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Genesis Nitro 550 Gaming Chair – Guter Stuhl für einen günstigen Preis?

Design und Verarbeitung

Wie viele Konkurrenten setzt auch Genesis‘ Nitro 550 auf einen Bezug aus PU-Kunstleder. Dieser ist fest vernäht und liegt überall fest an. Einige günstigere Produkte haben mit wenig straffen Bezügen zu kämpfen, den Nitro 550 betrifft dieses Problem glücklicherweise nicht.

Auch der Rahmen macht einen sehr stabilen Eindruck: Genesis verbaut einen Rahmen und ein Fußkreuz aus Metall. Die beworbene Maximalbelastung von 150 kg ist somit nicht unbegründet, während manche Stühle auf günstigere und weniger stabile Kunststoffbauteile setzen.

Weniger robust sind hingegen die Armlehnen – ein bei fast allen Gaming-Stühlen auftretendes Problem. Jede der Armlehnen wird über drei Schrauben an der Sitzfläche befestigt und ist hier auch fest angebracht, lediglich die Höhenverstellung hat etwas Spiel, sodass die Armlehnen mit zunehmender Höhe wackliger werden. Das ist prinzipiell für derartige Produkte nicht ungewöhnlich, doch gibt es bei der Konkurrenz manchmal etwas stabilere Lösungen als diese hier.

Kritik gibt es zudem für die Verarbeitungsqualität des Stuhls. Auch teurere Produkte sind hier oft nicht ideal, doch zumindest im Betrieb sichtbare Elemente wie die Kanten an den Armlehnen und die Lackierungen hätte Genesis ruhig ordentlicher umsetzen können. Zudem ist die Rückenlehne nicht ganz fest, wodurch sie mit der Hand leicht hin- und herbewegt werden kann. Im Sitzen ist das nicht zu spüren, dafür aber wenn man den Stuhl durch die Gegend schiebt.

Die Nähte, die den Bezug des Nitro 550 zusammenhalten, sind in Ordnung. Sie sind durchweg fest vernäht und haben lobenswerterweise keine abstehenden Fäden. Leider variieren die Randabstände aber gelegentlich doch recht deutlich, was bei genauem Hinsehen schnell auffällt.

Unterm Strich würden wir die Optik des Gaming-Chairs somit in zwei unterschiedlichen Szenarien bewerten. Wer den Stuhl nur schnell als normalen Einrichtungsgegenstand wahrnimmt, der wird in kaum von einem höherwertigen Modell unterscheiden können – insbesondere aufgrund des straffen Bezugs, der bei günstigen Modellen als Erstes auffällt. Wer sich den Stuhl dann genauer ansieht, wird an einigen Stellen hingegen Verarbeitungsmängel feststellen können, die aber weitestgehend optischer Natur sind – mehr dazu im nächsten Punkt.

Praxiseinsatz und Ergonomie

Auch wenn Aufbau und Verarbeitung nicht vernachlässigen sind, so ist das maßgebende Kriterium für einen Gaming-Stuhl wie den Genesis 550 natürlich der Sitzkomfort. Genau hier kann das Modell punkten: Die Polsterung ist fest aber nicht hart und bietet für normal breite und schmalere Personen mit (über)durchschnittlicher Körpergröße ein sehr angenehmes Sitzgefühl. Für etwas breiter gebaute Menschen ist er zwar immer noch gut zu verwenden, doch ist hier der Sitzkomfort nicht mehr ganz so ideal. Der mittlere Bereich der Sitzfläche misst 40 Zentimeter in der Breite.

Der Genesis 550 bietet neben den von Haus aus sinnvoll geformten Polsterungen noch einige Einstellungsmöglichkeiten. Am wichtigsten ist die Verstellung der Rückenlehne, hier man rund 70 Grad Spielraum. Zusätzlich kann man die Höhe der Armlehnen und natürlich auch der Sitzflächen verstellen. Hierfür stehen beide Male rund acht Zentimeter zur Verfügung. An einen gewöhnlichen Bürotisch kann der Stuhl somit  problemfrei angepasst werden.

Auch wichtig für die Ergonomie sind die beiden Kissen, die sich im Lieferumfang befinden. Das Nackenkissen wird über einen Gummizug befestigt, das Lordosenkissen über zwei Schnappverschlüsse an die Rückenlehne geschnallt – wahlweise so wie im Banner gezeigt, oder so wie auf den Artikelbildern. Beide Kissen sind sehr bequem, wobei das Lordosenkissen für viele Nutzer eine Eingewöhnungszeit mit sich bringen dürfte – dafür kann es unter Umständen gegen Rückenprobleme helfen.

Auch eine Wippfunktion bietet der Stuhl, wodurch sich die Sitzfläche mit der daran befestigten Rückenlehne nach hinten schwingen lässt. Diese bietet allerdings einen hohen, festgelegten Gegendruck, ein „schweben“ ist also nicht möglich. Eng damit verknüpft ist die Stabilität des Stuhls. Denn kaum jemand dürfte Interesse haben sich frei nach hinten zu schwingen, um sich danach auf dem Boden wiederzufinden. Genesis hat das Bodenkreuz weit genug hinten positioniert, dass das glücklicherweise nicht der Fall sein sollte, doch hat das einen anderen, kleinen Nachteil: Setzt man sich nur auf die Vorderseite der Sitzfläche, kann der Stuhl kippen. Abgesehen davon ist der Nitro 550 aber in allen typischen Einsatzszenarien stabil.

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