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Genesis Nitro 880 – Gaming Chair im Test

Im Oktober hatten wir mit dem Genesis Nitro 550 einen verhältnismäßig günstigen Gaming-Chair bei uns im Test, heute folgt ein teureres Modell desselben Herstellers: Der Genesis Nitro 880.

Dieser wird aktuell in den Farbvarianten schwarz/rot und schwarz/grün angeboten und kostet Preis nicht verfügbar* beziehungsweise Preis nicht verfügbar*. Die Preise schwanken stark, bewegen sich aber oft im Bereich zwischen 250 und 300 Euro. Damit müssen Käufer deutlich mehr Geld hinlegen als beim Nitro 550, doch dafür soll der Nitro 880 auch einige Zusatzfunktionen bieten. Genesis verspricht unter anderem bessere Bodenrollen sowie die gängigen 4D-Armlehnen.

Wie sich der Nitro 880 in der Praxis schlägt, und ob sich der Aufpreis zum Nitro 550 lohnt, wird der folgende Test zeigen.

Spezifikationen

Rahmenkonstruktion: Metall
Material des Bezugs: PU Kunstleder
Armlehnen:  4D (Oben/Unten: 6 cm, Links/Rechts: 1,5 cm, Vorne/Hinten: 5 cm)
Ergonomie Rückenlehne neigbar, Höhenverstellbar
Gasdruckfeder: Klasse 4
Maximalbelastung 150 kg
Preis:

Lieferumfang und Aufbau

Wie andere Gaming-Chairs wird auch der Nitro 880 in Einzelteilen geliefert. Erneut befinden sich diese in zwei Pappkartons, die sich direkt ineinander befinden.

Im Lieferumfang befinden sich de Einzelteile des Stuhls, also beispielsweise die verschiedenen Lehnen und die Gasdruckfeder. Auch das Montagewerkzeug und die Schrauben mit Sprengringen und Unterlegscheiben werden mitgeliefert, sie sind in einem Blister untergebracht.

Der Aufbau des Nitro 880 ist schnell erledigt: Wer viel Platz hat dürfte eine gute halbe Stunde benötigen, in beengten Verhältnissen etwas länger. Der Aufbau des Stuhls kann vollständig alleine durchgeführt werden. Lediglich beim Anschrauben der Rückenlehne und beim Aufsetzen der Sitzfläche auf das Bodenkreuz kann es praktisch sein, einen Helfer zu haben – nötig ist ein solcher aber nie.

Als optionale Extras liefert Genesis erneut Kunststoffabdeckungen für das Verbindungsstück zwischen Sitzfläche und Rückenlehne mit. Zusätzlich gibt es die beiden üblichen Kissen für den Nacken und die Lordose, die an die Rückenlehne geschnallt werden können.

Design und Verarbeitung

Genesis setzt beim Nitro 880 auf PU-Kunstleder als Bezug, das dieses mal auch die Sitzfläche bedeckt. Das sorgt für eine wesentlich edlere Optik, auf Kosten einer potenziell erhöhten Wärmeentwicklung. Schwitzt man, kann Kunstleder anfangen zu „kleben“. Ob man einen optisch weniger ansprechenden Mesh-Bezug bevorzugt, ist schlicht Geschmackssache. Der Bezug liegt überall fest an. Lose Stellen, die sich aufscheuern könnten, gibt es nicht.

Die Nähte, die die verschiedenen Teile des Bezugs zusammenhalten, sind beim Nitro 880 auch gut gelungen: Die „Hauptnaht“ zwischen der Vorder- und der Rückseite ist ganz versteckt, die weiteren Nähte sind gleichmäßig und fest.

Im Falle des Nitro 880 kommt Kunstleder in den Farben Schwarz und Rot zum Einsatz, die Kontrastfarbe entsteht also nicht mehr nur durch die Nähte wie es beim Nitro 550 der Fall war. Auffällig ist zudem der rückseitige Bezug der Rückenlehne, der auf Carbon-Optik setzt.

Beim Grundgerüst des Nitro 880 setzt Genesis durchweg auf Metall, dementsprechend stabil wirkt er. Der Stuhl wird mit einer Maximalbelastung von 150 kg beworben und die dürfte er auch problemfrei stemmen können.

