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SuperEQ S1 Test: Kabellose Over-Ear-Kopfhörer mit ANC

Für einen Preis von unter 70 Euro bietet Hersteller SuperEQ mit den S1 einen interessanten Over-Ear-Kopfhörer an, der mit Bluetooth 5.0, aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) und sattem Klang punkten will. Ob diese Versprechen eingehalten werden können, klärt unser Test der SuperEQ S1.

Technische Daten

Bluetooth-Version  5.0
Maximaler Betriebsbereich 10m (ohne Hindernis)
Akkulaufzeit rund 40 Stunden
Ladezeit 2 Stunden
Bauform Over-Ear
Treiber 40 mm
Impedanz 32 Ohm
Frequenzbereich  20-20.000Hz
Konnektivität Bluetooth 5.0; 3,5-mm-Klinke
Gewicht  283g
Preis € 69,99 *

Lieferumfang

Bereits beim Anblick der Originalverpackung der SuperEQ S1 werden viele Parallelen zum von uns erst kürzlich getesteten OneOdio Fusion A70 Kopfhörer offensichtlich. Tatsächlich handelt es sich bei SuperEQ um eine Marke von OneOdio. Die S1 kommen in einem weißen Karton samt mintgrüner Details daher, der offensichtlich eher eine jüngere Zielgruppe ansprechen soll als der Premium-Look der Fusion A70.

Diesen Eindruck bestätigt dann auch das Design der Over-Ear-Kopfhörer, doch dazu gleich mehr. Immerhin fällt der Lieferumfang respektabel aus, denn im Karton befinden sich neben Kopfhörer samt Kunstleder-Transporttasche ein Flugzeugadapter, ein 3,5-mm-Klinkenkabel (Länge: 1,25 m) sowie ein Micro-USB-Ladekabel (Länge: lächerliche 24 cm).

Design und Verarbeitung

Der SuperEQ S1 ist überwiegend in mattem Schwarz gehalten, während die Ohrmuscheln mit einem in weißer Farbe abgesetzten Herstellerlogo und einem silbernen Metallring aufwarten. Die Innenseite des Kopfbandes ist mit einem roten Schaumstoff gepolstert. Dass für die Inspiration des Designs der S1 die beliebten Beats-Kopfhörer herhalten mussten, ist offensichtlich.

Immerhin: Die Verarbeitungsqualität geht völlig in Ordnung, der Kopfhörer hinterlässt einen durchaus wertigen Eindruck. Allerdings klappt der Kopfhörer bei Bewegungen recht stark, während zudem die Rasterung der Kunststoffbügel zur Feinjustierung zu leichtgängig ausfällt. Davon merkt man, sobald der Kopfhörer über den Ohren ruht, allerdings nichts mehr.

Tragekomfort und Bedienung

Überraschenderweise hinterlässt der Tragekomfort einen wirklich guten Eindruck – zumindest, wenn man kleine Ohren hat. Die ovalen Kunstleder-Ohrpolster fallen mit einem Innenmaß von 5,5 x 4 cm relativ klein aus und erinnern fast schon an On-Ear-Kopfhörer. Da ich selbst recht kleine Ohren habe, stört mich das nicht wirklich – für mich ist das Gefühl beim Tragen durchaus angenehm. Bei größeren Ohren dürften die Muscheln aber vermutlich recht schnell unangenehm drücken. Immerhin fühlen sich die weichen Ohrpolster sehr bequem an. In Kombination mit dem relativ geringen Gewicht von rund 283 Gramm geht der Tragekomfort auch bei mehrstündiger Nutzung voll in Ordnung.

Bedient werden die SuperEQ S1 ausschließlich über Elemente an der Seite beziehungsweise Unterseite der rechten Ohrmuschel. Hier finden sich insgesamt vier Knöpfe, deren Positionierung zunächst einmal etwas gewöhnungsbedürftig anmutet. Es dauert ein wenig, bis man alle Buttons ertastet hat, das klappt dann aber aufgrund der erhöht abgesetzten Elemente recht gut.

An der Unterseite verbaut SuperEQ den Knopf zum Wechsel zwischen der aktiven Geräuschunterdrückung und dem Transparenzmodus (hier „Ambient Sound“ genannt). Darüber, an der Seite, finden sich insgesamt drei Knöpfe, mit denen die Lautstärke der wiedergegeben Medien angepasst und der Kopfhörer angeschaltet werden kann. Außerdem versetzt der mittlere Knopf den S1 in den Bluetooth-Pairing-Modus oder pausiert die Wiedergabe. Die Bedienung erfolgt nicht ganz so intuitiv wie bei anderen Mittelklasse-Kopfhörer, geht aber vollends in Ordnung.

Ausstattung und Akkulaufzeit

Die SuperEQ S1 können mithilfe des beiliegenden Klinkenkabels mit nahezu allen gängigen Audioquellen verbunden werden. Alternativ erfolgt die Kopplung via Bluetooth 5.0, dann werden allerdings nur die Codecs SBC und AAC unterstützt. Immerhin wird allerdings Multipoint-Support geboten, die Kopfhörer können also mit zwei Bluetooth-Geräten gleichzeitig gekoppelt werden. Der Wechsel zwischen den Geräten geht in ungefähr drei Sekunden vonstatten.

