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Fragebogen erstellen: Aufbau, Tipps & Tools für erfolgreiche Umfragen

Beim Erstellen eines Fragebogens gibt es mehr zu beachten, als man vielleicht zunächst denkt. Denn neben den richtigen Fragen und Fragetypen musst du zum Beispiel auch die Zielgruppenansprache und Länge des Fragebogens berücksichtigen. Um dir die Planung zu vereinfachen, haben wir alle wichtigen Infos zum Thema Fragenbogenerstellung zusammengefasst – wie du ihn aufbaust, worauf du achten musst und welche Tools du nutzen kannst.

Fragebogen erstellen: Der Ablauf in 5 Schritten

Die Erstellung eines guten Fragenbogens lässt sich grob in folgende Schritte unterteilen:

  1. Forschungsfrage definieren
  2. Fragen entwickeln
  3. Fragen optimieren
  4. Fragebogen erstellen
  5. Test durchführen

Forschungsfrage definieren

Alle Fragen deines Fragebogens dienen einzig und allein dem Zweck, eine zentrale Forschungsfrage – die Hypothese – zu beantworten. Ohne diese klar zu kennen, kannst du keine inhaltlichen Fragen entwickeln. Mach dir also Gedanken darüber, was genau untersucht werden soll: Welches Ziel verfolgt die Umfrage? Welche Erkenntnisse soll sie liefern?

Fragen ermitteln

Im nächsten Schritt geht es darum, die inhaltlichen Fragen zu entwickeln. Hierbei sind zwei Punkte wichtig: Zum einen musst du dir überlegen, welche Fragetypen am besten passen; zum anderen sollte bekannt sein, wie viele Fragen du insgesamt stellen möchtest.

Fragen optimieren

Am nächsten Tag wirfst du dann einen kritischen Blick auf deine erstellten Fragen. Müssen sie angepasst werden? Passt der Fragetyp oder gibt es bessere? Welche Fragen sind erforderlich, um die Forschungsfrage zu beantworten – und welche haben nur wenig Aussagekraft? Am Ende dieses Schritts solltest du 100 Prozent mit deinen Fragen zufrieden sein, denn danach geht es an die Erstellung des Fragebogens.

Fragebogen erstellen

Überlege dir zuerst, welches Tool du für deinen Fragebogen verwenden willst. Auf dem Markt gibt es unzählige kostenlose und kostenpflichtige Programme von verschiedenen Anbietern. Der Aufbau und das Aussehen des Fragebogens haben einen großen Einfluss darauf, ob jemand ihn bis zum Schluss ausfüllt oder nicht – sorge also dafür, dass er benutzerfreundlich, strukturiert und nicht zu aufwändig ist.

Test durchführen

Mit einem Pilot-Test prüfst du, ob technisch alles rund läuft und ob alle Fragen gut verständlich sind oder nicht. Führe den Test bei einer kleinen Testgruppe durch und frage nach Rückmeldungen, um den Fragebogen gegebenenfalls anzupassen.

Fragebogen gestalten: Nutze eine passende Struktur

Ohne Struktur ist es schwierig, sich in einem Fragebogen zurechtzufinden. Die Konsequenz ist: Viele brechen ihn nach den ersten Fragen ab oder beantworten nicht alles wahrheitsgemäß. Halte dich bei deinem Fragebogen am besten an diesen Aufbau:

  • Einleitung: Beschreibt, wer die Umfrage durchführt, zu welchem Zweck dies geschieht und warum der Teilnehmer mitmachen sollte.
  • Anleitung: Erklärt, wie der Fragebogen ausgefüllt wird und was der Teilnehmer beachten muss.
  • Hauptteil: Umfasst alle inhaltlichen Fragen.
  • Demografische Fragen: Frage nach allgemeinen Informationen zur Person, zum Beispiel Alter, Geschlecht oder Nationalität.
  • Abschluss: Danksagung oder wichtige Anmerkungen zum Schluss.