Der Aufpreis des Stuhls wird unter anderem auch durch die Armlehnen begründet: Verbaut werden typische „4D-Armlehnen“, bei denen nicht nur die Höhe, sondern auch die Position in der Horizontalen sowie der Drehwinkel angepasst werden kann. Die verbauten Modelle sind recht stabil und wackeln auch auf maximaler Höheneinstellung nicht übermäßig. Hier ist Genesis auf Augenhöhe mit den meisten anderen Gaming-Chairs.

Dasselbe gilt auch für die Verarbeitungsqualität des Nitro 880: Zwar gibt es an den lackierten Flächen einige kleine Einschlüsse, doch ist der Lack zumindest überall deckend aufgetragen. Auch die Verbindungen zwischen den Einzelteilen sind stabil.

Beim Nitro 550 zeigte sich im Detail doch der niedrige Preis des Gaming-Chairs zu erkennen. Beim Nitro 880 sind diese Mängel, passend zum höheren Preis, weit weniger anzutreffen: Zwar ist die Verarbeitungsqualität nicht perfekt, doch ist sie durchaus auf Höhe der gleich teuren Konkurrenz. Auffällige optische oder strukturelle Mängel gibt es an dem Stuhl selbst nicht. Kritik gibt es allerdings für den Praxiseinsatz der 4D-Armlehnen – mehr dazu im nächsten Punkt.

Praxiseinsatz und Ergonomie

Die Sitzfläche des Nitro 880 ist recht dick aber nicht zu weich gepolstert. Auffällig ist zudem die Sitzhöhe: Diese beträgt minimal 50 und maximal 55 cm, wodurch sich der Nitro 880 besonders für große Leute eignet – auch die Rückenlehne ist dafür hoch genug. Die Sitzfläche misst recht durchschnittliche 40 Zentimeter in der Breite.

Auch die Rückenlehne des Gaming-Chairs kann angepasst werden. Sie kann feinstufig von leicht nach innen gebeugt bis hin zu komplett waagrecht verstellt werden. Da der Nitro 880 recht stabil steht, kann man sich somit auch in einer flachere, entspannte Position begeben.

Bei den Armlehnen kommen gängige „4D“-Modelle zum Einsatz. Bei diesen kann die Auflagefläche in je drei Stufen gedreht sowie nach vorne/hinten, innen/außen und oben/unten verstellt werden. Leider hat auch Genesis hier mit den typischen Problemen zu kämpfen: Die 4D-Armlehnen sind nicht sonderlich stabil. Das betrifft bei unserem Modell insbesondere die linke Lehne, die sich bereits auf leichten Druck hin drehen kann und somit in einer unerwünschten Position einrastet.

Das ist gerade deshalb schade, weil die Drehbarkeit die wohl am seltenst verwendete Funktion der 4D-Armlehnen ist und man somit auch ohne Problem auf sie verzichten hätte können. Ein weiteres Problem ist die Höhenverstellung: Diese funktioniert zwar bei beiden Lehnen tadellos, doch ist die Minimal- und Maximalhöhe um rund eine Stufe versetzt, hier wäre eine gleichmäßigere Höhe wünschenswert gewesen.

Eine weitere Anpassungsmöglichkeit bietet die beiden mitgelieferten Kissen, die erneut gut umgesetzt sind: Sie können problemfrei an der Rückenlehne befestigt werden und bietet dann ein durchaus bequemes Sitzgefühl.

Auch eine Wippfunktion ist wieder mit dabei, mit der man mitsamt Sitzfläche und Rückenlehne nach hinten schwingen kann. Der Gegendruck der Mechanik kann über einen Drehknopf an der Unterseite eingestellt werden, der Spielraum ist dabei weit genug für alle übliche Ansprüche.

Als kleines „Extra“ spendiert Genesis dem Nitro 880 arretierbare Fußrollen, die einzeln über einen Hebel gesperrt werden können. Dadurch kann der Stuhl an einer Position fixiert werden, was in der Praxis recht gut funktioniert – mit entsprechendem Kraftaufwand lässt er sich aber natürlich trotzdem fortbewegen. Das einzige „Problem“ an den Fußrollen, ist der Nutzen: Wir können uns nur wenige Szenarien vorstellen, in denen man darauf angewiesen ist den eigenen Gaming-Chair an Ort und Stelle zu fixieren. Damit sind die Fußrollen in unseren Augen eher ein netter Zusatz als ein wirklich wichtiges Feature.

