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Y-Brush: Nie wieder die Zähne putzen?

Das französische Unternehmen Y-Brush arbeitet an Zahnreinigungslösungen, die die Zähne in wenigen Sekunden vollautomatisch reinigen und damit das lästige manuelle Putzen ersetzen sollen.

Zähne werden selten effektiv geputzt

Y-Brush sieht ein zentrales Argument für seine 10-Sekunden-Lösung in der mangelhaften Umsetzung des lästigen manuellen Zähneputzens. So verweist das Unternehmen in seiner Produktpräsentation auf Studien, die zeigen, dass die wenigsten Menschen sich an die weltweit sehr ähnlichen Standards für gutes Zähneputzen halten. Eine Studie der American Dental Association zeigt etwa, dass ein Drittel der Menschen in den USA ihre Zähne weniger als zweimal täglich putzen. Darüber hinaus wurde herausgefunden, dass die meisten Menschen in den USA pro Durchgang nur rund eine Minute für das Putzen ihrer Zähne aufbringen. In Australien ist die Lage noch eindeutiger: Beinahe die Hälfte der Erwachsenen putzt seltener als zweimal am Tag die Zähne, bei den Kindern immerhin ein Drittel. Die meisten Befragten verbringen dabei nur rund 45 Sekunden pro Zahnputzdurchgang. Empfohlen wird in den allermeisten Ländern hingegen das mindestens zweimal tägliche Putzen der Zähne für zwei bis drei Minuten mit einer speziellen Putztechnik. Nur so lassen sich bei manuellem Zähneputzen alle Essensrückstände und sonstigen Schadfaktoren effektiv von den Zähnen sowie aus den Zahnzwischenräumen entfernen.

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Y-Brush weist darüber hinaus darauf hin, dass es sich bei mangelnder Zahnhygiene nicht nur um ein ästhetisches Problem handelt. Zahnerkrankungen stellen zum einen ein volkswirtschaftliches Problem dar und treten zum anderen häufig gemeinsam mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Kehlkopfkrebs und zahlreichen weiteren Erkrankungen auf. Y-Brush weist in diesem Zusammenhang jedoch nicht darauf hin, dass es sich dabei in aller Regel nicht um Kausalverbindungen handelt. In den meisten Fällen – etwa bei Diabetes – ist nicht etwa die Zahnhygiene das Problem; Zahnprobleme und Diabets dürften vielmehr auf die gemeinsame Ursache einer zuckerreichen Ernährung zurückzuführen sein. Nichtsdestotrotz erschein es einsichtig, dass eine ausreichende Zahnhygiene für die allgemeine Gesundheit von Bedeutung ist – und dass das klassische Zähneputzen selbst mit elektrischen Zahnbürsten aus Bequemlichkeit häufig unterlassen oder aber drastisch verkürzt wird. Y-Brush hat hier also durchaus einen Punkt.

35.000 Nylon-Bürsten arbeiten automatisch

Die eigenen Produkte sollen die Lösung für dieses Problem sein, indem sie die Effizienz des Zahnputzvorgangs maximieren und ihn zugleich deutlich verkürzen. Ermöglichen sollen das 35.000 rotierende Nylonbürsten, die an einem grob Y-förmigen Gerät hängen, das in den Mund geschoben wird. Das Putzgerät deckt alle Zähne zugleich ab und widmet sich ihnen gleichzeitig. Es muss folglich nicht im Mund bewegt werden, womit die aktive Arbeit der Nutzenden auf ein Minimum reduziert wird. Jeder Zahn wird von allen zugänglichen Seiten fünf Sekunden lang gereinigt. Die Nylonbürsten sind dabei dünn genug, um auch in die Zahnzwischenräume vorzudringen, die mit klassischen Bürsten nur selten erreicht werden. Bei alldem vibriert das Gerät und sorgt damit für eine besonders gründliche Reinigung. Je nach gewähltem Produkt kann die Vibration dabei in mehreren Stufen reguliert und an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Die Y-Brush-Geräte sind ferner in unterschiedlichen Größen erhältlich und damit sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene nutzbar.

Gefertigt ist der Kopf der Bürste, der in den Mund geschoben wird, aus dem thermoplastischen Terpolymer ABS, das für die Nutzung bei Medizinprodukten zugelassen ist – auch Legosteine werden aus ihm gebildet. Das Material ist flexibel und dennoch sehr widerstandsfähig. Das Gerät verfügt ferner über eine LED-Anzeige, die Auskunft über den Akkustand und den gewählten Vibrationsmodus gibt. Neben dem Bürstenkopf sind ein Haltestück und eine Aufladestation enthalten. Enthalten ist ferner ein Aufsatz für Zahnpastatuben, mit dem es möglich sein soll, die optimale Zahnpastamenge aufzutragen.

Sechs Monate Einsatzzeit

Y-Brush weist darauf hin, dass eine Akkuladung bis zu drei Monate Laufzeit garantiert. Ferner wird angegeben, dass der Bürstenkopf (also das Mundstück) aus hygienischen Gründen nach sechs Monaten ausgetauscht werden sollte. Das Haltestück sowie die Ladestation lassen sich hingegen unbegrenzt verwenden. Y-Brush zufolge können die beiden letztgenannten Teile ferner von mehreren Personen genutzt werden, die jedoch selbstverständlich aus Hygienegründen jeweils einen eigenen Bürstenkopf benötigen.

Erste Studien deuten tatsächlich darauf hin, dass die von Y-Brush eingesetzte Technik und insbesondere der Einsatz von Nylonbürsten gegenüber traditionellen sowie elektrischen Zahnbürsten besser Plaques entfernen kann. Ob Y-Brush sich mit seinem Angebot wird durchsetzen können, bleibt jedoch abzuwarten. Ein ganz ähnliches Projekt aus Österreich scheiterte vor einiger Zeit; trotz erfolgreicher Finanzierungsrunde musste das Unternehmen, das die Amabrush anbot, Insolvenz anmelden. Die Rezensionen für die Amabrush waren dabei durchweg schlecht: Offensichtlich erfüllte sie ihren Zweck kaum. Die französische Y-Brush hält sich hingegen schon seit einiger Zeit: Erste Prototypen wurden bereits seit 2020 auf der CES vorgestellt.

Preis und Verfügbarkeit

Erhältlich sind drei Modelle der Y-Brush. Neben der Basisversion, die im Starterkit mit Haltestück und Ladestation 79,99 Euro kostet, werden ein Kinderstarterkit für 99,99 Euro sowie eine Black-Version mit Soft-Touch-Haltestück, Zahnpastaapplikator sowie optional zubuchbarem Bürstenhalter und optional zubuchbarer Reisetransporttasche für 129,99 Euro bis 149,99 Euro angeboten.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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