Das sind die wichtigsten Fragetypen

Die Art der Frage bestimmt nicht nur die Auswertung, sondern auch den Aufwand für die Teilnehmer. Eine simple Ja/Nein-Frage ist beispielsweise schneller abgehandelt als die Frage: „Was gefällt Ihnen an diesem Design besonders und warum?“ Achte deshalb darauf, dass du bei der Wahl deiner Fragetypen strategisch vorgehst und es den Teilnehmern so einfach wie möglich machst. Die wichtigsten Typen sind:

  • Offene Fragen: bevorzugt bei qualitativen Studien, um die Meinung der Zielgruppe zu einem bestimmten Thema zu erfragen oder neue Ideen zu sammeln. Beispiel: „Was ist die Botschaft dieser Werbeanzeige?“
  • Geschlossene Fragen: geben feste Antworten vor, aus denen man wählen kann.
    • Dichotome Fragen: zwei Antwortmöglichkeiten (z.B. Ja – Nein)
    • Trichotome Fragen: drei Antwortmöglichkeiten (zwei wertende, eine neutrale)
    • Polytome Fragen: mehrere Antwortmöglichkeiten (z.B. Farben: blau, lila, gelb, grün)
  • Demografische Fragen: befassen sich mit dem Hintergrund der Zielgruppe, etwa Alter, Wohnort, Beruf, Konfession oder Familienstand.
  • Bewertungsfragen: klassische „Ratings“, bei denen Teilnehmer zum Beispiel ankreuzen, wie sehr ihnen Produkt X oder Service Y gefällt.
  • Filterfragen: eignen sich vor allem am Anfang, um herauszufinden, ob der Teilnehmer die Bedingungen für die Zielgruppe erfüllt oder nicht.
  • Verhaltensfragen: ermittelt die Meinung bzw. das Verhalten der Teilnehmer. Beispiele sind Aussagen mit Wahr/Falsch-Antworten oder Fragen, deren Antworten von „Trifft immer zu“ bis „Trifft überhaupt nicht zu“ reichen.
Überlege dir, welcher Fragetyp am besten zur Beantwortung der Frage passt

Grundregeln der Frageformulierung: Do’s & Don’ts

Auch die Formulierung der Fragen folgt gewissen Regeln. Eine falsche Formulierung kann zu Missverständnissen führen oder die Antwort des Teilnehmers beeinflussen – in beiden Fällen ist das Ergebnis schwierig bis gar nicht verwertbar. Dies kannst du vermeiden, wenn du dich an diese Punkte hältst:

  • Frage immer vom Allgemeinen zum Konkreten und vom Einfachen zum Abstrakten.
  • Verwende keine Fachbegriffe oder Abkürzungen.
  • Verwende keine hypothetischen Fragen.
  • Achte auf neutrale Formulierungen und meide wertende Begriffe.
  • Formuliere kurze Sätze mit maximal 10-15 Wörtern.
  • Verwende keine doppelten Negationen.

Drei kostenlose Tools für professionelle Fragebögen

Zum Schluss möchten wir dir noch ein paar Tools vorstellen, mit denen die Fragebogenerstellung im Handumdrehen und ohne Vorkenntnisse klappt:

  • Qualtrics: Der kostenlose Umfrage-Baukasten von Qualtrics ist ideal geeignet, wenn du nicht mehr als 30 Fragen pro Umfrage planst. Du hast 8 Fragetypen zur Verfügung und kannst aus über 50 Umfrage-Vorlagen wählen.
  • me: Du planst regelmäßige Umfragen und erwartest nicht mehr als 100 Einreichungen pro Monat? Dann ist der Free Plan von Involve.me eine gute Wahl – du kannst dich kostenlos registrieren und die Basisversion dauerhaft gratis nutzen.
  • SurveyMonkey: Für sehr kleine Umfragen mit weniger als 10 Fragen und 40 Beantwortungen pro Umfrage eignet sich der kostenlose Basic-Tarif von SurveyMonkey – inklusive Fortschrittsbalken, Bild- und Videofragen sowie viele andere tolle Features.

Abschließend gilt: Je professioneller und benutzerfreundlicher der Fragebogen, desto wahrscheinlicher wird er bis zum Ende ausgefüllt. Prüfe außerdem, ob er für mobile Geräte geeignet ist – wenn nicht, solltest du in der Einleitung darauf hinweisen, dass die Fragen am PC beantwortet werden müssen. Viel Erfolg!

Im Pilot-Test kannst du prüfen, ob dein Fragebogen auch auf Tablets und Smartphones funktioniert

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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