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In der Hölle ist die Hölle los – Project Warlock im Test

Ballern bis der Teufel weint! Viele Waffen, sehr viele Gegner und noch mehr Pixel erwarten euch in Project Warlock, dem First-Person-Shooter im Retrostil vom Indie-Entwickler Buckshot Software.

Ihr spielt den namensgebenden Warlock, der es sich zum Ziel gesetzt hat alles Böse auf der Welt auszulöschen. Damit ist die Story des Spiels auch schon erzählt. Project Warlock macht sich, wie seine Vorfahren im Geiste, nicht viel aus einer Geschichte, sondern lässt euch direkt in den Kampf gegen alles Böse ziehen.

Ballern bis sich nichts mehr regt!

Um diesen Kampf erfolgreich zu überstehen, gibt euch das Spiel allerhand Waffen an die Hand. Von einer einfachen Axt über Minigun bis hin zum schwerem Lasergewehr ist hier alles vertreten was das Shooterherz höherschlagen lässt. Mithilfe einer Upgradestation könnt ihr diese Waffen weiter verbessern, so könnt ihr etwa aus eurer normalen Holzfälleraxt eine mächtige Blutaxt machen, welche mit jedem erledigtem Gegner eure Gesundheit zu einem Teil wiederherstellt. Darüber hinaus findet ihr im Laufe des Spieles mehrere Zaubersprüche, wie etwa „Wetterwut“, mit dem ihr Blitze verschießen könnt.

Aber Vorsicht, die benötigten Punkte, um diese Zauber freizuschalten, werden ebenfalls benötigt, um eure Waffen zu verbessern. Es heißt also abwägen, ob ihr nun Blitze verschießen wollt oder ob eure Schrotflinte doppelten Schaden anrichten soll.

Neben diesen Waffenmodifizierungen und Zaubern könnt ihr auch euren Warlock selbst in vier Attributen verbessern.

Stärke etwa lässt euch im Nahkampf mehr Schaden austeilen, Leben erhöht eure maximale Gesundheit. Geist erhöht eure Manareserven, welche ihr für Zauber benötigt und Kapazität lässt euch mehr Munition tragen.

Zu diesen Attributen kommen noch sogenannte Perks hinzu, die ihr mit dem Aufleveln der vorher genannten Attribute freischalten und mit Skillpunkten aktivieren könnt. Diese Perks können euch noch weitere Boni auf Munitionsarten, Gesundheit oder Mana geben.

Mit den richtigen Waffenupgrades, Zaubern, Attributen und Perks werdet Ihr so schnell zur unaufhaltsamen Ein-Mann-Armee, die es mit ganzen Horden von Gegnern aufnehmen kann und es dabei ordentlich krachen lässt.

Das Perksystem

Wer bist du und wie schnell kann ich dich töten?

Apropos Gegner, von diesen gibt es in Project Warlock mehr als genug. In den ersten Leveln sind sie dabei meist noch klein und relativ ungefährlich, so kämpft ihr zu Beginn zum Beispiel nur gegen Fledermäuse und kleinere Dämonen in überschaubaren Zahlen. Dies ändert sich jedoch mit der Zeit, sodass ihr zum Ende hin häufig bis zum Hals in großen Robotern, Mumien und Höllenhunden steckt.

Einen besonderen Platz unter den Gegnern nehmen die fünf Bossgegner am Ende eines jeden Abschnittes ein. Diese haushohen Monster müsst ihr in einem offenen Areal bekämpfen, während sie selbst und kleinere Gegner euch zu Leibe rücken.

Der Hexer: der erste Boss im Spiel

Wo bin ich hier überhaupt?

Die Level von Project Warlock sind eine der größten Stärken wie auch größten Schwächen des Spiels. Die meisten Level bestehen aus mehreren Abschnitten, die nacheinander durchgespielt werden müssen, bevor es zurück in die Werkstatt, den Hub des Spielers, geht.

Insgesamt gibt es zehn Level, die verschiedenen Leitmotive haben, wie etwa eine Antarktisexpedition oder eine mittelalterliche Burg. Gerade die Antarktis wird Fans des Cthulhu-Mythos oder dem Film “The Thing“ gefallen.

So schön die Level aber auch sind, so kann es schnell passieren, dass ihr euch einmal verlauft. Dabei sind die vielen versteckten Geheimnisse sowie die beinahe immer gleichen Wandtexturen keine große Hilfe. Erschwerend kommt hinzu, dass hin und wieder Gegner hinter euch erscheinen oder Wände hoch- oder runterfahren.

Das zusammen mit den manchmal unübersichtlichen Leveln kann immer wieder zu Frustmomenten führen.

Wie sehe ich aus?

Project Warlock ist eine Hommage an die klassischen First-Person-Shooter der 90er Jahre. Das bedeutet die Sprites sind flach und die Pixel groß. Dazu ist die Beleuchtung stimmig und lässt die Level noch ein wenig schicker wirken. Ähnlich sieht es bei den einzelnen Effekten aus, ob Feuer, Explosion oder das Platzen von Gegnern, es sieht einfach immer gut aus. Nur an einigen Stellen wirken die Level etwas zu dunkel.

Wie schwer kann das schon sein?

Project Warlock bietet drei Schwierigkeitsgrade. Auf dem einfachsten der drei besitzt ihr unendliche viele Leben und könnt euch nach dem Ableben direkt wieder ins Getümmel stürzen. Auf dem zweiten Schwierigkeitsgrad wird es schon kniffliger, hier habt ihr zu Beginn nur drei Leben, solltet ihr diese verlieren müsst ihr das gesamte Spiel von neuem beginnen. Ihr könnt allerdings weitere Leben in den Leveln finden.

Auf Hardcore wird es dann wirklich schwierig, hier habt ihr nur ein Leben zur Verfügung und nur ein einziger Treffer bläst euch das Licht aus. 

Ein Anblick den ihr öfter sehen werdet.

Fazit

Project Warlock ist trotz kleinerer Schwächen ein sehr guter Shooter alter Schule geworden. Es macht einfach Spaß zum Soundtrack wie ein Irrer durch enge Gänge zu hetzen und dabei alles zu erledigen was einem vor die Flinte kommt. Das Upgrade und Skillsystem motiviert und die vielen Geheimnisse in den verschiedenen Leveln laden zum erkunden ein. Doomfans sowie Freunde von Retrospielen werden an Project Warlock ihre helle Freude haben. Für alle anderen ist es ein interessanter Blick in die Vergangenheit des Genres.

Die Spielzeit beträgt etwa acht bis neun Stunden.

Project Warlock ist für den PC aktuell für 11 Euro auf Steam und GoG erhältlich.

Pro
Contra
Story
80%
+ ist vorhanden – ist nicht mehr als ein Lückenfüler
Gameplay
90%
+ schnelles Spielfgefühl
+ sehr gutes Waffengefühl
– an einigen Stellen etwas unfair
Balance
70%
+  Balance zwischen den Waffen und Zaubern gut – manchmal unfaires platzieren von Gegnern
Steuerung
90%
+ einfache Steuerung – Wechsel von Zaubern etwas fummelig
Grafik & Sound
85%
+ schöne Retrografik
+ cooler Soundtack
– einige Level zu dunkel

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