PC- & Konsolen-Peripherie

AOC GH200 – Ein gutes Gaming-Headset?

Es scheint fast, als bräuchte jeder namhafte Hardware-Hersteller seine eigene Gaming-Peripherie – und auch AOC ist hier keine Ausnahme. Nachdem bereits die ersten Schritte gemacht wurden, beispielsweise in Form von Tastaturen, folgen nun mit den Modellen GH200 und GH300 die ersten beiden Headsets des Unternehmens.

Heute bei uns im Test befindet sich dabei das günstigere GH200, das wie auch das Schwestermodell als Over-Ear-Design daherkommt und typische Gaming-Wünsche erfüllen soll. So verspricht AOC unter anderem eine hohe Wiedergabe- und Aufnahmequalität zusammen mit viel Tragekomfort.

Ob diese Versprechen in der Praxis gehalten werden, was das AOC GH200 besonders macht und ob das Headset für seinen Startpreis von 43 Euro empfehlenswert ist, klären wir im folgenden Test.

Technische Details

Treiber: 50mm, Neodym-Magnet
Frequenzbereich: 20 Hz-20 kHz
Frequenzbereich (Mikrofon): 100 Hz-10 kHz, Omnidirektional
Impedanz: 32 Ω
Schalldruckpegel: 100 ± 3dB bei 1 kHz
Gewicht: 284 g
Gewicht mit Mikrofon: 287 g
Kabellänge und -typ: 3,5mm-Klinke, vierpolig, 1,8m
Y-Splitter im Lieferumfang
Varianten: Schwarz
Preis: € 36,88*

Lieferumfang

Als Lieferumfang spendiert AOC dem GH200 die übliche Standardausstattung. Das 1,8 Meter lange, vierpolige Anschlusskabel ist fest am Headset verbaut, und zusätzlich gibt es einen Y-Splitter für den Betrieb an zwei getrennten, dreipoligen Anschlüssen.

Design & Verarbeitung

Beim Aufbau des GH200 wagt AOC keine Experimente, was für ein Einstiegsprodukt auch alles andere als verwunderlich ist. Die beiden Lautsprechermembranen in den Over-Ear-Ohrmuscheln sind durch ein bezogenes Gitter geschützt. Als Kopfauflage dienen die üblichen Memory-Foam-Polster mit Kunstlederbezug.

Die Ohrmuscheln werden neigbar durch Metallarme mit dem Kopfband verbunden, das ebenso mit Kunstleder und Schaumstoff gepolstert ist. Soweit ist also alles Standard, die einzigen Abweichungen erlaubt sich AOC beim Logo und beim Anschluss des Mikrofons.

Ersteres ist, wie üblich, auf der Außenseite der Ohrmuscheln untergebracht, doch befindet sich darüber interessanterweise ein Metallgitter. Das Mikrofon wiederum ist abschraubbar, wobei der eigentliche Anschluss ans Headset von einer Steckhülse überdeckt wird. Zudem ist auch der flexible Mikrofonarm auffällig, der silbern gehalten und durch durchsichtigen Kunststoff ummantelt ist.

Beim zum Anschluss verwendeten Kabel ist der gut umgesetzte Sleeve lobenswert zu erwähnen, wobei das Vorhandensein der Kabelfernbedienung mit analoger Lautstärkesteuerung sowie Mikrofon-Mutetaste wohl Geschmackssache sein dürfte. Wir hätten uns allerdings gewünscht, dass auch dieses Kabel abgesteckt werden kann – stattdessen ist es fest verlötet.

Mit Hinblick auf die Verarbeitungsqualität erlaubt sich AOC beim GH200 keine Fehler: Das Headset weist keine nennenswerten Mängel auf. Kleinere Details, wie beispielsweise die metallenen Haltearme oder die verbauten Gelenke, können im Vergleich zu hochpreisigen Modellen natürlich nicht mithalten, doch in dem Preisbereich ist das Gebotene durchaus angemessen.

