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Google Pixel 6 Pro Test: Das ultimative Android-Smartphone?

Das lange Warten hat endlich ein Ende. Seit Wenigen Tagen sind das Google Pixel 6 Pro und sein kleinerer Bruder Pixel 6 im Handel erhältlich. Nach dem Vorgänger will man endlich an Flaggschiff-Smartphone abliefern, das in allen Bereichen überzeugen soll. Wie gut das gelungen ist, klärt unser Google Pixel 6 Pro Test.

Technische Daten

Betriebssystem Android 12
Display 6,71″, 1440 x 3120 Pixel, AMOLED, 120 Hz, 512 PPI
SoC Google Tensor
CPU 2 x 2.80 GHz Cortex-X1
2 x 2.25 GHz Cortex-A76
4 x 1.80 GHz Cortex-A55
GPU Mali-G78 MP20
RAM 12 GB
Speicher 128 GB (Testgerät) / 256 GB
Akku 5.003 mAh, fest verbaut, 30 Watt kabelgebundenes Laden
Abmessungen 163,9 x 75,9 x 8,9 mm
Gewicht 210 g
Schnittstellen USB Type-C 3.1, Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac/6e, Bluetooth 5.2, NFC, GPS
Einschübe 1x Nano-SIM (5G)
Kamera (hinten) 50-MP-Weitwinkelkamera (f/1.85, Laser-Autofokussensor, OIS, 82 Grad Sichtfeld)
12-MP-Ultraweitwinkelkamera (f/2.2, 106,5 Grad Sichtfeld)
48 Megapixel Telezoom-Kamera (f/3.5, 23,5 Grad Sichtfeld, 4x optischer Zoom)
Kamera (vorne) 11,1 Megapixel (Blende f/2.2, 94°-Ultraweitwinkel-Sichtfeld, Fixfokus)
Verfügbare Farben Stormy Black (Testgerät), Cloudy White, Sorta Sunny
Preis € 0,01* (128 GB Speicher); 999,00 Euro (256 GB Speicher)

Lieferumfang

Das Google Pixel 6 Pro kommt in einem minimalistischen, weißen Karton daher, der kaum größer ausfällt als das Smartphone selbst. Entsprechend fällt der Lieferumfang auch überschaubar aus. Beim Öffnen erblicken wir sofort das Smartphone, in unserem Falle in der schwarzen Variante – genannt „Stormy Black“.

Zusätzlich legt Google ein langes USB-C auf USB-C-Ladekabel, sowie einen Adapter, der der Datenübertragung von einem anderen Smartphone (und sogar vom iPhone) dient. Die üblichen Anleitungen und Sicherheitshinweise runden den Lieferumfang ab. Ein Netzteil befindet sich leider nicht im Karton, aus Umweltgründen, wie es heißt. Schade.

Design und Verarbeitung des Pixel 6 Pro

Das Google Pixel 6 Pro fällt auf, so viel ist bereits auf den ersten Blick klar. Hinsichtlich des Designs unterscheidet sich das Pixel 6 stark von seinen Vorgängermodellen, aber nicht minder stark von allen anderen Smartphones auf dem Markt – ob einem das gefällt, muss allerdings jeder für sich selbst entscheiden.

Was als erstes auffällt ist, dass das Google Pixel 6 Pro ziemlich groß ausfällt. Mit Abmessungen von 163,9 x 75,9 x 8,9 mm fällt das 6,71 Zoll große Smartphone gigantisch aus. In der Länge ist es minimal kürzer als beispielsweise das Samsung Galaxy S21 Ultra (165,1 mm), dafür aber minimal breiter (75,6 mm). Im Vergleich zum iPhone 13 Pro Max (160,8 x 78,1 x 7,7 mm) fällt aber vor allem die geringere Breite merklich auf und sorgt für ein angenehmes Griffgefühl.

Doch zurück zum Design des Pixel 6 Pro. Die Vorderseite wird nahezu vollständig von dem AMOLED-Display eingenommen, das im Vergleich zum kleineren Pixel 6 zudem gebogene Kanten aufweist und sich daher etwas über die Ränder hinaus erstreckt. Die Displayränder fallen angenehm schmal aus. Am oberen Bildschirmrand verbaut Google mittig die Frontkamera in einem Punch-Hole.

