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Eufy eufyCam E330 (Professional) Test: Wirklich ein Profi?

Intelligente Überwachungskameras für die breite Masse bieten in der Regel nur die vorübergehende Aufzeichnung von Ereignissen. Kontinuierliche Aufnahmen sind meist nicht möglich. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen und die Basis- von den Profigeräten. Mit seiner E330 (Professional) will Eufy unter Beweis stellen, dass beides möglich ist. Ob die Anker-Tochter ihre Versprechen halten kann? Wir schauen es uns im Eufy eufyCam E330 (Professional) Test an.

Technische Daten

Kamera 4K-Auflösung
Nachtsicht in Farbe (LED)
Nachtsicht in Schwarz-Weiß (IR-Sensor)
Stromversorgung Stromversorgung über Netzkabel
Lokales Speichern Integrierte 16GB EMMC (Kamera)
1TB Festplatte (Homebase)
3 Monate Speicherung von Ereignissen
10 Tage Speicherung von 24/7 Videosaufnahmen
KI-Features Gesichtserkennung
Personenerkennung
Fahrzeugerkennung
Haustiererkennung
Selbstlernende KI Ja
Wetterfestigkeit IP67-Standard
Blickfeld Kamera 135°
Videospeicher Lokal (Kamera oder Homebase) oder eufy Cloud
Preis Einzelkamera: € 99,99 (€ 49.995,00 / kg)*

Set (4x E330 + Homebase): € 529,99 *

Eufy eufyCam E330 (Professional) Test: Lieferumfang

eufy eufycam e330 (Professional) test

In der Verpackung befindet sich neben der Kamera selbst noch das passende Netzteil, Adapter, eine Kabelverlängerung, Schrauben und Dübel, eine Bohrschablone, ein Quick Start Guide, Kabel-Clips, Kabelbinder und Silikonabdeckungen.

Eufy eufyCam E330 (Professional) Test: Design und Verarbeitung

Wirklich wegweisend ist das Design der eufy E330 nicht. Vielmehr greift der Hersteller hier seine typische Designsprache auf. Das bedeutet nicht nur, dass du ein mattweißes Gehäuse geboten bekommst. Obendrein kommt die Kamera in einer runden Formgebung. Was mir auf Anhieb gefallen hat, ist die hohe Verarbeitungsqualität.

eufy eufycam e330 (Professional) test

Man spürt, dass dieses Modell mit einer starken Robustheit daherkommt. Bei Kameras für den Außeneinsatz ist das natürlich nur von Vorteil. Um noch einmal für mehr Schutz vor widriger Witterung zu sorgen, legt eufy weiteres Schutzmaterial bei. Mithilfe der Gummiabdeckungen kannst du die Anschlüsse an der Kamera effektiv schützen.

eufy eufycam e330 (Professional) test

Der hintere Teil der Kamera ist bereits ab Werk mit schützendem Gummi bestückt. Um Schäden musst du dir hier also wirklich keine Sorgen machen. Was die Anker-Tochter ebenfalls bereits für dich erledigt hat, ist die Montage der Basis. So ist die Kamera bereits fest mit der Halterung verbunden.

eufy eufycam e330 (Professional) test

Während an der Vorderseite die Kameraeinheit sitzt, befindet sich an der Rückseite der Ausgang für das maximal 5m lange Stromkabel. Hier wird deutlich, dass die Kamera keinen kabellosen Akkubetrieb ermöglicht. Weiterhin sitzen an der Rückseite die Synchronisierungstaste sowie ein MicroSD-Slot.

Eufy eufyCam E330 (Professional) Test: Installation

Die Inbetriebnahme der E330 (Professional) ist kinderleicht. Vorausgesetzt, du hast schon einmal einen Bohrer in den Händen gehalten. Zunächst musst du die Kamera mit dem Strom verbinden. Dabei setzt sie auf eine Verbindung mittels Netzstecker.

Das mag nicht jedem gefallen, sorgt aber für mehr Flexibilität als ein herkömmlicher Stromanschluss. Dank des bis zu 5m langen Kabels dürfte es auch kein Problem sein, eine in der Nähe gelegene Steckdose ausfindig zu machen. Sollte das nicht ausreichen, lässt sich das Ganze mit einem separaten Stromkabel noch verlängern.

eufy eufycam e330 (Professional) test
Eufy HomeBase S380

Mithilfe von Kabelkanälen dürfte das auch optisch kein Problem sein. Anschließend zückst du dein Smartphone und öffnest die Eufy Security App. Hier fügst du die Kamera einfach als neues Gerät hinzu. Voraussetzung ist, dass du eine Homebase der Anker-Tochter besitzt. Ohne die ist eine Installation nämlich nicht möglich.

