische Daten

Produktbezeichnung A8
Prozessor AMD Ryzen 9 8945HS (8 Kerne, 16 Threads, 4.0 – 5.2 GHz)
Grafikleistung AMD Radeon 780M
Abmessungen (H x B x T)  37 mm x 112 mm x 112 mm
Gewicht 417 Gramm
Speicherplatz 2.000 GB SSD M.2 2280 (PCI e Gen4 x4)
Arbeitsspeicher 32 GB DDR5-5600
Video 2x HDMI 2.0, 2x USB-C bis 8K-Auflösung
Betriebssystem Windows 11 Pro
Konnektivität Wi-Fi 6E, 2,5-Gigabit-Ethernet
Anschlüsse 2x USB 3.2 Gen 2 Typ A; 1x USB 2.0; 1x USB4 Type-C; 1x USB 3.2 Gen 2 Type-C 1x 3,5-mm-Klinke; 2x HDMI 2.0; 1x 2,5 GBit/s-Ethernet-LAN
Preis € 979,00 *
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Geekom A8 Test: Design und Verarbeitung

  • hochwertiges, kompaktes Design
  • hervorragende Verarbeitung
  • gute Wartungsmöglichkeiten

Wenig überraschend ist das Design des A8 identisch zum Vorgänger, dem Geekom A7. Auch diesmal setzt der Hersteller auf ein silbernes Aluminium-Gehäuse, das mit 112,4 mm x 112,4 mm x  37 mm angenehm kompakt ausfällt.

De facto ist er, neben dem Vorgänger, einer der handlichsten und leichtesten Mini-PCs überhaupt. Auch die Verarbeitungsqualität ist top, hier gibt es absolut nichts zu beanstanden.

Auch die Wartungsmöglichkeiten wurden aus dem Vorgänger übernommen. Unter den vier geklebten Gummifüßen an der Unterseite gelangt man mit Kreuzschlitz-Schrauben in das Innere, in dem dann Arbeitsspeicher und SSD ausgetauscht werden können.

Maximal lässt sich der Geekom A8 mit bis zu 64 GByte RAM bestücken und nimmt eine M.2 2280-SSD auf. Das WLAN-Modul im M.2 2230-Formfaktor lässt sich ebenfalls herausnehmen.

Ausstattung und Anschlüsse

  • moderne CPU
  • leistungsstarke iGPU
  • überzeugende Anschlussvielfalt

Die wichtigste und eigentlich auch einzige Neuerung des Geekom A8 steckt in der CPU. Statt des AMD Ryzen 9 7940HS kommt nun das neuere Pendant aus der Hawk Point HS-Reihe, namentlich der AMD Ryzen 9 8945HS zum Einsatz.

Dieser ist baugleich zum Vorgänger, bietet jedoch eine höhere Taktung der Ryzen AI Engine, was in einer deutlich gesteigerten KI-Leistung resultiert. Wer keine KI-Anwendungen lokal auf dem Mini-PC nutzt, merkt von einer Leistungssteigerung also nichts.

Ansonsten ist die CPU mit 8 Kernen, 16 Threads und Taktraten zwischen 4,0 GHz und 5,2 GHz absolut identisch. 8 MB L2-Cache und 16 MB L3-Cache werden geboten, die maximal mögliche TDP von 54 Watt reizt Geekom nicht aus und lässt den A8 bei 45 Watt.

Auch die integrierte GPU in Form der Radeon 780M mit 12 CUs und bis zu 2.8 GHz ist identisch. Hinzu kommen 42 GByte DDR5-5600-RAM und eine 2 Terabyte große SSD (Acer N500).

Abgerundet wird auch hier die Ausstattung durch Wi-Fi6E und Bluetooth 5.3. Als Betriebssystem kommt Windows 11 Pro zum Einsatz.

