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Dreame D9 im Test: Der Preis-Leistungs-Sieger?

Staubsaugerroboter gelten im Bereich der smarten Haushaltshelfer zweifelsohne zu den beliebtesten Geräten. Dies verwundert angesichts des großen Mehrwerts und der oftmals unkomplizierten Bedienung wohl kaum. Während die schlauen Helferlein bei Markteinführung noch mit echten Wucherpreisen im vierstelligen Euro-Bereich viele Käuferschichten abschreckten, kann sich mittlerweile fast jeder einen Saugroboter leisten. Dabei heißt günstig keineswegs, dass der Roboter von minderer Qualität ist. Insbesondere die Geräte aus Fernost können häufig mit einem Preis-Leistungs-Verhältnis aufwarten, das die Konkurrenz aus westlichen Gefilden vor Neid erblassen lässt.

Bereits die Verpackung des Saugroboters macht klar, dass es sich um ein hochwertiges Gerät handelt. Angesichts des Preises ist dies keine Selbstverständlichkeit.

Einer der bekanntesten Hersteller von Saugrobotern ist wohl Xiaomi. Das chinesische Unternehmen hat mit seinen Tochterunternehmen Dreame und Roborock mittlerweile zwei große Namen in der Welt der schlauen Staubsauger etabliert. Dabei decken die Roborocks eher das Premium-Segment ab, während die Geräte von Dreame für etwas schmalere Geldbeutel geeignet sind. Mit dem Dreame D9 möchten die Chinesen nun einen weiteren Schnäppchenkracher an den Start bringen. Ob auch dieser Roboter viel Reinigungsleistung zum kleinen Preis zu bieten hat, wollen wir in unserem ausführlichen Test einmal unter die Lupe nehmen.

Flaggschiff-Features zum Schnäppchenpreis

Mittlerweile ist Saugroboter nicht mehr gleich Saugroboter. Die Geräte können teilweise mit Features aufwarten, an die vor einigen Jahren noch nicht zu denken war. Vor allem im Bereich der Navigation hat sich mit der Zeit wirklich viel getan. Während zunächst lediglich die hochpreisigen Flaggschiffe über eine spezielle Orientierungsmechanik mittels Lasertechnik verfügten, bieten inzwischen auch vergleichsweise günstige Geräte eben jene Navigationsmöglichkeit. So auch der Dreame D9. Doch welche Vorteile bietet die besondere Laser-Navigation überhaupt? Vereinfacht gesagt verbessert sie die Wegfindung des Roboters ungemein.

Ein Blick auf die Rückseite der Verpackung gibt einen kleinen Vorgeschmack auf die tollen Features, die der Dreame D9 zu bieten hat.

So fahren die Roboter nicht mehr dümmlich und orientierungslos durch deine eigenen vier Wände, sondern halten sich an einen strikten Plan und erkennen Hindernisse. Darüber hinaus ist die Einbindung ins Smart-Home mittlerweile viel ausgereifter als es noch vor ein paar Jahren der Fall war. So lassen sich mithilfe praktischer Hersteller-Apps beispielsweise zu reinigende Bereiche festlegen und waschechte Putzpläne anlegen. Während es bereits andere Dreame-Geräte gibt, die einen App-Support bieten, ist der D9 das erste Modell, das eine Laser-Navigation besitzt. Damit kann er trotz eines kleinen Preises zumindest auf dem Datenblatt schon einmal mit vielen der ganz Großen mithalten.

Technische Details

Navigation Lasernavigation
Max. Saugkraft 3.000 Pascal
Staubkammer 570 ml
Wassertank 270 ml
Akkukapazität 5.200 mAh
Maße 350 mm x 350 mm x 96,8 mm
Farbe Weiß
Preis € 254,99*

Lieferumfang

Öffnet man die Verpackung des Dreame D9, findet man nicht allzu viel vor. Xiaomis Hersteller für günstige Staubsauger bietet neben dem Sauger selbst die passende Ladestation samt Kabel sowie den üblichen Papierkram. Obendrein gibt es die Seitenbürste sowie einen Wischaufsatz. Natürlich reicht das aus, doch mit dem Lieferumfang eines Roborock, der ebenfalls aus dem Ökosystem von Xiaomi selbst stammt, kann das nicht mithalten. Doch mit solchen Vergleichen muss man vorsichtig sein. Schließlich befinden wir uns hier in ganz anderen Preisregionen.

Design

Zwar verstecken die allermeisten Nutzer ihren Saugroboter unter dem Sideboard oder anderen Möbelstücken, doch eine hübsche Optik schadet dennoch nicht. Der Dreame D9 erfindet hierbei das Rad nicht neu. Wer bereits einmal einen Saugroboter zu Gesicht bekommen hat, wird auch dieses Gerät auf den ersten Blick als einen solchen identifizieren können. Der Aufbau erinnert stark an die edlen Roborock-Modelle von Xiaomi. So befindet sich beispielsweise die auf der Oberseite angebrachte Lasertechnik leicht nach hinten versetzt auf dem Gerät. Andere Hersteller bevorzugen hier eine mittige Platzierung.

