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IKEA FYRTUR: Das programmierbare Verdunkelungsrollo ausprobiert

IKEA, der schwedische Möbelriese, der Namen wie Billy, Kallax, Pax und Poäng in der deutschen Sprache salonfähig gemacht hat und nicht nur Inneneinrichter glücklich macht. Längst ist das Möbelhaus nicht mehr nur in vertrauten Gefilden unterwegs, sondern hat sich auch auf technisches Terrain gewagt – und damit meinen wir natürlich keine Glühbirnen oder Einbaugeräte für die Küche. Wir sprechen von smarter Beleuchtung, Design-Lautsprechern und jetzt auch Rollos, die sich über das TRÅDFRI Gateway per IKEA Home smart-App steuern lassen.

Beim FYRTUR handelt es sich um ein Verdunkelungsrollo, das es in verschiedenen Größen gibt, welches nicht nur ferngesteuert, sondern auch programmiert werden kann. FYRTUR ist dabei der verdunkelnde Bruder von KADRILJ, welches Licht durchlässt und ebenso Teil des Home smart Portfolios von IKEA ist.

Wir sind besonders gespannt, was das elektrische Rollo von IKEA kann und wie es mit App und Gateway arbeitet.

Technische Daten

IKEA FYRTUR Verdunklungsrollo

Materialien Polyester, Stahl, Aluminium, ABS-Kunststoff
Abmessungen 80 x 195 cm / 100 x 195 cm / 120 x 195 cm / 140 x 195 cm
Kompatibilität IKEA Home smart, Amazon Alexa, Apple HomeKit
Farben Grau
Akku Lithium-Ionen-Akku, 2600 mAh / 18,72 Wh
Laufzeit (Akku) 4-6 Monate
Eingang (Akku) Micro-USB
Preise (je nach Größe) ab € 217,13*

IKEA TRÅDFRI Gateway

Kompatibilität (Sprachassistent) Amazon Alexa, Apple HomeKit, Google Assistant und Sonos
Abmessung (Höhe) 45 mm
Abmessung (Durchmesser) 110 mm
Kabellänge (Strom) 1,8 Meter
Farbe Weiß
Preis € 45,00*

Das steckt drinnen

Beim Auspacken unseres ersten Pakets kam das aufgerollte Rollo sowie die Aufhängungen, ein Ladekabel, ein Ladestecker, ein aufladbarer Akku, eine Fernbedienung, ein Signalverstärker sowie eine typische IKEA-Anleitung zum Vorschein. Im zweiten Paket war der TRÅDFRI Gateway sowie ein Ladestecker, Ladekabel und ein Ethernet-Kabel enthalten. Gateway und Rollo müssen separat erworben werden.

Was uns direkt auffällt: Dieser Test wird anders sein als die üblichen. Denn: wir müssen Löcher bohren; doch dazu später mehr.

Ansonsten wirkt die Rolloaufhängung haptisch und optisch durch den ABS-Kunststoff etwas günstig, macht aber sonst einen robusten Eindruck.

Grau geht immer

Optisch wird sich das FYRTUR Rollo wohl in fast jede Inneneinrichtung einfügen lassen, schließlich ist dort das Grau wie das Schwarz bei Kleidung. Auch sonst ist die restliche Konstruktion nicht auffällig. Die Aufhängung und alle anderen nicht textilen Komponenten am Rollo sind hauptsächlich aus Metall und in Silber-grau gehalten. Sämtliche technischen Komponenten tragen die Farbe Weiß, was sich damit an das Farbschema des restlichen IKEA Smart Home Lineups anpasst. Ausgenommen der enthaltende Akku, der schwarz ist, aber ohnehin später nicht mehr sichtbar ist.

Wie normale Rollos auch, gibt es das FYRTUR in verschiedenen Größen. Je nach Fenstereinlass und -größe hat man die Wahl zwischen 80×195, 100×195, 120×195 und 140×195 Zentimetern. Vorweg können wir schon einmal bestätigen, dass der Stoff des Rollos absolut lichtundurchlässig ist und somit hält, was es verspricht; optimierter Schlaf ist damit auf jeden Fall möglich.