Die Anschlüsse sind ebenfalls identisch zum Geekom A7. Vorne gibt es zwei  USB 3.2 Gen 2 Type-A Ports, sowie einen 3,5-mm-Klinkenanschluss, an der Seite gibt es einen SD 4.0-Kartenleser. Hinten stehen die folgenden Ports zur Verfügung:

  • 2x HDMI 2.0
  • 1x USB-4 Type-C
  • 1x USB 3.2 Gen 2 Type-C
  • 1x USB 3.2 Gen 2 Type-A
  • 1x USB 2.0 Type-A
  • 1x 2,5-Gbit-Ethernet-LAN
  • 1x Stromanschluss

Praxistest des Geekom A8

  • sehr gute Systemleistung
  • etwas leisere Lüfter
  • starke Performance-Einbrüche in Spielen

Natürlich gibt der Geekom A8 auch in der Praxis eine sehr gute Figur ab. Das sind wir von den Mini-PCs des Herstellers ja bereits gewohnt. Entsprechend der verbauten Komponenten legt der Rechenzwerg ein hervorragendes Arbeitstempo vor und ist selbst anspruchsvollen Szenarien gewachsen.

Im Vergleich zum A7 arbeiten die Lüfter beim neuen Modell etwas leiser und lassen sich etwas mehr Zeit, bis sie anspringen. Unter Volllast erreichen sie mit 34 dB(A) minimal niedrigere Geräusche als der Vorgänger.

Allerdings zeigt sich im direkten Vergleich, dass der Geekom A8 die Leistung nicht so gut aufrecht erhalten kann, wie dies noch beim Vorgänger der Fall war. Im 3DMark Speed Way Stress Test erreicht der Mini-PC nur eine Bildraten-Stabilität von 65,2 Prozent und konnte den Test somit nicht bestehen.

Geekom A8

Das liegt unter anderem an den sehr hohen Temperaturen, die innerhalb des kompakten Rechners entstehen. Relativ schnell erreicht die GPU Temperaturen von 80-90 Grad Celsius, während sich die CPU bei rund 70°C einpendelt.

Das lässt schon einmal erahnen, wohin die Reise hinsichtlich der Leistung gerade im Gaming-Bereich gehen wird. Abseits dessen konnte ich aber, auch bei anspruchsvollen Multi-Tasking-Aufgaben, keine Leistungseinbußen feststellen.

Benchmark: Produktivität, System, SSD und Gaming

Wie immer habe ich mir die Leistung des Geekom A8 in verschiedenen Benchmarks genauer angeschaut. Die Produktivitäts- und Systemleistung messe ich mit PCMark 10 und Cinebench R23.

PCMark 10 simuliert bei Durchführung des Benchmarks unterschiedliche Workflows, die Textverarbeitung, Surfen im Internet und Tabellenkalkulationen mit einbeziehen. Cinebench hingegen misst die Geschwindigkeit der CPU-Kerne einzeln, sowie im Multi-Core-Betrieb. Im Gaming-Test habe ich neben 3DMark auch ein paar Games ausprobiert.

Im SSD-Benchmark erreicht die Acer N5000 SSD sehr gute Resultate und landet hinsichtlich der Leistung, sowohl im kurzen 1-GB-Test als auch beim 10-GB-Dauertest, sogar vor dem baugleichen Modell des Geekom A7.

3.911,58 MB/s lesend und 3.127,29 MB/s schreibend können sich wirklich sehen lassen, während vor allem die 4K-64-Thrd-Werte von der neueren CPU profitieren. Am Ende gibt es mit 5.934 Gesamt-Punkten ein wirklich gutes Ergebnis.

Lesen Schreiben
Sequenziell 3.911.58 MB/s 3.127,29 MB/s
4K 54,38 MB/s 192,30 MB/s
4K-64Thrd 1.552,25 MB/s 2.443,88 MB/s
Zugriffszeit 0,021 ms 0,071 ms

In den CPU-Tests von Cinebench kann der AMD Ryzen 9 8945HS seine Stärken ausspielen und landet, etwas überraschend, trotz selber Ausstattung mitunter deutlich vor dem Vorgängermodell. Das gilt vor allem für die Multi-Core-Tests, während bei der Single-Core-Leistung beide Ryzen 9-Generationen etwa gleichauf sind.

In Cinebench 2024 erreicht die neue Generation 932 Punkte im Multi-Core-Test, während der Vorgänger auf 872 Pkt. kam. In Cinebench R23 sieht der Abstand mit 15.963 Pkt. gegenüber 14.615 Pkt. sogar noch etwas deutlicher aus.

Auch im ganzheitlichen PCMark Test liegt der Geekom A8 vorn, wenn auch nur knapp. Überraschenderweise hat man aber im anspruchsvollen Bereich der Digital Content Creation leicht das Nachsehen.

