Hardware Testberichte

Scythe Ninja 5 – Ein mächtiger CPU-Kühler mit zwei Lüftern im Test

Design & Verarbeitung

In Bezug auf das Design hat Scythe keine großen Experimente gewagt. Der Kühlkörper ist fast quadratisch aufgebaut und besteht aus 40 Aluminium-Lamellen, sechs 6-Millimeter Heatpipes und einer glatten Bodenplatte aus Kupfer. Um die Optik etwas aufzuwerten, sind alle Heatpipes und die Bodenplatte vernickelt worden. Außerdem wurde die oberste Aluminium-Lamelle schwarz eloxiert und mit einem Muster in Form eines Wurfsterns versehen. Ob eine solche Musterung ansprechend ist oder nicht, dass muss jeder für sich selber entscheiden. Ich persönlich hätte auch mit einer schlichten schwarzen Oberseite leben können. Zuletzt hat der Hersteller auf beiden Seiten die untersten sechs Lamellen verkürzt um auch die Kompatibilität zu RAM mit hohen Heatspreadern gewährleisten zu können.

Die mitgelieferten Kaze Flex Lüfter aus dem eigenen Hause besitzen einen schwarzen Rahmen und gräuliche Lüfterblätter. Zudem verfügt der Rahmen an allen acht Ecken über ebenfalls graue Gummi-Elemente, die Schwingungs-Übetragungen auf den Kühler verhindern sollen. Außerdem wurden beide Ventilatoren mit einem hochwertigen Kabel-Sleeve ausgestattet.

Wie auf den Bildern ganz gut zu erkennen ist, wirkt der Ninja 5 mit beiden installierten Lüftern sehr massiv und bringt mit einem Gesamtgewicht von fast 1,2 kg ein ordentliches Gewicht auf die Waage. Trotzdem ist es mit einer Höhe von 155 cm noch verhältnismäßig kompakt unterwegs und dürfte in viele aktuelle Gehäuse passen.

Betrachtet man den Aspekt der Verarbeitung, so gibt es beim Ninja 5 nichts zu bemängeln. Der Kühlkörper weißt keine verbogenen Finnen auf, es gibt keine scharfen Kanten und auch die Eloxierung des Deckels ist sauber.

Montage

Für unser Review kommt ein Testsystem auf einem Benchtable zum Einsatz. Dadurch können wir Faktoren wie einen Hitzestau im Gehäuse auschließen. Das Testsystem besteht aus den folgenden Komponenten.

Der Scythe Ninja 5 setzt auf ein Montage-System mit dem „eindeutigen“ Namen H.P.M.S. III (Hyper-Precision-Mounting-System). Dahinter verbirgt sich ein Montage-Lösung mit einer massiven Backplate aus Metall und einer Bügel-Konstruktion auf der Vorderseite. Aber beginnen wir am Anfang.

Für unser AM4-System müssen zuerst die vorinstallierten Kunststoff-Bügel der AMD-Backplate entfernt werden. Die AMD-Backplate muss zur weiteren Montage aber hinter dem Mainboard bleiben. Auf die herausstehenden Nasen der Backplate werden nun die vier Abstandshalter aus Kunststoff gelegt. Darüber werden anschließend die zwei silbernen Montagebügel aus Metall platziert und mit den vier mitgelieferten langen Schrauben befestigt.

Bevor der Kühler montiert werden kann, darf natürlich das Auftragen der Wärmeleitpaste nicht fehlen. Ist das erledigt, kann der Ninja 5 auf die CPU gesetzt und mit dem großen Montagebügel gleichmäßig auf beiden Seiten verschraubt werden. Hier ist der mitgelieferte Schraubendreher durch den sehr langen Schaft von Vorteil. Dadurch lassen sich die zwei gefederten Schrauben des Querbügels sehr einfach eindrehen.

Unter eine kurzen Zuhilfenahme der beigelegten Anleitung war die Montage des Kühler innerhalb von 5 Minuten erledigt. Das Montage-System ist durchdacht und wirkt absolut stabil. Hier hat Scythe sehr gute Arbeit geleistet.

Etwas kniffeliger wird es bei der RAM-Kompatibilität. Der Kühler verfügt zwar über entsprechend verkürzte Lamellen im unteren Bereich, diese bringen aber nur dann etwas, wenn die Lüfter ein ganzes Stück weiter nach oben versetzt werden. Das führt dann zu einer deutlich weniger ansprechenderen Optik und erhöht natürlich auch die Höhe des Kühlers.

RAM-Kompatibilität

Kühlleistung

Wie bereits im vorherigen Kapitel aufgezeigt, verwenden wir als Testhardware ein AM4-System auf Basis des Ryzen 5 1400 und dem MSI B350 PC Mate. Der Ryzen läuft übertaktet bei einer Spannung von 1,25 V mit einer Taktfrequenz von 3,8 Ghz.

Um den Prozessor aufzuheizen, wurde der Prozessor 15 Minuten mit Prime95 belastet. Die Temperatur der CPU wurde anschließend mit dem CPUID Hardwaremonitor ausgelesen. Dieser Test wurde in zwei verschiedenen Szenarien durchgeführt und anschließend mit den Werten des AMD Boxed Kühler (Wraith Spire) verglichen. Während der Tenperaturmessungen hatte der Raum eine Temperatur von 18°C.

Kühlung Temperatur
AMD Wraith Spire-Kühler (50% Lüftergeschwindigkeit) 83°C
AMD Wraith Spire-Kühler (100% Lüftergeschwindigkeit) 73°C
Scythe Ninja 5 (50% Lüftergeschwindigkeit) 62°C
Scythe Ninja 5 (100% Lüftergeschwindigkeit) 59°C

Wie man in der Tabelle gut erkennen kann, liegt der Temperaturunterschied bei einer Lüftergeschwindigkeit von 50% bei 21°C. Nimmt man in dieser Wertung noch mit hinein, dass der Ninja 5 zudem deutlich leiser agiert als der Boxed-Kühler, liefert der Scythe-Kühler ein Top-Ergebnis. Selbst bei 100%-Lüftergeschwindigkeit und trotz des offenen Aufbaus sind die Lüfter kaum hörbar. Außerdem fällt positiv auf, dass die Lüfter keine Nebengeräusche erzeugen.

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Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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