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Intel plant „Halbleiterstadt“ in Ohio

Seit geraumer Zeit wütet weltweit die Halbleiterkrise. Davon ist so ziemlich jede Branche betroffen. Viele Unternehmen können dementsprechend nur mit angezogener Handbremse arbeiten oder müssen gar einen gänzlichen Produktionsstopp einlegen. Doch wie soll man dem Mangel der global so begehrten kleinen Metallstreben am besten entgegenwirken? Intel scheint für sich die passende Lösung gefunden zu haben. So möchte der namhafte Chip-Hersteller kurzerhand selbst Halbleiter produzieren. Das Unternehmen möchte dabei nicht nur auf Produktion in Eigenregie setzen, sondern kurzerhand auch unabhängig vom asiatischen Markt werden. Schließlich sollen die Produktionsstätten in den USA entstehen.

Intel baut eine „Halbleiterstadt“

Was zunächst als Gerücht durch die Technik-Blogs schwirrte, bestätigt nun auch Intel. So möchte der  Hersteller wertvoller Halbleiter riesige Fabriken in den USA errichten. Dabei hat sich das Unternehmen keine große Stadt oder den Speckgürtel einer Metropole als passenden Ort ausgesucht. Stattdessen möchte man auf die Abgeschiedenheit des „Licking County“ im Bundesstaat Ohio setzen. Der Baubeginn soll bereits Ende 2022 sein. Mit den ersten beiden Produktionsstätten, die insgesamt 20 Milliarden US-Dollar Baukosten mit sich bringen, soll jedoch noch lange nicht Schluss sein.

So spricht Intel davon, dass man plant, in den kommenden Jahren knapp 100 Milliarden US-Dollar zu investieren. Allerdings müssen dafür auch die Rahmenbedingungen wie angemessene staatliche Zuwendungen stimmen. Sollte dies der Fall sein, scheint Intel „in the middle of nowhere“ kurzerhand eine gigantische „Halbleiterstadt“ zu errichten. Insgesamt acht Fabriken sollen sich dann auf knappen 20 km² Fläche befinden. Sollte sich das Pilotprojekt in den USA als erfolgreich erweisen, scheint Intel bereits auf weitere potentielle Produktionsstätten in Europa zu „schielen“. Insbesondere Deutschland kommt dabei als passender Standort in Frage.

Fertigstellung in den USA bis 2025

Sollten die Pläne von Intel aufgehen, dürften die „Fließbänder“ in Ohio bereits 2025 anrollen. Im Fokus der Produktion sollen dann nicht nur modernste Halbleiter für Intel selbst, sondern auch Drittunternehmen stehen. Schließlich ist auch an dem Chip-Hersteller nicht die wachsende Nachfrage an Halbleitern vorbeigegangen. Einen großen Namen hat sich Intel aber nicht als Halbleiterhersteller, sondern als Produzent leistungsstarker Prozessoren gemacht. Da verwundert es auch kaum, dass in den Werken womöglich der wegweisende „18A Prozessor“ gefertigt werden soll.

Dieser soll durch Fertigung im 2 Nanometer Verfahren die CPU-Sparte revolutionieren. Das klingt natürlich alles sehr ambitioniert und angesichts des abgelegenen Standorts mitten in Ohio auch ein wenig verrückt. Eine derartige Abgeschiedenheit kann nämlich vor allem bei Versorgungsproblemen zu ernsthaften Folgen führen. Um Schäden durch Stromausfälle oder dergleichen zu vermeiden, müsste der Chiphersteller eigentlich auch ein eigenes Kraftwerk auf die Beine stellen. Entsprechende Pläne liegen derzeit allerdings noch nicht vor.

Made in USA

Bislang verlassen sich noch immer sehr viele US-Amerikanische Unternehmen auf Produktionen in Asien. Insbesondere die Großfabriken in China gelten als lukrative Möglichkeit, um günstig, aber auch zuverlässig zu produzieren. Doch der Punkt der Zuverlässigkeit scheint mittlerweile nicht mehr wirklich als Argument zu gelten. Schließlich verhärten sich die Fronten zwischen den USA und China zunehmend. Auch die Abhängigkeit von dem Reich der Mitte zeigt sich regelmäßig als großer Nachteil, wie die gegenwärtige Halbleiterkrise abermals beweist. Intels Schritt, die Produktion in westliche Gefilde umzulagern, dürfte wohl wieder für mehr Sicherheit sorgen. Schließlich macht man sich mit diesem Schritt wieder unabhängiger von China. Doch nicht nur das. Obendrein dürfte Intel davon profitieren, dass auch andere Unternehmen lieber auf in den USA gefertigte Chiptechnik zugreifen möchten. Wir sind gespannt, ob der Plan aufgeht.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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