Für unseren Test stellte uns Eufy die Homebase S380 zur Verfügung. Mit eingerichteter Homebase kannst du auch blitzschnell die Überwachungskamera hinzufügen. Dass man sich hier unter anderem die Eingabe eines WiFi-Passwortes spart, ist echt praktisch und spart Zeit. Die App nimmt dich bei der übrigen Einrichtung an die Hand und führt dich Schritt für Schritt durch die Einstellungsmöglichkeiten.

Am Ende der Einrichtung wurde die Kamera erfolgreich mit der Homebase bzw. deinem Netzwerk verbunden und du kannst sie nutzen. Die E330 setzt dabei ausschließlich auf eine 2,4-GHz-Verbindung. Zusätzliche 5,0 GHz wären durchaus wünschenswert gewesen. Einmal hinzugefügt lässt sich das Sicherheitsgadget bequem über die App von Eufy bedienen.

Über die App muss ich nicht mehr allzu viele Worte verlieren. Eufy Security punktet mit einer guten Übersicht und vielen Einstellungsmöglichkeiten. So lassen sich Videoeinstellungen genauso vornehmen wie Datenschutz-, Audio- oder auch LED-Einstellungen. Viele Möglichkeiten sorgen für einen flexiblen Einsatz.

Eufy eufyCam E330 (Professional) Test: Bild und Ton

Die technischen Daten der Kamera lesen sich wirklich hervorragend. So bekommst du hier eine 4K-Ultra-HD-Auflösung geboten. Und das lohnt sich auch. Schließlich liefert die E330 (Professional) hervorragende Aufnahmen. Diese punkten mit lebendigen Farben und gestochen scharfen Inhalten. Ein Sichtfeld von starken 135° sorgt für den nötigen Überblick.

Natürlich ist auch eine Nachtsicht an Bord. Hier hast du die Wahl zwischen Schwarz-Weiß und einer farbigen Nachtsicht. Bei ersterer verlässt sich Eufy auf einen IR-Sensor. Die Nachtsicht in Farbe wird wiederum möglich, da die Anker-Tochter seiner Kamera LEDs spendiert. So kann sie die Umgebung beleuchten und ist bei Nacht nicht mehr auf den IR-Sensor angewiesen. Weiterhin bekommst du hier Zwei-Wege-Audio geboten, um die Kamera auch als Gegensprechanlage nutzen zu können.

Während das Mikrofon dabei eine recht gute Performance macht, ist der Lautsprecher eher enttäuschend. Sollten in deinem Garten viele Nebengeräusche durch Straße, Wind oder laute Nachbarn herrschen, wird dich dein Besuch mitunter schwer verstehen. Vollkommen überzeugt bin ich vom Lautsprecher hingegen, wenn es um die branchenübliche Sirene geht. Hier macht er den nötigen Lärm, um unerwünschte Gäste fortzujagen.

Eufy eufyCam E330 (Professional) Test: Aufzeichnung 24/7

Sollte die E330 (Professional) eine Bewegung registrieren, wird sie anschlagen und dir eine Push-Nachricht auf dein Smartphone schicken. Klickst du auf diese, dann kannst du dir einen kleinen Videroclip ansehen, in dem die entsprechende Bewegung zu erkennen ist. Soweit, so bekannt. Doch der Beiname „Professional“ kommt nicht von ungefähr. Schließlich bietet dieses Modell auch eine kontinuierliche Aufnahme an. Das bedeutet, dass du dir nicht nur den Videoschnipsel ansehen kannst.

Um die kontinuierliche Videoaufnahme zu nutzen, muss du eine Festplatte in die Homebase einsetzen.

Theoretisch kannst du dir die Aufnahme des gesamten Tages zu Gemüte führen. Doch die Sache hat auch einen Haken. Möglich ist das Ganze nämlich nicht „out of the box“. Vielmehr erfordert dieses Feature eine Homebase von Eufy. Da die Kamera aber ohnehin nicht ohne Homebase eingerichtet werden kann, ist diese Voraussetzungen gezwungenermaßen erfüllt. Willst du die kontinuierliche Videoaufzeichnung nutzen, muss du eine 2,5-Zoll-SSD oder -HDD in der Homebase einsetzen. Hier sind Speichermedien bis zu 16 TB möglich.

