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Vivo X51 – Das Gimbal-Smartphone im Test

Vielen Konsumenten in Deutschland wird der Name Vivo zum jetzigen Zeitpunkt nicht viel sagen. Dies ist durchaus bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass Vivo einen Marktanteil von fast 9% beim Absatz von Smartphones hat. Weltweit ist Vivo damit auf Platz 6 und eine feste Größe im Smartphone-Geschäft.

Im Oktober hatte Vivo angekündigt, dass man zukünftig auch in Deutschland vertreten sein wird und dabei betont, dass man nachhaltig auf dem europäischen Markt präsent sein möchte.
Es ist entsprechend gar nicht so unwahrscheinlich, dass der Markenname Vivo in Zukunft in den gängigen Elektronikmärkten und bei den Netzbetreibern einen festen Platz im Sortiment hat.

Vivo X51 5G

Den Anfang macht dabei unter anderem das Vivo X51, welches bereits in China unter der Bezeichnung X50 Pro verfügbar ist und vor allem mit einem Detail in Bezug auf die Kamera aus der Masse an Smartphones heraussticht. Ob das Smartphone mit integriertem Gimbal auch tatsächlich überzeugt, wird der folgende Test aufzeigen.

Das Datenblatt

Display 16,64 cm (6,55 Zoll) AMOLED
90Hz, seitlich abgerundet
Auflösung: 1 080 x 2 376 Pixel (398 ppi)
Betriebssystem Android 10
Oberfläche: Funtouch OS
Prozessor Qualcomm Snapdragon 765G
Speicher 8,0 GB RAM
256 GB Speicher
Abmessungen 158,46 mm x 72,8 mm x 8,4 mm
Gewicht 181,5 g
Frontkamera 32 Megapixel, f/2.45
Hauptkamera Hauptkamera: 48 MP, IMX598, Gimbalfunktion, f/1.6
Ultraweitwinkel: 8 MP, 120 Grad, inklusive Makrofunktion
Periskopkamera: 8MP, 5x optisch, 60x digital
Porträtkamera: 13 MP, 50mm Brennweite, 2x Zoom
Akkukapazität 4315 mAh, vivo 33 W FlashCharge
Preis € 799,00*

Der Lieferumfang

Vivo liefert ein durchsichtiges Kunststoff-Case mit.

Design, Haptik und Verarbeitung

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das X51 von der Designsprache an Konkurrenzmodelle erinnert. Der Formfaktor, als auch die Wölbung im Glas sind ein doch inzwischen sehr bekanntes Bild bei Smartphones. Dass sich dieses am Markt etabliert hat, spricht aber klar dafür, dass dies von den Konsumenten angenommen wird. Durch die schmale Bauart liegt das Gerät, trotz einer Diagonale von 6,56 Zoll, erstaunlich gut in der Hand.

Neben dem dominierenden Display auf der Front, welches fast 93% Screen-to-Body Ratio bietet, sticht nur die Punch-Hole-Kamera ins Auge, die oben links zu finden ist. Auf der rechten Gehäuseseite befinden sich Powerknopf und die Lautstärkewippe, die beide kein Spiel haben und einen guten Druckpunkt aufweisen. Schön ist, dass die seitlichen Steuerelemente auch einhändig gut zu erreichen sind.

Auf der Oberseite ist ein Mikrofon zu finden, an der Unterseite ein USB Typ-C-Anschluss, ein weiteres Mikrofon, der SIM-Karten Slot und der Lautsprecher.

Unterseite des X51 – Lautersprechergrill, USB-C Port, Mikrofon und SIM-Karten Slot

Punkto Verarbeitung ist Vivo auf dem Niveau von Premiumherstellern. Alles fühlt sich wie aus einem Guss an und der Metallrahmen fügt sich perfekt zwischen die Vorder- und Rückseite aus Glas ein. Die Rückseite ist dabei nicht spiegelnd, sondern hat ein Finish bekommen, wodurch das Glas matt wirkt und deutlich weniger anfällig für Fingerabdrücke ist.