Auf der linken Seite befindet sich der Sim-Karten-Slot, der lediglich Platz für eine Nano-Sim bietet. Eine SD-Karte oder zweite Sim-Karte können also nicht genutzt werden, allerdings verfügt das Pixel 6 Pro über Dual-SIM-Funktion, die über eine intern verbaute eSIM erreicht wird.

Die Bedienelemente in Form des Power-Buttons und der Lautstärkewippe befinden sich beide auf der rechten Seite des Gerätes. Sie sind im oberen Drittel platziert und auch im einhändigen Betrieb bequem erreichbar.

Die Rückseite präsentiert sich, ähnlich wie beim Ur-Pixel und Pixel 2, farblich zweigeteilt. Der untere Teil ist deutlich dunkler gehalten, der breite Kamera-Streifen dient als Trennung vom etwas helleren oberen Teil. Insgesamt wirkt das Design des Pixel 6 Pro durchdacht und edel. Die Kameras stehen zudem nicht so weit heraus, wie ich es vorher gedacht habe. Aufgrund der gleichmäßigen Anordnung über die gesamte Breite liegt das Smartphone auch ohne zu wackeln auf dem Tisch.

Verarbeitung und Gefühl

Insgesamt gefällt mir die Verarbeitung des Google Pixel 6 Pro außerordentlich gut. Das Gerät wirkt wie aus einem Guss, Spaltmaße oder Unregelmäßigkeiten gibt es keine. Tatsächlich hat man das Gefühl, hier ein echtes Flaggschiff-Gerät in den Händen zu halten.

Zudem finde ich, dass das Pixel 6 Pro wirklich angenehm in der Hand liegt. Es bietet eine gute Breite, sodass selbst ich mit kleinen Händen das Gerät sicher bedienen kann – und das mit nur einer Hand. Im Vergleich zum OnePlus 9 Pro fällt das deutlich höhere Gewicht (210 Gramm gegenüber 197 Gramm) auf. Allerdings nicht negativ, wenn man bedenkt, dass beispielsweise das S21 Ultra nochmal rund 20 Gramm mehr auf die Waage bringt.

Alles in allem bin ich hinsichtlich der Verarbeitung und Haptik des Pixel 6 Pro angenehm überrascht. Trotz der schieren Größe ist es Google gelungen, ein Smartphone zu kreieren, dass bequem in der Hand liegt. Nicht zuletzt dank Gorilla Glass Victus und einem Rahmen aus Aluminium wirkt das Gerät äußerst hochwertig.

Display des Pixel 6 Pro

Google setzt beim Pixel 6 Pro auf ein farb- und kontraststarkes AMOLED-Panel mit einer QHD+ Auflösung (1440 x 3120 Pixel), 120 Hz Bildwiederholrate (adaptiv) und einer Pixeldichte von 512 ppi. In der Praxis bietet das Display ein gestochen scharfes Bild mit einer überragenden Farbdarstellung, dass sich in unseren Augen lediglich den Displays der iPhone 13 Pro-Modelle geschlagen geben muss.

Gerade der Weißwert und die maximale Helligkeit (800 Nits im Automatikmodus) sind für ein OLED-Display schlicht überragend, selbst unter starker Sonneneinstrahlung ist das Display stets gut ablesbar. Die adaptive Bildwiederholfrequenz regelt das Smartphone, abhängig von den derzeit angezeigten Inhalten, automatisch zwischen 10 und 120 Hz. Bei Texten oder in sozialen Netzwerken ermöglicht das ein angenehm flüssiges Scrollen, während bei der Anzeige von Bildern oder statischen Inhalten Akkulaufzeit gespart wird.

Google Pixel 6 Pro Display
Das Display bietet satte Farben und hohe Kontraste. Der Fingerabdrucksensor arbeitet jedoch nicht sehr präzise.

Doch im Display ruht auch der erste große Kritikpunkt am Google Pixel 6 Pro und das ist der Fingerabdrucksensor. Hier setzt man auf einen optischen In-Display-Sensor, der zwar hinsichtlich der Position und Größe überzeugen kann, allerdings etwas langsam arbeitet und dabei deutlich weniger präzise unseren Finger erkennt als es beispielsweise bei Samsung oder OnePlus der Fall ist. Nicht selten kommt es vor, dass das Pixel erst nach dem 3. Versuch unseren Finger zum Entsperren annimmt. Das nervt mitunter.

