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OneOdio Pro M im Test: Kopfhörer in Studioqualität zum Schnäppchenpreis?

Mit dem OneOdio Pro M erreicht binnen kürzester Zeit der nunmehr dritte Kopfhörer des chinesischen Herstellers unser Testlabor. Trotz des Pro-Namenszusatzes fällt der aktuelle Vertreter günstiger aus als der A30 ANC oder Fusion A70. Dabei will man die Vorzüge eines kabellosen Bluetooth-Kopfhörers mit den Vorteilen eines kabelgebundenen Gaming-Headsets kombinieren. Ob dieses Unterfangen gelingt und wie die OneOdio Pro M klingen, verrät unser Test.

Technische Daten

Bluetooth-Version 5.0
Maximaler Betriebsbereich 10m (ohne Hindernis)
Akkulaufzeit bis 80 Stunden
Ladezeit 2,5 Stunden
Bauform Over-Ear
Treiber 45 mm
Impedanz 32 Ohm
Frequenzbereich  20-20.000 Hz
Konnektivität Bluetooth 5.0; 3,5-mm-Klinke
Gewicht 239g
Preis € 42,99*

Lieferumfang

Bei den Pro M setzt OneOdio einmal mehr auf eine kompakte Umverpackung, die kaum größer ausfällt als die Kopfhörer selbst. Besagter Kopfhörer findet dabei einmal mehr in einer schwarzen Kunstleder-Transporttasche samt rotem Kabelzug Platz. Neben der obligatorischen Anleitung und Sicherheitshinweise befinden sich zwei kleine Plastiktütchen im Lieferumfang, die die benötigten Kabel beherbergen.

Im Falle des Pro M sind dies ein Micro-USB-auf-USB-A-Kabel zum Laden der Kopfhörer, ein kurzes 3,5-mm-Doppelklinkenkabel samt Y-Weiche und ein 2 Meter langes Klinkenkabel samt integrierter Fernbedienung und Boom-Mikrofon, um den Kopfhörer an PC und Notebook als waschechtes Headset nutzen zu können.

Design und Verarbeitung

Die OneOdio Pro M setzen auf ein auffälliges und modernes Design, das gewisse Parallelen zu den Beats-Kopfhörern der Apple-Tochter aufweist. Einmal mehr verbaut der Hersteller sehr große Ohrmuscheln, die an der Außenseite mit einer glänzenden Rundschliff-Optik daherkommen. Am Bügel sind einzelne Designelemente silbern abgesetzt, während die Außenseite des Kopfbügels mit einer roten Naht akzentuiert ist.

Die mit großzügigem und weichem Kunstleder überzogene Innenseite des Bügels ist knallrot und sticht direkt ins Auge. Genauso verhält es sich mit den ebenfalls roten Polstern an der Innenseite der Ohrmuscheln.

Beim Material verbaut OneOdio einmal mehr vornehmlich Kunststoff, was dem niedrigen Preisschild geschuldet ist. Dadurch wirkt die gesamte Konstruktion etwas wackelig und geht bei schnellen Bewegungen mit einem hör- und spürbaren Klappern einher. Lediglich das Kopfband ist mithilfe einer Aluminium-Strebe in insgesamt zehn Stufen verstellbar, die Rasterung arbeitet dabei durchaus präzise und leichtgängig. Allerdings lässt sich der Bügel so maximal um drei Zentimeter herausziehen, was vor allem für Anwender mit einem großen Kopf zu wenig sein dürfte.

Gut gefallen uns hingegen die Gelenke des Pro M, dank denen sich die Ohrmuscheln nicht nur zu 90 Grad drehen lassen, sondern in der Horizontale auch um 180 Grad anklappbar sind. So lassen sich die Kopfhörer bequem um den Hals tragen und gleichzeitig äußerst platzsparend in Rucksack oder Tasche verstauen.

An der Unterseite der linken Ohrmuschel platziert OneOdio den Micro-USB-Eingang, mit dem die Kopfhörer aufgeladen werden können. Bedient werden die Pro M über insgesamt drei Tasten auf der hinteren Seite der rechten Ohrmuschel, während an der Unterseite ein 3,5-mm-Klinkenkabel verbunden werden kann.

Tragekomfort und Bedienung

Bei den OneOdio Pro M handelt es sich vornehmlich um Over-Ear-Kopfhörer, deren breite Ohrpolster über den Ohren Platz nehmen. Schon bei mittleren Ohren ist der gebotene Platz (Innenhöhe: rund 4,5 cm, Breite: 4 cm) allerdings recht knapp bemessen und Nutzer mit größeren Hörorganen müssen damit leben, dass die Kopfhörer auf den Ohren aufliegen.