Positiv zu erwähnen ist, dass eine Displayschutzfolie vorinstalliert ist, sie einen guten Sitz hat und die Nutzung nicht beeinträchtigt. Gerade bei Displays mit abgerundeten Kanten kann die Anbringung und der Halt von Drittanbieterfolien durchaus zu Problemen führen.

Konnektivität

Bei der Konnektivität leistet sich das X51 keine groben Schwächen. Bluetooth ist in Version 5.1 verbaut, welches in Zukunft für die Navigation innerhalb von Gebäuden eine gewichtige Rolle spielen wird. Dazu gesellt sich WiFi in den Frequenzbereichen 2,4 als auch 5 GHz und NFC. Der SIM-Slot ist dazu fähig zwei SIM-Karten aufzunehmen. Leider ist der USB-C Anschluss nur mit der Version 2.0 enthalten – so zukunftssicher, wie man mit 5G und 5 Ghz ist, wäre es schön gewesen, auch hier auf die Version 3.1 zu setzen.

Qualcomm Snapdragon 765G

Das Display

Bei dem Display handelt es sich um ein OLED-Panel mit einer FHD+ Auflösung von 1.080 x 2376 Pixeln. Dieses entspricht einem Seitenverhältnis von 20:9 und einer Pixeldichte von rund 398 ppi (Pixel pro Zoll). Ergänzt wird diese durch eine Notch am oberen linken Displayrand, in der die Frontkamera beheimatet ist.
Die Kontraste sind, typisch für OLED, hervorragend und der Farbraum entsprechend groß. Lediglich bei der Helligkeit ist man nicht auf Niveau von Flaggschiff-Modellen. Die Ablesbarkeit in starkem Sonnenlicht leidet entsprechend. In allen anderen Lichtverhältnissen macht das Display eine sehr gute Figur und der Medienkonsum macht durchaus Spaß.

Kontrastreiches Display mit tollen Farben

Zu den Seiten hin ist das Display abgerundet, welches durchaus chic und modern wirkt. Wie bei allen Smartphones mit abgerundetem Glas, bringt dieses neben den Vorteilen der Ästhetik aber natürlich auch Nachteile in der Usability mit. Dies ist nicht X51-exklusiv, daher definitiv kein Nachteil per se, doch werden Freunde von flachen Displays wohl nicht vollumfänglich glücklich werden.

Sehr angenehm, wenn auch inzwischen zum Standard gehörend, ist die 90-Hz-Anzeige. Man spürt bei der Nutzung des Smartphones die höhere Bildwiederholrate. Menüs fühlen sich flüssiger und das System flotter an. Schön ist, dass man neben den Optionen 60 Hz und 90 Hz auch eine intelligente Automatik aktivieren kann, die nur dann auf die 90 Hz wechselt, wenn diese auch benötigt werden und somit Akku spart.

Der In-Display-Fingerbadrucksensor macht einen guten Job. Zu 95% der Zeit reagiert er zuverlässig und entsperrt das Display. Von der Geschwindigkeit ist er nicht ganz auf der Höhe eines One Plus Smartphones, eine wirkliche Kritik an der Geschwindigkeit gibt es aber nicht.

Multimedia

Ein großes, kontraststarkes Display lädt selbstverständlich zum Medienkonsum ein. Etwas schade ist es daher, dass nur ein Mono-Lautsprecher an der Unterseite verbaut ist. Dem Display hätte definitiv Stereosound zugestanden. Der Lautsprecher wird dabei recht laut und klingt bis 70% auch sehr sauber. Bass ist dagegen leider ein Fremdwort. Die musikalischen Qualitäten sind also eher als „in Ordnung“ zu bezeichnen und wären bei einem Nachfolgermodell durchaus ausbaufähig.