Darüber hinaus lässt sich zum Äußeren nicht mehr viel sagen. Unser Fokus liegt deutlich auf den technischen Details.

Die Konstruktion des FYRTUR

Nachdem wir einen Uni-Professor für die IKEA-Anleitung kommen lassen haben, kann es losgehen. Je vier Löcher müssen über dem Fensterrahmen in die Wand gebohrt werden. Danach folgen die Dübel und die Aufhängungen aus Stahl können angeschraubt werden. Anschließend muss die Aufhängung mit samt dem Rollo nur noch eingerastet werden. Für IKEA-Verhältnisse eine recht simple und schnelle Anbringung. Leider ist jedoch nur die Aufhängung aus Stahl, der verwendete Einrastmechanismus jedoch aus Kunststoff. Hervorzuheben ist allerdings noch, dass der Abstand der beiden Aufhängungen bei der Montage nicht beachtet werden muss, da man quasi die gesamte Länge des Rollos nutzen kann, um die Aufhängung einzurasten.

Damit das elektrische Rollo funktionstüchtig ist, benötigt es den Akku. Diesen haben wir komplett über das mitgelieferte Micro-USB-Kabel und dem Ladestecker aufgeladen, was nicht allzu lange gedauert hat. Eine LED zeigt den Status an. Sobald diese erloschen ist, ist der Akku vollständig aufgeladen. Blinkt sie, liegt ein Fehler vor.

Nun kommt der Akku links in eine kleine Klappe in der Rolloaufhängung. Auch das ist simpel: Klappe auf, Akku hineinlegen, Klappe wieder zu. Das muss auch so schnell nicht wiederholt werden, da der Akku laut IKEA vier bis sechs Monate halten soll.

Danach kann es ans Fernbedienen gehen. Vorher fügt man die mitgelieferte Knopfbatterie in die kleine viereckige Fernbedienung. Et voilà: Das FYRTUR Verdunkelungsrollo hängt und ist betriebsbereit. Die Fernbedienung kann ihrer Funktion entsprechend mobil verwendet werden, aber auch an die Wand angebracht werden – mit Schrauben oder Kleber, der bereits an dieser angebracht ist. Die Fernbedienung hält magnetisch an der Halterung, kann also jederzeit abgenommen werden.

Wer einen Schritt weitergehen möchte und das FYRTUR zukünftig über die IKEA Home smart App steuern möchte, benötigt das TRÅDFRI Gateway, das es separat im nächstgelegenen IKEA-Möbelhaus oder im Onlineshop zu haben gibt.

TRÅDFRI Gateway

Bevor wir erläutern, wie sich das FYRTUR steuern und programmieren lässt, gehen wir zunächst auf die dafür notwendigen Komponenten ein: TRÅDFRI Gateway und IKEA Home smart App. Am Ende können alle mit dem Gateway verbundenen IKEA Home smart Produkte über die TRÅDFRI App oder eine separat erhältlich TRÅDFRI Fernbedienung gesteuert werden. Außerdem funktioniert das Gateway auch mit Amazon Alexa, Apple HomeKit, Google Assistant und Sonos.

Vom Aussehen her macht sich das TRÅDFRI Gateway auf jeden Fall überall in den eigenen vier Wänden gut. Es ist schlicht weiß und rund gehalten. Die Abdeckung kann abgenommen werden, sodass beide Kabel – Strom und Ethernet – innen aufgewickelt werden können und nur das Nötigste äußerlich zu sehen ist. Am besten wird das Gateway neben dem Modem angebracht, da es Internet benötigt und so nicht allzu viel Kabel vonnöten sind.

Insgesamt kann das Gateway von 10 Personen gleichzeitig angesteuert werden; ist also auch für größere Haushalte geeignet.

IKEA Home smart App

Um das Gateway zu registrieren und mit dem FYRTUR Rollo zu verbinden, laden wir zunächst die IKEA Home smart App herunter. Diese steht im Google Play Store und im Apple Store kostenlos zur Verfügung. Sie ist simpel aufgebaut und lotst einen Schritt für Schritt durch den Installations-Prozess – angefangen mit der Erkennung des Gateways mithilfe des rückseitigen QR-Codes.

