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Vorwahlkampf: Bloomberg setzt auf Online-Werbung

Multimilliardär Michael Bloomberg will der nächste US-Präsident werden. Im Vorwahlkampf der Demokraten, für die er antreten möchte, ist er bisher jedoch kaum in Erscheinung getreten. Statt auf öffentliche Auftritte scheint er auf teure Werbung zu setzen.

Vor allem über das Internet will Michael Bloomberg sich in den Fokus rücken, um am 3. März, dem sogenannten Super Tuesday, an dem die Demokraten in gleich vierzehn US-Staaten ihre Delegierten für den Nominierungsparteitag bekanntgeben, eine starke Rolle einnehmen zu können. Im Zuge seiner Eigenwerbung hat Bloomberg bisher bereits ein Unternehmen gegründet, einen prominenten Werbeprofi engagiert – und weit über 100 Millionen US-Dollar ausgegeben. In dieser Hinsicht zeigt sich eine Parallele zum derzeit amtierenden US-Präsidenten: Auch Bloomberg kann im Wahlkampf auf ein beachtliches Privatvermögen zurückgreifen und damit Werbemaßnahmen steuern, die in den USA weit wichtiger sind als in Wahlkämpfen, die hierzulande stattfinden.

Besonders Google scheint Bloomberg als aussichtsreiche Plattform zu betrachten. Bisher hat er laut Google bereits knapp fünfzehn Millionen US-Dollar in AdWords-Werbung investiert. Wer so aktuelle Schlagwörter wie „Impeachment“ oder „Climate Change“ sucht, erhält als erstes Ergebnis einen Werbelink auf Bloombergs Kampagnenseite.

Das von Bloomberg gegründete Startup Hawkfish, für das unter anderem der ehemalige Facebook-Marketing-Chef Gary Briggs tätig ist, koordiniert die Werbekampagnen des ehemaligen Bürgermeisters von New York City.

Bloombergs massiver Finanzaufwand stößt jedoch nicht nur auf Begeisterung. Bernie Sanders, ebenfalls gewillt, für die Demokraten zu kandidieren, zeigte sich „angewidert von der Idee, dass Michael Bloomberg oder irgendein anderer Milliardär glaubt, er könne den politischen Prozess umgehen“.

Der Einfluss der neuen Medien auf die politischen Entscheidungsprozesse dürfte nun einmal mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Bereits bei der letzten Präsidentschaftswahl, aus der Donald Trump als Sieger hervorging, wurde kontrovers um Manipulationen durch Bots, Fake-News und Co diskutiert. Nun setzt Bloomberg, der Trump besiegen will, in großem Stil ebenfalls auf vor allem digitale Mittel, um potentielle Wählerinnen und Wähler zu seinem Angebot zu locken – er nutzt dabei augenscheinlich zwar nicht gezielt unlautere Mittel wie Bots und Desinformationen, dafür aber die Positionierungsmacht Googles. Zugleich wird der enorme Einfluss des Geldes auf politische Prozesse in den USA einmal mehr deutlich.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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