Tragekomfort

Mit Hinblick auf den Tragekomfort bietet AOC zwei Freiheitsgrade: Einerseits lassen sich die beiden Ohrmuscheln unabhängig voneinander aus dem Kopfband ziehen, sodass man die Höhe um rund vier Zentimeter verändern kann. Zusätzlich gibt es die bereits erwähnte Neigung der Ohrmuscheln und indirekt, durch ein bisschen Spiel im Neigungsgelenk und die dünnen Metallarme, auch einen gewissen Drehungsspielraum.

Im Praxistest fanden wir das Headset durchaus angenehm: Die Polster sind angenehm und die Freiheitsgrade reichen für viele Kopfformen aus. Mit Headsets, die zusätzlich ein Drehgelenk anbieten, GH200 zwar nicht ganz mithalten, doch auch so ist ein langes Spielen möglich, ohne dass das Headset stört.

Aufnahme- und Wiedergabequalität

Beim Klang präsentiert sich AOC mit dem GH200 massentauglich. Uns erscheint die Wiedergabe leicht basslastig, ohne aber richtigen Tiefbass zu erreichen. Der Ton setzt ab etwa 40 Hertz langsam ein, ist aber in den Tiefen noch nicht allzu stark. Eine allzu hohe Detailvielfalt darf man im angestrebten Preisbereich natürlich nicht erwarten, doch angesichts dessen erreicht das GH200 die Erwartungen.

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Leicht hervorstechen kann das GH200 dafür bei der Aufnahmequalität. Durch das Mikrofon aufgenommene Stimmen sind zwar klanglich verfärbt, dafür aber sehr gut verständlich. Zudem hat der Klang keine nennenswerten Störgeräusche, sodass eine problemfreie, angenehme Kommunikation möglich ist.

Fazit

Mit dem GH200 ist AOC ein gelungener Einstieg in den Headset-Markt gelungen. An Konstruktion und Verarbeitungsqualität gibt es nichts zu bemängeln, und auch der Tragekomfort des Headsets ist dem angestrebten Preis von 43 Euro angemessen. Hier bleibt abzuwarten, wo sich das Headset nach der Veröffentlichung tatsächlich einpendeln wird – gerade in diesem Preisbereich kann es bei der Attraktivität auf jeden Euro ankommen.

Auch bei den Kerndisziplinen Wiedergabe- und Aufnahmequalität sieht es gut aus: Bei der Musikwiedergabe platziert sich das GH200 dem Preisbereich angemessen, ohne aber hervorzustechen. Positiv aufgefallen ist uns dafür die Aufnahmequalität.

Das größte Problem des GH200 dürfte somit am Ende sein, dass es im angestrebten Preisbereich von rund 40 Euro viel Konkurrenz gibt und sich das Headset, wie auch die meisten anderen Modelle, durch markante Designentscheidungen nicht großartig vom Rest absetzen kann. Unterm Strich eignet sich das GH200 somit für alle Spieler, die einfach ein rundes Produkt wollen, ohne allzu viel Geld auszugeben.

Dabei ist natürlich zu bedenken, dass im Einstiegssegment immer irgendwo der Rotstift angesetzt werden muss: Das GH200 kombiniert eine solide Wiedergabequalität mit einer guten Aufnahmequalität, verzichtet aber dafür auf ein abnehmbares Anschlusskabel und ein Drehgelenk an den Ohrmuscheln. Wem das zusagt, der kann bedenkenlos zugreifen – und wer etwas anderes möchte, muss bedenken, dass er dafür höchstwahrscheinlich an anderer Stelle Abstriche machen muss.

AOC GH200

Verarbeitung
Tragekomfort
Soundqualität
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

80/100

Ein Headset mit gutem Mikrofon und stimmiger Umsetzung.

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Valentin

Durchgeknallter Vollzeitnerd

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