Auch die Bluetooth-Reichweite von rund 10 Metern geht vollkommen in Ordnung, allgemein gibt es hinsichtlich der Stabilität der Verbindung nichts Negatives zu berichten. Selbst durch dicke Wände hindurch blieb in unserem Test die Verbindung konstant.

SuperEQ S1

Eine positive Überraschung stellt die Akkulaufzeit der S1 Over-Ear-Kopfhörer dar. Selbst mit aktivierter Geräuschunterdrückung erreichen wir hervorragende 40 Stunden Musikwiedergabe im Bluetooth-Betrieb. Deaktivieren wir die ANC-Funktion oder greifen auf den Klinkenanschluss (mit aktivem ANC) zurück, landen wir sogar bei beeindruckenden 50 Stunden. An der rechten Ohrmuschel befindet sich der Micro-USB-Ladeanschluss, mit dem der Kopfhörer in rund 2 Stunden wieder vollständig aufgeladen werden kann.

Audio-Qualität und ANC

Ähnlich wie die zuletzt von uns getesteten OneOdio Fusion A70 rücken auch die SuperEQ S1 den Bass stark in den Mittelpunkt. Das allgemeine Klangbild fällt im direkten Vergleich allerdings deutlich schwammiger und weniger klar aus. Die Stimmen im mittleren Klangbereich werden vom übermäßigen Bass in den Hintergrund gerückt, während vor allem die Höhen dabei komplett untergehen.

Schlimmer noch: Selbst bei einer Lautstärke von rund 80 Prozent dröhnen die Höhen bei Electro-Musik mitunter so stark, dass ein unangenehmes Gefühl entsteht. Beim Intro des Deadmau5-Songs „Some Chords“ mussten wir die Lautstärke deutlich herunterregeln, da das Gefühl auf dem Kopf einfach nicht zu ertragen war. Setzt dann aber der Bass an, kommt zumindest bei einer nicht allzu anspruchsvollen Klientel, die ausschließlich im Electro-Bereich zu Hause ist, durchaus Freude auf.

Mit dem komplexen Klangbild eines „Don’t stop me now“ von Queen sind die S1 aber maßlos überfordert. Freddie Mercurys Stimme fehlt es an sämtlicher Dynamik, während das begleitende Piano irgendwo im Soundbrei untergeht.

Aktive Geräuschunterdrückung (ANC)

Was die SuperEQ S1 den Fusion A70 jedoch voraushaben, ist eine ANC-Funktion. Die geht, im Hinblick auf den Preis, durchaus in Ordnung. Während tiefe Töne relativ verlässlich herausgefiltert werden, kommt die Geräuschunterdrückung bei höheren Frequenzen schnell an ihre Grenzen. Zudem ist das Grundrauschen stets wahrnehmbar, beides bekommen Mittelklasse-Kopfhörer im selben Preissegment deutlich besser hin.

Der aktivierbare Transparenzmodus kann Außengeräusche in die Ohrmuscheln einspielen lassen, um beispielsweise Ansagen am Bahngleis besser wahrnehmen zu können. Das funktioniert recht gut, wenngleich die Wiedergabe von Stimmen stark verfälscht erfolgt und Gespräche daher kaum verständlich sind. Im Endeffekt hätte SuperEQ besser auf die ANC-Funktion verzichten sollen, statt eine derart mittelmäßige Lösung zu verbauen.

Ein Mikrofon zum Führen von Telefonaten wird übrigens ebenfalls geboten. Aufgrund der unterdurchschnittlichen Qualität (auch aufgrund eines fehlenden Mikrofonarms) solltet ihr von dessen Gebrauch aber absehen.

Fazit

Die günstigen SuperEQ S1 überzeugen im Test durch eine gute Verarbeitungsqualität, ein schickes Design und eine wirklich hervorragende Akkulaufzeit. Da hört es dann mit den positiven Eigenschaften allerdings leider fast schon auf. Die Soundqualität liegt auf mittelmäßigem Niveau und erkauft sich die gute Bass-Wiedergabe durch schwammige Mitten und kaum präsente Höhen.

Auch die ANC-Funktion und das integrierte Mikrofon sind zwar nice-to-have, in der Praxis aufgrund der gebotenen Qualität allerdings kaum zu gebrauchen. Für den Preis von rund 70 Euro ist das im Gesamtpaket allerdings leider zu wenig. Hier bieten andere Kopfhörer für teils deutlich weniger Geld ein deutlich stimmigeres Gesamtpaket.

SuperEQ S1 Bronze-Award

SuperEQ S1

Verarbeitung
Tragekomfort
Soundqualität
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis

77/100

Gut verarbeitete und schicke Over-Ear-Kopfhörer mit langer Akkulaufzeit, die klanglich allerdings nicht vollends überzeugen können.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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