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TU Berlin: Cyberkriminelle legen System lahm und klauen tausende Daten

Das Problem der Cyber-Kriminalität wächst Jahr für Jahr. Während die Zahlen von Einbrüchen in Wohnungen oder Häuser immer weiter zurückgehen, wird das Eindringen in Serverstrukturen und der Diebstahl empfindlicher Daten über das World Wide Web offenbar immer interessanter. Längst sind es nicht mehr nur Bundesbehörden oder Großunternehmen, die zum Opfer werden. Dass selbst Bildungseinrichtungen zur Zielscheibe werden können, ist nun bekannt geworden. So wurde offenbar die Technische Universität in Berlin (TU Berlin) im letzten Jahr Opfer eines Cyberangriffs. Daraus resultierten nicht nur viele Wochen mit Problemen in der IT-Struktur der Universität. Obendrein wurden wohl 5566 wichtige Dateien mit empfindlichen Inhalten entwendet.

Viele empfindliche Daten betroffen

Auch, wenn der Angriff mittlerweile über ein Jahr her ist, sind die Auswirkungen noch immer spürbar. Dies verwundert angesichts der Art der entwendeten Dateien kaum. So sollen insbesondere Unterlagen wie Zeugnisse, Gutachten, Bewerbungen und auch Passwörter beim Cyberangriff gestohlen worden sein. Die TU Berlin hat ihrerseits die betroffenen Studenten und Mitarbeiter informiert. Nicht minder schwerwiegend waren die Auswirkungen des Hackerangriffs auf die allgemeine IT-Struktur der TU. Da die Bildungseinrichtung vorsorglich das gesamte System herunterfahren musste, um weitere Angriffe zu vermeiden, wirkte sich dies negativ auf viel Funktionen aus. In Folge dessen litt das System über viele Monate hinweg unter spürbaren Einschränkungen. Wenn man sich vor Augen führt, dass im Jahr 2021 das Internet für viele Studenten Corona-bedingt die einzige Schnittstelle zur Universität war, wiegt dieses Problem umso schwerer.

IT-System mittlerweile wiederhergestellt

Der Wiederaufbau der IT war eine schwere und vor allem langwierige Aufgabe. Glücklicherweise entschied sich die IT-Abteilung rechtzeitig dafür, Prioritäten zu setzen. Folglich fokussierte man sich zunächst darauf, die vornehmlich online stattgefundenen Lehrveranstaltungen wieder zugänglich zu machen. Innerhalb vor zwei Tagen war ein entsprechender Betrieb wieder möglich. Im Gegensatz dazu war der Mail-Server erst nach einem knappen Monat wieder erreichbar. Noch schwerer traf es interne Abläufe. So konnte die Buchhaltung ihren digitalen Betrieb erst ein Vierteljahr nach dem Cyberangriff wieder aufnehmen. Ein geschlagenes halbes Jahr nach der Hackerattacke stand den Studenten und Mitarbeitern dann wieder der nahezu vollständige Service der Webseite zur Verfügung.

Doch der Wiederaufbau der IT dauerte nicht nur lange. Er war obendrein überaus kostspielig. So gibt die TU Berlin an, dass man nun knapp 445.000 Euro ausgegeben habe, um die IT wiederherzustellen und obendrein für höhere Sicherheitsstandards zu sorgen. In diese Summe hat man allerdings noch nicht den Schaden hinein gerechnet, der in Folge des Angriffs entstanden ist. Schließlich kann der TU Berlin nun durchaus eine Flut an Schadensersatzansprüchen der betroffenen Personen ereilen. Andere Adressaten gibt es dafür bislang nämlich noch nicht. Schließlich hält sich das LKA Berlin mit der Nennung von Verdächtigen noch bedeckt. Dahinter stecken aber sicherlich die üblichen ermittlungstaktischen Gründe.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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