Damit das FYRTUR von einem anderen Zimmer vom Gateway erkannt werden kann, muss der mit dem Rollo mitgelieferte Signalstärker an den Ladestecker (in der Steckdose) angebracht werden. Danach wird dieser registriert und dem Bedienen durch die App oder die Gateway-Fernbedienung steht nichts mehr im Wege. Die Registrierung ist leider ein wenig kompliziert, da man sowohl das FYRTUR-Rollo, die FYRTUR-Fernbedienung und den FYRTUR-Signalverstärker neu mit dem Gateway verknüpfen muss. Hierfür muss man sich also ein wenig Zeit nehmen. Pro Rollo sind mit etwa 5 bis 10 Minuten zu rechnen, während denen man an allen Geräten Knöpfe drücken muss. Daher ist es eventuell empfehlenswert das Rollo zu verknüpfen bevor man es aufhängt.

Nun können wir in der App alles Mögliche einstellen. Sind smarte Glühbirnen von IKEA in den vier Wänden angebracht, können diese mit der App gedimmt werden. Außerdem können Timer, Szenen, Stimmungen und Wecker programmiert werden, die auch auf das IKEA FYRTUR Rollo abzielen. Das volle Potenzial schafft das Home smart Konstrukt, wenn man mehrere Elemente nutzt wie Leuchten, Lautsprecher und Rollos. Die Rollos sollen sich morgens automatisch öffnen und Abends wieder herunterfahren? Das ist in der App in 2 Minuten eingerichtet. Doch auch die Steuerung mit Google Assistant funktioniert einwandfrei. „Hey Google, Rollos runter“ – und schon werden die Rollos geschlossen. Selbstverständlich können sie auch in Google Assistant Szenen wie „Hey Google, guten Morgen“ integriert werden.

Über die FYRTUR-Fernbedienung können die Rollos selbstverständlich auch jederzeit hoch und runter gefahren werden. Sowohl über die App als auch über die manuelle Steuerung können die Rollos auch nur zu einem gewissen Grad geschlossen/geöffnet werden, also zum Beispiel nur bis zur Hälfte. Des Weiteren ist es möglich die maximale Länge einzurichten, denn natürlich ist nicht jedes Fenster 195 Zentimeter hoch.

Fazit

Normalerweise sparen wir nicht an Fazit und Beurteilungen zwischendurch. Im Fall des IKEA FYRTUR Verdunklungsrollos erschien es uns aber sinnvoller erst hinterher ein umfangreicheres Fazit abzugeben, nachdem wir alles gesehen und verbunden hatten – schließlich geht es primär nicht um das Aussehen des Rollos.

Ausgenommen von der minderwertig wirkenden Rolloaufhängung sind wir von der Bauweise und der einfachen Anbringung begeistert. Der Stoff verdunkelt tatsächlich den Raum und ermöglicht so einen tiefen und langen Schlaf, selbst wenn es im Sommer bereits um 4 Uhr hell wird.

Überzeugt hat uns auch das ganze technische Konstrukt. Sowohl das Auswechseln des Akkus und die Steuerung mit der FYRTUR-Fernbedienung als auch die Installation des Gateways und dessen Registrierung in der IKEA Home smart App. Lediglich die Ersteinrichtung könnte gerne weniger komplex sein.

Das Rollo an sich beurteilt besser ein Inneneinrichtungs-Experte, aber wenn es um die Technik geht, können wir IKEA weiterhin bescheinigen sich zu Recht vor einigen Jahren auf das stark umkämpfte Smart-Home-Terrain gewagt zu haben.

IKEA FYRTUR

Verarbeitung
Einrichtung
Funktionsumfang
Preis-Leistungs-Verhältnis

91/100

Das IKEA FYRTUR Rollo ist die perfekte Ergänzung zum IKEA Home smart Programm. Es lässt sich über das TRÅDFRI Gateway steuern und ermöglicht durch Timer und Weckfunktionen optimalen Schlaf auch an Tagen, an denen es bereits um 4 Uhr hell wird.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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ML1984

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274 Beiträge 42 Likes

Toller ausführlicher Testbericht BasicTutorials @Simon
Die Rollos würde ich auch in meine Neue Wohnung mir kaufen

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