Alltag

Hupe innerorts und außerorts: Sinnvolle Kommunikation im Straßenverkehr?

Wer kennt es nicht? Du sitzt im Auto, die Ampel springt auf Grün und bevor du überhaupt den Fuß aufs Gaspedal setzen kannst, ertönt schon das schrille Geräusch einer Hupe. Oder du bist auf einer ruhigen Landstraße unterwegs, als plötzlich ein hupendes Auto vorbeirauscht, das einen fast aus den Socken haut. Hupende Autos sind ein alltägliches Phänomen, das uns oft zum Nachdenken bringt: Wann darf man eigentlich hupen? Und zu welchem Zweck darf die Hupe innerorts und außerorts benutzt werden?

Hupende Autos – vom Signalhorn zum wichtigen Kommunikationsmittel im Straßenverkehr

Die Hupe ist ein fester Bestandteil jedes Autos und hat eine lange Geschichte. Ursprünglich als Signalhorn konzipiert, hat sie sich im Laufe der Zeit zu einem unverzichtbaren Kommunikationsmittel im Straßenverkehr entwickelt. Sie dient dazu, andere Verkehrsteilnehmer auf Gefahren aufmerksam zu machen, aber auch um Freude auszudrücken, wie zum Beispiel bei Hochzeitskorsos oder Fußballfeiern. Doch wie bei jeder Form der Kommunikation gibt es auch beim Hupen Regeln, die beachtet werden müssen. Auch bei Hochzeiten und nach der Weltmeisterschaft. Hier werden nur manchmal beide Augen zugedrückt.

Die Hupe innerorts und außerorts nach Belieben nutzen zu können, ist ein häufiger Irrglaube. Es gibt bestimmte Situationen, in denen das Hupen erlaubt ist, und andere, in denen es verboten ist. Dabei spielt es eine Rolle, ob du dich innerorts oder außerorts befindest.

Innerorts bezieht sich auf den Bereich innerhalb der Stadt- oder Ortsgrenzen, wo in der Regel eine höhere Verkehrsdichte und mehr Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind. Außerorts hingegen bezieht sich auf den Bereich außerhalb von Städten oder Ortschaften, also auf Landstraßen, Autobahnen und Ähnliches. Die Unterscheidung zwischen innerorts und außerorts ist wichtig, weil die Regeln für das Hupen je nach Ort variieren können.

Zu welchem Zweck darf die Hupe innerorts benutzt werden?

Hupen innerorts ist eine heikle Angelegenheit. Man stelle sich vor, jeder würde nach Belieben hupen, nur weil der Vordermann nicht schnell genug an der Ampel losfährt oder weil der Parkplatzsuchende nicht richtig einparken kann. Das wäre nicht nur nervig, sondern könnte auch zu gefährlichen Situationen führen. Daher gibt es klare Regeln, wann und zu welchem Zweck die Hupe innerorts benutzt werden darf.

Laut § 16 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) darf die Hupe innerorts nur dann benutzt werden, wenn eine Gefahr besteht. Das Gesetz besagt: „Schall- und Leuchtzeichen darf nur geben, 1. wer außerhalb geschlossener Ortschaften überholt (§ 5 Absatz 5) oder 2. wer sich oder andere gefährdet sieht.“

Das bedeutet, dass du innerorts nur dann hupen darfst, wenn du eine unmittelbare Gefahr für dich selbst oder andere siehst. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Kind auf die Straße läuft oder ein anderer Autofahrer eine riskante Aktion durchführt. In solchen Fällen ist das Hupen nicht nur erlaubt, sondern sogar geboten, um eine mögliche Kollision oder einen Unfall zu verhindern.

Aber Achtung: Ein „Hallo, hier bin ich!“-Hupen, um zum Beispiel auf sich aufmerksam zu machen oder jemanden zu begrüßen, ist innerorts nicht erlaubt. Auch das Hupen aus Ärger oder Frustration ist ein No-Go. Wer also das nächste Mal in Versuchung kommt, aus Ungeduld zu hupen, sollte lieber tief durchatmen und besonnen reagieren. Denn laut StVO kann das unerlaubte Hupen mit einem (zugegeben, in der Regel nicht sehr hohen) Bußgeld bestraft werden. Dennoch solltest du dich stets an die Regeln halten, denn Aggression hat im Straßenverkehr nichts verloren.

Zu welchem Zweck darf die Hupe außerorts benutzt werden?

Außerorts, also auf Landstraßen, Autobahnen und ähnlichen Straßen, gelten etwas andere Regeln für das Hupen als innerorts. Hier ist das Hupen nicht nur erlaubt, wenn eine Gefahr besteht, sondern auch beim Überholen. Das Hupen beim Überholen dient dazu, den überholten Fahrer auf das Manöver aufmerksam zu machen und so mögliche Gefahrensituationen zu vermeiden. Es ist also eine Art Sicherheitsmaßnahme, die dazu beiträgt, die Sicherheit auf unseren Straßen zu erhöhen.

Aber auch hier gilt: Das Hupen innerorts und außerorts sollte nicht übermäßig oder ohne Grund erfolgen. Ein fröhliches Hupen, um die Landschaft zu begrüßen oder aus purer Freude am Fahren, ist auch außerorts nicht erlaubt. Und das Hupen aus Ärger oder Frustration sollte natürlich auch hier vermieden werden.

