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Backforce versus Gamechanger: Zwei exzellente Gaming-Stühle (fast) auf Augenhöhe

Backforce ist für Individualität, Qualität und Made in Germany bekannt und hat schnell auf dem Markt etabliert. Mindestens ebenso viel Individualität und Made in Germany strahlen die Stühle von Gamechanger aus. Inwiefern der ebenso junge Hersteller in Sachen Qualität mit Backforce mithalten kann, bleibt abzuwarten.

Gestartet ist Gamechanger 2018 durch die Idee von Janet Carstensen, die beruflich bereits aus dem Bereich der ergonomischen Bürostühle kam. Auf einer Reise durch Asien erfuhr sie von mangelnder Qualität und Ergonomie vorhandener Gaming-Chairs, die bis dahin den Markt dominierten. Interstuhl war mit Backforce also nicht der erste Hersteller, der sich in Deutschland etabliert hat und auch nur hierzulande designt sowie produziert. Gamechanger hat in gewisser Weise Pionierarbeit geleistet. Das Ergebnis hat bisher zahlreiche Auszeichnungen erhalten und hat einen gestandenen Ruf unter Gamern und E-Sportlern.

Wir wollten herausfinden, inwiefern die Gamechanger-Stühle mit denen der jüngeren Marke Backforce mithalten können. Dazu haben wir die Top-Modelle Black L und One Plus gegenübergestellt, um sie bis ins Detail zu vergleichen. Das Ergebnis ist deutlich knapper ausgefallen als unsere bisherigen Vergleiche mit noblechairs, Recaro und SecretLab.

Eckdaten zu den Unternehmen

  Backforce Gamechanger
Markteinführung 2019 2018
Herkunftsland Deutschland Deutschland
Markt-Segment Premium Premium
Zielgruppe (Größe) 150 bis 192 cm 169 bis 210 cm
Zielgruppe (Gewicht) 45 bis 130 kg 45 bis 200 kg
Preisspanne aller Stühle 499 bis 629 Euro 519 bis 1997 Euro
Testurteile (Basic-Tutorials.de) 1x Gold, 1x Platinum 1x Platinum (Sports Edition)
Bestes Test-Ergebnis (Basic-Tutorials.de) 95/100 Punkten 95/100 Punkten
Besondere Features 5D-Armlehnen, Synchronmechanik, flexible Lordosestütze, markantes Rückenschild, individualisierbare Extras 4D-Armlehnen, Synchronmechanik, atmungsaktives Kunstleder, höhenverstellbare Rückenlehne, individualisierbar

Backforce: Geballte Gaming-Chair-Kompetenz mit nur einem 1 Jahr

Die Marke ist kaum eineinhalb Jahre alt, aber hat sich schon einen ordentlichen Namen in der Gaming-Branche gemacht. Nicht ohne Grund supportet Backforce E-Sport-Organisationen wie Berlin International Gaming (BIG), Streamer-Events wie Friendly Fire oder YouTuber wie Paluten. Erfahrung nimmt sich die Marke aus dem Hause interstuhl, ein deutscher Hersteller von hochwertigen Bürostühlen mit einer über 60-jährigen Unternehmensgeschichte. Somit war auch eine sehr gute Grundlage geschaffen, um Gaming-Stühle wie den One und den One Plus zum Leben zu erwecken – und das mit jeder Menge Qualität made in Germany.

Dabei sind die Menschen hinter Backforce so von ihren Produkten überzeugt, dass sie 10 Jahre Garantie auf jeden einzelnen Stuhl aussprechen, der die Produktion verlässt. Das sind mehr als jeder andere Hersteller zu bieten hat. Gamechanger liegt mit fünf Jahren nicht einmal knapp dahinter. Wir können natürlich noch nicht beurteilen, ob die 10 Jahre Garantie halten, aber nachdem wir uns nun schon so intensiv mit den Backforce-Stühlen in Reviews und Vergleichen auseinandergesetzt haben, gehen wir stark davon aus, dass ein One oder One Plus auch in 10 Jahren noch vollständig ihren Dienst erledigen.

Was die Gaming-Stühle von Backforce auszeichnen

Ein Problem bei den meisten Gaming-Stühlen sind oftmals die Bezüge. Wer atmungsaktiv sitzen möchte, muss auf echtes Leder oder auf Stoff zurückgreifen. Manche fühlen sich mit Tierhaut aber nicht wohl oder unterschätzen den Pflegeaufwand dafür. Wer sowohl einen edlen Look als auch Qualität und Langlebigkeit sucht, findet es bei Backforce in Form von Alcantara. Der Mikrofaserstoff sieht Echtleder zum Verwechseln ähnlich, ist äußerst robust, pflegeleicht und, was das Wichtigste ist, atmungsaktiv.