Mithilfe der seitlich angebrachten Bürste kann der D9 auch Schmutz aus Ecken zu sich heranwedeln und aufsaugen. Diesbezüglich teilt sich das Gerät eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Roborock. Während andere Hersteller auf zwei Seitenbürsten setzen, kommen sowohl beim D9 als auch beim Roborock jeweils nur eine Bürste zum Einsatz. Es sind gerade diese Gemeinsamkeiten, die die Herkunft von Dreame verdeutlichen.

Das Hauptmaterial des D9 ist Kunststoff. Dieser kommt in einem edlen Weiß daher, was den entscheidenden Vorteil hat, dass man Staub kaum auf dem Gerät erkennen kann. Obendrein fügt er sich durch seine unauffällige Farbgebung in so ziemlich jedes Setup ein, ohne störend zu wirken. Die Verarbeitung ist durchweg auf einem hohen Niveau. So kann man zumindest als Laie kaum einen Unterschied zu Flaggschiffen im Segment der Saugroboter feststellen. Ein großer Vorteil des Dreame D9 sind seine kompakten Maße. Da er gerade einmal knapp 10 cm in der Höhe misst, ist es für ihn ein leichtes, selbst unter Möbel mit niedrigem Bodenabstand zu fahren. Auffällig und alles andere als typisch in der Preisklasse ist wohl der Wassertank, welcher die praktische Wischfunktion des Dreame D9 offenbart.

Die Navigationsfähigkeit

Damit ein Saugroboter zuverlässig und allumfassend reinigt, spielt nicht nur die reine Saugpower eine große Rolle. Fährt der Roboter nämlich nach dem Chaosprinzip kreuz und quer durch die Wohnung, ist es eher Glückssache, ob er auch wirklich jede Ecke erwischt hat. Was komisch klingen mag, war bei früheren günstigen Saugrobotern Gang und Gebe. Dank der Laser-Navigation des Dreame D9 muss man selbiges bei dem günstigen Sauger aber nicht befürchten.

Die Laser-Navigation ist alles andere als Standard in der Preisklasse des Dreame D9.

Ganz im Gegenteil. Die Navigations-Fähigkeiten des D9 machten im Test durchgängig einen positiven Eindruck. Zu meckern gibt es hier wirklich kaum etwas. Erst beim genaueren Hinsehen fallen hier und da verbesserungswürdige Umstände auf. So zum Beispiel, wenn sich kleine Hindernisse in den Weg des Saugers stellen. Manchmal agiert der Dreame D9 nämlich fast schon zu vorsichtig, indem er bereits einige Zentimeter vor Objekten stehen bleibt. Das sorgt dafür, dass er um einige Stuhl- oder Tischbeine mit etwas zu großem Abstand herumfährt.

Sollte der D9 trotz Bumper und Laser-Sensorik doch mal die Orientierung verloren haben, lässt er sich mittels Tippen auf Home-Taste (rechts) wieder zu seiner Ladestation schicken.

Im Endergebnis bleibt potentiell immer ein kleiner Schmutzrand über, der nicht gereinigt wird. Doch ehrlich gesagt ist mir dieses Verhalten lieber als wenn der Saugroboter jedes Möbelstück touchiert und dabei das Risiko besteht, dass es zu Kratzern oder anderen unliebsamen Beschädigungen kommt. Geht der kleine Sauger dann doch mal auf Kollisionskurs, sorgt der an der Front angebrachte Bumper dafür, dass nichts passiert. Einmal ausgelöst, schlägt der D9 zuverlässig eine andere Richtung ein.

Schlauer App-Support

Richtig cool ist, dass du den Dreame D9 mit Xiaomis hauseigener App nutzen kannst. Die sogenannte Mi-Home-App ermöglicht dir dabei die Nutzung praktischer Features. Beispielsweise kannst du Reinigungsbereiche festlegen, in denen der kleine Saugroboter fahren soll.

Mithilfe der Mi-Home-App für iOS und Android lässt sich der Dreame D9 perfekt organisieren. (Bild: Apple App Store)

Darüber hinaus kannst du festlegen, an welchen Orten der Saugroboter seine Wischfunktion nutzen soll und wo nicht. Einige zusätzliche Funktionen hätten wir uns dann aber doch noch gewünscht. So lässt sich beispielsweise nur eine Karte für den Roboter festlegen. Das heißt, dass Hausbesitzer oder Bewohner einer Maisonette-Wohnung nicht mehrere Stockwerke kartieren können. Schade!

Der Praxistest

Wirft man einen Blick auf die technischen Details des Dreame D9, denkt man keineswegs, dass es sich um einen günstigen Saugroboter handelt. Das beginnt bereits bei der reinen Saugleistung. Diese gibt der Hersteller mit 3.000 Pascal an, was einer vergleichsweise hohen Power entspricht. Lässt man den smarten Sauger dann einmal durch die eigenen vier Wände fahren, kann man die Saugleistung auch anhand des Endergebnisses ablesen.