Dem Tragekomfort tut dies allerdings kaum einen Abbruch, denn aufgrund des weichen und rund 1,7 cm dicken Kunstlederbezugs gibt es hier auch als Brillenträger und im Dauereinsatz kaum etwas zu bemängeln. Selbiges gilt für den bequemen Kopfbügel, der mit seiner weichen Polsterung ausgesprochen gut gefällt.

Wirklich luftig sind die Pro M aber wahrlich nicht. Soll heißen: Im spätsommerlichen Außeneinsatz kommt es unter den Ohrpolstern recht schnell zu einem Hitzestau, was zu schwitzigen Ohren (und unschönen Flecken auf dem Kunstleder) führt. Angenehm fällt hingegen das Gewicht von rund 239 Gramm aus, das im guten Mittelfeld rangiert.

Hinsichtlich der Bedienung bieten die OneOdio Pro M gewohnte Kost. Die obere Plus- beziehungsweise untere Minus-Taste regeln bei einmaligem Antippen die Lautstärke und ermöglichen, wenn eine Sekunde lang gedrückt gehalten, den Wechsel zum vorherigen oder nächsten Titel. Deutlich mehr Funktionen wohnen der mittleren Multifunktionstaste inne. Hier wird beispielsweise die Wiedergabe gestartet beziehungsweise pausiert, außerdem können damit eingehende Anrufe angenommen oder Gespräche beendet werden. Hält man die Taste drei Sekunden lang gedrückt, aktiviert sich der entsprechende Sprachassistent. Außerdem wird über die MFT-Taste das Bluetooth-Pairing angestoßen, was die Kopfhörer durch einen kurzen Hinweiston bestätigten.

OneOdio Pro M

Allerdings arbeiten die Buttons nur, wenn man den Kopfhörer im kabellosen Modus nutzt. In Kombination mit dem beiliegenden Klinkenkabel kommt die verbaute In-Line-Fernbedienung zum Einsatz, die mit deutlich weniger Funktionen aufwartet. Sie verfügt auf der rechten Seite über ein Drehrad zum Erhöhen/Verringern der Lautstärke, einen Schieberegler zum Stummschalten/Aktivieren des Mikrofons, sowie einen Button zum Starten/Pausieren der Wiedergabe. Das funktioniert allerdings leider nur in Verbindung mit einem Smartphone. Die Steuerung der Audio-Wiedergabe in Windows funktioniert damit seltsamerweise nicht.

Ausstattung und Akkulaufzeit

Mit seinen Einsatzmöglichkeiten im kabellosen Bluetooth- oder kabelgebundenen Betrieb, sowie im Headset-Modus an PC und Notebook gibt sich das Pro M äußerst variantenreich. Kabellos funken die Kopfhörer dank Bluetooth 5.0 Konnektivität stets zuverlässig, wenngleich in der Anleitung komischer- und fälschlicherweise von Bluetooth Version 5.2 die Rede ist.

Dennoch können sich die Stabilität der Verbindung und Reichweite von rund 10 Metern absolut sehen lassen. Geboten wird zudem Multipoint, damit die Kopfhörer mit zwei Audio-Quellen gleichzeitig genutzt werden können. Das funktioniert nach dem einmaligen Pairing auch durchaus zuverlässig.

Im Wireless-Modus werden die Pro M über den 1.000 mAh starken Akku mit Saft versorgt, der laut Angabe des Herstellers bis zu 80 Stunden lang durchhalten soll. Wenngleich wir diesen Wert in unserem Test nicht ganz erreichen konnten, fällt die Akkulaufzeit mehr als zufriedenstellend aus. Bei voller Lautstärke hielten die Kopfhörer rund 70 Stunden lang durch, während wir bei 50 Prozent fast die angegebene Laufzeit (77 Std.) erreichen konnten – hervorragend. Der Ladevorgang via Micro-USB geht allerdings nicht ganz so schnell vonstatten, rund zweieinhalb Stunden dauert es, die vollständig entleerten Kopfhörer auf 100 Prozent zu laden.

Dennoch richten sich die OneOdio Pro M, gerade in Kombination mit dem Mikrofon, vornehmlich an Gamer. Darauf deutet bereits die äußerst überschaubare Auswahl an Bluetooth-Audio-Codecs hin, denn hier werden lediglich AAC und SBC geboten. Entsprechend fällt die Audio-Qualität im Bluetooth-Betrieb minimal schlechter aus, worauf wir aber gleich zu sprechen kommen.