Hardware: Was leistet der Tensor SoC im Pixel 6 Pro?

Die vielleicht spannendste Neuerung der 6. Pixel Generation ist im Tensor Chip zu finden, denn ähnlich wie Apple setzt Google nun auf einen eigens entwickelten SoC und greift nicht auf Modelle von Zulieferern zurück.

Dank künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen (ML) direkt auf dem Gerät will man somit das schlaueste und sicherste Android-Smartphone auf dem Markt anbieten. Und das liefert das Google Pixedl 6 Pro tatsächlich auch in vielen Bereichen ab. Keinesfalls allerdings das schnellste Smartphone, wie unsere Benchmark-Tests zeigen werden – trotzdem, um das schon einmal vorwegzunehmen, liegt die Geschwindigkeit auf Flaggschiff-Niveau.

Google Tensor

Tatsächlich ist es Google gelungen, mit der Symbiose aus purem Android und Tensor-Chip eine beeindruckende Leistung abzuliefern. Das Pixel 6 Pro startet im ausgeschalteten Zustand schneller als jedes andere Android-Gerät. In rund 9 Sekunden ist das Smartphone vollständig hochgefahren, alle Apps im Hintergrund geladen und in weiteren 6 Sekunden lässt sich beispielsweise ein Post auf Facebook oder Twitter absetzen.

Das Öffnen von oder Wechseln zwischen Apps funktioniert in Bruchteilen von Sekunden und das Scrollen mit dem 120-Hz-Display ist schlicht ein Genuss. Ruckler oder Verzögerungen sind während unseres Tests zu keinem Zeitpunkt aufgetreten.

Tensor bleibt hinter Snapdragon zurück

Hinsichtlich der Alltagsperformance oder in aktuellen Games leistet sich das Pixel 6 Pro keine nennenswerten Patzer. Allerdings erreicht die Octa-Core-CPU im Tensor SoC in den rein synthetischen Benchmarks nicht ganz die Werte eines aktuellen Snapdragon.

Im Geekbench 5 muss sich das Pixel 6 Pro hinsichtlich der Single-Core-Leistung dem Galaxy S21 Ultra oder OnePlus 9 Pro minimal, dem Apple iPhone 13 Pro Max hingegen deutlich geschlagen geben. Auch beim Multi-Core-Score liegt das Google-Smartphone dahinter.

Deutlich besser sieht es hingegen im Grafik-Benchmark 3DMark Wild Life aus, bei dem das Pixel 6 Pro mehr Punkte erreicht als die Konkurrenz von Samsung oder OnePlus – doch auch hier hat das aktuelle iPhone deutlich die Nase vorn. Im AnTuTu Benchmark muss sich das Pixel 6 Pro dann hingegen wieder der gesammelten Konkurrenz geschlagen geben.

Benchmark-Ergebnisse des Pixel 6 Pro
Geekbench 5 Single-Core:  1037
Geekbench 5 Multi-Core:  2876
3DMark Wild Life: 6615
3DMark Wild Life Extreme: 1921
AnTuTu (V 9.1.8.): 719897

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Tensor Chip im Google Pixel 6 Pro hinsichtlich der Performance nicht ganz mit aktuellen Snapdragon-SoCs oder dem Apple A15 Bionic mithalten kann. Im Alltag merkt man davon allerdings nur wenig.

Die reine Systemleistung, aber auch die Gaming-Performance können vollends überzeugen und vor allem die schnelle und flüssige Bedienung gefällt mir ausgesprochen gut. Besonders, da es im Vergleich zum S21 Ultra oder OnePlus 9 Pro absolut keine Ruckler oder Hänger gibt, ist sehr angenehm.

Software: Android 12

Natürlich kommt beim Pixel 6 Pro Stock-Android zum Einsatz und das ab Werk bereits in Version 12. Android 12 samt neuem Material You-Design ist die größte Designänderung, die das Betriebssystem seit Jahren erfahren hat. Dabei zeichnet sich das Design vor allem durch seine Anpassbarkeit aus. Sei es durch einzigartige, individualisierbare Widgets oder eine allgemeine Farbgebung, die auf dem gewählten Hintergrundbild basiert.