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Backforce ging es von vornherein darum auf einen typisch aussehenden Gaming-Chair zu verzichten. Keine Löcher in der Lehne, keine übliche Rennsitzschale, aber nachhaltiger Komfort, hochwertige Materialien und Funktionalität. Damit sich auch wirklich jeder auf den One bzw. One Plus-Stühlen wohlfühlt, hat sich Backforce vor allem beim letzten Punkt nicht lumpen lassen. Neben einer flexibel einstellbaren Lordosestütze punktet vor allem die Sitztiefen- und Sitzneigverstellung – eine Seltenheit bei Gaming-Stühlen.

Ebenso wenig auf dem Markt verbreitet sind die verbauten 5D-Armlehnen, die sich wegklappen lassen, damit man näher an den Tisch kommt, ohne anzustoßen. Und damit noch nicht genug: In Sachen Komfort und Ergonomie setzt Interstuhl erfahrungsgemäß auf Formholzplatten in der Lehne. Kein Material ist besser für den Rücken geeignet, da es sich optimal anpasst und nicht steif, wie Stahl oder Plastik bleibt.

Optisch ist das Rückenschild ein absolutes Highlight. Hier hat Backforce einen Part verschönert, um den sich die meisten Stühl-Hersteller nicht kümmern. Neben den farblichen Akzenten ist die Lehne mit einem Gamer Puls versehen, einer leuchtenden Brosche, die individualisierbar ist. Ebenso anpassbar sind die Patches auf den Schultern der Rückenlehne. Jedes Detail an den Backforce-Stühlen ist auf den Körper und teilweise auf den Geschmack des Nutzers ausgerichtet. Am Ende hat man seinen ganz persönlichen Gaming-Thron.

Und damit man auf diesem auch stundenlang sitzen kann, wurde nicht nur die Ergonomie perfektioniert, sondern auch der Komfort. Zwei Komponenten aus Schaum in der Sitzfläche bringen Bequemlichkeit und physische Unterstützung mit sich. Wer zudem Fan eines Nackenkissens ist, kann sich das auch im Onlineshop von Backforce separat bestellen. Die Notwendigkeit dafür sinkt zunehmend, weswegen es nicht nur bei Backforce nicht mitgeliefert wird.

Wie man unschwer erkennen kann, ist der Name Backforce – zu Deutsch so viel wie Rückenkraft – nicht ohne Grund gut gewählt. Qualität, einwandfreie Verarbeitung, Langlebigkeit und Ergonomie dominieren die Stühle des deutschen Herstellers.

Backforce One Plus ansehen!

Was die Gaming-Stühle von Gamechanger auszeichnen

Lang und breit über Backforce zu reden, können wir gut. Aber ebenso können wir das auch über andere Hersteller, die uns bereits überzeugt haben. Und wem wir einen Platin Award verleihen, der hat definitiv überzeugt. In unserer Hall of Fame ist neben Backforce somit auch Gamechanger zu finden.

Die Marke existiert zwar ein Jahr länger, aber die Entstehungsgeschichte ähnelt der von Backforce durchaus. Die Idee kam von der eingangs erwähnten Gründerin Janet Carstensen, aber zum hochwertigen Stuhl wurde der Gamechanger durch die Stuhl-Manufaktur Westaro. Diese blickt ebenfalls auf fast 60 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet zurück, ebenso wie Interstuhl.

Mittlerweile existieren vier Modelle – wobei eines sogar ohne Kopfstütze auskommt – und zwei Sondereditionen. Neben Funktionalität, Qualität und Design hat sich Gamechanger besonders der Individualisierbarkeit der Stühle gewidmet. Wie man sich bei Lieferdiensten eine Pizza ganz nach dem eigenen Geschmack zusammenstellen kann, so kann man es auch mit dem Gamechanger handhaben. Aber Achtung: Je nachdem was in den Warenkorb kommt, kann es bei dem Hersteller richtig teuer werden. Nimmt man das Komplettpaket inklusive Echtleder, aufgepolsterte Armlehnen, eine in der tiefe verstellbare Lordosenstütze und anderen Extras, kommt man auf sage und schreibe 1997 Euro. Manch ein Gaming-PC ist günstiger. Im Durchschnitt geben Käufer bei Gamechanger jedoch 700-900 Euro aus, los geht es bei 519 Euro.