Audio-Qualität und Mikrofon

OneOdio setzt bei den Pro M auf besonders große dynamische Treiber, die einen stattlichen Durchmesser von 50 mm bieten. 32 Ohm Impedanz sorgen für eine mehr als gute Lautstärke, während das Frequenzband bei den handelsüblichen 20 Hz bis 20.000 Hz liegt.

Wie bereits bei den anderen Kopfhörern des chinesischen Herstellers, ist auch das aktuelle Modell auf ein möglichst hohes Hörvergnügen abgestimmt – einen neutralen Kopfhörer für audiophile Anwendungsgebiete sollte also besser niemand erwarten. Dementsprechend stehen die Bässe betont im Vordergrund, warten dabei aber auch mit einer überzeugenden Dynamik auf, die gekonnt zwischen normalen Bässen und Tiefbässen differenziert.

Hinsichtlich der Höhen und Mitten geben sich die Pro M aber erfreulicherweise auch deutlich stärker als die von uns zuletzt getesteten Modelle von OneOdio, wenngleich gerade die hohen Mitten noch immer die Achillesverse der Kopfhörer markieren. Dennoch sind Stimmen klar verständlich, nur verzerrte Gitarren oder andere recht helle Instrumente stehen etwas im Hintergrund. Gerade bei hoher Lautstärke entwickelt der Bass einen beachtlichen Druck, was Fans von elektronsicher Musik gut schmecken dürfte – allerdings leidet darunter auch die Dynamik, während gerade leise Details verloren gehen.

OneOdio Pro M

Beim Einsatz im kabelgebundenen Gaming-Betrieb, beziehungsweise an PC/Notebook, zeichnet sich ein ganz ähnliches Bild ab. Trotz Bass-Betonung sind die gerade beim Spielen von Shootern so wichtigen Schritte der Gegner noch gut wahrzunehmen. Allerdings muss man hier auch die Kirche im Dorf lassen: Mit einem waschechten Gaming-Headset zu einem ähnlichen Preis kann das Pro M nicht ganz mithalten. Im Bluetooth-Betrieb sinkt die Audio-Quallität erfreulicherweise nur minimal, wenngleich feine Details nicht ganz so gut zur Geltung kommen. Dafür fällt die maximale Lautstärke etwas höher aus.

Mikrofon

Sowohl im Wireless- als auch im Kabelbetrieb verfügen die OneOdio Pro M über ein verbautes Mikrofon. Das eingebaute Bluetooth-Mikrofon kann man allerdings getrost vergessen. Aufgrund der geräuschunterdrückenden Mikrofone wird die eigene Stimme stark beschnitten, sodass oft sogar ganze Wörter verschluckt werden. Auch hinsichtlich der Dynamik rangiert das Bluetooth-Mic eher im unteren Durchschnitt und ist selbst für kurze Gespräche kaum zu gebrauchen.

Anders verhält es sich mit dem am Klinkenkabel verbauten Boom-Mikrofon, das beim Einsatz am PC Verwendung findet. Es bietet eine durchaus gute bis sehr gute Verständlichkeit, während Hintergrundgeräusche zufriedenstellend ausgeblendet werden. Ein Hall ist bei der Übertragung der Stimme allerdings allgegenwärtig, was jedoch kaum Auswirkungen auf die Akustik hat. Wer nur ab und zu mal ein Mikrofon für die Kommunikation nutzt, dem dürfte das Boom-Mic vermutlich ausreichen.

Fazit

Gemessen am durchaus günstigen Preis liefert OneOdio mit dem Pro M Studio-Kopfhörer ein durchaus stimmiges Gesamtpaket ab. Natürlich kann man aufgrund der verwendeten Materialien und der Verarbeitungsqualität nicht ganz mit teureren Konkurrenten mithalten, bietet dafür aber einen guten Tragekomfort und vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Die Audio-Qualität rangiert auf durchweg gutem Niveau und dürfte vor allem Fans von Bass-lastiger Musik gut schmecken. Wer mit den Makeln leben kann, bekommt beim OneOdio Pro M eine ganze Menge Kopfhörer (beziehungsweise Headset) für vergleichsweise wenig Geld.

OneOdio Pro M Silber Award

OneOdio Pro M

Verarbeitung
Tragekomfort
Soundqualität
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

84/100

Vielseitiger, komfortabler Over-Ear-Kopfhörer, der mit gutem Klang und ordentlicher Verarbeitung punktet. Das Preis-Leistungsverhältnis überzeugt.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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