Im Bereich Gaming ist ein Ultra Game-Modus vorhanden. Über diesen kann man Benachrichtigungen blockieren, während man sich in einer Gaming-Session befindet und die Hardware wird entsprechend auf den Einsatz fürs Spielen optimiert.

Dass der Snapdragon 765G auch in Spielen eine ordentliche Performance bringt, zeigt das Beispiel Genshin Impact. Nur selten spürt man den Unterschied zum großen Bruder. In Situationen, in denen besonders viel los ist, viele Effekte aktiv sind, hat der 865 dann doch die Nase vorn. Grundsätzlich ist man aber auch mit dem 765G gut gerüstet – zumal ein Spiel gewählt wurde, welches die Hardware durchaus fordert.

Der Akku

Der Akku weist eine Kapazität von 4.315 mAh auf und ist damit ordentlich bemessen. Die Akkulaufzeit ist dabei als gut, wenn auch nicht herausragend zu bezeichnen. Über einen Tag kommt man auch als Vielnutzer, ohne sich Sorgen um den Akkustand zu machen. Ein zweiter Tag ohne kurze Ladepause war innerhalb des Tests allerdings nicht möglich. Ein Wermutstropfen, der aufgrund des 33 Watt Schnellladegeräts nicht zu sehr ins Gewicht fällt, da selbst kurze Ladephasen für einen ordentlichen Energieschub sorgen.
Wireless Charging ist nicht verfügbar. Ob dies ein Nachteil ist, muss der Anwender von seinen Ladegewohnheiten abhängig machen. Wer bisher nicht kabellos lädt, wird dieses Feature ggf. nicht vermissen.

Die Kamera(s)

Während Vivo bei der restlichen Ausstattung der oberen Mittelklasse durchaus gerecht wird, setzt man klar den Fokus auf die Kamera und sticht dabei sogar aus der Masse heraus – ein Gimbal bietet aktuell kein anderes Smartphone am Markt.

Softwarelösungen bieten in der Regel eine Stabilisierung von einem Grad. Vivo weist darauf hin, dass mit der mechanischen Lösung bis zu drei Grad möglich sind. Entsprechend wird auch mit 300% geworben. Und tatsächlich ist dies ein Ausstattungsmerkmal, welches nicht nur auf dem Papier gut klingt, sondern auch in der Praxis beweist, dass dies einen echten Mehrwert bietet. Video wirken deutlich ruhiger und auch schnellere Bewegungen verwackeln das Bild nicht so stark, wie bei Smartphones mit rein optischer Bildstabilisierung.

Insgesamt hat das Vivo X51 fünf Kameras verbaut. Neben der Frontkamera, die mit 32 Megapixel auflöst, befinden sich auf der Rückseite weitere vier Kameras, die prominent in Szene gesetzt werden. Das Kameramodul steht leicht aus dem Gehäuse raus, wirkt dabei aber nicht zu klobig und verspricht in der Anmutung Fotos auf Niveau der Oberklasse.

Neben der oben genannten Kamera mit Gimbal-Stabilisierung gesellen sich noch eine Ultraweitwinkel-Kamera, die dazu eine Makrofunktion bietet, ein Telezoom, als auch eine Porträt-Kamera.

Der Telezoom bietet dabei eine stufenlose Vergrößerung, die bis fünffach optisch reicht. Die Ergebnisse sind durchaus ansehnlich und von guter Qualität. Zu erwähnen ist dabei jedoch, dass die Pro-Kamera erst ab einer Zoomstufe von 5x angewendet wird, was dazu führt, dass im Bereich von 2x-4,9x, bei der die Porträtkamera im Einsatz ist, teilweise schlechtere Ergebnisse entstehen, als bei 5x Vergrößerung. In Punkto Zoom macht die Pro-Kamera durchaus Spaß. Auch Ergebnisse, bei denen neben dem 5x Zoom digital nachgeholfen wird, erzielen sehr gute Ergebnisse. Beim X51 ist dies dank des von Vivo genannten Hyper-Zoom bis 60x möglich.

