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UK: Pornoseiten sollen künftig zuverlässige Altersverifikation durchführen

Bislang ist es Minderjährigen im Internet problemlos möglich, auf Medien mit pornografischem Inhalt zuzugreifen. Zur Altersverifikation werden lediglich einfache Buttons verwendet, mit denen man seine Volljährigkeit bestätigen soll. Dies soll sich nun in Großbritannien ändern.

Jugendschützer wurden erhört

Kinder kommen immer früher in Berührung mit dem Internet und seinen Inhalten. Dabei sorgt der Entdeckerdrang dafür, dass sie schnell auf Seiten landen, die eigentlich Erwachsenen vorbehalten sind. Laut Jugendschützern ist diese Entwicklung vor allem im Bereich der Pornografie überaus bedenklich. Schließlich sollen entsprechende Videos einen schlechten Einfluss auf Kinder haben. Insbesondere bei Inhalten mit gewalttätigen pornografischen Inhalten müsse man sich Sorgen machen.

Die Politik in Großbritannien scheint auf die Experten gehört zu haben und bringt nun ein neues Gesetz auf den Weg. Bald soll man im Vereinigten Königreich nicht mehr nur sein Alter per einfachem Klick auf einen Button bestätigen. Stattdessen soll man sich ausweisen und damit die Volljährigkeit beweisen können. Lösungsansätze werden derzeit zwischen der Regierung und den Portalbetreibern besprochen. Letztere zeigen sich wohl kooperativ.

Bisheriges Vorgehen ineffektiv

Es ist nicht der erste Versuch der Politik Großbritianniens für mehr Online-Jugendschutz zu sorgen. Bereits vor einigen Jahren sorgte man dafür, dass Internetprovider zwei unterschiedliche Arten von Internetzugängen zur Verfügung stellen mussten. Einen beschränkten und einen unbeschränkten. Dabei sperrte der beschränkte Zugang alle registrierten Webseiten, die jugendgefährdende sowie pornografische Inhalte boten. Allerdings erwies sich dieser Schritt als nicht wirklich wirksam. Ein bloßer Blick auf die Zahlen macht deutlich, wie groß das Problem ist. So förderten statistische Erhebungen zutage, dass im Jahr 2015 monatlich knapp 1,4 Millionen Kinder und Jugendliche in UK auf pornografische Inhalte zugriffen. Dabei gab ein Großteil der Kinder und Jugendlichen an, nicht mit Absicht auf den Seiten gelandet zu sein.

Datenschutz als KO-Kriterium

Es steht schon seit geraumer Zeit die Idee im Raum, eine effektivere Altersverifikation verpflichtend einzuführen. Doch im Jahr 2019 entschied sich die Regierung Großbritanniens dagegen. Als Begründung gab sie an, dass mit einer Überprüfung von Identitätsdaten auch gleichsam die persönlichen Daten der Nutzer in Gefahr seien. Identitätsdiebstahl und weitere schwerwiegende Folgen könnten damit einhergehen. Mit der Zeit wurde die Regierung allerdings zunehmend für ihre Entscheidung gerügt.

Vor allem Jugendschützer bringen hervor, dass der Schutz der Minderjährigen so wichtig sei, dass man um eine zuverlässige Altersprüfung nicht herumkommt. Zu negativ seien die Einflüsse von frauenfeindlichen und gar gewalttätigen pornografischen Inhalte, auf die Kinder und Jugendliche problemlos Zugriff haben. Diese können für die gesamte Gesellschaft problematisch werden, da durch deren Konsum ein verzerrtes Bild von Sexualität geweckt werde. Da der Druck auf Premierminister Boris Johnson zuletzt massiv zunahm, willigte er nun ein. Die sogenannte „Online Safety Bill“ soll bereits im kommenden Jahr einen entsprechenden Zusatz erhalten.

Sichere Altersverifikation

Um die Daten der Nutzer möglichst gut zu schützen, werden bereits jetzt sichere Möglichkeiten der Verifikation vorgebracht.

„Die Technologie ist heute sehr viel besser und es gibt keine Bedenken mehr wegen der Privatsphäre der Nutzer“

sagte Rachel De Souza, Jugendschutzbeauftragte Großbritanniens, gegenüber der Sunday Times. So könne man Drittanbieter hinzuziehen, die sich um die Altersabfrage kümmern. Diese würden nach erfolgter Verifikation die Daten gleich wieder löschen. Doch mittlerweile stehen auch Möglichkeiten im Raum, die gänzlich ohne Personendaten auskommen. Beispielsweise soll eine KI mittels Stimmüberprüfung feststellen können, ob man voll- oder minderjährig ist. Wirksame Verfahren scheint es also zu geben. Und auch die Porno-Portale scheinen sich kooperativ zu zeigen. So hat De Souza in ihrem Statement weiterhin gesagt, dass man sich in einem regen Austausch mit den Betreibern befände.

Wie sieht es in Deutschland aus?

In Deutschland gibt es im Übrigen seit geraumer Zeit einen Zwang zur Altersverifikation auf einschlägigen Portalen. Allerdings erweist sich dieser nicht als sonderlich wirksam. So müssen Webseiten mit pornografischen Inhalten lediglich kennzeichnen, dass der Zugang nur Personen über 18 Jahre erlaubt ist. Um sein Alter zu bestätigen genügt bislang ein einfacher Druck auf den Button. Wir sind gespannt, ob die Briten einen wirksamen, aber datensicheren Weg finden und so für mehr Jugendschutz sorgen können.

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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