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HPE: Patch zerstört versehentlich 77 TByte an Forschungsdaten der Uni Kyoto

Eigentlich sollte ein Patch von Hewlett Packard Enterprise (HPE) lediglich ein Backup-Script lesbar machen, doch die Folge des Updates wurde zu einer Katastrophe. Satte 77 Terabyte an Forschungsdaten und deren Backups der Uni Kyoto wurden durch den Fehler zerstört und sind futsch.

Schwerwiegender Bugs durch HPE Patch bei Uni Kyoto

Für die Universität von Kyoto startet das Jahr 2022 mit einer Katastrophe. Denn zum Ende des Jahres2021 hat die Uni aufgrund eines fehlerhaften Patches seitens HPE ganze 77 TByte an Forschungsdaten unwiederbringlich verloren. Betroffen sind rund 34 Millionen Dateien von 14 verschiedenen Forschungsgruppen.

Der Vorfall ereignete bereits sich zwischen dem 14. und 16. Dezember. Rund ein Drittel der Gruppen wird ihre Daten wohl nie wieder sehen, heißt es in der Mitteilung der Universität Kyoto. Der Grund liegt in einem simplen Script-Update für die Server, das aufgrund eines Fehlers sämtliche Backups versehentlich gelöscht hat.

Hewlett Packard Enterprise, beziehungsweise der japanische Ableger Hewlett Packard Japan GK betreibt den betroffenen Supercomputer der Universität. Demnach verteilte man ein Update für ein Backup-Script, das Log-Dateien nach zehn Tagen automatisch löschen sollte.

Dabei sollte allerdings nur dessen Sichtbarkeit und Nachvollziehbarkeit durch eine Umbenennung von Variablen verbessert werden. Stattdessen hatte das Script beim Aufspielen allerdings ein anderes, bereits aktives Bash-Script überschrieben. Daraufhin wurden die Variablen undefiniert, was fälschlicherweise zu einem anschließenden Löschen der echten Forschungsdateien, statt nur der Log-Einträge geführt hat.

Datenspeicherung auf anderen Systemen

HP Japan übernimmt laut eigenen Aussagen die volle Verantwortung für den Vorfall, wie man in einem Brief an die Universität bestätigt hat. Die Uni Kyoto will ein erneutes Auftreten des Fehlers verhindern und zusätzliche Maßnahmen einleiten, wie das Spiegeln von Daten. Zusätzliche, regelmäßige Backups sollen zudem für eine effizientere und weniger fehleranfällige Datenspeicherung sorgen.

Die Forscher selbst wurden zudem dazu angehalten, ihre Daten zusätzlich auf anderen Systemen zu speichern. Die Maßnahmen würden keine Datenverluste durch Hardwareausfälle oder höhere Gewalt verhindern, heißt es weiter.

Bekannt ist die Uni Kyoto vor allem für die Gebiete der Materialwissenschaften, Immuntherapien und Chemie und zählt zu den renommiertesten Einrichtungen Japans.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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