Benchmark Ergebnis
Cinebench R23 Multi Core 15.963 Pkt.
Cinebench R23 Single Core 1.803 Pkt.
Cinebench 2024 Multi Core 932 Pkt.
Cinebench 2024 Single Core 109 Pkt.
PCMark 10 Gesamtwert 7.593 Pkt.
PCMark 10 Essentials 11.469 Pkt.
PCMark 10 Productivity 10.656 Pkt.
PCMark 10 Digital Content Creation 9.718 Pkt.
Geekbench 6 Multi Core 13.043 Pkt.
Geekbench 6 Single Core 2.651 Pkt.
Geekbench 6 GPU 33.632 Pkt.

Was sich im Praxistest bereits angedeutet hat, sollte sich dann in den Grafik- und Gaming-Tests auch bewahrheiten. Der Geekom A8 zeigt massive Probleme, die gebotene Leistung auf Dauer aufrechtzuerhalten. Relativ schnell bricht diese ein, was durch die Bank zu niedrigeren Ergebnissen führt, als es noch beim A7 der Fall war.

Hatte ich seinerzeit im Test noch die gute Gaming-Tauglichkeit des Mini-PCs samt Radeon 780M gelobt, kann ich dem neuen Modell hier keine Empfehlung aussprechen. Sowohl die Leistung in den synthetischen Tests als auch in realen Spielen liegt deutlich unter dem, was zu erwarten gewesen ist.

Benchmark Ergebnis
Fire Strike Gesamt 6.316 Pkt.
Time Spy Gesamt 3.066 Pkt.
Speed Way Gesamt 442 Pkt.
Port Royal Gesamt 1.542 Pkt.
Solar Bay Gesamt 11.242 Pkt.
Final Fantasy XV (1080p; Standard Quality) 3.032 Pkt.
F1 22 (1080p; Hoch; Raytracing niedrig) 39 FPS
Shadow of the Tomb Raider (1080p; Mittel) 33 FPS

Die Gaming-Leistung des A8 kann sich natürlich noch immer sehen lassen, keine Frage. Doch liegt diese weit hinter derselben GPU des A7 zurück, was den neuen (und aktuell noch teureren) Mini-PC recht unattraktiv macht. Gerade wenn man bedenkt, dass ansonsten die Leistung in anderen Bereichen nahezu identisch ist.

Geekom A8 Test: Fazit

Der Geekom A8 enttäuscht im Test, wenn auch auf hohem Niveau. Das liegt vor allem daran, dass der Vorgänger vor gut drei Monaten durch die Bank überragende Ergebnisse erzielen und damit sogar unseren Platinum Award erreichen konnte.

Hinsichtlich Design, Verarbeitung und Konnektivität liegt die Neuauflage auf Augenhöhe, während die Lüfter sogar ein kleines Bisschen leiser arbeiten. Aber eben nicht besser, denn die Leistung des Mini-PCs bricht ungewöhnlich schnell und derart rapide ein, dass sich der Rechenzwerg quasi nicht zum Spielen eignet.

Was schade ist, denn eigentlich sind CPU und GPU in der Lage, selbst aktuelle Titel in hohen Aufllösungen und Settings flüssig darzustellen. Dem A8 geht hier aber leider sehr schnell die Puste aus, weil die Leistung reduziert werden muss, um die hohen Temperaturen im Zaum zu halten.

So gibt es leider kaum Gründe, zum Geekom A8 zu greifen. Wer einen performanten Mini-PC sucht, fährt mit dem Vorgänger in Form des A7 deutlich besser. Wer einen günstigen Rechenzwerg für Office-Aufgaben sucht, wird bei anderen Modellen besser bedient und spart obendrein noch mächtig Geld.

Geekom A8 Test: Silver Award

Geekom A8

Design & Verarbeitung
Ausstattung
Leistung: System
Leistung: Gaming
Preis-Leistungs-Verhältnis

86/100

Hochwertiger Mini-PC mit starker Ausstattung und vielen Anschlüssen, der bei der Leistung allerdings deutliche Defizite zeigt und dem hohen Preis daher nicht gerecht wird.

Philipp Briel

Ich bin leidenschaftlicher Gamer seit meiner frühen Kindheit und habe neben dem PC nahezu jede Spielekonsole bereits besessen. Auch Technik begeistert mich, vor allem brenne ich für Peripherie, PCs, Notebooks und Gadgets.

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