Es gibt jedoch fallweise auch außerorts Gebiete, in denen das Hupen grundsätzlich verboten ist. Dazu gehören insbesondere Krankenhäuser, Altenheime und ähnliche Einrichtungen, in denen Ruhe besonders wichtig ist. Auch in der Nähe von Schulen und Kindergärten sollte auf das Hupen verzichtet werden, um die Kinder nicht zu erschrecken oder zu stören. In solchen Bereichen ist besondere Rücksichtnahme gefragt.

Hupe innerorts und außerorts: Wann darf man hupen?

Die Antwort ist eigentlich sehr einfach: Du darfst die Hupe innerorts und außerorts einsetzen, wenn eine Gefahr besteht oder wenn du außerhalb geschlossener Ortschaften überholst. Letzteres wird heute aber kaum noch angewendet. Wie so oft, steckt der Teufel aber im Detail.

Das Hupen außerorts und innerorts sollte immer als letztes Mittel betrachtet werden, um eine unmittelbare Gefahr abzuwenden. Es ist kein Mittel zur Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern und sollte nicht dazu verwendet werden, seinen Ärger oder seine Ungeduld auszudrücken. Behalte stets im Hinterkopf, dass das Hupen andere Verkehrsteilnehmer erschrecken und zu unvorhersehbaren Reaktionen führen kann. Im schlimmsten Fall provozierst du damit sogar noch einen Unfall, der ohne die Hupe nicht passiert wäre. Daher solltest du immer überlegen, ob das in einer bestimmten Situation wirklich notwendig ist oder ob es andere, weniger invasive Möglichkeiten gibt, auf eine Gefahr aufmerksam zu machen. Wo wir bei der Lichthupe angelangt wären.

Die Lichthupe als lautlose Alternative zur Hupe innerorts und außerorts?

Ähnlich wie bei der akustischen Hupe unterliegt auch die Lichthupe diversen Regelungen. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) darf die Lichthupe ausdrücklich nur zu folgenden Zwecken verwendet werden:

  • um auf sich aufmerksam zu machen (außerhalb geschlossener Ortschaften)
  • zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer über eine unmittelbare Gefahr
  • außerorts als Signal beim Überholen (wird aber ebenfalls kaum noch angewendet)

Was jedoch auch hier nicht erlaubt ist: Die Lichthupe als Ausdruck von Ärger oder Ungeduld zu verwenden. Ein aggressives Betätigen der Lichthupe, um zum Beispiel den Vordermann zum schnelleren Fahren zu bewegen, ist verboten und kann mit einem Bußgeld bestraft werden und oftmals auch den Tatbestand der Nötigung erfüllen. Du blendest gegebenenfalls nicht nur den Fahrer vor dir, sondern reduzierst bei übermäßiger Betätigung auch die Lebensdauer deiner Leuchtmittel.

1.2 16 101 bzw. 1.2.16-101: Die Führerscheinprüfungsfrage, die alle verwirrt

Deine Fahrprüfung liegt vielleicht bereits etliche Jahre zurück, aber vielleicht erinnerst du dich noch an die Frage 1.2.16-101 beziehungsweise jene mit der Nummer 1222. Diese bezieht sich exakt auf das Thema Hupen. Sie lautet folgend: „Wann dürfen Sie die Hupe benutzen?“ und ist bekannt dafür, viele Fahrschüler zu verwirren.

Die kurze Antwort darauf, du darfst die Hupe innerorts und außerorts benutzen, wenn eine Gefahr besteht. Oder wenn du außerhalb geschlossener Ortschaften überholst. Aber wie so oft im Leben und besonders im Straßenverkehr, ist es wichtig, diese Regeln nicht nur zu kennen. Du solltest sie auch richtig antrainieren und anwenden. Denn letztendlich geht es im Straßenverkehr nicht darum, wer am lautesten hupt, sondern wer am sichersten fährt.

Hupe aufrüsten – erlaubt oder verboten?

Vielleicht hast du dir bereits des Öfteren gewünscht, die Hupe deines Fahrzeugs könnte mit jenen von Lkw oder gar einem Schiffshorn mithalten. Klingt doch erst einmal super, oder? Die Modifikation der Hupe ist in vielen Ländern, einschließlich Deutschland, aber nicht erlaubt. Die Hupe muss nämlich bestimmte technische Anforderungen erfüllen, die in den jeweiligen nationalen und internationalen Vorschriften festgelegt sind. Diese Anforderungen betreffen unter anderem die Lautstärke und den Klang der Hupe.

Eine Modifikation der Hupe, die dazu führt, dass diese Anforderungen nicht mehr erfüllt werden, ist in der Regel nicht zulässig. Darüber hinaus kann eine solche Modifikation dazu führen, dass die Betriebserlaubnis deines Fahrzeugs erlischt und es nicht mehr im öffentlichen Straßenverkehr zugelassen ist. Spätestens beim nächsten TÜV oder wenn du durch die Polizei angehalten wirst, fällt dir diese Idee also auf den Kopf. Wenn du also tatsächlich überlegst, die Hupe deines Fahrzeugs zu modifizieren, solltest du dich immer zuerst bei einer zuständigen Stelle, wie zum Beispiel dem TÜV oder deiner Kfz-Werkstatt, informieren.

Hinweis: Es ist wichtig zu beachten, dass die Hupe als Sicherheitsmerkmal gilt, welches dazu dient, andere Verkehrsteilnehmer auf eine Gefahr aufmerksam zu machen. Eine Modifikation der Hupe, die ihren Zweck beeinträchtigt oder sie für andere Verkehrsteilnehmer verwirrend oder irreführend macht, kann daher gefährlich sein und sollte möglichst vermieden werden.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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