Unterm Strich ist die Ergonomie des Stuhls auf gutem Niveau. Aufgrund der hohen Sitzfläche würden wir den Stuhl allerdings nur für Spieler ab einer Körpergröße von rund 1,80 m empfehlen.

Fazit

Der Nitro 880 wagt sich als Topmodell von Genesis in einen Preisbereich, in dem zahlreiche Konkurrenzprodukte vertreten sind. Dabei bietet das Unternehmen alle üblichen Features eines Gaming-Chairs: Weit verstellbare Rückenlehne, Wippmechanik, 4D-Armlehnen sowie ein Kopf- und ein Lordosenkissen im Lieferumfang. Besonders ist zudem die Option, die Bodenrollen des Stuhls einzeln zu fixieren und somit ein Wegrollen zu verhindern.

Eine Stärke des Nitro 880 die Bezüge, die eng anliegen und durchaus bequem sind. Zudem fällt das recht dicke Sitzpolster auf, das im Gegenzug für eine verhältnismäßig hohe Sitzposition sorgt. Wer nicht mindestens im Bereich der 1,80 Meter rangiert, der ist hier falsch – und auch für Spieler mit über 2 Meter Größe dürfte der Stuhl noch gut geeignet sein, womit sich der Nitro 880 gewissermaßen eine Nische für sich absichert.

Leider gibt es bei dem Gaming-Chair aber auch einen Kritikpunkt: Die 4D-Armlehnen unterliegen offenbar deutlichen Fertigungsschwankungen. Bei unserem Stuhl sind beide Lehnen nicht gleich hoch und müssen erst durch die Höhenverstellung angepasst werden. Zudem löst der Drehmechanismus bei der linken Armlehne sehr schnell aus, wodurch man diese oft unbeabsichtigt verstellt. Ein oder zwei Freiheitsgrade weniger, aber dafür eine bessere Umsetzung, wären hier die schönere Lösung gewesen.

Unterm Strich ist der Nitro 880, auch aufgrund seines noch moderaten Preises (Testzeitpunkt rund 280 Euro, aktuell Preis nicht verfügbar* bzw. Preis nicht verfügbar*) , dennoch keine schlechte Wahl. Wenn man groß genug für den Stuhl ist, und lieber Kunstleder- als Synthetik-Bezüge haben möchte, der erhält mit dem Stuhl ein anständiges Produkt. Wer sich hingegen eine bessere Umsetzung mit vergleichbaren Features wünscht, der bekommt diese für einen geringen Aufpreis. Sparfüchse können wiederum warten, bis der Stuhl wiedermal im Bereich um 250 Euro verkauft wird.

Genesis Nitro 880

Sitzkomfort
Stabilität & Verarbeitung
Design
Preis-Leistungs-Verhältnis

Solider Gaming-Chair mit verhältnismäßig hoher Sitzfläche.

NATEC Genesis Nitro 880 Stuhl Spiel-, Kunstleder,
Dieses Produkt ist nicht verfügbar.

Valentin

Durchgeknallter Vollzeitnerd

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fubi210

Mitglied

36 Beiträge 1 Likes

Schöner Test bereicht der Stuhl scheint super zu sein.

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C
ChristophNBG

Mitglied

64 Beiträge 3 Likes

Die Frage die sich mir immerwieder stellt, warum die Stühle ab 300€ aufwärts kosten?

Antworten Like

Simon

Administrator

5,500 Beiträge 4,194 Likes

Die Frage die sich mir immerwieder stellt, warum die Stühle ab 300€ aufwärts kosten?

Du kannst natürlich auch günstigere kaufen, aber Qualität hat seinen Preis. Es gibt ja auch Bürostühle für mehrere tausend Euro. Aber klar, die Margen sind für die Händler bei Gaming-Stühlen natürlich auch nicht schlecht.

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