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Twittter: Elon Musk und das Bot-Problem

Vor nicht allzu langer Zeit hat Elon Musk angekündigt, Twitter kaufen zu wollen. Nachdem er sein Angebot in Höhe von 44 Milliarden US-Dollar vorgelegte, machte er jedoch einen Rückzieher: Der Deal liegt auf Eis, da Musk den Preis aufgrund der enormen Zahl von Bots auf Twitter reduzieren will. Analysen zeigen nun, dass Musks Einschätzung des Botanteils auf einer Verzerrung basieren könnte: Er selbst scheint auf der Plattform überproportional stark mit Bot-Accounts in Kontakt zu kommen.

Ein Ausreißer unter Ausreißern?

Darius Kazemi, Programmierer bei der Non-Profit-Organisation Meedan, die Falschinformationen bekämpft, bezeichnet Musk hinsichtlich seines Bot-Kontakts bei Twitter als einen „Ausreißer unter Ausreißern“. So weise der Tesla-CEO nicht nur eine wesentlich höhere Bot-Rate unter seinen Followern auf als das durchschnittliche Twitterprofil, sondern auch als das durchschnittliche Promi-Profil bei Twitter. Kazemi geht entsprechend davon aus, dass auch Musks Erleben der Plattform sich deutlich von dem anderer Nutzerinnen und Nutzer unterscheide.

Einer Schätzung von SparkToro zufolge sind 70 Prozent der Accounts, die Musk folgen, Bots oder inaktiv. Ein durchschnittlicher Twitteraccount mit 65 Millionen bis 120 Millionen Followern – in diese Kategorie fällt auch Musk – weist demgegenüber lediglich eine Spam- und Inaktivenrate von 41 Prozent auf.

Der Grund für die außerordentliche Bot- und Spam-Rate bei Musk kann in seiner Art, Twitter zu nutzen, gesehen werden. Von anderen Promi-Accounts hebt Musk sich deutlich ab: Er twittert nicht nur außerordentlich häufig, sondern interagiert auch überdurchschnittlich häufig mit anderen Nutzerinnen und Nutzern. Das wiederum macht es für all jene, die Aufmerksamkeit generieren möchten, attraktiv, Musk zu folgen und seine Tweets zu kommentieren – und dazu zählen auch und vor allem Bots und andere Spam-Accounts.

Twitter, ein Bot-Paradies?

Das Einfrieren seines Angebots hat Musk – wie einleitend bereits erwähnt wurde – mit der exorbitanten Zahl an Bots, die er auf Twitter vermutet, begründet. Konkret sprach Musk davon, Twitters Nutzungsregeln seien sehr bot-freundlich. Auf einer Technologiekonferenz im Mai sagte Musk ferner, dass alle, die Twitter nutzten, wüssten, dass „die Kommentarspalten voller Spam, Scam und zahlreichen Fake-Accounts“ seien.

Vor dem Hintergrund der Analysen zum deutlich überdurchschnittlichen Spam-Aufkommen rund um Musks Twitteraccount erscheinen diese Einlassungen in einem neuen Licht: Musks Einschätzungen könnten aus einer Verzerrung erwachsen sein, da Musks Twitterbild deutlich durch seine persönlichen Erfahrungen auf der Plattform geprägt sein dürften, die sich jedoch deutlich von denen der meisten anderen Nutzerinnen und Nutzer unterscheiden.

Twitter selbst gibt den Anteil von Spam-, Fake- und Bot-Accounts mit unter fünf Prozent an. Gegenüber Musk äußerte Twitter-CEO Parag Agrawal, dass Musks Schätzungen nicht auf einer seriösen Datenbasis basieren könnten, seien dafür doch auch interne Daten nötig, über welche Musk nicht verfüge.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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