Allgemein fällt die Systemperformance des puren Android, wenig überraschend, hervorragend aus. Bloatware gibt es keine, lediglich die bekannten Google-Apps sind auf dem Gerät vorinstalliert. Google-typisch gibt es alle Android-Updates als Erstes, zudem wird die Pixel 6-Generation fünf Jahre lang Sicherheitsupdates sowie drei Jahre lang Android-Updates erhalten und ist damit für die Zukunft bestens gewappnet.

Mir persönlich gefällt Android 12 samt Material You wirklich sehr gut, wenngleich man sich als langjähriger Android-Nutzer aufgrund des neugestalteten User Interface ein wenig umgewöhnen muss.

Pixel 6 Pro Kamera: Der neue Kamera-König?

Die Pixel-Smartphones von Google sind seit jeher für ihre herausragende Kamera bekannt, entsprechend waren meine Erwartungen an das Pixel 6 Pro auch enorm. Im Praxistest sollten diese Erwartungen dann auch in vielerlei Hinsicht erfüllt und mitunter sogar übertroffen werden. Perfekt sind die Kameras des Pixel 6 Pro allerdings trotzdem nicht.

Hinweis: Bei allen Bildern handelt es sich um unbearbeitete Originalaufnahmen direkt aus dem Google Pixel 6 Pro.

Das Kamera-UI

Google überzeugt mit einem klaren, aufgeräumten Kamera User Interface. Unterhalb des angezeigten Bildes stehen die verschiedenen Zoom-Stufen (0,7x für Ultraweitwinkel, 1x, 2x und 4x optischer Zoom) zur Wahl.

Am unteren Bildschirmrand könnt ihr zwischen verschiedenen Aufnahme-Modi wie Nachtsicht, Bewegung, Porträt oder Panorama wählen oder zum Video-Aufnahmemodus wechseln. Oben links öffnet ihr das Optionsmenü, in dem ihr weitere Feineinstellungen wie Blitz, Top-Foto, Timer oder Seitenverhältnis auswählen könnt. Alles ist simpel und klar verständlich aufgebaut.

Fokussiert ihr manuell durch eine Berührung des Bildschirms, öffnen sich Regler, mit denen ihr den Weißabgleich, die Belichtung und den Kontrast manuell anpassen könnt.

Die Front-Kamera des Pixel 6 Pro

An der Vorderseite verbaut Google eine 11,1 Megapixel starke Selfie-Kamera samt f/2.2 Blende. Sie markiert tatsächlich das schwächste Glied in der Kette des Kamera-Setups beim Google Pixel 6 Pro, liefert aber noch immer überzeugende Ergebnisse ab.

Lediglich die Farben des Gesichts und die Schärfe bieten etwas Anlass zur Kritik. Während die Ergebnisse von Aufnahmen der Frontkamera bei guten Lichtverhältnissen ein gutes Ergebnis erzielen, kommt die Kamera bei schwachen oder schwierigen Lichtverhältnissen doch schnell an ihre Grenzen und kann nicht ganz mit der Konkurrenz mithalten. Gut gefallen hat mir aber vor allem der Porträtmodus, der das zu fokussierende Motiv sehr scharf wiedergibt und mit einem angenehmen Bokeh überzeugt.

Die Triple-Kamera des Pixel 6 Pro

Auf der Rückseite verbaut Google im Falle des Pixel 6 Pro ein Triple-Kamera-Setup, das sich aus den folgenden Linsen zusammensetzt:

  • 50-MP-Weitwinkelkamera (f/1.85, Laser-Autofokussensor, OIS, 82 Grad Sichtfeld)
  • 12-MP-Ultraweitwinkelkamera (f/2.2, 106,5 Grad Sichtfeld)
  • 48 Megapixel Telezoom-Kamera (f/3.5, 23,5 Grad Sichtfeld, 4x optischer Zoom, 20x Super Res-Zoom)

Alle drei Kameras können dann auch vollkommen überzeugen und bieten eine akkurate Farbwiedergabe bei einer unglaublichen Schärfe und einem enorm hohen Detailgrad. Vor allem die Hauptkamera, aber auch die Zoom-Linse positionieren sich an der Speerspitze aktueller Smartphones, lediglich die Ultraweitwinkel-Kamera fällt im Vergleich ein wenig ab.