Die zuvor erwähnte Porträtkamera wartet mit verschiedensten Modis, Schönheitsfiltern und Beispielposen auf, die als Inspirationsquelle für kreative Porträtaufnahmen dienen sollen.
Die Pose wird dabei über die Kamera UI gelegt, um dem Motiv Hinweise zu geben, wie er oder sie sich zu positionieren hat. Sicherlich eine Spielerei, für manch einen aber vielleicht doch ein nettes Feature.

Einen guten Eindruck hinterließ auch der Nachtmodus. Dieser wird automatisch erkannt und angeboten, wenn das Smartphone registriert, dass weniger Umgebungshelligkeit gegeben ist.

Etwas negativ ins Gewicht gefällt die Kombination aus Makro- und Weitwinkel-Objektiv. Während die Makroaufnahmen sich durchaus sehen lassen können, hat man doch ab und zu damit zu kämpfen, dass die Aufnahmen auch so werden, wie man sich dies vorstellt. Voneinander getrennte Sensoren wären dabei sicher anwenderfreundlicher gewesen.

Die Software

Bei der Software macht Vivo keine großen Experimente. Das hauseigene Funtouch OS ist sehr nah an Stock Android von Google und erfreulicherweise frei von Bloatware. Die Performance lässt sich dabei durchaus als sehr gut bezeichnen. Hänger oder Performanceeinbußen wurden im Test nicht festgestellt. Für den deutschen Markt sicherlich erfreulich ist, dass Funtouch OS recht dezent gehalten ist und keine bunten Farben oder schrillen Icons aufweist.

Fazit

Vivo sorgt mit dem X51 definitiv für Gesprächsstoff. Das Smartphone ist toll verarbeitet, hat ein super Display, liegt angenehm in der Hand und macht durchaus einen sehr wertigen und hochpreisigen Eindruck. Gerade der Preis ist es aber auch, über den es zu sprechen gilt. Die UVP für das X51 beträgt zum Marktstart 799 Euro. Dies wäre durchaus in Ordnung, wenn die Konkurrenz in diesem Segment nicht so stark wäre. Am Ende ist es eben nur der Snapdragon 765G, nur 90 Hz, nur ein Mono-Lautsprecher und nur FHD+ – für sich allein alles Kritikpunkte, die zu verschmerzen wären, in der Summe aber durchaus Argumente, die andere Geräte für einen günstigeren Preis oder aber stärkeren Spezifikationen für einen ähnlichen Preis, interessanter machen.

Ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal ist die Kamera. Vor allem, wer oft Videoaufnahmen macht und dabei auch noch in Bewegung ist, wird bereit sein, einen gewissen Aufpreis zu zahlen.
Unterm Strich wird der Erfolg des Vivo X51 aber stark davon abhängen, wie sich der Preis in den nächsten Monaten entwickeln wird.

Vivo X51 5G

Verarbeitung
Hardware
Multimedia
Performance
Akku
Preis-Leistungs-Verhältnis

82/100

Toll verarbeitetes Smartphone mit spannenden Ideen, welches irgendwo zwischen Mittelklasse und oberer Mittelklasse mitspielen möchte.

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Christopher Clayton

Mein Name ist Chris, ich bin 36 Jahre alt, gebürtig aus Berlin nun aber schon seit mehreren Jahren in Düsseldorf wohnhaft. Fachlich komme ich aus dem Bereich der Medien und habe somit meine Leidenschaft für Technik und Multimedia zum Beruf gemacht.

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C
Cdcn

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Im Oktober hatte Vivo angekündigt, dass man zukünftig auch in Deutschland vertreten sein wird und dabei betont, dass man nachhaltig auf dem europäischen Markt präsent sein möchte.
Es ist entsprechend gar nicht so unwahrscheinlich, dass der Markenname Vivo in Zukunft in den gängigen Elektronikmärkten und bei den Netzbetreibern einen festen Platz im Sortiment hat.
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