Aber im Vergleich zum Backforce kann man den Gamechanger komplett so anmalen wie man es möchte, bis hin zu den Nähten. Am Ende hat man einen Gaming-Stuhl, den es kein zweites Mal auf der Welt gibt. Von Natur aus gibt es den Gamechanger in den Größen S/M, L und XL, je nach Körpergröße und Gewicht. Kauft man die Standard-Ausführung und nicht die Individualisierbare kann man immerhin noch zwischen Stoff, atmungsaktivem Kunstleder und echtem Leder sowie mit oder ohne Lordosenstütze wählen. Um die fehlende anpassbare Lordosenstützte auszugleichen ist die Rückenlehne jedoch in der Höhe verstellbar.

Die Funktionen, die von Grund auf im Gamechanger verbaut sind, können sich sehen lassen. In diesem ist ebenfalls eine Synchronmechanik verbaut, sodass sich Sitzfläche und Rückenlehne aufeinander abgestimmt bewegen. Darüber hinaus werden die Stühle mit 4D-Armlehnen ausgeliefert sowie mit glasfaserverstärktem Fußkreuz. Auch bei der Konstruktion werden keine Abstriche gemacht, sodass auch hier Formholzplatten zum Einsatz kommen, die gleichauf mit Backforce sind.

Gamechanger kann fast alles bieten, was Backforce kann. Der Unterschied liegt darin, dass der Stuhl nicht von vornherein optimal ausgestattet ist, sondern man sich das ein oder andere Extra noch dazukaufen muss. Dadurch schwebt man preislich aber ganz schnell in anderen Sphären.

Topmodelle: Der Backforce One Plus im Vergleich zum Gamechanger Black L

Geht man bei Gamechanger nicht auf den Individualisieren-Reiter hat der Stuhl schnell das Nachsehen gegenüber dem Top-Modell von Backforce, dem One Plus. Ausgestattet mit einer flexibel einstellbaren Lordosenstütze, einer Holzformplatte, atmungsaktivem Alcantara-Stoff, Synchronmechanik, Zwei-Komponenten-Schaum und optischen Features liefert er alles, was ein Gamer für lange Zocker-Sessions braucht.

Der Gamechanger muss dagegen erst in die Werkstatt, bevor er diese Extras ebenfalls für sich verbuchen kann. An die 5D-Armlehnen, die 10 Jahre Garantie und einem doppelschichtigem Kunststoffschild an der Rückenlehne vom Backforce One Plus kommt er dennoch nicht heran. Dem gegenüber kann Gamechanger aber mit der exzellenten Individualisierbarkeit und den verschiedenen Stuhlgrößen punkten.

Die Preise im Vergleich

Den Preisschock musste man bereits auf der Hälfte des Artikels verdauen. Somit können wir uns nun ganz nüchtern den Fakten stellen. Fakt 1: Gamechanger ist deutlich teurer als Backforce. Fakt 2: Man bekommt für mehr Geld ein bisschen weniger als bei Backforce, betrachtet man die unterschiedlichen Garantiefristen und die Vollausstattungen.

Somit bekommt man beispielsweise den Backforce One Plus für 629 Euro inklusive aller Funktionen und optischen Highlights. Beim Gamechanger geht es bei 519 Euro los, verbaut ist aber nicht mal die Hälfte der Extras, die im One Plus zu finden sind. Möchte man – rein hypothetisch – den Backforce One Plus bei Gamechanger soweit möglich nachbauen, kommt man auf satte 892 Euro. Dafür lassen sich aber alle Parts des Stuhls farblich nach dem persönlichen Geschmack gestalten.

Fazit

Am Ende hat Backforce in unseren Augen nur hauchdünn die Nase vorne. Wäre der hohe Preis für die gleiche Leistung nicht da, wäre es wohl ein Kopf-an-Kopf-Rennen geworden. Fest steht: Beide Stühle leisten hervorragende, ergonomische Arbeit und bieten jedem Nutzer viele Stunden eine bequeme Sitzgelegenheit.

Wer darüber hinwegsehen kann, dass ein Backforce-Stuhl nicht so detailliert gestaltbar ist wie ein Gamechanger, sollte sich definitiv für das jüngere Unternehmen entscheiden. Wer es finanziell locker sitzen hat, kann sich der Wahl stellen. Die Basic-Tutorials-Redaktion hat sich geschlossen für Backforce ausgesprochen – unabhängig der Preise.

Nach noblechairs, SecretLab und Recaro kann sich Backforce nun auch gegenüber Gamechanger behaupten – wenn auch knapper als gegenüber den anderen Kontrahenten.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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