Dabei kann bereits die schiere Bildqualität überzeugen. In Kombination mit der KI-basierten Nachbearbeitung des Tensor-Chips holt das Pixel 6 Pro dann aber noch ein Quäntchen mehr aus den Aufnahmen heraus und das, ohne dass dabei die natürlichen Eigenschaften der aufgenommenen Szene verloren gingen.

Herausragender Zoom

Beeindruckend fällt aber auch die Telezoom-Kamera aus, die bereits mit dem maximal möglichen optischen Zoom (4-fache Vergrößerung) ein gestochen scharfes Bild abliefert. In Kombination mit dem digitalen Super Res Zoom (20-fache Vergrößerung) bekommt ihr so aber eine unglaublich vielseitige Kamera an die Hand, deren Ergebnisse sich noch immer sehen lassen können.

Im direkten Vergleich mit dem 10x Zoom des Galaxy S21 Ultra muss sich das Pixel 6 Pro keinesfalls verstecken und bietet, bei derselben Vergrößerung, ein ähnlich gutes Ergebnis. Hier zeigt sich einmal mehr die hervorragende Software-seitige Verarbeitung von Google.

Nicht minder beeindruckend fällt zudem die Bildstabilisierung aus. Selbst freihändig ist es problemlos möglich, ohne Verwacklung bei vollem 20x Zoom zu knipsen und dabei trotzdem knackig scharfe Bilder zu erhalten.

Nachtaufnahmen mit dem Pixel 6 Pro

Was allerdings auffällt ist, dass sich das Pixel 6 Pro bei Nachtaufnahmen deutlich mehr Zeit bei der Belichtung nimmt als beispielsweise ein iPhone 13. Während das Apple-Gerät selbst dunkle Szenen in 3, maximal 4 Sekunden aufnimmt, lässt sich das Pixel bis zu 13 Sekunden lang Zeit. Damit werden noch mehr Details eingefangen und eine noch höhere Helligkeit erreicht, allerdings ist das Smartphone dabei auch anfälliger für Verwackler – was den Einsatz eines Stativs nahezu notwendig werden lässt.

Pixel 6 Pro Nachtaufnahme
Nachtaufnahme aus dem Pixel 6 Pro, ohne dedizierten Nachtmodus.

Die Qualität der Nachtaufnahmen ist schlicht überragend. Dies erreicht das Pixel 6 Pro teilweise sogar automatisch, ohne dafür überhaupt in den Nachtsichtmodus wechseln zu müssen. Das Ergebnis lässt sich mehr als sehen lassen, zumal die damit aufgenommene Szene dann etwas natürlicher wirkt.

Smarte Features: Magischer Radierer und Texterkennung

Ein spannendes, aber in der Praxis zweischneidiges Schwert, sind die neuen smarten Features der Kamera, die ebenfalls durch den Tensor-Chip erreicht werden. Da wäre beispielsweise der magische Radierer, der unerwünschte Personen oder Objekte aus Bildern entfernen kann.

Das funktioniert mal gut und mal weniger zufriedenstellend. Vor allem die manuelle Entfernung von unerwünschten Elementen klappt nicht immer zuverlässig.

Deutlich besser gefällt mir das schon die Texterkennung: Dank Google Lens erkennt das Pixel 6 Pro Text auf Fotos zuverlässig und lässt euch diesen auf Wunsch vollständig herauskopieren – äußerst praktisch.

Pixel 6 Pro Action-Foto
Nett: Bewegungsmodi für Action-Fotos schaffen einen Bewegungsunschärfeeffekt. Auch Langzeitbelichtungen sind möglich.

Akku, Ladezeit und Lautsprecher

Google stattet das Pixel 6 Pro mit einem 5.000 mAh starken Akku aus und bietet damit, rein nominell, deutlich mehr Kapazität als beispielsweise OnePlus und dieselbe Größe wie Samsung im Falle des S21 Ultra.

Dank der mit Android 12 neugestalteten Akkunutzungsanzeige fällt es etwas schwer, genau Schlüsse zu ziehen. Denn hier kann nur mehr die Akkunutzung in den letzten 24 Stunden angezeigt werden, nicht aber seit dem letzten Ladevorgang.

