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Hackangriff über fünf Jahre bei SMS-Anbieter Syniverse

Syniverse verarbeitet SMS für alle großen US-Provider und ist vor allem dafür verantwortlich, den providerübergreifenden Versand der Kurznachrichten sicherzustellen. Nun hat das Unternehmen berichtet, über fünf Jahre lang gehackt worden zu sein. Persönliche Daten unzähliger Betroffener sind aller Wahrscheinlichkeit nach abgegriffen worden.

Syniverse berichtet Börsenaufsichtsbehörde von Angriff

Syniverse hat gegenüber der Börsenaufsichtsbehörde SEC angegeben, im Mai dieses Jahres Kenntnis des Angriffs erlangt zu haben. Der Zugriff auf das System des Unternehmens, das jährlich rund 740 Milliarden SMS verarbeitet, sei demnach unverzüglich entfernt worden. Wer hinter dem Angriff steht sei derzeit noch nicht bekannt, die Ermittlungsbehörden seien bereits informiert.

Unbeantwortet bleibt die Frage, ob SMS-Inhalte mitgelesen werden konnten und tatsächlich mitgelesen wurden. Erwähnt wird in der Mitteilung lediglich, dass mehrfach auf Datenbanken des Unternehmens zugegriffen wurde und Daten von etwa 235 Kundinnen und Kunden kompromittiert wurden. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass Syniverse offensichtlich daran interessiert ist, den Vorfall möglichst nicht publik werden zu lassen: Die Anzeige erfolgte beispielsweise nicht proaktiv, sondern im Zuge einer Pflichtmitteilung aufgrund einer bevorstehenden Fusion mit Börsengang. In diesem Bericht wird der Vorfall als mögliches Risiko für Anlegerinnen und Anleger erwähnt, steht jedoch keineswegs im Vordergrund der Meldung.

Zugang zu sensiblen Daten wahrscheinlich

Auf Presseanfragen, inwieweit Daten abgegriffen werden konnte, gab Syniverse lediglich zu verstehen, hierzu aufgrund der besonderen Vertraulichkeit der Angelegenheit keine Angaben machen zu können. Das Magazin Vice wandte sich daraufhin an eine Person, die bei einem Mobilfunkprovider arbeitet. Dieser Person zufolge ist es äußerst wahrscheinlich, dass sensible Daten übertragen werden konnten. Hierzu sollen etwa die Länge und Kosten einzelner SMS, die Nummern der beteiligten Kontakte, der Standort der beiden Mobiltelefone sowie der Inhalt der Kurznachrichten zählen. Ob es sich bei der von Vice befragten Auskunftsperson um eine vertrauenswürdige Quelle handelt, ist jedoch unklar. Nichtsdestotrotz erscheinen die Angaben plausibel.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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