Bürsten, Filter und andere Ersatzteile lassen sich problemlos ausbauen und erneuern. Damit ist der Dreame D9 lobend hervorzuheben, was Nachhaltigkeit angeht.

Als Besitzer von zwei Katzen, stellen sich in meiner Wohnung so einige Herausforderungen, die gemeistert werden müssen. Neben der Haare selbst, verteilen die beiden Felltiger auch ihr Katzenstreu und Trockenfutter quer durch die Wohnung. Einen Saugroboter möchte ich deshalb nicht mehr missen. Nachdem der Dreame D9 seinen Reinigungsvorgang vollendet hatte, war ich vollauf zufrieden.

Doch nicht nur die gründliche Reinigung hat mich positiv überrascht. Obendrein arbeitet das Gerät mit seinen etwa 50 Dezibel im normalen Reinigungsmodus nicht zu laut. Alternativ kannst du auch zum ruhigen Modus stören, der zwar weniger Saugkraft mit sich bringt, dafür aber ein paar Dezibel einspart. Wenn es einmal etwas mehr zu tun gibt, steht auch ein spezieller Turbomodus zur Wahl. Dieser legt mit knapp 62 Dezibel zwar eine ordentliche Schippe drauf, wenn es um die Lautstärke geht, dafür ist die Reinigungsleistung aber auch spürbar besser. Erfreulich unkompliziert ist auch die Reinigung des kleinen Haushaltshelfers.

Der Wischmopp lässt sich spielend leicht installieren und wieder deinstallieren. Im Test zeigte sich die Wischfunktion mehr als Gimmick, denn als Reinigungsgarant. Ein typisches Problem von Saugwischern mit statischem Mopp.

Hierfür musst du zunächst den Deckel auf der Oberseite öffnen. Anschließend lässt sich der Behälter mit dem aufgesogenen Unrat herausnehmen. Diesen musst du nun nur noch über dem Mülleimer auskippen und anschließend wieder einsetzen. Fertig. Die beworbene Wischfunktion des Dreame D9 ist mehr ein Gimmick, denn ein wirklicher Mehrwert. Dies liegt daran, dass der Hersteller hier lediglich auf eine Wischfläche setzt, die sich nicht bewegt. Damit wischt der kleine Roboter den Dreck streng genommen nur vor sich her. Doch dieses Defizit weisen alle Modelle auf, die nicht auf rotierende, sondern unbewegliche Wischflächen setzen.

Die Akkuleistung

Beim Dreame D9 sorgt ein 5.200 mAh starker Akku für ordentlich Durchhaltevermögen. Der Hersteller selbst verspricht, dass das Gerät bis zu 150 Minuten durchhalten können soll. Nach einem Praxistest ist aber davon auszugehen, dass dies maximal im Modus mit geringster Saugleistung möglich ist. Schließlich hielt er im Normalmodus ohne zwischenzeitliches Aufladen in der Ladestation knapp 100 Minuten durch. Meine 82 m² große Wohnung konnte er damit aber locker zweimal hintereinander durchsaugen.

Folglich wird die Akkuleistung für herkömmliche Wohnungsgrößen locker genügen. Solltest du dennoch einmal eine Turnhalle oder ein riesiges Loft saugen wollen, erfüllt der Dreame D9 diese Aufgabe in Eigenregie. Ist der Akku nämlich leer, fährt der Sauger zuverlässig in seine Ladestation und setzt den Reinigungsvorgang anschließend mit frisch gefülltem Akku weiter fort. Um den Akku von 0 auf 100 zu füllen, benötigt der Dreame D9 in etwa 5 Stunden Ladepause in seiner Station.

Fazit

Beim Dreame D9 muss man schon genauer hinsehen, um feststellen zu können, dass es sich hier um einen Saugroboter der Mittelklasse handelt. Laser-Navigation, App-Support und Wisch-Funktion sind nämlich Features, die normalerweise nur der Oberklasse vorbehalten sind. Doch nicht nur auf dem Datenblatt punktet der smarte Saugroboter aus Fernost. Bei seinen Reinigungstouren hat er ebenfalls einen sehr guten Eindruck hinterlassen und kaum Staub und Schmutz zurückgelassen. Einzig die teilweise etwas zu vorsichtige Arbeitsweise und die nicht wirklich effektive Wischarbeit geben einen kleinen Anlass zum Meckern. Ansonsten bekommt man hier einen echten Preis-Leistungs-Kracher im Segment der Saugroboter. Tolle Arbeit Dreame!

DREAME D9

Verarbeitung
Leistung
Bedienkomfort
Preis-Leistungs-Verhältnis

91/100

Lasernavigation, App-Support, Wischfunktion und tolle Reinigungsleistung zum kleinen Preis. Dreame liefert mit seinem D9 einen echten Preis-Leistungs-Kracher ab, der sich hinter der hochpreisigen Konkurrenz nicht verstecken muss.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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