Während das Pixel 5 ein absoluter Akku-König war, liegt das Pixel 6 Pro lediglich im Durchschnitt der Android-Flaggschiffe. Zwar kommt man mit dem Akku des neuen Google-Flagships noch immer problemlos über einen Tag, muss sich aber Samsung und Apple geschlagen geben.

Beim kontinuierlichen Webbrowsing mit aktiviertem 120 Hz Display hielt das Pixel 6 Pro rund 13 Stunden lang durch. Das ist knapp eine Stunde weniger als das Samsung Galaxy S21 Ultra und rund fünf Stunden weniger als das iPhone 13 Pro Max. Auf der anderen Seite aber auch rund anderthalb Stunden mehr als im Falle des OnePlus 9 Pro.

Ein Ladevorgang nimmt zudem dank der maximal möglichen Geschwindigkeit von 23 Watt (obwohl Google sogar ein 30-Watt-Netzteil mitliefert) für heutige Verhältnisse recht viel Zeit in Anspruch. Das vollständige Laden des leeren Akkus auf 100 Prozent nimmt rund anderthalb Stunden in Anspruch – gerade, wenn man die Vorzüge eines OnePlus- oder Xiaomi-Smartphones gewohnt ist, die dafür im besten Falle gerade einmal 17 Minuten benötigen (Xiaomi 11T Pro), ist das nicht mehr ganz zeitgemäß.

Zu guter Letzt wollen wir noch einmal die verbauten Stereo-Lautsprecher des Google Pixel 6 Pro erwähnen, die eine unglaublich hohe Lautstärke erreichen, ohne dabei zu verzerren. Damit gibt das Smartphone auch als drahtloser Lautsprecher eine gute Figur ab.

Fazit zum Google Pixel 6 Pro

Ich gebe es offen zu: Ich bin seit jeher ein großer Fan der Pixel-Smartphones. Die Kombination aus purem Android-Betriebssystem und exzellenten Kameras macht die Google-Geräte für mich zu den interessantesten Smartphones, die das Betriebssystem zu bieten hat.

Genau in diesen Bereichen setzt das Pixel 6 Pro auch seine Ausrufezeichen. Google hat es wieder einmal geschafft, eines der besten, wenn nicht sogar das beste Kamera-Setup auf dem Markt abzuliefern, wenngleich die Selfie-Cam hier ein wenig abfällt.

Gerade im Vergleich zum hauseigenen Vorgänger stellt das Pixel 6 einen unglaublichen Sprung dar und zwar in allen Belangen. Design und Verarbeitung sind über jeden Zweifel erhaben, die KI- und Machine-Learning-Fähigkeiten des neuen Tensor-Chips eröffnen eine Vielzahl neuer und spannender Möglichkeiten, die sich allerdings erst in den kommenden Monaten vollends zeigen dürften.

Google Pixel 6 Pro Test Fazit
Das Pixel 6 Pro ist Googles erstes echtes Flaggschiff-Smartphone geworden.

Dass die schiere Hardware-Power nicht ganz mit Apple oder anderen Android-Flaggschiffen mithalten kann, lässt sich in meinen Augen verschmerzen. Wer jedoch Wert auf die bestmögliche Gaming-Leistung legt, wird mit dem Pixel 6 Pro auf Dauer vermutlich nicht glücklich.

Dafür bekommt man bei Google allerdings im Android-Segment die flüssigste und beste Systemleistung. Auf der anderen Seite stehen dann aber der mittelmäßige Fingerabdrucksensor und die Akkulaufzeit, von der ich persönlich mehr erwartet hätte, als Kritikpunkte auf dem Papier. Doch welches Smartphone ist schon perfekt?

Das Google Pixel 6 Pro ist das erste echte Flaggschiff-Smartphone des Herstellers geworden und überzeugt mit einem rundum stimmigen Gesamtpaket zu einem fairen Preis, dass sich hinter den großen Namen am Markt keineswegs verstecken muss. Vor allem Smartphone-Fotografen und Fans von purem Android kommen voll auf ihre Kosten.

Google Pixel 6 Pro Award

Google Pixel 6 Pro

Verarbeitung
Hardware
Multimedia
Performance
Akku
Preis-Leistungs-Verhältnis

92/100

Hochwertige Verarbeitung, überragende Kameras, beeindruckendes Display und eine starke Systemleistung machen das Pixel 6 Pro zu einem hervorragenden Android-Smartphone.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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