Eufy eufyCam E330 (Professional) Test: Coole KI-Features

Dank der Homebase sind auch praktische KI-Features an Bord. So kannst du bei der E330 (Professional) unter anderem sogenanntes Cross Camera Tracking nutzen. Dieses Feature setzt auf Gesichtserkennung und kann gezielt Personen auf deinem Grundstück verfolgen. Und das mit verschiedenen Kameras. Heraus kommt dann ein zusammenhängender Videoclip, bei dem die Homebase aus den Aufnahmen mehrerer Kameras eine Gesamtaufnahme gezaubert hat, bei der du den Weg einer Person verfolgen kannst.

Auch Bionic Mind ist an Bord. Mit diesem KI-Feature kann das System zuvor von dir gespeicherte Freunde, Bekannte und Familienmitglieder erkennen. Im Endeffekt erhältst du dann eine Push-Benachrichtigung auf dein Smartphone , dass Person X sich auf deinem Grundstück befindet. Kompliziert ist das Ganze dann, wenn sich mehrere Personen im Kamerafokus befinden.

Bionic Mind im Einsatz. (Bild: Eufy)

Hier wirkt die E330 (Professional) dann nämlich mitunter überfordert. Wenn dann noch ein Hund durch das Bild springt, kann es häufig zu Fehlmeldungen kommen. Allerdings sind das Dinge, die Eufy auf dem Wege von Softwareupdates noch beheben kann. Spannend ist das Feature also allemal! Grundvoraussetzung für die beiden Features ist natürlich, dass die Kamera eine Bewegungserkennung bietet.

Cross Camera Tracking im Einsatz. (Bild: Eufy)

Und natürlich ist diese an Bord! Genauer gesagt wird hier zwischen Personen, Tieren und Fahrzeugen unterschieden. In der Praxis funktionierte das tatsächlich ohne größere Schnitzer. In Zukunft dürfte das Ganze auch noch besser werden. Schließlich sind Tier- und Fahrzeugerkennung bei Eufy noch im Beta-Modus.

Eufy eufyCam E330 (Professional) Test: Wirklich ein Profi?

Bislang klingt das alles ja recht vielversprechend. Doch wenn sich eine Überwachungskamera selbst den Beinamen „Professional“ spendiert, darf man beim Thema Ausstattung auch streng sein. Und ich kann mir vorstellen, dass manch einer dieses oder jenes Feature vermisst. Warum baut Eufy zum Beispiel kein Power over Ethernet (PoE) ein?

eufy eufycam e330 (professional) test

Ein solcher Anschluss hätte nicht nur für eine konstante Strom-, sondern auch eine dauerhafte Internetverbindung gesorgt. Außerdem wäre auch ein zusätzlicher Akku wünschenswert gewesen. Schließlich stoppen hier Aufnahmen, wenn die Stromversorgung unterbrochen ist. Langfinger mit passendem Werkzeug können das Kabel dann ganz einfach durchknipsen und werden von der Kamera nicht mehr erfasst.

eufy eufycam e330 (professional) test

Dreh- und Angelpunkt ist natürlich die 24/7 Aufnahme. Bei Überwachungskameras in dieser Preisklasse ist das nicht Gang und Gäbe. Weiterhin bekommst du recht coole KI-Features geboten, die sich nur ab und zu einen Schnitzer erlauben. Allerdings darf man davon ausgehen, dass Eufy hier mit entsprechenden Softwareupdates noch für Besserung sorgen wird.

Fazit

Ehrlich gesagt fällt mir ein eindeutiges Urteil zur EufyCam E330 (Professional) etwas schwer. Das liegt nicht an der hochwertigen Verarbeitung, dem schicken Design oder der wirklich tollen Kameraqualität. Vielmehr entfaltet die Kamera ihre Möglichkeiten nur im Zusammenspiel mit anderen Kameras des Typs und einer Homebase von Eufy. Erst dann profitierst du nämlich von den teils beeindruckenden KI-Features und der kontinuierlichen Videoaufnahme, welche der Kamera zu Recht die Bezeichnung Professional geben.

Doch aus meiner Sicht hätte Eufy an der Grundausstattung der Kamera auch noch etwas feilen können, damit Profis auch wirklich voll auf ihre Kosten kommen. Ich denke dabei vor allem an einen integrierten Akku als Backup für den Stromausfall oder aber auch PoE für eine noch stabilere Internetverbindung. Abseits davon bekommst du hier aber bewährte Eufy-Qualität und einen sinnvollen Baustein für eine effektive und smarte Überwachungstechnik deiner eigenen vier Wände.

Eufy eufyCam E330 (Professional)

Design und Verarbeitung
Hardware
App-Bedienung
Kameraqualität
KI-Features
Preis-Leistungs-Verhältnis

91/100

Die eufyCam E330 (Professional) bietet eine herausragende Bildqualität und im Zusammenspiel mit der eufy HomeBase spannende KI-Features.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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